ADHS oder Indigo-/Sternenkinder????

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Beitrag von fidirallalla 12.04.11 - 09:15 Uhr

Heute muss ich mal einen ganz neuen Thread eröffnen.

Mein Kind wurde vor 4 Jahren auf ADHS und eine Affektlabilität getestet. Es ist hoch sensibel und sehr wahrheitsliebend und naturverbunden, bekommt schnell Angst usw. Er braucht für alles EWIG und morgens gibt es immer Geschrei weil er heftigst trödelt (um ihn um 7.30 Uhr mit Ach und Krach aus dem Haus zu kriegen zum Schulbus muss ich 2 Stunden früher aufstehen und dann scheuchen, antreiben, und anleiten). Heute ist mein Kind fast 10. Und ich frage mich: wird das nie besser?

Mir widerstrebt der Gedanke, dass er, um in der Schule "funktionieren" zu können, noch länger Ritalin nehmen muss. Wir haben seit 3 Jahren alles ausprobiert als Eltern was ging, auch Homöopathie, Kinesiologie, NLP, Traumreisen, Kinderyoga, Entspannungstraining, Bachblüten, Schüsslersalze, Omega 3 und 6, Magnesium, Zink, aber wir kamen an den Medis nicht vorbei.

Seit 3 Jahren lege ich Karten und habe diverse Freundinnen in diesem Bereich, ich bin selbst homöopathisch ausgebildet und habe viel Wissen in diesem Bereich. Nun wird mir natürlich kritisch vorgeworfen, warum ich doch so naturverbunden bin und meinem Kind dennoch Ritalin gebe.

Es war eine Notwendigkeit, denn ohne die Medis konnte mein Kind nichts leisten. Nichts schaffen, war wirr und chaotisch und konnte sich nicht konzentrieren.

Durch meine Freundinnen ist jetzt immer mal wieder der Begriff "Sternenkinder" oder "Indigokinder" gefallen. Mir ist schon klar, dass mein Kind hellsichtig ist und auf einen Blick erfassen kann, was Sache ist. Das nutzt nur nicht viel, weil es einfach Schulsysteme hier gibt, die auf Leistung getrimmt sind und nicht warten können, bis mein süßes phantasievolles Kind mal wieder von seiner inneren "Sternentraumreise" zurückgekehrt ist.

Im Schulsystem sind nur Kinder gefragt, die "funktionieren", wie unsere Lehrerin immer sagt "Es muss halt fluppen", wenn Ihr versteht, was ich meine.

Ich würde auch lieber kein Ritalin geben. Das Problem ist nur: die Schule sagt, sie schieben ihn auf die Sonderschule, ohne Medis sei er nicht beschulbar. Das habe ich auch selbst mitgekriegt. Ohne Medis beißt er an den Pulliärmeln rum vor Zappeligkeit, bleibt nicht sitzen, redet ununterbrochen vor sich hin und tickt.

An was glaubt Ihr? An Sternenkinder und die neue Generation?
Und an Homöopathie?

An den Bestand von ADHS? Und die Befürwortung von Medikamenten?

Ich war mir bisher immer sicher, dass ich das Richtige tue. Aber in den Ferien klappt es ja auch (wenn auch anstrengend) ohne Medikamente.

Ich bin hin- und hergerissen durch meine spirituell und naturheilkundlich angehauchten Freundinnen.

Wie ist Eure Meinung dazu?

Beitrag von marion2 12.04.11 - 09:34 Uhr

Hallo,

wie alt ist denn das Kind?

Wie ist der Alltag außerhalb der Schule organisiert?

Mein Kind hat anfänglich in der Schule auch nicht "funktioniert" - er ist nicht hyperaktiv, eher zu wenig - inzwischen klappts ganz gut. Die Löcher in den Pulliärmeln sind weniger und die Zensuren besser geworden.

Ich glaube weder an Homöopathie noch an Sternen-/Indigokinder und den ganzen Kram. Ich glaube auch, dass die wenigsten Kinder, die mit Ritalin und Co. behandelt werden, wirklich AD(H)S haben. Ich glaube, dass unsere Kinder mit zu vielen Bildschirmen und zu wenig Bewegung groß werden. Außerdem glaube ich, dass man den Kindern zu wenig Zeit gibt, Kind zu sein. Ich glaube weiterhin, dass Sportvereine nur bedingt geeigenet sind, das Bewegungspotential von Kindern abzuschöpfen.

