Freundschaftliche Gefühle zum Ehemann

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von DingDongDingDong 11.04.11 - 19:55 Uhr

Hallo,

ist es normal, dass man nach einer Zeit nur freundschaftliche Gefühle für seinen Mann empfindet?

Wenn ich daran denke mit ihm Sex zu haben schauderts mich. Ich mag ihn von ganzen Herzen. Er ist ein wundervoller Vater. Kümmert sich das meiste im Haushalt. Aber mit der Ehe happerts es gscheit. Sagen wir mal so, wir sind wie Bruder und Schwester.

Ich habe ihn so oft vorgeschlagen, mal am Abend ohne Kind auszugehen. Ich würde einen Babysitter engagieren. Meine Eltern und Schwester würde gerne einspringen wohnen aber ca. 75 km von uns entfernt. Das Ende vom Lied. Ich habe es sein gelassen. Das letzte Mal als wir gemeinsam am Abend ausgingen war an seinem Geburtstag im Juli letzten Jahres. Die Initiative ging von mir aus.

Und auch so, ertappe ich ihn wie er vor den anderen mich lächerlich hinstellt. Er meint es zwar gut aber ich kann reden so oft ich will. Er kapiert es nicht.

Außer das wir beide einen geregelten Arbeit nachgehen, einen gemeinsamen Sohn haben, das Bett, Tisch, Toilettenschüssel, ... teilen haben wir nichts was wir gemeinsam haben.

Wir hatten es damals schon schwer. Beide aus einen schwierigen Elternhaus. Bei meinen Mann war der Vater gewalttätig und bei mir wurde alles totgeschwiegen. Ich konnte mit meinen Eltern nie richtig reden bzw. diskutieren ohne dass das Gespräch verletzend oder einen angeschwiegen wurde oder gesagt wurde: Das macht man nicht. Ich wurde außerdem nie ernst genommen.

Auch hatte ich immer Angst vor der Konsequenz. Hängt auch damit zusammen das ich fast 15 Jahre aufgrund meiner Behinderung in Internat war. Sowas prägt einen. Mein Mann war auch wie ich im gleichen Internat. Kamen aber erst später zusammen.

Jetzt wo ich älter werde und mich mehr darüber auseinander setze komme ich zum Entschluss, dass ich so nicht mehr weiterleben möchte. Ich denke jeden Tag an Trennung aber momentan muss ich in den sauren Apfel beißen und noch zwei bis drei Jahre warten.

Ich habe in den nächsten Jahren vieles vor #schwitz Erstmal wird der Kredit vorzeitig abbezahlt. Zwischendurch möchte ich meinen Führerschein machen bevor ich meine Ausbildung zur Altenpflegerin beginne. Wegen der Ausbildung unterstützt mich mein Mann von ganzen Herzen. Worüber ich ihn dankbar bin.

Das Problem ist auch, dass wir damals nicht offen über unsere richtige Gefühle reden konnten. Wir hatten deswegen ein Gespräch vor kurzem gehabt. Im Falle einer Trennung möchte er mir keine Steine vor dem Weg legen und ich umgekehrt auch nicht. Auch wollen wir nicht, dass unser gemeinsamer Sohn darunter leidet. Ich hoffe er hält sein Wort.

Wer war und ist auch in der gleichen Situation wie ich? Wie würdet ihr es weiterverfahren?

Traurige Grüße :-(

PS: SOrry für das Wirrwarr. Weiß nicht wo der Kopf momentan steht.

Beitrag von ohneworte... 11.04.11 - 20:56 Uhr

Ich denke jeden Tag an Trennung aber momentan muss ich in den sauren Apfel beißen und noch zwei bis drei Jahre warten.



Echt ohne Worte. Den Mann noch ausnutzen wo es geht wa?

Beitrag von blumella 11.04.11 - 21:10 Uhr

Ihr habt schon über Trennung gesprochen, seid Euch einig und wollt trotzdem noch zwei bis drei Jahre warten?
Warum?

Wenn beide kein Interesse mehr daran haben, die Ehe wiederzubeleben, warum dann noch warten und nicht jetzt gleich einen ordentlichen Schlussstrich ziehen?

Beitrag von sorry.auch.in.schwarz 11.04.11 - 21:37 Uhr

Also ich stelle mir das auch schwierig vor sich in dieser Situation zu trennen.
hab damals auch zu lang gewartet. Dann war es der Kredit, dann das gemeinsame Baby und und und.
Weißt du was? Den richtigen Zeitpunkt zur Trennung gibt es meiner Meinung nach NIE!
Dann kommt in 2 oder 3 Jahren wieder was anderes.

Ich kann dir nachfühlen, weil ich in ähnlicher Lage war. Aber mit meinem Wissen heute, würde ich nicht mehr warten wenn die Ehe gelaufen ist.
Aber da steigst du von alleine hinter wann du nicht mehr kannst.

Alles liebe und Gute!

Beitrag von sicher nicht 12.04.11 - 00:55 Uhr

"ist es normal, dass man nach einer Zeit nur freundschaftliche Gefühle für seinen Mann empfindet?"
Das ist nicht normal!
Auch dass es dich schauderts beim Gedanken an Sex.

Meines Erachtens gehört ihr beide in eine Therapie.
Ihr habt euch gefunden wie zwei Ertrinkende, aber Reden habt ihr nie gelernt.
Für mich ist es logisch, dass zwei Gefühlskrüppel (nicht böse gemeint) irgendwann an ihre Genzen kommen.

Beitrag von elofant 12.04.11 - 07:48 Uhr

Das man in einer Ehe o. Partnerschaft nur noch freundschaftliche für den anderen hat, ist wohl eher unnormal.

Wenn Du jeden Tag an Trennung denkst und ihr auch schon drüber gesprochen habt. Warum wollt ihr dann noch 2-3 Jahre das Ganze aushalten? Wegen dem Kredit, Deiner Ausbildung o. wegen was?

Die "Idee" mit der Therapie ist gut. Sehr gut sogar. Ihr beide braucht sowas. Sonst seid Ihr in Eurer nächsten Partnerschaft wieder ganz schnell am Ende angelangt.

Beitrag von schneefrau28 13.04.11 - 06:26 Uhr

"Wenn Du jeden Tag an Trennung denkst und ihr auch schon drüber gesprochen habt. Warum wollt ihr dann noch 2-3 Jahre das Ganze aushalten? Wegen dem Kredit, Deiner Ausbildung o. wegen was?"

Ja, wegen Kredit und meiner Ausbildung. Gut, es klingt egoistisch aber was soll ich tun?