Verdacht auf Hochbegabung - wann testen lassen?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von ich_mich 12.04.11 - 13:13 Uhr

Hallo!

Mal angenommen, ihr hättet die Vermutung, dass euer Kind (5 Jahre) hochbegabt ist, Kindergarten hätte dieselbe Vermutung geäußert.
Wann würdet ihr euer Kind testen lassen?
-um es einfach zu wissen
-damit das Kind gleich besser gefördert werden kann, z.B. in der Schule an Forderstunden teilnehmen kann (Grundschule arbeitet zusammen mit Hochbegabten-Verbund)
-wenn Probleme z.B. im sozialen Bereich auftreten

Dass man testet, wenn es Probleme gibt, ist verständlich.
Wenn es aber (bisher) keinerlei Probleme gibt, das Kind sich aber deutlich von Altersgenossen abhebt (in allen Bereichen) - würdet ihr testen lassen?

VG

Beitrag von bruchetta 12.04.11 - 13:18 Uhr

Ich frag mal ganz dumm:

Muss man es denn testen lassen?

Hochbegabte Kinder ziehen mit 3 Jahren Wurzeln oder rechnen mit 3 unbekannten oder spielen auf der Geige Stücke von Bach oder Mozart oder schreiben ein Buch.

Damit meine ich, dass hochbegabte Kinder nicht nur intelligent, sondern eben hochbegabt sind und das merkt man doch....

Beitrag von igraine9 12.04.11 - 13:19 Uhr

Sorry, aber das sind alberne Vorurteile. Es gibt Kinder, denen sieht man die Hochbegabung nicht an, da sie sich entweder anpassen oder etwas anderes die Hochbegabung verdeckt.

Du verwechseltst auch glaube ich Hochbegabung mit Höchstbegabung.

Lg
Igraine

Beitrag von bruchetta 12.04.11 - 13:22 Uhr

Ach so, ich wußte nicht, dass es auch da noch Unterschiede gibt.

Wahrscheinlich ist meine Tochter dann auch hochbegabt, sie ist sehr intelligent und zeigt Schwächen im Sozialverhalten.

Beitrag von gwenny_hh 12.04.11 - 13:29 Uhr

hochbegabte kinder sind nicht gleich wunderkinder... #augen

Beitrag von jasmin24 12.04.11 - 15:39 Uhr

wie recht du hast ... und leider gibt es immer noch genug die dieses vorurteil haben ...

Beitrag von donaldine1 12.04.11 - 14:57 Uhr

Warum würdest Du es nciht wissen wollen?
Würdest Du kein Interesse an einer sinnvollen Förderung für Dein Kind haben?
Außerdem hat sinnvolle Förderung nichts mit Wurzel ziehen zu tun.

Beitrag von zahnweh 12.04.11 - 20:32 Uhr

Hochbegabung heißt nicht immer Hochleistung.

Es gibt auch viele Hochbegabte, die als "dumm" oder "sozial unterentwickelt" abgestempelt werden. Auch viele "Minderleister", die mehr könnten, wenn sie so angenommen werden würden, wie sie sind. Aber viele verstecken sich auch oder passen sich unter massivem Druck der Gesellschaft an, bis sie selbst daran zerbrechen.

Klar, bei Hochleistung (von dir genannte Beispiele) denkt vermutlich jeder sofort dran.

Aber es gibt eben auch andere Anzeichen, die oft negativ gedeutet werden :-(

Beitrag von igraine9 12.04.11 - 13:18 Uhr

Hallo,

es kommt immer darauf, was das Testergebnis für dich/euch bedeutet. Würde sich großartig etwas ändern?

Wir haben Michael im Rahmen der ADHS-Diagnostik testen lassen, da war er 5 Jahre und 3 Monate alt. Er hatte superviel Spass dabei und fragte danach sofort, wann wir das wieder machen.
Bei ihm stellte sich eine Hochbegabung in den schulischen Fertigkeiten raus, dafür hängt seine Wahrnehmung und sein Arbeitsgedächnis ziemlich hinterher. Einen Gesamtwert konnte man nicht rausbekommen, da er in den verschiedenen Bereichen zu unterschiedlich abgeschnitten hat.
Wir werden ihn vermutlich in 2 Jahren nochmal testen lassen( dann mit einem anderen Iq-Test). Für uns war das Profil das interessante, denn da konnten wir genau seine Stärken und Schwächen sehen und wisen nun, wo wir am besten ansetzen können.

