Haushalt..Überforderung..Burnout???

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von schwarzel 12.04.11 - 17:44 Uhr

Hallo zusammen,
ich weiß, es ist nicht das richtige Forum für dieses Posting,aber ich möchte anonym schreiben,weil mir das alles irgendwie sehr unangenehm ist.
Ich habe ein riesiges Problem mit meinem Haushalt. Bzw. wahrscheinlich ist nicht mein Haushalt das Problem, sondern ich bin es. Ich scheine an einer gestörten Wahrnehmung und daraus resultierend an einem Putzzwang zu leiden. Manche mögen jetzt mit den Augen rollen, aber es macht mich allmählich psychisch fertig.
Ich bin verheiratet und habe drei kleine Kinder (zwischen 3 Jahren und 6 Monaten). Mein Mann ist Vollzeit berufstätig.
Mein Problem ist, ich bin nie zufrieden. Jeder Haushalt hat wohl seine Schwachstellen. Für mich ist mein Haushalt eine einzige Schwachstelle obwohl ich den ganzen Tag, von morgens bis abends damit zubringe hier alles sauber zu halten.
Ich stehe morgens um 6 Uhr auf, mache Frühstück, wecke die anderen, mein Mann fährt um 7 Uhr los zur Arbeit, ich mache die beiden großen fertig für den Kindergarten, bringe sie hin und gehe dann mit unser kleinen wieder nach Hause und fange mit dem Haushalt an. Saugen, staubwischen, Küche aufräumen, Spülmaschine ein und aus. Betten machen, Bäder putzen,Wäsche waschen.. alles was halt so anliegt. Dann koche ich vor, hole die Kinder wieder ab, wir essen gemeinsam und wenn die Kinder Mittagschlaf machen gehts weiter. aufräumen,aufräumen und noch mehr aufräumen. Das schlimme ist, ich mache die gleichen Dinge 2-3mal täglich. heißt, ich sauge durchaus auch mal 2 mal täglich. Das ist schon fast zwanghaft. Ich habe immer das Gefühl nie genug zu tun.
Als ich noch berufstätig war, war das anders. Ich bin gelernte Zahnarzthelferin und habe die großen Sachen im Haushalt immer Mittwochsnachmittags gemacht. War alles kein Problem. Dann kam eine Zeit, in der hat mich meine Schwiegermutter sehr oft kritisiert. Hat mich an jedem kleinen Krümel den sie gefunden hat aufgezogen. Der grund war, dass ich von anfang an meinen Kram lieber alleine machen wollte. Sie hat sich schon immer gerne in unseren Haushalt eingemischt, und als unser zweites Kind dann da war bot sie sich als (bezahlte) Haushaltshilfe an, was ich aber ablehnte,weil ich zum einen es selbst machen wollte, und auch das Geld nicht aufbringen und wollte. Naja, es folgten Zeiten in den sie mich dann wirklich permanent wegen allem aufgezogen hat. Da ein Krümel, hier noch das Geschirr nicht in den Geschirrspüler eingeräumt usw. Da fing es bei mir an. Ich arbeite mich kaputt hier. Ich kann überhaupt nichts mehr genießen. Meine Gedanken drehen sich den ganzen Tag um den Haushalt. Darum was die Leute wohl denken könnten wenn sie hier rein kommen, ob es sauber genug ist. Es ist so schlimm geworden, dass ich abends sogar mit schlechtem Gefühl auf dem Sofa sitze.Es kreisen mir Gedanken durch den Kopf was ich alles noch erledigen sollte anstatt hier rum zu sitzen. Ich hab schon ewig keinen Film mehr entspannt auf dem Sofa gesehen,weil ich immer wieder aufstehe um etwas zu machen. Es ist soweit gekommen,dass ich gar keinen spontanen Besuch mehr empfangen mag, weil es vielleicht nicht sauber genug sein könnte. Ich bin immer so ein geselliger Mensch gewesen, der gerne Besuch bekommen hat. Heute am liebsten mit einem Tag Ankündigung vorher, damit ich 3h Stunden intensiv Putzen kann. Das ist schon wirklich traurig! Es scheint meine gestörte Wahrnehmung zu sein, denn mein Mann sagt auch es wäre doch sauber und ich soll mal ein bißchen runter kommen. Und bisher hat auch niemand anders was gesagt,aber ich finde keinen Frieden.
Ich habe schon überlegt mir einen Haushaltsplan anzulegen, mit den Aufgaben die ich täglich,wöchentlich und monatlich erledigen soll.
Aber auch das schaff ich nicht. Denn wenn es nach mir ginge wäre ich vermutlich erst zufrieden wenn ich alles täglich gemacht hätte. Von Saugen bis Sofa shampoonieren und Gardinen waschen. Aber auch das ist unmöglich. Mein Tag hat auch nur 24h! Ich möchte endlich wieder anfangen zu leben. Nicht bei jedem Ausflug mit der Familie das schlechte Gewissen zu haben dass ich die Zeit eigentlich in den Haushalt hätte investieren müssen.
Ich hab ein echtes Problem. Gibts da eine Chance, oder wird das ohne Therapie nichts mehr?
Lg

Beitrag von wartemama 12.04.11 - 17:50 Uhr

Ich denke, da wird nur eine Therapie helfen können. #blume

LG wartemama

Beitrag von mioua 12.04.11 - 18:28 Uhr

Hallo, du schreibst mir aus der Seele... ich finde das Gefühl dass man noch was machen muss, aber jetzt gerade dafür keine Zeit hat am schlimmsten. Immer dieser Druck im Hinterkopf, auch dass man überlegen muss wenn man unteregs ist, was muss ich gleich noch machen.

