Datenschutzregelung in der Familie

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von frage.hab 12.04.11 - 12:11 Uhr

Gehen wir mal davon aus, das Person A in einer intakten Beziehung lebt. A kommt gestresst vom Job nach hause und erzählt dem Partner (B) vom Tag. Dabei werden auch Dinge besprochen, die eigentlich unter den Datenschutz fallen. (Nicht in Ordnung, weiß ich. Ist aber nun mal passiert.) Irgendwann geht die Beziehung der beiden in die Brüche und B beginnt damit, die Beziehung unter Drohungen aufrecht erhalten zu wollen. B droht also damit, die Verletzung des Datenschutzes im Job von A bekannt zu machen. A lässt sich damit erpressen, lebt seit dem voller Angst an der Seite von B und muss sich nun täglich erpressen und bedrohen lassen. A geht es zusehend schlechter. Ich würde A gern helfen, hab aber bisher keine nützlichen Informationen gefunden. Steht denn irgendwo im Gesetz klipp und klar eine Regelung dazu? Gibts Nieschen oder Grauzonen?

Bitte keine Grundsatzdiskussion. Dass das Weitererzählen falsch war wissen A und ich auch selbst. ;) Danke.

Beitrag von redrose123 12.04.11 - 12:14 Uhr

Sie könnte sich selbst anzeigen, weiss ja nicht um was es genau geht, aber selbst melden beim AG oder eben drauf ankommen lassen....Und für die Zukunft lernen...

Beitrag von thea21 12.04.11 - 12:26 Uhr

Wir hatten letztens irgendwie eine Schulung zu dem Thema, wo gesagt wurde, dass nahestehende Verwandte (auch der Partner) wohl ausgenommen sind.

Ich meine aber, dass hat auch mit dem Umfang und der Wichtigkeit zu tun.

Beitrag von umsche 12.04.11 - 12:28 Uhr

Vielleicht bringt eine Gegendrohung was, dass Anzeige wegen Erpressung erfolgen wird?

Blöde Situation!

Beitrag von ug2712 12.04.11 - 12:31 Uhr

Ich würde zu dieser ganzen Problematik einen Anwalt aufsuchen und mich erstmal beraten lassen. Es gibt Anwälte die sich zum Thema Arbeitsrecht und Datenschutz spezialisiert haben.
Außerdem ist Erpressung ebenfalls strafbar.

Beitrag von sarai2110 12.04.11 - 12:40 Uhr

Hallo,

also mein Mann kommt auch nach hause und erzählt mir so einiges.
Sie sind ja trotz allem Menschen und müssen auch mal vertrauliche Dinge los werden.

Es ist echt ein mieser Zug, dann jemand damit erpressen zu wollen!

Ich weiss ja nicht,was von der Person gefordert wird,aber ich würde auch zu einer Anzeige wegen Erpressung raten.

Es wäre vielleicht sinnvoll sich ein Beratungsgespräch bei einem Anwalt zu holen.Um zu wissen,welche auswirkungen es für Person A hätte.

Viel Glück,ich hoffe es geht alles gut aus#winke

Beitrag von 19face84 12.04.11 - 12:44 Uhr

mir fallen dazu spontan 2 dinge ein:
1. wer mit so was droht, macht es dann aber noch lange nicht.
2. Das soll er erst mal beweisen. Diese Gespräche hat er ja nicht auf Band oder so.

Ich würde Person B sagen: "mach doch!" mich umdrehen und gehen und von so was nicht unter Druck setzten lassen.

Beitrag von frage.hab 12.04.11 - 12:52 Uhr

Danke! Das ist genau das, was ich ihr auch schon geraten habe. Leider glaubt sie nicht an sich und lässt sich immer wieder von ihm klein halten.

Was sie ihm anvertraut hat, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass er ihr immerwieder sagt, dass er sie im Job anschwärzen wird wenn sie sich von ihm trennt. Er droht ihr mit Rufmord und damit sie zu zerstören. Er scheint recht aufbrausend und unberechenbar in seiner Wut zu sein und sie hat richtig Angst vor ihm.