Lg
Igraine und ihre Juli-Jungs

Beitrag von familyportrait 12.04.11 - 13:19 Uhr

Hallo,
wenn ich die Vermutung hätte, dann fände ich 5 ein gutes Alter. Also auf jeden Fall, bevor sie in die Schule kommen, damit dann dort keine Probleme auftauchen.
Ich bin jedoch mit dem Thema "Hochbegabt" sehr vorsichtig, da vorbelastet durch meinen Neffen.
Bitte gehe das Thema geruhsam an.

LG Kathrin

Beitrag von caroleni 12.04.11 - 13:22 Uhr

da war gerade gestern eine doku im fernseh. jetzt frag mich aber nicht mehr wo. vielleicht schaust du mal online kann sein das es bei galileo war bin mir aber nicht mehr sicher - sorry. das mädchen war 4 wo sie getestet haben.

Beitrag von anne108 12.04.11 - 13:35 Uhr

Hallo,

bei unserer Tochter hat der KiA uns darauf aufmerksam gemacht, dass
unsere Tochter hochbegabt sein könnte (mit 4 - 5 Jahren).
Wir haben uns dagegen entschieden, unsere Tochter (erstmal) testen zu lassen. Wir haben sie als Kann-Kind eingeschult, sie kommt prima klar in der Schule (sowohl vom Lernen als auch vom Sozialen).
Sie ist ein glückliches, zufriedenes Kind, das gern in die Schule geht.
Solange es keine Auffälligkeiten (sowohl positiv als auch negativ) gibt, sehen wir keinen Grund dem "Verdacht" auf den Grund zu gehen.


LG
Anne108

Beitrag von ma-lu 12.04.11 - 14:19 Uhr

Hallo,

ich würde das Kind NICHT vor dem Schuleintritt testen lassen.

Ich arbeite als Sozpäd an einer Grundschule und kann dir versichern, dass Lehrer normalerweise schon merken, wenn ein Kind sehr begabt oder hochbegabt ist und dann ist immer noch Zeit, das Kind testen zu lassen. Nicht immer machen diese Kinder irgendwelche Probleme, aber du merkst als Lehrer halt schon, ob ein Kind in kürzester Zeit lesen lernt oder ob es mathematisch viel weiter ist usw.usf..... und da ist es dann auch egal, ob es eine Verweigerungshaltung an den Tag legt oder die anderen einfach so überflügelt.

Ein aktuelles Beispiel an unserer Schule: ein Junge wurde vor dem Schuleintritt auf Hochbegabung getestet. Zum zweiten Halbjahr kam er dann von der ersten in die zweiten Klasse. Er war stolz wie Oskar. Doch plötzlich stellte sich heraus, dass er zwar sehr begabt, aber noch nicht strukturiert genug ist, um dem Unterricht in der zweiten Klasse auch wirklich zu folgen. Also kommt er nach ewigem Hin und Her jetzt wieder in die erste Klasse zurück. Doofe Situation, für alle Beteiligten.
Ein anderes Beispiel: Mädchen, 7 Jahre, sitzt in der dritten Klasse. Viel kleiner als ihre Klassenkameraden, körperlich natürlich viel weniger weit entwickelt. Sie hat keine richtigen Freunde, wird von den Klassenkameraden behandelt wie ein Baby (wird teilweise sogar rumgetragen). Sie spricht kaum, ist traurig, fühlt sich trotz Besuch der Kinderakademie mit anderen Hochbegabten sehr einsam.
Die Lehrer halten übrigens in den meisten Fällen in der Grundschule nix vom Überspringen. Gerade weil in den ersten Jahren emotionale und soziale Entwicklung so wichtig sind und es echt schwieirig ist, wenn einzelne Kinder in der Klasse viel jünger sind als der Rest.

Also mein Rat: abwarten und gucken, wie's in der Schule läuft, wenn das Kind wirklich hochbegabt ist, ist es das in einem Jahr immer noch und dann kann immer noch entschieden werden, was für das Kind richtig ist.
Vorherige Testung setzt Eltern, Kind und Lehrer am Anfang nur unter Druck und eine unnötige Erwartungshaltung.

LG
Ma-Lu

Beitrag von donaldine1 12.04.11 - 14:55 Uhr

Hallo!
Bietet Eure Schule denn ganz konkret Hochgebatenförderung an?
Einfach eine Klasse zu überspringen ist sicher nicht die richtige Lösung.
Ich denke schon , man sollte es vorher testen, eben um eine Schule zu suchen, die ganz konkret Hochbegabtenförderung anbieett und viele dieser Kinder unterrichtet. Dann dürften diese Probleme, die Du hire beschreibst eher nciht so auftreten.
Testet man eben nicht, ist das Kind dann ja fast immer auf einer "Otto-Normal-verbraucher-Schule gelandet und dann u.U. dort ganz verkehrt aufgehoben!

