Habe oft das Gefühl versagt zu haben.... :(

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von spaceshadow 11.04.11 - 17:43 Uhr

Hallo zusammen, wollte mich hier einfach mal bissl ausheulen und sehen, ob es auch anderen so geht....

Ich habe im August meinen Mann verlassen, bin ausgezogen, es hat einfach nicht mehr gepasst. Habe inzwischen eine eigene Wohnung, die Kinder sind die Hälfte der Zeit bei mir, die Hälfte der Zeit bei ihm und wir können auch über alle wichtigen Sachen wie vernünftige menschen reden.

Trotzdem überkommt mich immer wieder eine schreckliche Traurigkeit. Es ist nicht so, dass ich ihn wieder zurück will, das ziehe ich überhaupt nicht in Betracht. Ich habe inzwischen auch einen neuen Freund, den ich sehr liebe. Aber dann denk ich mir manchmal, warum hat es nicht geklappt, was ist falsch mit mir, dass ich es nicht durchziehen konnte? Jetzt sind meine Kinder Scheidungskinder, auch wenn wir es ihnen versuchen so leicht wie möglich zu machen und ich fühl mich manchmal einfach nur zum heulen und wie der größte Versager. Obwohl es MEINE Entscheidung war...

Geht es irgendwem ähnlich?

Lg, Stephi

Beitrag von vollmond73 11.04.11 - 18:47 Uhr

Hallo Stephi,

ich bin zwar nie verheiratet gewesen, verstehe dich auch, das du dich manches mal mies fühlst....aaaaber du darfst dir selber kein schlechtes Gewissen machen.

Ich finde es eher mutig, das du den Schritt gewagt hast, dich von deinem Mann zu trennen. Du solltest es mal von der anderen Seite sehen:

1. Du allein hast NIE Schuld an einer Trennung, dazu gehören immer zwei und wenn selbst wenn du dir die Mühe gemacht hast um es nochmals zu probieren...hast du irgendwann gemerkt, dein Mann hat da nicht mitgespielt oder es war ihm egal.

2. Wie würden sich deine Kinder fühlen...wenn ständig sich Mama und Papa ständig streiten...deine Kinder wären unglücklich und würden die Situation nicht mehr aushalten. (bei meinen Eltern war ständig Streit und ich wollte da eher freiwillig ins Heim, weil ich diese Situation nicht mehr aushielt, bin aber zu Hause geblieben.)

3. Im ersten Moment sind deine Kinder zwar traurig aber sie merken, Mama und Papa verstehen sich jetzt besser und trotzdem sind beide für die Kinder da.

Sei lieber stolz darauf, das du mit deinem Mann oder bald Ex-Mann über alles was die Kinder betreffen reden könnt und das auch in einem vernünftigen Ton. Das ist viel mehr Wert als wenn Mama und Papa zusammen noch leben und sich streiten.

Also lass dich nicht hängen und mach dir kein schlechtes Gewissen, du hast das bessere für euch rausgeholt und das war die Trennung.

So wie du entschieden hast, war es genau richtig.

Du bist jetzt wieder glücklich und das merken auch deine Kinder und sie wollen auch eine glückliche Mama haben.

Sei lieb gegrüsst.

Beitrag von nele26 20.04.11 - 15:22 Uhr

Hallo Stephi,

du hast ja schon eine ziemlich gute Antwort bekommen. Ich sehe das ganz genauso. Du darfst dir da kein schlechtes Gewissen einreden.

Ich antworte dir trotzdem, weil es sich meiner Meinung nach auch so anhört als hättest du damit noch nicht ganz abgeschlossen. Ich meine nicht, dass du ihn noch liebst. Man muss sich immer bewusst sein, dass eine lange Beziehung immer auch eine Verbundenheit mit sich bringt und auch eure werden euch für immer verbinden.

Ich wollte dir eher raten dir zu überlegen, ob du so etwas wie ein "Ritual" für dich halten kannst, um endgültig mit der Sache abzuschließen. Nichts sektenmäßiges:-) sondern einfach nochmal Zeit, die du für dich alleine nimmst, um vielleicht nochmal in schönen Erinnerungen zu schwelgen, dir die Gründe bewusst machen, wieso du den Schritt der Trennung gegangen bist. Und auch noch einmal bewusst gucken, wie gut es dir jetzt geht. Dann könntest du diese Erinnerungen in eine Kiste tun und schließen!!!

Vielleicht hilft dir das ja!