Ich bin schrecklich

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von sterretjie 12.04.11 - 12:16 Uhr

Hallo zusammen,

meine Geschichte steht in meinem VK aber kurz.... 2 Fg gehabt. 1ste letztes Jahr in der 7. SSW in Oktober und in März dieses Jahr wieder, allerdings in der 14. SSW.

Wir sind dieses Mal sehr offen damit umgegangen, weil wir ja schon unser ganze freunde erzählt habe als die 12. SSW vorbei wart.

Jetzt hat eine Freundin mir erzählt das sie am 28. März (Montag) erfahren hat das sie 4+ ? war und am Dienstag dann Blutungen bekam umd einen Abgang hat.

Irgendwie, tief in mir drin weiß ich das es auch für sie schlimm ist, weil es auch ein FG war, egal wie lange sie es wußte und egal wie weit sie war. Und ich versuche ihr auch hilfe zu geben in dem sie darüber reden kann. Aber innerlich fühle ich immer wieder dieses...... stell dich nicht so an, du hast es nur 1 tag gewußt.... ich war in der 14. SSW und habe unser baby verloren.

Ich schäme mich so sehr das ich das fühle und dachte ich kann wenigstens bei euch meine Gefühle "loswerden". Klar, nur ich kann meine Einstellung ändern und auch ich weiß wie schlimm einen frühabort ist.
Geht es nur mir so? Oder ist es auch mal eine von euch so gegangen?

Lg Shani

Beitrag von aberalleachtung 12.04.11 - 12:25 Uhr

wir sind alle nur menschen- und dazu gehören auch mal solche gefühle #liebdrueck
solange es dir bei deiner freundin nicht rausrutscht ist es doch okay...

und klar ist es schon schlimmer, je später man es verliert...

ich hatte im dezember eine frühe fehlgeburt, konnte mich nur eine knappe woche daran freuen...ausser meiner schwester, meinem freund und mir wusste das niemand....

kurz danach sagte meine schwägerin das sie ein baby erwartet- sie war nur einen knappen monat weiter, es hat gleich geklappt, wir hatten ewig geübt- in dem moment hätte ich sie würgen #schmoll können...ich mag sie sehr aber in diesem moment hab ich rot gesehen, musste ganz tief luft holen um nix blödes zu sagen...
sie weiss es bis heute nicht und das wird auch so bleiben, liebe grüsse andrea mit krümmelchen #ei

Beitrag von verzweifelte04 12.04.11 - 12:27 Uhr

Hallo Shani!

ich kann dich sehr gut verstehen - ich hatte eine FG in der 9.ssw, eine stille geburt in der 31. woche und ene FG n der 7. ssw..

nach der FG hatte ich mich einigermaßen schnell gefangen und dann kam die stille geburt unseres Raphaels... und ich war echt sauer, wenn jemand sagte "ich hatte auch eine fehlgeburt" ..hallo? ich hatte meinen sohn (41 cm groß) tot im arm und man will das mit einer FG vergleichen?

man keine fg mit einer anderen, oder eine stille geburt mit einer anderen stillen geburt vergleichen.. und alles waren kinder, egal wie groß oder wie klein...

wobei wenns in der 5. woche war, war ja noch nicht mal ein embryo vorhanden..

aber deine freundin war sicher genauso traurig, weil sie sich auch darauf gefreut hat. ..aber ich versteh deine gedanken schon.. geht mir ja auch so..

für deine gedanken kannst du nichts #liebdrueck
aber du für deine taten und worte.. und so kann ich dir nur raten, ihr gegenüber deine gedanken für dich zu behalten.

lg
Claudia

Beitrag von sterretjie 12.04.11 - 13:08 Uhr

Ich kann mir dein schmerz von einem stillen Geburt in der 31. Woche gar nicht vorstellen. Da denkst du bestimmt.. ;-) was will sie mit ihrem 14. SSW.