Gruß Marion

Beitrag von luka22 12.04.11 - 09:48 Uhr

Ich glaube nicht daran, was nicht heißt, dass es diese Art der Kinder nicht gibt. Ich glaube ja auch an Gott und den sehe ich auch nicht! Aber ich bin nicht so religiös/ fanatisch, dass ich denke: egal, was passiert, es ist Gottes Wille und ich bin machtlos und er wird schon alles richten.
So auch bei dir. Auch wenn dir jemand zu 100% bescheinigen würde, dass dein Kind ein Indigokind ist, so würdest du immer noch in dieser Welt leben, in diesem Schulsystem, in dem sich dein Kind soweit einfügen muss, dass auch andere zu ihrem REcht kommen: nämlich etwas zu lernen. So würde ich das meinen naturheilkundlichen Freundinnen auch sagen: Ohne Medikamente ist er nicht beschulbar. Was also, sollst du machen? Was würden sie dir denn raten?
Du hast in meinen Augen ganz genau 2 Möglichkeiten, vor allem, da du alles andere schon ausprobiert hast: Entweder er nimmt weiterhin die Medikamente (die bei ihm ja "lediglich" nicht vorhandene Botenstoffe im Gehirn ersetzen) und kann eine "normale" Schule besuchen oder du setzt die MEdikamante ab und er besucht eine Förderschule mit weniger Kindern. Dazwischen gibt es recht wenig. Wie empfindet denn dein Kind die Medikamenteneinnahme? Ich bin natürlich auch gegen den inflationären Konsum aller MEdikamente. Aber ich denke auch, dass es einen kleinen Teil von Kindern gibt, die tatsächlich darauf angewiesen sind.

Grüße
Luka

Beitrag von fidirallalla 13.04.11 - 11:04 Uhr

Hallo Luka22,

mein Kind nimmt die Medikamente, und wird auch immer vom Arzt gefragt, wie es sich damit fühlt. Der Arzt ist sehr lieb und auch sehr umsichtig.

Konzentration ist besser, Noten sind besser, vorher hat das Kind immer nur "getickt" und hatte keine Freunde, hat anderes wahrgenommen als andere und eckte überall an. Zuhause war es auch schlimm, ich bin bald durchgedreht. Leider.

Wir haben viel versucht, auch z.B. in den Ferien keine Medis einnehmen, aber jetzt weiß ich, dass das auch nicht viel bringt, in den Ferien die Medis auszusetzen.

Kontinuität ist wichtig, auch bei der Medi-Einnahme, damit der "Level" gleich bleibt.

Deshalb haben wir auch Wochenpläne usw. Das hilft meinem Kind wirklich enorm.

Beitrag von delfinchen 12.04.11 - 10:04 Uhr

Hallo,

den Begriff Sternenkinder habe ich bislang nur in einem anderen Zusammenhang kennenlegelernt, der Begriff Indigo-KInder sagt mir leider nichts.

Grundsätzlich halte ich viel von Homöopathie, aber nicht ausschließlich, sondern im Zusammenhang mit der klassischen Schulmedizin. grundsätzlich versuche ich schon, einfachere Beschwerden wie Schnupfen, HUsten etc. mittels Globuli in den Griff zu bekommen - wir haben auch Nosoden aus der Plazenta zuhause - aber ab einem gewissen Punkt scheint es mir dann doch notwendig zu sein, "echte" Meidizin zu geben. Krasses Beispiel: Ich würde Krebs nicht versuchen, ausschließlich mit Globuli zu bekämpfen.

AD(H)S- nun, es gibt mit Sicherheit Kinder, die wirklich daran erkrankt sind und innerhalb dieser Gruppe welche, denen man nur mit Ritalin/ Medikinet/ ... helfen kann. Aber nicht alle Kinder, die die Diagnose haben, brauchen ein Medikament ....

Allerdings wird die Diagnose in meinen Augen zu häufig gestellt, weil es eben einfacher ist, den Kindern Psychopharmaka zu geben als zu schauen, was eventuell am Tagesablauf geändert werden muss/ kann.
Dann kenne ich auch einen Arzt, der diese Diagnose vorschnell ausstellt - und ich bin sicher, dass er nicht der einzige ist - und Eltern, die auf eine solche Diagnose drängen, damit sie die Ursache für das Verhalten nicht in ihrem Erziehungsverhalten suchen müssen.

Oft wird - auch von Lehrern - zu schnell (nämlich wenn die Kinder nicht so funktionieren, wie man meint, dass sie sollten) gesagt:
Das Kind ist zu verträumt - ADS
Das Kind ist sehr aktiv - ADHS
Hauptsache, man hat eine Diagnose und kann dann was geben, als sich zu fragen: Warum ist das so? Wie kann man das ändern?
Allerdings muss man auch klar sagen, dass man als Lehrer mit bis zu 33 Schülern auch darauf angewiesen ist, dass die Kinder bis zu einem GEWISSEN Grad "funktionieren", weil man sonst gar nicht mehr zum Unterrichten käme.

