Privatinsolvenz?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von meinMann 12.04.11 - 13:33 Uhr

Hallo ihr lieben,

das richtige Forum ist es hier viell. nicht unbedingt (teilweise aber wohl auch), aber hier kann ich anonym schreiben.
Es geht um meinen Mann. Und zwar hat dieser vor unserer gemeinsamen Zeit es mit seinen Zahlungsverpflichtungen nicht so genau genommen :-(
Er hat einiges an Schulden aufgebaut, wo ich jetzt aber erst so nach u nach hintergekommen bin.
Seit ein paar Monaten sind wir verheiratet u ich habe nun die finanziellen Sachen einigermaßen in die Hände genommen u all diese Sachen entdeckt. Bisserl was hatte er mir erzählt, aber nicht alles.

Ich bin jetzt bei 11.500,00 € angekommen!!
Er verdient zw. 1200-1300€ netto im Monat.
Seit 2 Monaten haben wir ein Baby, ich bin im moment in Elternzeit daheim.

Das sind Schulden von vor unserer Ehe, deshalb muss ich dafür nicht aufkommen, dass weiss ich.
Meine Frage ist nun, ab wann es sinnvoll ist, eine Privatinsolvenz zu machen? Zur Schuldnerberatung muss er auf jeden Fall, das ist mir klar.
Mit 3 Gläubigern habe ich schon gesprochen, da zahlt er 50€+50€+100€ im Monat. Da sind aber noch 2 Gläubiger *seufz*

Mich nervt das echt. Das sind 200€ im Monat für die 3 Gläubiger. 700€ muss er mir an Haushaltsgeld geben für Miete,Strom,Telefon+Versicherungen (das ist die Hälfte von unseren Fixkosten).
Dann hat er noch ca. 300-400€ für seine Autoversicherung,Handykosten,Benzin+Rauchen. Allein rauchen sind meiner Schätzung nach ca. 100€ im Monat. Genau weiss ich es nicht, da er es nicht ins Haushaltsbuch einträgt.

Habe schon oft mit ihm darüber gesprochen, aber er schafft es auch nicht aufzuhören mit dem rauchen.
Nun seit das Baby da ist hat er schon etwas reduziert.. vorher hat er definitiv noch mehr geraucht!
Trotzdem kann er so auf keinen grünen Zweig kommen!
Das macht mich echt fertig.

Was mach ich nun? Schuldnerberatung anrufen u Termin vereinbaren oder sind knapp 12000€ "zu wenig" für Insolvenz?

Danke fürs lesen

Beitrag von juju0980 12.04.11 - 13:42 Uhr

Was sagt er denn dazu? Ich finds ja prima, dass Du Dich so kümmerst, aber wäre nicht jetzt so nach dem Motto "Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung" mal angesagt, dass ER sich kümmert (mit Deiner Hilfe)???

Ich glaub nicht, dass das zu wenig ist, aber da würd ich mich mal wirklich beraten lassen...

Beitrag von meinMann 12.04.11 - 14:40 Uhr

Ihm ist das ganze peinlich. Ich muss ihm alles aus der Nase ziehen. Freiwillig kommt von ihm nix.
Führe ein Haushaltsbuch seit Januar, aber er trägt seine Sachen einfach nicht ein!! Das macht mich wahnsinnig. Egal wie oft ich es ihm sage.

Deswegen überleg ich schon das wir sein teueres Konto (45€ Kontogeb. in 3 Monaten) kündigen, alles über meines läuft u er ein Taschengeld von 50€ die Woche bekommt. Davon müsste er ja "nur" Zigaretten bezahlen u was er meint was er unbedingt braucht.

Seine Autoversicherung, Handyrg., Benzinkosten u die Raten bezahle ich dann ja von dem ganzen Geld.

Momentan zahlt er 700€ Haushaltsgeld, ich die gleiche Summe. Davon werden die gesamten Lebensmittel, die Miete, Strom+Versicherungen (nicht die Autoversicherungen) bezahlt.

Viell. fahren wir mit der alternative besser, denn ich glaube, er gibt einfach Geld aus für sinnlose Sachen u 50€ in der Woche für ihn ganz alleine wo er ja sonst alles hier hat sind doch genug angesichts der Schulden oder??

