2 Kinder ermordet....

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von kitty1979 12.04.11 - 15:40 Uhr

Hallo zusammen!

In einem Nebenort hat heute eine Mutter 2 von ihren 3 Kindern ermordet. eine Tochter (5 Jahre) hat überlebt.

In den Nachrichten wurde gesagt, die 2 toten Töchter (5 Jahre/4Monate) wurden mit schweren Schnittverletzungen aufgefunden. Ich habe gehört, dass sie ihren Kindern die Kehlen durchgeschnitten hat. Der Großvater hat die Kinder gefunden. Er hat die beiden Großen jeden Tag in den Kindergarten gebracht - sie besuchten die gleiche Einrichtung wie meine Tochter.

Ihr Exmann hat mit meinem Mann vor ein paar Jahren Fussball gespielt.

Ich bin völlig geschockt. Das sie psychisch krank war, wusste jeder. Erst vor 4 Wochen hat sie sich selber in eine Klinik einweisen lassen, aber das es so schlimm war hat wohl niemand gedacht.

Ich zünde eine Kerze für die beiden kleinen Mädchen an #kerze#kerze und für alle hinterbliebenen auch #kerze.

Traurige Grüße

Nicole

Beitrag von puschel80 12.04.11 - 17:19 Uhr

#kerze#kerze für die armen Kinder :-(

Aber hatte sie denn das Sorgerecht wenn sie psychisch krank war #kratz ?? Kann ich leider manchmal nicht nachvollziehen wie man jemand der anscheinend so krank ist das er sich selber einweist, mit drei Kindern allein wohnen lässt....

Gruß Katja

Beitrag von tragemama0709 12.04.11 - 17:30 Uhr

Hallo

da dürften ca. 5 bis 10 % in bei ihren Müttern sein. Und die dunkelziffer ist noch viel höher.

Beitrag von kitty1979 12.04.11 - 17:36 Uhr

So weit ich weiß hatte sie das alleinige Sorgerecht, ihr Exmann (Vater der beiden Großen) hatte ein Besuchsrecht....Ihre 'Eltern wohnen nebenan!

Beitrag von king.with.deckchair 12.04.11 - 19:05 Uhr

Jemand, der psychisch krank ist, gilt nicht automatisch als nicht zu elterlichen Sorge unfähig. Nein, auch dass man sich selbst einweisen lässt, rechtfertigt keinen Sorgerechtsentzug. Im Gegenteil, bei einer Selbsteinweisung kann man sogar von Krankheitseinsicht und damit Chance auf Heilung ausgehen.

Glaub mir, den meisten psychsich Kranken, die Gewalt ausüben, denen merkt man es vorher nicht an, was in ihnen brodelt...

Beitrag von king.with.deckchair 12.04.11 - 20:13 Uhr

Nachtrag: Und die meisten, in denen die Gewalt brodelt, lassen sich auch nicht einweisen...

Beitrag von lovely-angel85 12.04.11 - 20:12 Uhr

Öhhhmm

ich habe einen kleinen Sohnemann

Ich ahbe mich auch schon 3-mail selbst einweisen lassen (das letzte mal in der 20.ssw), bin also auch psychisch krank (borderline) und kann trotzdem meinen sohn erziehen #kratz

ich ahbe mich selbst an eine psychotherapeutische erziehungsberatung gewandt und die meinen ich sei eine gute mutter

also bitte nicht alle über einen kamm scheren #nanana#nanana#nanana#nanana

Beitrag von mama-von3 13.04.11 - 06:39 Uhr

das tut doch keiner#liebdrueck man macht das automatisch beim schreiben so. natürlich kann jemand der psychisch krank ist eine gute mutter sein genauso wie jemand der nicht psychisch krank ist eine schlechte Mutter sein kann....

alles gute weiterhin#pro#liebdrueck

Beitrag von fabricehanni 12.04.11 - 18:13 Uhr

Das ist bei mir in der strasse....nur ein paar häuser von uns....



Das ist soooooo schrecklich..wie kann man nur so krank sein...

Beitrag von no-limit 12.04.11 - 20:34 Uhr

ohne worte ....

Beitrag von king.with.deckchair 12.04.11 - 19:03 Uhr

"Das sie psychisch krank war, wusste jeder. Erst vor 4 Wochen hat sie sich selber in eine Klinik einweisen lassen, aber das es so schlimm war hat wohl niemand gedacht."

Oh Schande! :-( Gerade dieser Tage hatte ich eine Fortbildung zum Thema psychisch Kranke und die Dozentin hat uns mal wieder in Erinnerung gebracht: "Es kann theoretisch JEDEN treffen, psychisch krank zu werden, jeden."