Ansonsten schließe ich mich in einigen Teilen marion2 an: Hoher Medienkonsum und wenig Bewegung sowohl in der Schule als auch in der Freizeit verschärfen die ADHS-Problematik enorm.

Unser Schulsystem ist mit Sicherheit nicht für alle Kinder geeignet, das sieht man an den Wiederholern/ Schulabrechern/Schulverweigerern usw.
Hast du dir schon einmal Gedanken gemacht, dein Kind auf eine andere Schule als eine Regelschule zu schicken?
Steiner beispielsweise? Ich persönlich halte zwar nichts davon, aber wer hinter dem Konzept steht, für den könnte das eine Überlegung sein.
Montessori? Finde ich persönlich wirklich gut, ist aber auch nicht für jedes Kind (nur für welche mit hoher intrinsischer Motivation) geeignet.
Vielleicht habt ihr ja nur noch die Schulform gefunden, die zu euerem Kind passt?
Oder aber es ist ein echter ADHS-Fall, dem man nur mit Medikamenten beikommen kann.
Bei meinem Bruder wurde auch die ADHS-Diagnose gestellt, allerdings OHNE UNtersuchung (!!!) - woraufhin meine Mutter das Ritalin nicht gegeben hat, bei ihm hat sich dann herausgestellt, dass er so überdreht, wenn er zuviele Gummibärchen gegessen hat. Habt ihr schonmal daran gedacht, dass er auf bestimmte Nahrungsmittel so überdreht reagiert?

Sicher klappt es in den Ferien ohne Medikamente, meine ADHS-Schüler haben in den Ferien auch keine genommen - aber da ist die Situation ja auch völlig anders: Man ist nicht in einem (oft viel zu großen) Klassenverband und muss über Stunden (mit nur kurzen Pausen) stillsitzen. Man kann seinen eigenen Interessen nachgehen und muss nicht zu vorgegebenen Zeiten Dinge machen, auf die man gerade keine Lust hat.

Ich hoffe, ich habe jetzt nicht lauter Sachen geschrieben, die du eigentlich nicht "wissen" wolltest, weil ichmangels Wissen nicht auf die Indigo-Kinder eingehen konnte.

Liebe Grüße,
delfinchen

Beitrag von fidirallalla 13.04.11 - 11:12 Uhr

Mit den Globuli halte ich es genauso wie du. Zu den klassischen Medikamenten helfen sie prima, z.B. gegen Ängste.

In unserem Fall wurde die Diagnose nicht leichtfertig gestellt. Ich habe mehrere Fachärzte aufgesucht, um mir mehrere Meinungen einholen zu könne und auch ganz sicher zu sein.

Ein Klinikaufenthalt hat dann noch mehr Klarheit gebracht, dass es tatsächlich ADHS ist. Dort wurden auch EEG und andere neurologische Tests gemacht. Und alle Symptome von ihm passen zu 100%.

Mein Kind hat viel Bewegung, Ruhe und wenig Reize. Steht auch auf Natur, Garten, Spielplatz, Fahrrad fahren und hat schon gar keine Dinge wie z.B. XBox oder anderen Firlefanz wie Playstation oder Wii. Der Nintendo ist uralt (erstes Modell) und bei eBay ersteigert, da sieht man mal wieder, dass da auch kein Wert drauf gelegt wird. Und Nintendo spielen - wie gesagt, ist nur sehr dosiert erlaubt. Er ist mit Tieren zusammen, liebt diese auch, mit Freunden, backt Kuchen, bastelt, malt, liebt Lego und kreiert und erfindet die tollsten Dinge.

Aber in Kurse mal außerhalb von zu Hause gehen wollen oder in die Ferienbetreuung? Keine Chance! Seufz. Er fühlt sich mit wenig zu Hause am Wohlsten und ist zufrieden.

Zu dem Schulsystem gebe ich dir recht. Ich habe auch oft über Walldorf oder Montessori nachgedacht, aber Montessori ist für mein Kind nicht geeignet, da sehr wenig Eigenantrieb, da muss alles von außen strukturiert werden und fast nur angeleitet werden. Das ist genau das Gegenteil von dem, was in der Montessori gelehrt wird. Das ging schon im Kindergarten nicht gut, die Montessoripädagogik.