Beitrag von lichtenstein 12.04.11 - 15:39 Uhr

"Deswegen überleg ich schon das wir sein teueres Konto (45€ Kontogeb. in 3 Monaten) kündigen, alles über meines läuft u er ein Taschengeld von 50€ die Woche bekommt. Davon müsste er ja "nur" Zigaretten bezahlen u was er meint was er unbedingt braucht"

Warum lässt Du ihn nicht gleich entmündigen? Auch wenn er für Geld kein Händchen hat, ist es trotzdem mal vor allem sein Geld. So lange er seinen Verpflichtungen für den gemeinsamen Haushalt nachkommt, ist er über den Rest keine Rechenschaft schuldig.

Beitrag von meinMann 12.04.11 - 15:52 Uhr

Das problem ist aber, dass er zwar das Haushaltsgeld bezahlt, aber sonst seine Raten NICHT bezahlen würde, wenn ich ihn nicht ständig darauf hinweise bzw. mir von ihm das Geld geben lasse u die Sachen überweise!!

Er ist nun für eine Familie verantwortlich und kann nun mal nicht sein Geld was noch übrig ist für irgendwelchen blödsinn ausgeben. Ich kann das ja auch nicht u mache das auch nicht.
Schließlich müssen Miete, Rechnungen, Lebensmittel usw. erstmal bezahlt werden.

Beitrag von windsbraut69 12.04.11 - 15:55 Uhr

Ich denke, die Schulden gehen Dich nichts an?
Wenn er seinen Teil zum Haushalt beiträgt, kann es Dir doch egal sein, ob er die Raten zahlt oder nicht?

Beitrag von meinMann 12.04.11 - 16:14 Uhr

Ich habe nicht gesagt, dass mich seine Schulden nicht angehen oder??
Ich muss dafür nur nicht aufkommen. Rechtlich gesehen zumindest nicht, weil er die lange VOR unserer Ehe gemacht hat.
Wenn ich so viel Geld hätte oder gewinne/erben würde, würde ich seine Schulden sofort begleichen, keine Frage.

Und da ich weder will, dass der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht noch das es einen Haftbefehl oder sowas gibt, kümmere ich mich natürlich um seine finanzen.

Beitrag von thea21 12.04.11 - 13:42 Uhr

Hallo,

wie hoch sind denn die Schulden bei den einzelnen Gläubigern?

Ich frage, weil Raten á 50 Euro so garnichts bringen, wenn die Forderung allein schon so hoch ist, das es die Zinsen und einen Minihaufen der Forderung abdeckt. Da ist er Jahre dran!

Es gibt Fälle wo ALG2 Empfänger in mickrigen 10 Euro Raten zahlen und die Forderung trotz Zahlung wächst, statt schwindet.

Ich würd euch, je nach Verhandlungslage, raten die Gläubiger für 2 Monate um Stundung zu bitten, damit erstmal Licht ins Dunkel gebracht und Ordnung gemacht werden kann. Und das macht ihr dann bei der Schuldnerberatung mit Blick auf Lösungsvorschläge.

Beitrag von meinMann 12.04.11 - 14:36 Uhr

Bei der Sparkasse sind es 7200€, bei nem Inkassodienst (Gläubiger Telekom) 2300€, bei der GEZ gut 600€ und bei der ARGE 1600€ ca.

Bei der Bank zahlt er 100€ zurück, bei der GEZ u der Telekom je 50€.

Mehr geht auch einfach nicht.

Ich denke mit Stundungen werden die alle nicht einverstanden sein, da er sich teilweise jahrelang nicht gekümmert hat.
Ich habe den Umgang mit Geld auch nicht wirklich von zu Hause gelernt, weil einfach nie genug da war, deswegen führe ich jetzt ein Haushaltsbuch.
Er hat den Umgang mit Geld überhaupt nicht gelernt wie ich meine!!

Ihm ist das alles total peinlich u er redet NIE darüber. Zumindest nicht freiwillig. Ich muss ihm alles aus der Nase ziehen.