Als Tochter einer psychisch kranken Mutter gehen mir solche Meldungen sehr nahe, denn ich denke manchmal, dass ich bei allem Elend, das diese Krankheit uns gebracht hat, doch noch "Glück" gehabt habe, denn die Krankheit brach vollends aus, als ich alt genug war, meine Not anderen mitzuteilen und Schutz zu suchen.

Arme arme Mädchen, arme Frau.

LG
Ch.

Beitrag von kitty1979 12.04.11 - 19:57 Uhr

Hallo!

Also wenn ich ehrlich bin, hält sich mein Mitleid für sie in Grenzen. Meine Größte Anteilnahme gehört der hinterbliebenen Tochter und ihrem Exmann.

Sie hatte so viel Hilfe, auch wenn ich ihr damit vielleicht Unrecht tue, ein Anruf hätte genügt, und ihre Eltern wären innerhalb von 30 Sekunden da gewesen - die wohnen direkt nebenan. Die haben sich eh um sie und die Mädchen gekümmert....es ist für mich unbegreiflich.

Lg Nicole

Beitrag von king.with.deckchair 12.04.11 - 20:08 Uhr

"Sie hatte so viel Hilfe, auch wenn ich ihr damit vielleicht Unrecht tue, ein Anruf hätte genügt"

Du hattest offenbar noch nicht viel mit psychisch Kranken zu tun. Ich schon.
Da ist in einer akuten Situation nicht viel mit "Anruf hätte genügt". Auf Grund ihrer Krankheit kommen sie gar nicht auf die IDEE, dass man ihnen helfen könnte, dass sie überhaupt Hilfe brauchen. Das, was sie in dem Moment empfinden sie als völlig real, logisch und folgerichtig - und sie empfinden andere, die das nicht so sehen und die ihnen helfen wollen, durchaus auch als "Feinde".

Mit unserem gesunden Verstand können wir das wohl nur so abstrakt nachvollziehen. Du darfst aber über sie nicht urteilen, als habe sie die gleiche Fähigkeit zu "richtigem" Denken wie "Ich brauche Hilfe, also rufe ich die Eltern an." gehabt. Psychisch Kranken können das schlicht einfach nicht.

Ich hatte vor Jahren mal schwere Depressionen und auch Selbstmordgedanken. Einzig ein kleiner gesunder Funke, der mir sagte "Du darfst deinem Kind weder deinen Selbstmord antun, noch darfst du dein Kind 'mitnehmen", hielt mich in ganz schweren Zeiten vor schlimmerem ab. Dass ich diesen Funken Gesundheit noch hatte, das war unser Glück.

Vielleicht beliest du dich auch mal in Sachen "postnatale Depressionen" oder postnatale Psychosen und was Frauen "dank" dieser Krankheiten schlimmes tun können - und sich hinterher, wenn sie wieder stabil sind, auch fragen, wie das den bloß hatte geschehen können. Sie war allein mit unter anderem einem Baby und dem Alter nach wohl Zwillingen. Das ist schon psychisch gesunde Frauen schwer zu wuppen.

Ich bleibe dabei - auch: Arme Frau.
LG
Ch.

Beitrag von kitty1979 12.04.11 - 20:28 Uhr

Hallo!

Ich weiß, dass solche Menschen nicht normal denken.....

Die Zwillinge waren 5 Jahre alt, das Baby 4 Monate. Ja, sie war alleinerziehend, aber ihre Eltern haben sich täglich gekümmert, sie hatte permanente Unterstützung. Auch ihr Exmann war immer für sie bzw. für seine 2 Töchter da und hat sie abgeholt. Er hatte ihr sogar gesagt, dass er die Kleine (die ja nicht von ihm war) bei Unternehmungen mitnehmen würde, sobald sie alt genug wäre, damit sie nicht hinter ihren Schwestern stehen würde.

Irgendwie ist sie schon eine arme Seele, aber ich kann dafür einfach kein Verständnis aufbringen. Zumal sie ja anscheinend wusste, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Ich weiß, dass sie Angst hatte das Sorgerecht zu verlieren, wenn sie sich selbst einweist, aber diese Angst hatte ihr ihr Exmann genommen - das dachte er zumindest. Sie war in Behandlung, sie hatte immer Unterstützung von allen Seiten....mir fällt es einfach schwer solche Taten zu verstehen...