Beitrag von natalia73 12.04.11 - 10:20 Uhr

Zitat delfinchen:

Bei meinem Bruder wurde auch die ADHS-Diagnose gestellt, allerdings OHNE UNtersuchung (!!!) - woraufhin meine Mutter das Ritalin nicht gegeben hat, bei ihm hat sich dann herausgestellt, dass er so überdreht, wenn er zuviele Gummibärchen gegessen hat. Habt ihr schonmal daran gedacht, dass er auf bestimmte Nahrungsmittel so überdreht reagiert?

Genau das wollte ich vorschlagen. Bei einem Freund meines Sohnes haben sie das so in den Griff bekommen. Ich weiß nicht, wie schlimm es bei ihm früher war, da ich ihn erst nach der Nahrungsumstellung kennengelernt habe, aber laut seiner Mutter ist er wie ausgeweschelt. Es ist natürlich superhart, da er vieles nicht essen darf, aber so braucht er keine Medikamente! Er darf kein Zucker, Paprika (weder als Gemüse noch als Gewürz), Schweinefleisch, Milchprodukte und was weiß ich noch.

LG,
Natalia

Beitrag von fidirallalla 13.04.11 - 11:15 Uhr

Auf Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist mein Kind getestet worden.

Zucker bekommt mein Kind nie. Es gibt bei uns Wasser und ab und an mal eine Apfelschorle, am Wochenende darf er sich mal eine Limonade oder einen Eistee aussuchen, sonst gibt es bei uns auch viel kalten Früchtetee oder ähnliches.

Mein Kind ist auch kein Kind, das viel Süßes ist. Am Wochenende gucken wir manchmal Family Movies und holen uns dann mal was zu knabbern, aber unter der Woche? Fehlanzeige.

Deshalb glaube ich nicht, dass es an Gummibärchen oder ähnlichem liegt. Das haben wir auch schon alles ausgeschlossen.

Beitrag von natalia73 13.04.11 - 12:12 Uhr

Es war ja nur eine Idee!
Deine Antwort mit #contra liest sich sehr negativ.
Wie gesagt, bei dem Freund meines Sohnes lag auch an Sachen wie Paprika oder Schweinefleisch, also nicht nur Zucker!!!

Dann bleib bei den Medikamenten, wenn sie deinem Sohn helfen und stehe dazu. Es gibt nichts wichtiges als ein glückliches Kind (und wenn Medikamente dazu nötig sind, dann halt mit Medikamente)

LG und alles Gute für euch,.
Natalia

Beitrag von schokostreusel 12.04.11 - 10:54 Uhr

http://de.wikipedia.org/wiki/Indigo-Kinder

Ich musste zunächst etwas suchen, und tut mir leid: daran kann man nicht ernsthaft glauben.

Deine Freundinnen haben "das Problem" auch nicht und da kann es sich herrlich sinnfrei über ein Krankheitsbild philosophieren lassen. Ich finde gut, dass Du kritisch bist und Medikamente nicht ohne Hinterfragen verabreichst, Du willst es Dir doch gar nicht leicht machen. Aber Du und auch die Schule haben gemerkt, dass Dein Kind ansonsten nicht beschulbar ist. Es gibt keine Möglichkeit auf einer Regelschule Deinem Kinde die Unterstützung und Aufmerksamkeit zu widmen, die es ohne Medikamente braucht.
Was habt ihr für eine Alternative?

Privatunterricht? Förderschule?
Im Lebenslauf Indigo-Kind schreiben kommt später vermutlich nicht gut.

Beitrag von brotli 12.04.11 - 10:55 Uhr

hallo

die sache ist, dein kind lebt in dem "JETZT" und muss mithalten. in der schule, im alltag, im berufsleben später und da helfen keine "glauben an irgendwas" dem kind.
ich hatte absolut alles durch, bevor mein ältester ritalin bekam. und ich musste dermaßen über meinen schatten springen und dazu stehen dann, ich war nämlich dermaßen dagegen anfangs. aber wir hatten jahre die hölle durch mit dem kind.
er selber kam viel viel besser durchs leben mit ritalin, ich glaube er wäre durch und durch gescheitert ohne ritalin. in allen bereichen.
und ich wurde früher "die kräuterhexe" gemannt, denn ich hatte für alles hausmittel oder alternativen und heilpraktiker. ich kann dir nur sagen, es gibt einfach krankheiten, vorrausgesetzt man hat die krankheiten wirklich, wofür man medikamente nehmen muss , damit man überlebt oder damit ein leben, lebenswert ist.
es gibt ja viele krankheiten bei denen man medikamente einehmen muss nunmal, da helfen weder glauben , noch naturheilmittel.

und richtig ...es zählt leistung und nicht träumereien. es ist leider so. kinder die nicht so funktionieren habens schwer.

das einzige was man machen kann, ist eine schule suchen , mit der dein kind gut klarkommt, die vielleicht nicht so auf druck arbeitet , es gibt tatsache schulen die das machen und da geht es den kinder grundsätzlich auch besser.

mein sohn ist heute erwachsen und kommt ohne ritalin aus, er hatte es ca 10 jahre genommen.
l.g.