Dabei ist er der ältere..

Naja.. habe schon überlegt das wir sein Konto kündigen (er zahlt 45€ Kontogebühren in 3 Monaten!!) und alles über mein Konto laufen lassen. Dann seh ich alles ganz genau u kann ihm sein Geld einteilen.
Das hat zwar ähnlich was wie bei einem Kind, aber ich glaube, er gibt einfach zu viel Geld für sich selber aus.

Beitrag von thea21 12.04.11 - 15:09 Uhr

Das mit dem Konto würde ich einfach aufgrund vielleicht mal drohender Pfändungen nicht machen.

Beitrag von meinMann 12.04.11 - 15:14 Uhr

Mein Bankberater hat mir mal (inoffiziell) den Vorschlag gemacht. Es gibt dann für meinen Mann einfach überhaupt gaaar kein Konto mehr. Nur ich habe eines. Da steht nix von ihm dann bei..

Mein Papa z. B. hat über 10 Jahre kein eigenes Konto gehabt u alles nur in Bar gemacht bzw. von uns (seinen Kindern) überweisen lassen.

Da mein Mann nur 1300€ netto max. verdient u seiner Tochter gegenüber Unterhaltsverpflichtet ist, kann auch nicht gepfändet werden soweit ich weiss..

Beitrag von windsbraut69 12.04.11 - 15:58 Uhr

Das ist ne illegale Schnapsidee.
Ihr könnt ein gemeinsames Konto eröffnen, es geht aber nicht, dass seine Gelder über Dein Konto laufen!

Beitrag von stormkite 12.04.11 - 14:18 Uhr

Mädel, da hast du dich aber in die Nesseln gesetzt ...

Bei aller Liebe - aber WENN ich nach der Hochzeit rausbekommen hätte, das mein neugebackener Ehemann 12.000 Euro Schulden verschwiegen hat - dann wäre mein erster Gang schnurstracks zum Scheidungsanwalt, Baby hin, Baby her.

Es gibt ja viele Frauen, die sich trennen, weil der Mann fremd gegangen ist. Aber das würde ich als einen wesentlich kleineren Vertrauensmissbrauch ansehen, wie die Entdeckung von Schulden, die er vor der Eheschließung verschwiegen hat.

Übrigens: Unterhaltsverpflichtungen haben Vorrang VOR allen anderen Schuldverpflichtungen. Ob eine Privatinsolvenz einen vom Bezahlen von Kindesunterhalt befreit weiß ich nicht.



Kite

Beitrag von meinMann 12.04.11 - 14:42 Uhr

Das er Schulden hatte wusste ich vorher, aber nicht genau in welcher Höhe!

Ich bin davon ausgegangen, dass er sich mit meiner Hilfe bemüht, die Sachen zu bezahlen, aber den Umgang mit Geld hat er vom Elternhaus her nie gelernt!! Leider

Beitrag von andrea761 12.04.11 - 14:45 Uhr

Ich würde in jedem Fall eine Privatinsolvenz versuchen zu vermeiden! 12000Euro ist viel Geld ja, aber auch kein Betrag, den man niemals abbezahlen kann.
Bei einer Privatinsolvenz lebt ihr mind.7Jahre am Existenzminimum und er bekommt gar nichts mehr-er kann kein Telefon anmelden, kein Handyvertrag-NICHTS. Er trägt dann einen Stempel auf der Stirn.
Ich würde es mir echt gut überlegen.
lg

Beitrag von thea21 12.04.11 - 15:11 Uhr

Bei 1200-1300 Euro und einem Kind dem er unterhaltsverpflichtet ist, muss er GARNICHTS bezahlen in der Insolvenz. Also erstmal wohl finanziell wesentlich besser als von oben genanntem ncoh 300 Euro abzustottern :-)

Beitrag von meinMann 12.04.11 - 15:18 Uhr

Oh.. daran hab ich noch nicht gedacht. Kann aber durchaus sein.
Aber darum geht es ja nicht. Er soll ja seine Schulden bezahlen, aber das er alles aus eigener Kraft schafft, geht wohl einfach nicht.
Das würde bei 200€ Raten im Monat zuzügl. Zinsen ja über 10 Jahre dauern würde ich mal behaupten..