Lg Nicole

Beitrag von king.with.deckchair 12.04.11 - 20:40 Uhr

Nein, verstehen können wir so etwas nicht. Nur versuchen, irgendwie nachzuvollziehen, irgend eine Erklärung zu finden - weil man es sonst wohl auch noch weniger ertragen könnte. Es ist auch so schon unerträglich, aber ich kann besser mit solchen Meldungen umgehen, wenn ich weiß, es steckt eine Erkrankung dahinter, die sie dazu gebracht hat, nicht mehr klar denken zu können.

Meine Mum hatte auch alle möglichen Hilfsangebote. Sie hat sie alle in den Wind geschlagen und alle gut gemeinten Erklärungen halfen nichts, wenn sie akut krank war. Sie war und blieb dann einfach gefangen in ihrem kranken Gedankenkarussell. Da war kein Durchkommen. Für niemanden. Und mit nichts. Man mochte manchmal selbst am liebsten ver-rückt werden, weil man es kaum aushalten konnte, dass sie so war.

Ich denke, wenn man einen solchen Menschen noch nicht "live" erlebt hat, kann man sich auch gar nicht vorstellen, wie das ist, wenn sie akut krank sind.

#liebdrueck

Ch.

Beitrag von kitty1979 12.04.11 - 20:49 Uhr

Da hast Du wahrscheinlich Recht.

Mir tut dieses kleine Mädchen unglaublich leid. Ich habe so oft mit ihr am Kindergarten diskutiert, weil sie schon aus der Tür rauswollte (ist so eine wo man einen Summer drücken muss um sie zu öffnen), und ich sie nicht gelassen habe, weil ihre Großeltern noch nicht n Sichtweite waren....und jetzt hat sie so ein schweres Schicksal zu tragen. Wie soll sie begreifen was ihre eigene Mutter getan hat, wenn man es als Erwachsener schon nicht erfassen kann.....ich bin den ganzen Tag völlig Banane, ständig stehen mir die Tränen in den Augen, und ich bin ja nur bekannt mit der Mutter und ihrem Exmann.

Wir haben ihren Exmann am 16. März nach Ewigkeiten in einem Indoorspielplatz getroffen und lange geredet, hatten danach noch Email-Kontakt und jetzt das - es erschüttert mich einfach!

Meine Gedanken sind bei den Hinterbliebenen, ich wünsche ihnen alle Kraft der Welt das zu überstehen. Diese Tat hat so viel Leid über die Familie gebracht....

Beitrag von king.with.deckchair 12.04.11 - 21:02 Uhr

Ich kann mir vorstellen, wie es dir geht, denn du bist da ja sozusagen schon ziemlich nah dran am Geschehen, kennst die Betroffenen. Da erschüttert einen eine solche Tat natürlich noch mal mehr. Und ich denke, auch dein Kind wird da einiges zu verarbeiten haben. Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit!

Ich muss auch viel an die Kleine denken. Zum einen ist ihre Zwillingsschwester weg - Zwillinge haben ja oft nochmal eine sehr besondere Bindung zueinander - und dann die kleine Schwester UND die Mama (die sie vielleicht eh schon verstört hat in letzter Zeit mit ihrem Verhalten und soweit ich gelesen habe, auch verletzt hat). Meine Güte. Da wird man ganz klein und demütig mit seinem armseligen alltäglichen Ärger, über den man sich so aufbläst...

Sodele, ich mach mich heute mal früher ins Bett, dir wünsche eine einigermaßen friedvolle Nacht und hoffe, du findest einigermaßen in den Schlaf! #liebdrueck

Beitrag von olivia76 12.04.11 - 20:29 Uhr

Hallo!

SO ist es.

#liebdrueck
Olivia

Beitrag von king.with.deckchair 12.04.11 - 20:40 Uhr

#liebdrueck

Beitrag von binnurich 13.04.11 - 15:38 Uhr

genau so ist es ....

eine Folge der psychischen Erkrankung kann eben sein, dass der betroffene Mensch eben nicht mehr völlig logisch und rational handelt

ich sage auch: mein Mitleid allen, die damit in Verbindung stehen, auch der Mutter, denn sie wird ihr Leben mit dieser Schuld leben müssen

Beitrag von kitty1979 17.04.11 - 22:57 Uhr

Hallo Ch.!

Vielleicht erinnerst Du Dich noch an unseren Dialog am Dienstag....

Ich habe mir Deine Worte sehr zu Herzen genommen und muss sagen, dass ich meine Ansichten mit jedem Tag mehr geändert habe....inzwischen werde ich innerlich richtig wütend, wenn jemand schlecht über die Mutter redet. Ist es nicht komisch, wie schnell man die Ansicht ändern kann??