Beitrag von goethes-erbin 12.04.11 - 11:16 Uhr

Hallo,

""""Mir ist schon klar, dass mein Kind hellsichtig ist und auf einen Blick erfassen kann, was Sache ist"""""

Jau, das stimmt. Aber dein Kind ist nicht hellsichtig sondern ist das ein Begleitbild bei ADHS.
Ich finde nicht das ich oder meine Kinder hellsichtig sind. ADHS´LER haben eine rasche logische Auffassungsgabe.

""""Heute ist mein Kind fast 10. Und ich frage mich: wird das nie besser? """"

Setze dich doch mal bitte mit dem Krankheitsbild ADHS nochmal auseinander. Man KANN ADHS nicht heilen durch Medikamentengabe. Es ist NICHT heilbar.

Zitat:

"Die Aufmerksamkeitsdefizitstörung ist nach derzeitigem Stand (2005) ein multifaktoriell bedingtes Störungsbild mit einer erblichen Disposition, welche die Ausbildung der Krankheit begünstigt.[2] Auf neurobiologischer Ebene wird es unter anderem als striatofrontale Dysfunktion erklärt. Für den Verlauf und die individuelle Ausprägung spielen daneben psychosoziale Faktoren und Umweltbedingungen eine wichtige Rolle.

Wiki


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Von einer Striatofrontalen Dysfunktion (auch: Fronto-striatale Dysfunktion) spricht man in den Neurowissenschaften bzw. in der Hirnforschung, wenn Funktionsstörungen bestimmter neuronaler Regelkreise vorliegen, deren wesentliche Bestandteile das Striatum (ein Teil der Basalganglien) und das Frontalhirn sind.

Die betreffenden Regelkreise haben einen elementaren Stellenwert für die Funktion des frontalen Teils der Hirnrinde (Frontallappen) und somit für die sogenannten Exekutiven Funktionen. Sie sind wesentlich daran beteiligt, das Zusammenwirken von Motivation, Emotion, Kognition und Bewegungsverhalten neuronal zu realisieren bzw. zu steuern. Dysfunktionen (Funktionsstörungen) dieser Regelkreise führen zu einem Über- oder Unterangebot von Neurotransmittern (insbesondere von Dopamin und Noradrenalin) in bestimmten Hirnregionen und haben Störungen der genannten psychischen bzw. Verhaltensfunktionen zur Folge.

http://de.wikipedia.org/wiki/Striatofrontale_Dysfunktion
.

""""""Ich bin hin- und hergerissen durch meine spirituell und naturheilkundlich angehauchten Freundinnen""""""""

#augen ....jup ...angehaucht ... den wirklichen Sinn dieses Weges aber nicht wirklich verstanden denn sonst würden sie dir nichts VORWERFEN sondern dir wirklich beiseite stehen, aber naja ... musst du wissen WAS für dich wichtiger ist, dein Kind oder deine spirituellen Damen.

Dazu kann ich dir nur schreiben:

Wer gesehen hat, dass ein Kind zum ersten mal im Leben nicht in der Schule gehänselt wurde und ohne weinen nach Hause kommt, der sieht, wie ein Kind aufblüht und wie es plötzlich merkt:
"Ich kann ja doch was, ich bin nicht dumm,."

Du dein Kind siehst, das endlich die Chance auf Freunde hat, der kann Eltern verstehen, die begeistert von Ritalin sind.

Nicht, weil es plötzlich bequem geworden ist, sondern glücklich.

Wer es weiß, kann es nicht erklären. Wer es nicht weiß, kann es nicht verstehen.

Und:
es wird immer Inuids geben, die den Eingeborenen in Belgisch Kongo Verhaltensmaßregeln für die große Dürre geben wollen.
Im Tal der Ahnungslosen schallt das Rufen leider am lautesten!!!


Ich bin froh meinem Kind helfen zu können und es zufrieden und glücklich zu sehen.