Beitrag von witch71 12.04.11 - 13:44 Uhr

Es gibt zwei wichtige Unterschiede bei solchen Fällen:

Arbeitet sie beispielsweise mit Patienten (Altenheim, Krankenhaus, Therapeutin o.ä.) dann darf sie zwar allgemein über den Fall sprechen, aber keine Namen nennen. Das wurde uns bei der Ausbildung vermittelt. Wir sollten grundsätzlich lieber mit Kollegen/Kolleginnen reden, wenn es um belastende Situationen ging. Jedoch war es beispielsweise nicht verboten, zuhause zu erzählen, dass man glaubt, einer der Patienten könne demnächst versterben und das belastet einen.
Wie gesagt: Hier könnte er ihr gar nichts, da er ja keine Namen kennt. Was will er da machen? Zum Arbeitgeber rennen und sagen: "Frau Sowieso hat mir am 03.04.2010 erzählt, dass irgendein Patient eine Krebsdiagnose erhalten hat." Das fände sicher selbst der Arbeitgeber recht lächerlich.

Anders wäre es, wenn sie in einem Job arbeitet, in dem sie Firmeninterna geheim halten muss. Beispielsweise darf sie auf keinen Fall über die Akquise von anderen Firmen sprechen, wenn dabei klar ist, um welche Firma es sich handelt und es per Arbeitsvertrag festgelegt wurde, dass dies unter die Schweigepflicht fällt.

Beitrag von gchantrea 12.04.11 - 12:53 Uhr

Hallo,

im Prinzip kann A. eigentlich nur dagegen angehen, indem sie B. mit den eigenen Waffen schlägt.

Das heißt, sie sollte trotz Angst zum Arbeitgeber gehen und den einweihen. Klar ist es nicht schön, wenn man zugeben muss, einen Fehler gemacht zu haben. Es ist allerdings ehrlich und "Ehrlich währt am längsten".

Ich glaube auch nicht, dass A. ein Einzelfall ist. Eine Bekannte von mir arbeitet in einem Altenheim und erzählt ihrem Partner auch Dinge, die eigentlich unter den Datenschutz fallen. Inwieweit das in der Familie etwas anders gehandhabt wird, weiß ich nicht. Da müsst ihr euch mal erkundigen.

Trotzdem bleibt es nicht aus, dass A. den Arbeitgeber aufsuchen muss und das so schnell wie möglich. Und danach am besten eine Anzeige wegen Erpressung machen.

LG und viel Glück, Chantrea

Beitrag von seelenspiegel 12.04.11 - 13:10 Uhr

<<<....es ist allerdings ehrlich und "Ehrlich währt am längsten". >>>

Sowas freut mich zu hören....dachte schon langsam ich bin ne´ aussterbende Art oder so *brummt*

Beitrag von gchantrea 12.04.11 - 14:32 Uhr

Ja, da sagst du was Wahres...womit wir wieder beim Thema wären. Leider wird Ehrlichkeit nicht mehr wirklich geschätzt...

LG Chantrea

Beitrag von barebottom 12.04.11 - 13:12 Uhr

Auf dieser Basis kann man doch keine Partnerschaft
aufrechterhalten und führen. Das hat doch nichts mit Respekt und Liebe zu tun! #schock

Und ganz ehrlich gesagt, ich würde auch sagen:
Flucht nach vorne antreten und den AG evt. vorwarnen. ist doch klar das man sich in der Partnerschaft auch mal was vertrauliches erzählt.

Mein Ex hat damals auch versucht mich zu erpressen, weil ich ihm Geheimnisse erzählt hatte.
Er hat vertrauliches dann auch weitergegeben, aber eigentlich hat er nur damit gezeigt, was er doch für ein armseliges, kleines Würstchen ist. #klatsch

Konsequenzen hatte es keine für mich!

LG #blume