was kann ich tun?

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von skyline123 12.04.11 - 12:58 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich weiss nicht was ich tun soll, bin so verzweifelt. Kennt ihr das? Das Gefühl zu haben nicht mehr zu können, weil einem die Kraft genommen wird, aber man trotzdem muss, für das eigene Kind?

Ich bin Opfer häuslicher Gewalt, schon seit mehreren Jahren, ich habe mich nie getraut, mich von meinem Partner zu trennen, er hatte mir mit so vielen Dingen gedroht, hat es damit geschafft, mich zu halten. Wisst ihr, nach einer langen Zeit, macht man sich selbst sogar die Vorwürfe man könnte an den gemachten Übergriffen auch schuld haben. Aber es vergingen Jahre für Jahre und irgendwann konnte ich nicht mehr. Ich musste die Beziehung verlassen. Das traurige daran ist, dass unser gemeinsames Kind die letzten Übergriffe mitbekommen hat. Es hätte nie passieren dürfen, ich musste mich endlich trauen. Nun..... über einen Vorwand hatte ich es geschafft die Wohnung mit unserem gemeinsamen Kind zu verlassen. Ich bin endlich frei aber das Ganze nimmt kein Ende. Ich hatte die Meinung vertreten, IHN anzeigen zu müssen, damit ich mit der ganzen Geschichte abschließen kann. Und ja, es macht es alles nicht so einfach. Tage später hatte er mich wieder attackiert mit wüsten Beschimpfungen und verletzte dabei sogar meine Mutter. Das schlimme daran ist, dass ich das Aufenthaltsbestimmungsrecht immer noch nicht beschlossen habe und er mich vor Gericht schlecht darstellt, sagt ich würde mich alles ausdenken und ich wäre eine schlechte Mutter, eine die es nicht verdient hat ihr Kind groß zu ziehen. Ich war immer eine gute Mutter, habe mein Kind vor allem beschützt, ihr zugehört, auf sie aufgepasst, sie geliebt....und was macht er? Er redet mich vor Gericht schlecht, egal wie schlimm das mit uns Beiden war, ich hätte es nie gewagt ihn als schlechten Vater zu bezeichnen. Ich habe Angst mein Kind zu verlieren, jede Nacht träume ich davon. Ich liebe mein Kind.....

ich wollte fragen, ob jemand von Euch Erfahrungen in dem Bereich hat? Wie ist es für Euch ausgegangen?

Der Richter konnte keine sofortige Entscheidung treffen, Donnerstag im Briefkasten.

Danke fürs Lesen.

Beitrag von aquene 12.04.11 - 13:16 Uhr

Hallo Du,

erstmal meinen Glückwunsch, dass du es aus dieser Beziehung raus geschafft hast!!
Ich hab auch eine schwierige Beziehung mit dem Vater unseres Sohnes gehabt...allerdings gab es da keine körperliche Gewalt, sozusagen nur psychische.
Auch ich bin lange, viel zu lange, geblieben weil er es geschafft hatte mir grosse Angst zu machen. Der kleine Zwerg hatte auch schon was mitbekommen davon.

Dass du ihn angezeigt hast, war super und absolut richtig!

Ich kenne mich leider mit Gerichten und Beschlüssen usw gar nicht aus.
Aber ich möchte dir raten, dir weitere Anlaufstellen zu suchen.

Verlass dich nicht nur auf Anwalt und Jugendamt.....
Caritas, Diakonie, weisser Ring......es gibt einige Beratungsstellen wohin du dich wenden kannst. Schau einfach mal in deiner Nähe was es so gibt.
hol dir weitere Hilfe.

Zum Einen für deine Psyche, damit du mit Jemandem darüber reden kannst....
zum Anderen, weil die Leute mit sowas Erfahrung haben, und dir sicherlich auch gute Tipps geben können.

Und jetzt nochmal: Das hast du sehr gut gemacht!! Ich weiss, wie schwer der Schritt ist und welche Ängste man aussteht wenn auch noch ein Kind mit im Spiel ist. #liebdrueck

LG

Beitrag von nudelmaus27 12.04.11 - 13:25 Uhr

Hallo!

Erstmal schön das du dich aus der Beziehung befreit hast, das war das Beste was du für dich und dein Kind tun konntest.

Nun du hast ihn angezeigt und in Deutschland ist es so, dass derjenige nun erstmal beweisen muss, dass er unschuldig ist. Er kann sich nicht hinstellen und sagen, dass du spinnen würdest. Klar kann er schlecht über dich reden aber das würde wohl jeder der angezeigt wurde. Ich denke mir es gibt wohl kaum Männer die sich hinstellen würden und sagen ja sie hat Recht ich habe sie geschlagen.
Hinzu kommt er hat sogar deine Mutter attackiert und nunja es ist wieder jemand gegen den er vorgegangen ist, was bestimmt nicht positiv gewertet wird.

Ich kann dir nur raten, vertraue auf das Gericht und deinen Anwalt??!!, kein Gericht nimmt dir grundlos dein Kind weg und gibt es zu einem Mann der wegen häuslicher Gewalt angezeigt wurde.

Drück dir die Daumen, dass bald alles vorbei ist und natürlich gut ausgeht.

Beitrag von windsbraut69 12.04.11 - 14:13 Uhr

"Nun du hast ihn angezeigt und in Deutschland ist es so, dass derjenige nun erstmal beweisen muss, dass er unschuldig ist."

Nein.

Beitrag von nudelmaus27 12.04.11 - 14:23 Uhr

Doch!

Wenn man eine Anzeige bekommt, muss man erstmal beweisen, dass diese zu Unrecht erfolgte. Oder wie erklärst du sonst, dass z. B. wenn ein Fahrer auf der Autobahn genötigt wurde, zur nächsten Polizeistation fährt den anderen anzeigt, der Angezeigte erstmal das Gegenteil beweisen muss? Oder anderes Beispiel, jemand wird wegen stetigem unzumutbarem Lärm angezeigt und ja der muss beweisen, dass es nicht so ist.

Aber sicherlich weißt du wie immer alles besser ;-).

Beitrag von windsbraut69 12.04.11 - 14:51 Uhr

Wenn ich Dich jetzt anzeige, mich verprügelt zu haben, mußt dann

a) Du beweisen, dass Du es nicht getan hast oder
b) ich/Staatsanwaltschaft DIR beweisen, daß es so war?

Gruß,

W

Beitrag von windsbraut69 12.04.11 - 15:03 Uhr

Schau mal bei Wiki z. B. nach:

Unschuldsvermutung
Beweislast Strafrecht und
Beweislastumkehr....

Beitrag von klee176 12.04.11 - 19:30 Uhr

Als deutsche mit nem guten Anwalt stehen die Chancen gut, dass das Kind bei Dir bleibt. Problematisch wird es, wenn Du Ausländerin bist.