Falls du dich mal auf austauschen möchtest: http://www.adhs-anderswelt.de/

Dir und vorallem deinem Kind alles Gute#klee

Beitrag von bambolina 12.04.11 - 12:12 Uhr

Wer gesehen hat, dass ein Kind zum ersten mal im Leben nicht in der Schule gehänselt wurde und ohne weinen nach Hause kommt, der sieht, wie ein Kind aufblüht und wie es plötzlich merkt:
"Ich kann ja doch was, ich bin nicht dumm,."

Du dein Kind siehst, das endlich die Chance auf Freunde hat, der kann Eltern verstehen, die begeistert von Ritalin sind.

Nicht, weil es plötzlich bequem geworden ist, sondern glücklich.




#pro - das kann ich voll unterschreiben

Beitrag von fidirallalla 13.04.11 - 11:22 Uhr

Danke für deine offenen Worte, ich bin genauso schonungslos offen, was nicht immer gerade gut ankommt. Aber ich mag das!

So ähnlich habe ich es meiner Freundin mittlerweile auch gesagt. Und sie ist geschockt. Ein Beispiel: sie hat heftiges Diabetes (Stufe 3) und ist der Meinung, das ohne Medikamente heilen zu können. Ich halte es für lebensgefährlich und hirnverbrannt.

Die anderen beiden Freundinnen haben es immerhin verstanden, vor allem als sie gesehen haben, was mein Kind für einen Leidensweg ohne Medikamente hinter sich hatte.

Die eine Freundin ist schon wie eine Schwester. Mein Kind ist praktisch mit ihr aufgewachsen und sie findet auch, dass es mit Medikamenten ganz anders und total süß ist und einfach toll, während es sich vorher sehr gequält hat. Auch für das Umfeld ist es wesentlich nervenschonender.

Und ich muss sagen:

Ich kann mich dir wirklich nur voll und ganz anschließen!

Auch ich bin verdammt nochmal froh, dass er jetzt glücklich ist, Freunde hat, in der Klasse mitkommt und sich wohl fühlt, er sich nicht mehr für dumm hält und vor allem nicht mehr allein ist und ausgegrenzt wird, bei jedem bisschen ausflippt und seine Freunde plötzlich hasst und dann wieder alleine dasteht, usw.

Die Medikamente von ihm haben viel Normalität reingebracht.

Und das ist es letztlich, worauf es ankommt.

Dass es hilft und einem gut tut.

Beitrag von manavgat 12.04.11 - 11:57 Uhr

Vielleicht solltest Du es Deinen Freundinnen überlassen, ihren Hang zum Hokus-Pokus auszuleben und mal hinschauen, was Dein Kind braucht!

Er hat eine Erkrankung, die den Stoffwechsel stört und braucht Medikamente. Ergo ist es unterlassene Hilfeleistung, wenn Du sie verweigerst.

Sicherlich ist es nicht falsch, wenn Du sein Leben entschleunigst, er Natur erleben kann und Du Unruhe und Stress versuchst draußen zu halten.

Pass auf, dass Du mit Deiner Kartenlegerei nicht völlig abdrehst. Notfalls mach eine Psychotherapie, wenn Dich das Leben mit und die Verantwortung für ein ADS-Kind überfordern.

Gruß

Manavgat

Beitrag von fidirallalla 13.04.11 - 11:24 Uhr

Keine Sorge, ich kenne Leute, die durch das Kartenlegen abgedreht sind, ich gehöre nicht dazu - ich bin sehr bodenständig und war einfach nur verwirrt durch dieses Sternenkindgefasel.

Beitrag von bambolina 12.04.11 - 12:07 Uhr

Hallo

ich kenne eine Mutter, mit einem ADHS Kind, die sich nicht dazu entschließen konnte, das Medikament auch zu verabreichen. Frage des Arztes: "Es ist ihre Entscheidung, aber wenn ihr z.B Antibiotika benötigt, weil es krank ist, würden sie dann auch überlegen?"
Ich finde der Satz sollte zumindest zum Nachdenken anregen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Kinder mit solch einem Problem auch oft "Anschlussschwierigkeiten" haben, kaum Freunde etc. Andere Kinder, die nicht mit diesem Kind spielen wollen, weil es so komisch ist... Schwierigkeiten (auch Leistung, mit Lehrern) in der Schule.

Ich meine, du hast ja von Homöopathie bis zu verschiedenen Therapien alles ausprobiert. Warum lässt du dich bezüglich von Ritalin so von deinen Freundinnen beeinflussen?
Deine Freundinnen haben sicher alle "normale" Kinder und werden mit solchen Problemen nicht direkt konfrontiert.
Was für dein Kind richtig ist, kannst nur du entscheiden.