Glaube bei mir macht es alles noch schlimmer weil ich jetzt 41 bin, und daher wirklich nicht viel Zeit habe und diese Freundin nicht jetzt ein Baby geplannt hat.

Beitrag von verzweifelte04 12.04.11 - 14:42 Uhr

nein, denke ich ganz und gar nicht! ..wie gesagt, man kann nichts mit einander vergleichen, die einen trauern extrem bei einer frühen fehlgeburt, andere tun es als "laune der natur" ab...

ich bin zwar "erst" 31 - aber ich hab leider viele körperliche "begebeheiten" die einer gesunden schwangerschaft im weg stehen - erhöhtes risiko auf fehlgeburten, frühgeburten, vorzeitige plazentalösung usw...

ich versteh dich sehr gut, die einen wünschen sich ein baby und den werden so viele steine in den weg gelegt und andere haben problemlose schwangerschaften und kümmern sich dann nicht um ihre kinder.. die schwägerin meines mannes bekommt ihr 2. kind - sie ist 23, hat noch nie gearbeitet, kümmert sich nicht ums erste. und als man ihr nahelegte dass sie mal arbeiten gehen soll, wurde sie prompt wieder schwanger. der bruder meines mannes und seine freundin haben ihr kind übrigens wenige tage nach der stillen geburt unseres sohnes gezeugt.. sie haben uns auch nicht mal ihr beileid ausgesprochen oder sonst was.. nett oder?

tja, das leben ist nicht einfach und schon gar nicht gerecht!

#liebdrueck

Beitrag von sandrina-mandarina 12.04.11 - 12:33 Uhr

Hallo Shani,

lass dich mal #liebdrueck
Ich kenne diese Gefühle und ich hatte auch ein schlechtes Gewissen. Habe gedacht, oh, was bist du nur für ein schlechter Mensch. Kurz dachte ich , das wäre Verbitterung....
Hatte eine ELSS im März und im Geschäft hat es niemand gewusst, war brav jeden Tag arbeiten...
Dann kommt eine Kollegin heulend zu mir und erzählt, dass ihre#katze gestorben sei.
Ich habe selber eine und bin extrem tierlieb, aber in dem MOment war mein Gesicht wie versteinert und ich habe innerlich geschrien: Hallo???
Ich habe ein Baby verloren und weiss nicht , ob ich je Mutter werde?? Was interessiert mich deine Katze??

Jetzt schäme ich mich natürlich dafür, aber ich denke, solche Gefühle sind normal und solange wir es den anderen nicht spüren lassen, ist das völlig ok..

LG,
Sandra#winke

Beitrag von hope.2012 12.04.11 - 12:46 Uhr

Hallo Shani,

also ich verstehe Dich auf jeden Fall!

Ganz klar ist: Jeder der sich ein Kind wünscht, freut sich riesig über den postiven Test und ist traurig und enttäuscht, wenn es schief geht.

Aber: Mit jeden Tag und vor allem mit jedem FA Termin an dem alles ok ist wächst die Freude und somit ist auch der Schmerz größer umso später die FG passiert.
Eine ganz großer Einschnitt ist denke ich auch das schlagende Herzchen. Wenn man das gesehen hat auf dem US, weiß man da LEBT ein kleiner Mensch in mir mit eigenem Herzschlag.
Wenn man danach erst eine FG hat, ist das meiner Meinung nach schlimmer, als eine FG in der 5./6. Woche, bei der sich das Ei nicht richtig einnisten konnte oder sich von Anfang an nichts entwickelt...
Das auch diese Frauen darüber traurig sind ist klar, aber es ist eben doch etwas anderes.

Wegen diesen Gedanken brauchst Du Dich also wirklich nicht schlecht fühlen! #liebdrueck



Beitrag von dydnam 12.04.11 - 13:22 Uhr

Hallo Shani,

lass dich mal drücken. Solche "Schrecklichkeiten" gehören einfach zur Trauerbewältigung dazu. Du hast einen furchtbaren Verlust erlebt, noch dazu zu einem Zeitpunkt, an dem du vielleicht schon gar nicht mehr damit gerechnet hast. Da ist es ganz normal, dass auch negative Gedanken gegenüber anderen zu Tage treten.