Beitrag von thea21 12.04.11 - 15:26 Uhr

So ist es.

Ich bin dafür, das man für Scheisse die man baut gerade steht. Keine Frage.

Allerdings ist der wichtigste Punkt die Kopfsache.

Weiß man das man Fehler gemacht hat?

Wird man es nicht wieder machen?

Lernt man mit dem auszukommen, das man hat?

Lernt man, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen ect?

So ist eine Privatinsolvenz nichts verwerfliches, WENN man das denn dann auch als "Sprungbrett" sieht.

Man hat weder Narrenfreiheit, noch irgendwelche Stempel auf der Stirn.

Beitrag von meinMann 12.04.11 - 15:50 Uhr

seh ich genauso :-) danke

ich denke das ich ihm viel helfen muss und das die sache mit dem auflösen seines kontos, die beste möglichkeit ist.
er muss lernen mit dem auszukommen was er hat. er kann nicht mehr geld ausgeben, als wir haben.

spricht ja nichts dagegen,dass er irgendwann wieder selbstverantwortlich für alles handelt, aber erst muss er es lernen glaube ich.

ich werde das mit der schuldnerberatung nochmal ansprechen und einen termin ausmachen

Beitrag von windsbraut69 12.04.11 - 15:59 Uhr

Ja, dann muß er sich einen Nebenjob suchen.

Beitrag von meinMann 12.04.11 - 16:16 Uhr

wir sind momentan dabei einen neuen hauptjob zu finden, da sein arbeitgeber zahlt wann er lustig ist u das auch nur in kleinen raten und zwar immer nur bar auf die hand.
ne abrechnung gibts dann zwei monate später oder so.

er weiss nie wann er geld bekommt. das geht gar nicht.

und dann suchen wir noch nen 400€ job für ihn, damit auch noch was fürs leben da ist u nicht nur zum schulden abbezahlen :)

Beitrag von windsbraut69 12.04.11 - 16:32 Uhr

Ja, mit all dem dürftest Du ja ausgelastet sein....sonst gäbe es ja noch die Möglichkeit, selbst auch zu arbeiten...

Beitrag von meinMann 12.04.11 - 16:42 Uhr

ich habe immer vollzeit gearbeitet. bei meinem sohn direkt nach den 8 wochen mutterschutz bereits. nun ist die kleine 9 wochen alt u ich genehmige mir tatsächlich ein jahr elternzeit. nach 15 jahren voll arbeiten darf ich das durchaus mal würd ich behaupten.

sicher ist er mein mann, aber ich habe nicht die schulden. muss dafür also nicht zahlen. und mit dem elterngeld leiste ich tatsächlich was zum haushaltsgeld. nämlich genauso viel wie er.
ich genehmige mir nur keinen "luxus" und gebe 100E im monat fürs rauchen aus

Beitrag von windsbraut69 12.04.11 - 22:39 Uhr

Klingt nett.
Du hast Dir ein Jahr Zuhause verdient und er soll sich nen Nebenjob suchen.
Aber solange er seine Schulden zahlt und nicht per Privatinsolvenz die Gläubiger auf ihren Forderungen sitzen bleiben, ist das Eure Angelegenheit.

Beitrag von andrea761 12.04.11 - 18:21 Uhr

Ob man dann finanziell besser da steht, weiss ich nicht-da kenne ich mich zu wenig mit aus-ich weiss aber, dass es da eine Grenze gibt, wieviel Geld einem zur Verfügung steht und wenn man drüber ist, muss man den Teil abgeben, um Schulden zu tilgen-ob sie da drunter liegen und dann gar nichts mehr zahlen müssen, weiss ich nicht, da ich die Grenze nicht kenne.
Ich gehe ja auch nur von mir aus und ich würde in jedem Fall alles versuchen, um eine Privatinsolvenz zu vermeiden. Es steht ja dann in der Schufa und dann hat man eben einen Stempel und hat schwierigkeiten bei einigen Angelegenheiten, wie z.B. Telefonanschluß ect.
lg

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