Ich glaube weder an Indigo- noch an Sternenkinder, jedoch an Homöopathie.

lg bambolina

Beitrag von karna.dalilah 12.04.11 - 15:32 Uhr

ob Ritalin oder nicht ist eine schwierige Entscheidung.
Für uns wäre die Entscheidung ganz klar dagegen.
Allerdings respektiere ich die Entscheidung der Eltern die sich dafür entscheiden und deshalb unterlasse ich jegliche Auslassung über Neben - undLangzeitwirkungen.

Ich würde vielmehr mich mit dem Gesamtbild beschäftigen und nicht nur symtomatisch agieren wollen.
Klar ist, das Kind funktioniert nicht so wie es sollte. Es fügt sich nicht reibungslos in die Gesellschaft ein.
Ich würde schauen in wie weit ich mein Kind so annehmen kann und an welchen Punkten ich eine Änderung haben möchte.
Im Punkt Schule kann ja auch die Änderung der Schulform eine Entlastung geben.
Mein Sohn ist auch immer unterwegs gewesen,zapplig usw... er wurde auch schon mal von der Schule "geschickt" mit der Aussage er sei unbeschulbar...
(Das haben wir schriftlich).
Heute besucht er das Gymnasium.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich die Erzieher, Lehrer, Psychologen usw machen es sich oft sehr einfach indem sie "auffällige" Kinder in diese Schublade stecken. Denn die Arten wie ADHS usw festgestellt wurde sind sehr vielfältig.

Sag mal habt ihr mal nach Blockaden des Atlaswirbels schauen lassen?
(unser 3 Sohn war dermaßen zappelig und unkonzentriert.... nach einigen Behandlungen war er auffällig länger konzentriert und ruhiger... für die Hände gibt es einen Antistressball im Unterricht)

LG
Karna

Beitrag von ungeheuerlich 12.04.11 - 21:19 Uhr

Hm, also hast Du gar kein ADHS Kind und kannst somit gar nicht urteilen.

Du kannst ja nicht im Vorfeld sagen, daß Du es nicht geben würdest. Über eine Chemo denkst Du auch erst nach wenn Du Krebs hast und würdest diese ganz sicher nicht ablehnen.

Du magst vielleicht sagen, daß das ja auch völlig anders ist. Im Grunde ist es das aber nicht, diese Kinder sterben unbehandelt in sich selbst, viele haben Depressionen und wählen lieber den Freitod.

Also lieber niemals nie sagen bevor man nicht selbst betroffen ist.

LG

Kerstin

Beitrag von karna.dalilah 12.04.11 - 22:46 Uhr

Hier in Deutschland brauche ich über Chemo nicht nachdenken.
Denn wenn ein Kind an Krebs erkrankt wird es mit Chemo behandelt ob man das als Eltern möchte oder nicht!


Und doch mit dem Thema haben wir uns sehr wohl beschäftigt.
Zum einen weil die Verdachtsdignose bei unserem Kind stand zum anderen weil wir durch ein Kind im Freundeskreis davon "betroffen "waren/sind.

Außerdem kann ich nur aus meiner Sicht schreiben.
Allerdings respektiere ich auch die entgegengesetzte Entscheidung.
Schwer zu treffen sind beide Entscheidungen, denn bei beiden sind langfristige Folgen vorher nicht abschätzbar.
Dies bestätigt sogar die Mutter des bereits erwähnten Kindes.
Es gab nur eine temporäre Entlastung die sie allerdings alle (auch die Familie) gebraucht haben.
Auch diese Familie sieht darin nicht die Endlösung zumindest nicht für ihr Kind.

Deshalb kann ich nichts verwerfliches daran finden auch Möglichkeiten aufzuzeigen, die auch Auslöser für Symtome wie Zappligkeit, Konzentrationslosigkeit, leichte Ablenkbarkeit, Agressionsbereitschaft...
Alles was ich genannt habe kann doch neben einer medikamentösen Behandlung abgecheckt werden.

Im übrigen sterben auch hochbegabte Kinder in sich selber, weil sie Depressionen entwickeln- weil sie eben nicht in das Schulsystem passen und den Eltern die finanziellen oder zeitlichen Möglichkeiten fehlen.-oder weil es einfach nicht erkannt wird und sie den Stempel ADHS aufgedrückt bekommen.
Leider sind zuviele noch bereit ohne ausreichende Diagnostik solche Diagnosen zu stellen.

Karna

Beitrag von ungeheuerlich 13.04.11 - 07:00 Uhr

Ich wollte Dich auch nicht angreifen.