Sie sitzt jetzt in dieser psychatrischen Einrichtung und wer weiß, was diese Frau nun durchmacht.

Die beiden getöteten Mädchen wurden gestern beigesetzt, letzten Mittwoch hat für die Öffentlichkeit ein Trauergottesdienst in der örtlichen Kirche stattgefunden, an dem ich aber nicht teilgenommen habe. Wir haben unsere Beileidswünsche in einer Trauerkarte zum Ausdruck gebracht.

Einen Tag nach dem Unglück hatte ich hier 2 Mal die Presse stehen, RTL stand vor der Tür und auch eine Zeitung hatte 2 Reporter vorbeigeschickt, die Hannoversche allg. Zeitung hat "nur" angerufen. Ich war/bin mit der Mutter und dem Vater der Kinder bei Facebook befreundet....der Kindergarten wurde von Journalisten belagert, einige Mütter wurden als "Wachen" abgestellt, weil die Reporter in den Kindergarten rein sind. Vorhänge mussten geschlossen werden, weil durch die Fenster gefilmt wurde - es war Horror!

Und mich lässt diese Tat einfach nicht los....ständig muss ich daran denken, wie sie wohl durch das Haus gerannt ist, und erst ihre kleine Tochter, dann die eine Große getötet hat. Sie war eine zierliche Person, ich hätte nie gedacht, dass sie zu soetwas im Stande war. Es begleitet mich jede Nacht, ich komme mir schon regelrecht verrückt vor. Ich habe im TV die Pressekonferenz geschaut. Dort wurde erzählt, wie die Kinder aufgefunden wurden. Ich wache Nachts auf und sehe die Tochter im Flur liegen - obwohl ich ja nie ein Bild davon gesehen habe. Das ist doch beängstigend.

Ich kannte beide, sie habe ich vor etwa 8 Wochen zufällig vorm KiGa getroffen, ihn haben wir am 16. März im Indoorspielplatz getroffen. Davor habe ich beide bestimmt 3 Jahre nicht gesehen. Ist das nicht verrückt? Ich weiß gar nicht, warum ich Dir das alles schreibe, aber ich glaub, ich muss das einfach mal loswerden. Und ich mag deine Beiträge, die ich hier lese. Ich trau mich gar nicht, jemandem davon zu erzählen - komme mir selbst ja schon blöd vor, sitze mit Tränen in den Augen vor dem PC und schreibe diesen Text.

Ich hoffe, ich habe dich nicht allzu sehr genervt, irgendwie hat sich das alles so von selber niedergeschrieben....ich glaube es musste einfach mal raus!!

Liebe Grüße und danke für Deine Erklärungen vom letzten Mal, Du hast mich wirklich zum Nachdenken gebracht!

Nicole

Beitrag von king.with.deckchair 12.04.11 - 20:10 Uhr

Sorry wegen der vielen Fehler - das Thema wühlt mich sehr auf und da habe ich etwas "gehuddelt"...

Beitrag von romance 12.04.11 - 20:57 Uhr

Du sagst es.

ES KANN JEDEN TREFFEN!

Es ist schlimm, was passiert ist. Aber manchmal passiert sowas auf dem Effekt und nicht weil sie es schon lange genug geplant hatte.

Meine Tochter war auch 4 Monate, wir waren im Umzugstress und sie schlief schläft, aß nicht wir waren im KKH wegen ihrem Essen.

Und ich war auch am Rande des Nervenzusammenbruch. Und hatte viele Hilfe bekommen, von der Seite meiner Schwester und Freunde.

Daher kann es jeden treffen wie jeder genauso auf der STraße landen kann. Niemand ist davor gefeilt.

Urteilen geht immer sooooooo schnell.

Beitrag von teufelchendani 12.04.11 - 22:39 Uhr

#kerze#kerze für die armen unschuldigen Kinder!

#kerze#kerze für das überlebende Kind und den Vater!





Wie schrecklich die Situation für die hinterbliebenen ist, kann man sich kaum vorstellen.



Und wiedermal hat niemand rechtzeitig reagiert. Wenn bekannt war, dass sie krank ist, kann ich nicht verstehen warum die Kinder dort leben mussten. Unfassbar schade, dass Menschen so sterben müssen, obwohl es nicht sein müsste!

Beitrag von kitty1979 12.04.11 - 22:53 Uhr

Nicht jeder, der psychisch krank ist, bringt auch seine kinder um....

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