Beitrag von donaldine1 12.04.11 - 14:46 Uhr

Hallo,
also ich persönlich würde es unbedingt vor dem Schulbeginn testen lassen. Einfach um dann ggf. eine Schule zu suchen, die eine Förderung für hochbegabte Kinder anbietet.
Ich würde es daher also auf jeden Fall auch ohne derzeitige Problem testen lassen, alleine damit, um evtl. spätere Probleme auszuschließen.
Meine Nichte ist auch so eine Kandidatin, wo meines Erachtens da ein Testbedarf besteht. Sie ist jetzt 4. Und meine Schwester und mein Schwager wollen da wohl auf jeden Fall vor der Schule prüfen lassen.
Bei meiner Nichte gibt es auch keine Probleme momentan. Aber sie ist z.B. schon ein recht schwieriges Kind, was (meines Erachtens zumindest) schon irgendwie daraus resultiert, daß sie ziemlich schlau ist. Z.B. wirkt sie oft besserwisserisch oder rechthaberisch, weil sie vieles eben wirklich gut oder besser als Gelichaltrige weiß.
Meine Tochter (1/2 Jahr älter als meine Nichte) fragte mich z.B. mal, warum die Cousine denn immer alles besser wüßte und das würde nerven. Und das ist wohl öfter mal so, so daß meine Nichte sehr schlecht Spielkameraden findet. Unter gleich begabteb Kindern wäre das sicher einfacher für sie.
LG
donaldine1

Beitrag von engelchen28 12.04.11 - 15:22 Uhr

huhu!
leichter bestimmt-aber sie wird sich ihr leben lang mit normal intelligenten arrangieren müssen, von daher denke ich, ist es wichtig, sie in ihren sozialen schwächen zu fördern, damit sie eben klar kommt mit gleichaltrigen / normal begabten. sie wird lernen müssen, dass sie nicht immer alles besser wissen muss bzw. dies auch kund tut. okay, sie ist jetzt erst 4 - aber es wird zum problem für sie, wenn sie immer der "klugscheißer" ist - weißt du, was ich meine?! sie ausschließlich unter hochbegabten (sofern sie es denn ist) aufwachsen zu lassen erscheint mir auch nicht unproblematisch...
lg
julia

Beitrag von zahnweh 12.04.11 - 22:26 Uhr

ich denke, die Mischung macht es.

Ich kenne einige getestete (früh und später) Hochbegabte.
Die, die wenigstens einen gleich-begabten an ihrer Seite hatten, ging es emotional am Besten. Konnten untereinander soziale Strukturen etc austesten und dann auch bei anders-begabten einsetzen oder sich dort leichter einfügen. Sie hatten ja auch ihren Ausgleich.

Bei denen, die lange Zeit niemanden gleich-begabten hatten, ging es emotional oft sehr weit abwärts. Sie fühlten sich einsam, missverstanden und waren irgendwann auch nicht mehr bereit sich in eine Gruppe zu fügen, in der sie ausgegrenzt wurden - weil sie schlicht missverstanden wurden.




Ein total begeisterter Fußballfan kann sich gut in einer Oper zurechtfinden. Stillsitzen und zuhören. Dort auch gut einfügen. Aber wenn er so gar niemandem im Umfeld hat, der mit ihm seine Fußballleidenschaft teilt, ist das nicht schön.

Kann er sich wenigstens hin und wieder mit anderen Fußballfans austauschen und mit ihnen drüber reden, so findet er da seinen Ausgleich und hält in der Oper noch länger still und findet dort vielleicht sogar seinen Gefallen dran oder auch dort Freunde. Sie grölen zwar nicht mit, aber durch den inneren Ausgleich durch Gleichgesinnte, kann er auch an der Oper die schönen Dinge entdecken ;-)