Und sicherlich rede ich nur über Kinder mit einer eindeutigen Diagnose die vernünftig gestellt wurde.
Und selbst da gibt es Unterschiede, inwieweit ein Kind davon betroffen ist.

Mein Sohn war 3 Monate lang in einer Kinderpsychiatrie, die ADHS Diagnose hatten wir schon vorher. Dort stellte sich noch heraus daß er an dem Asperger Syndrom leidet und einen IQ von 136 hat (wußten wir aber auch schon vorher).
Und an dieser Diagnose läßt sich auch nicht rütteln, es ist wie es ist.
Auch die Frage nach Medikamenten erübrigt sich bei ihm, er braucht sie, Punkt.

LG

Kerstin

Beitrag von karna.dalilah 13.04.11 - 07:38 Uhr

den IQ hat mein Sohn auch :-D
zappelig un und scheinbar unkonzentriert und vor allem verhaltensauffällig ist/war er auch
Der Kindergarten kündigte uns, weil mein Sohn sozio-emotional gestört sei:-[
In der Grundschule hatte er aber eine klasse Lehrerin die gut damit umgehen konnte.
z.B. wenn du die Aufgaben erledigt hast darfst du weiter auf dem Boden kriechen-jetzt machst du die Aufgabe.
Diese Phasen zwischen hat sie immer weiter verlängert.
Durch vielFreiarbeit konnte er auch mal zwischendrin seinem Bewegungsdrang nachgeben.
Raum und feste Regeln waren ihr Erfolgsrezept
Den Kindern hat sie anfänglich erzählt,dass mein Sohn ja noch so jung sei und später das er eben anders tickt.
Es gab schließlich auch Kinder in der Klasse die nicht gut schreiben rechnen konnten usw und so war das Ganze für die Kinder einfacher.
Er ist und war ein Kind mit wenig Schlaf, sehr viel Aufmerksamkeit einfordernd, die Hände sind immer in Bewegung,....mit dem Schlafen ist es jetzt in der Pubertät besser ;-)
allerdings was ihn interessiert das beschäftigt ihn dann exessiv.
Eigentlich immer nur ein Extrem entweder absolutes Dessinteresse oder exessives Beschäftigen mit der Sache.
Er spielt mittlerweile so schön Gitarre#verliebt
Aber frag nicht wie er uns anfänglich gequält hat. :-D

Rückblickend kann ich sagen, dass er tatsächlich soziale Defizite hatte zumindest paßte er nicht in das pädagogische und gesellschaftliche Bild eines normalen angepaßten kleinen Jungen.
Aber ich war allein mi ihm ich hatte Menschen um mich die ihn so akzeptieren konnten und so hatte ich auch Zeit und Raum für ihn und seine Bedürfnisse und unterstand nicht dem Druck meiner Umwelt.
Denn das kommt ja bei den Eltern noch dazu.

Meine Freundin sagte zu mir... Ich habe so oft heulend auf dem Fussboden gesessen,weil wieder Eltern anriefen dessen Kind mein Sohn verletzt,gehauen usw hat. Ich wußte nicht mehr was ich den Eltern sagen sollte. Wir haben so etwas ihm nicht beigebracht und es ist bei uns in der Familie nicht üblich so zu handeln....

Übrigens hat die Tagesklinikauch dem Kind gut getan, denn es hat da gelernt anders mit seinen Aggressionen umzugehen
Klappt nicht immer aber es ist wesentlich besser.


Karna

Beitrag von fidirallalla 13.04.11 - 11:27 Uhr

Hochbegabt ist mein Kind nicht, das wurde schon ausgeschlossen

Beitrag von karna.dalilah 13.04.11 - 11:43 Uhr

hat man den Atlaswirbel untersucht?
Manchmal kommt auch die Umwelt mit der Art der Kinder schlecht klar und erhöht den Druck etwas zu tun auf die Eltern.
Hier gab es ja schon einige hilfreiche Tips.
Mit und ohne Medikamente.
Meine Ärztin sagt immer zu mir.
Vertrauen sie auf ihr Bauchgefühl...meist sagt das das Richtige. Und sie habe ja nun mehrfach erlebt, dass mein Bauchgefühl mir das Richtige sagte.

Nicht jedes hochaktive oder verhaltensauffällige Kind muss hochbegabt sein :-)
Gründe für das Verhalten die Symtome gibt es viele




Beitrag von marion2 13.04.11 - 08:15 Uhr

Hallo Kerstin,

ich kann auch schon im Vorfeld sagen, dass ich meinen Kindern kein Ritalin geben würde.

Warum?

Wegen der Nebenwirkungen.

Gruß Marion

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