Als ich gerade erst meine erste FG hatte, war meine Cousine ungeplant schwanger geworden. Die Nachricht traf mich völlig unvorbereitet (irgendwie hielt sie es scheinbar für angebracht, als erstes die Person um Rat zu fragen, die gerade erst einen gewünschten Krümel verloren hatte (also mich), wovon sie auch wusste #augen). Ich konnte damals am Telefon nicht viel sagen, und als wir aufgelegt hatten, fühlte ich mich einfach nur elend und wütend.

Dann stand bei ihr die Entscheidung Abtreibung, und - ganz ehrlich - als ich das erfuhr war ich sowas von erleichtert. Erleichtert, weil ich mich nicht mit ihrer SS auseinandersetzen musste, nicht sehen musste, wie sie ohne Probleme ne Murmel bekommt (die Früh-SS war absolut zeitgerecht) und das Baby austrägt. Als ich sie am Tag der geplanten Abtreibung abends anrief, um zu fragen wie es ihr geht, wieder der Schock. Sie hatte es nicht durchgezogen. Und wieder fühlte ich mich schlecht - sie würde ein Baby bekommen, dass sie ursprünglich gar nicht wollte, und mir bleibt dieser Wunsch vergönnt.
Gott sei Dank wurde ich gut 3 Monate später wieder schwanger, diesmal ging alles gut. Heute kann ich meine Gedanken nicht mehr so ganz nachvollziehen. Sie sind aus der Situation heraus entstanden. Die Tochter meiner Cousine ist ein total tolles Mädl, und ich hab sie echt gern.


Vor meiner letzten FG ist meine Schwägerin schwanger geworden, und ist es immer noch (wird in circa 2 Monaten entbinden). Auch diesmal hatte ich Gefühle und Gedanken, die man besser nicht aussprechen sollte. Aber je weiter die FG in die Vergangenheit rutscht, desto besser kann ich auch von ihrer SS Abstand gewinnen. Ich konzentriere mich momentan wieder nur noch auf mich, und hoffe, selbst bald wieder einen Krümel unter dem Herzen tragen zu dürfen.


Ich wünsche dir das Beste für die Zukunft, und dass du bald auch eine Kugel vor dir herschieben darfst! #liebdrueck


Liebe Grüße

Mandy mit
Silas (*06.12.08) und Tamino (*12.06.10) an der Hand und 3 #stern (Okt. 2007, April 2009, Februar 2011) im Herzen

Beitrag von birgitsp 12.04.11 - 19:09 Uhr

Hallo Shani,

ich denke, jede hier kann diesen emotionalen Zwiespalt nachvollziehen... auch ich frag mich manchmal, wenn ich wieder soooo im tiefen Loch hänge, dass es anderen ja viel schlechter geht, wenn sie weiter als in der 10. SSW waren, wie ich es war. Aber das ist völlig egal, sag ich mir dann wieder, es ist einfach ganz anders schlimm. Für mich war mein Mäuschen ab dem positiven SST mein Baby, und ich wäre mit Sicherheit auch todunglücklich gewesen, wenn es früher gegangen wäre. Dennoch ertappe auch ich mich manchmal dabei, dass ich bei den ganz Früh-Aborten denke, "mein Gott, Du hast es doch nur nen Tag / ne Woche gewusst..." aber dennoch hat jeder das Recht, traurig zu sein, und wir haben auf der anderen Seite das Recht, so zu empfinden, wie Du es beschreibst. Das ist rational nicht nachvollziebar, und ich hab auch immer Angst, dass es mal aus mir rausplatzt, und ich damit jemandem weh tue...

also, mach Dir keine Gedanken wegen solcher Gefühle, und vor allem, schäm Dich nicht deswegen!!!!!

#liebdrueck
Birgit