Beitrag von donaldine1 13.04.11 - 09:29 Uhr

Hallo,
na, ja, es ist ja nicht so, daß in den Hochbegabtenklassen nur so kleine verschrobeen Einsteine herumlaufen. Und warum meinst Du, daß in solchen Klassen keine sozialen kompetenzen gefördert werden? Seltsam. Ich denke, manche machen sich da irgendwie ganz falsche Vorstellungen von.
Wenn jemand erwachsen ist, geht er übrigens auch mit der Begabung ganz anders um. dann zählen andere Dinge, so wie du im Leben stehst, deine Arbeit erledigst etc.
Mein Schwager (der Vater von besagter schlauen Nichte) war auch hochbegabt, seine Eltern haben das aber lange gar nicht begriffen. Er hatte nicht gerade eine einfache Kindheit. Es wurde für ihn erst besser als er in eine entsprechende Schule kam, weil eine Lehrerin die Begabung erkannte. Da war er aber schon 10 - 12 Jahre alt.
Heute merkt man von der Hochbegabung gar nichts im täglichen Umgangund Leben. Der ist ganz "normal" ;-). Er hat halt einen super Job/tolle Ausbildung/viel Wissen.
Man darf nicht den Fahler machen und denken, daß jemand, der als Kind Hochbegabt ist und entsprechend gefördert wird, automatisch ein sozial armer und verschrobener Mensch wird.
So kommt es bei Dir irgendwie etwas rüber, sorry.

Beitrag von fbl772 12.04.11 - 15:24 Uhr

Hallo,

ich wurde selbst in der ersten Klasse getestet (Ende der 70er) und als hochbegabt eingestuft. Ich habe aber selbst nichts davon gewußt und nicht von meinen Eltern erfahren, was das für ein Test war und entsprechend auch kein "Testergebnis". Das haben mir meine Eltern erst mit 18 Jahren erzählt.

Ich hatte weder Probleme in der Schule noch habe ich eine Klasse übersprungen, noch habe ich mich extrem unterfordert gefühlt. Ich habe mir meine eigenen Herausforderungen gesucht, z.B. im Sport. Ich habe einen Beruf erlernt, erst später studiert und bin immer glücklich durchs Leben gegangen.

Wenn es keinerlei Probleme gibt, würde ich es nicht testen lassen. Es setzt nur alle Beteiligten extrem unter Druck, dass ja "automatisch" was "Besseres" aus dem Kind werden muss und wehe die Noten spiegeln das nicht wieder - der Neid bzw. die Schadenfreude der Wissenden in der Familie, Freundeskreis, Klassenkameraden etc. ist euch gewiss !

VG
B

Beitrag von butler 12.04.11 - 15:33 Uhr

Solange es keine Probleme gibt garnicht.
ich bin kein Freund von diesem Test, mußte jedoch meinen großen Testen lassen als es Probleme in der Schule gab(er wurde gemobbt).
Diese Tests hängen von der tagesform/Lust des Kindes ab und selbst ein hoher IQ heißt nicht gleich alleskönner
Meinen Zwerg(3) mag ich dieses ersparen Solange es geht. Bisher gibt es keine Probleme in der Kita, da er in einer altersgemischten Gruppe ist. Und da er mit 5 3/4 eingeschult wird ....
LG

Beitrag von jasmin24 12.04.11 - 15:44 Uhr

Hi!

Bin auch grad in der Situation wie Du. Vermutung meinerseits und auch im KiGa besteht die Vermutung einer ev. Hochbegabung. Ob ich testen lassen werde weiß ich noch nicht, wobei es bei uns im KiGa so ist, dass sie jetzt auch mal von einer Psychologin beobachtet werden wird und wir Ende April dann ein Gespräch mit dieser haben. Mal sehen was dabei rauskommt.

Nur um es zu wissen würde ich nicht testen lassen, ich würde es machen weil es zu Problemen kommt - bei uns insbesondere im sozialen Bereich. Aber da werde ich mal abwarten wozu mir geraten wird. Aus reiner Neugier würde ich auf jeden Fall nicht testen lassen.

Inwieweit hebt sich Dein Kind denn von den Kindern in ihrem Alter ab?

LG Jasmin

Beitrag von manavgat 12.04.11 - 16:58 Uhr

gar nicht.

Zu welchem Zweck?

Gruß

Manavgat

Beitrag von no-limit 12.04.11 - 18:58 Uhr

sehe ich genau :-)

Hochbegabung ist kein Segen :-(

Beitrag von butler 12.04.11 - 19:30 Uhr

"Hochbegabung ist kein Segen "
Nein, in unserer Gesellschaft leider nicht.

Beitrag von cassidy 13.04.11 - 15:00 Uhr

Hi,

nicht nur das es Gesellschaftlich nicht wirklich verstanden und anerkannt wird, sondern auch, das Kinder mit Hochbegabung nicht gerade einfach sind!

Habe zu Hause auch so ein "Exemplar" und mitunter ist der Alltag echt anstrengend.

Liebe Grüße,

cassidy

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