Schlimm ich könnte weinen manchmal...
gerne auch über PN

LG
Michelle
Die ihr Kind jetzt ins Bett bringt aber das Zimmer vorher aufgeräumt werden muss sonst kann ich die Tür nicht zu machen.. Schlimm

Beitrag von derhimmelmusswarten 12.04.11 - 18:53 Uhr

Ich weiß nicht. Dann gehöre ich auch in Therapie :-p Bei mir ist es auch sehr sauber und ich rege mich wirklich jeden Tag auf, wenn ich irgendwo eine schmutzige Stelle sehe. Mich macht´s auch ganz nervös, wenn ich Staub oder Schmutz sehe oder meine Tochter mal wieder irgendwo Dreck hinterlassen hat. Ich werde nervös, wenn ich nicht einmal die Woche komplett feucht wischen kann. Naja. Jeder hat so seine Schwächen und Ticks würde ich sagen. Wenn du aber das Gefühl hast, dass es wirklich Überhand nimmt, dann such dir doch Rat.

Aber die Tätigkeiten, die du aufführst, macht ja jeder. Saugen, wischen, Spülmaschine etc. Daran sehe ich keinerlei Putztick. Ich finde es eher unnormal, wenn man das nicht macht. Manchmal wünsche ich mir auch, ich könnte mal was liegen lassen. Aber mir fällt das auch total schwer.

Beitrag von asimbonanga 12.04.11 - 20:13 Uhr

<<<Das schlimme ist, ich mache die gleichen Dinge 2-3mal täglich. heißt, ich sauge durchaus auch mal 2 mal täglich. Das ist schon fast zwanghaft. Ich habe immer das Gefühl nie genug zu tun. <<<

Das ist sicher nicht mehr normal.Die Gedanken der TE kreisen ständig um den Haushalt.

Beitrag von bienchen.2002. 12.04.11 - 20:23 Uhr

Meine ehemalige Nachbarin von oben drüber hat manchmal 6 mal am Tag gesaugt.#schock

Beitrag von clautsches 12.04.11 - 20:05 Uhr

Wenn einen eine Sache permanent so sehr beschäftigt, dass der Rest des Lebens darunter leidet, gehört das meiner Meinung nach auf jeden Fall therapiert!

Alles Gute!
LG Claudi

Beitrag von schwarzesetwas 12.04.11 - 20:14 Uhr

Mein Rat an Dich: Suche Dir ein Hobby, was Dich mehr interessiert, als den Haushalt.

Und JA. Auch ich schäme mich für Spritzer an den Türrahmen, auch ich könnte sie jeden Tag putzen und jeden Tag wischen und und und.
Aber ich TUE es nicht.

Selbst wenn Besuch kommt, verfalle ich in Hektik usw.
Aber was nicht ist, ist nicht. Fertig. Dafür falle ich lieber in die Gastgeberrolle und genieße das, wenn sich mein Besuch wohlfühlt.
(Und wer achtet denn so genau auf Details? Keiner.
Hab meinen Flur gestrichen. Sehr auffällig. Keinem ist es aufgefallen...)

Zumal drei Kinder in dem Alter einem wirklich die Bude zerrocken... Das kann sich bestimmt keiner vorstellen.
Deswegen kann ich Deinen Putzzwang nachvollziehen.
Es ist enorm. Aber es wird weniger... :-)

Werd lockerer, es kommen bald andere Zeiten.

Eine Therapie birgt auch ein vieles mit sich, vieles kann man auch mit sich selbst klären, Mädels!

Beitrag von asimbonanga 12.04.11 - 20:15 Uhr

Hallo,
ich würde mir therapeutische Hilfe holen.Offensichtlich hat die Kritik deiner SM dein Selbstwertgefühl nachhaltig gestört.Irgendwann werden auch deine Kinder darunter leiden.

L.G.

Beitrag von peppina79 12.04.11 - 20:32 Uhr

Also. wenn du so penibel bist wie ich denke, reicht es auf jeden fall aus, wenn du mal einen tag in der woche NIX im haushalt machst. außer kochen vielleicht. aber ich meine, einfach mal was liegen lassen. so schwer es fällt. ich hatte auch son putzdrang. das war schon nicht mehr feierlich. dann kam meine zweite tochter und die war ein absolutes schreikind. drei monate saß ich nur noch zu hause. und geschafft hab ich in der zeit überhaupt nix. das war für mich die absolute katastrophe. aber jetzt hab ich den drang etwas besser im griff und ärgere mich nicht mehr über jeden krümel. das zimmer meiner tochter hab ich jeden tag aufgeräumt und gesogen. jetzt hilft sie selber mit.

Beitrag von schwanog 12.04.11 - 21:09 Uhr

Mal abgesehen davon, dass ich das Verhalten deiner Schwiemu unter aller Kanone finde und sich da auch ruhig dein Mann mal hätte einschalten können#kratz,solltest du dir mal überlegen, wie viel Zeit du täglich mit deinem Haushalt und im Gegensatz dazu mit deinen Kindern verbringst. Was ist dir wichtiger, die Kinder sollten es sein... Ich kann mir auch vorstellen, dass du oft durch den ewigen Putzstress allgemein gestresst bist und das tut auch deinen Kindern nicht gut.
Denke an deine Kinder und überlege, wie sie dich als Mutter erleben - und denke dann über eine Therapie nach.
Ich wünsche dir alles Gute
nobody's perfect,
schwanog

Beitrag von kenne ich bisschen 12.04.11 - 21:52 Uhr

Hallo,

als ich in Elternzeit war war es bei mir ähnlich. Ich glaube es lag daran, dass ich zu viel "Freizeit" hatte und nicht ausgelastet war. Nur mit den Kindern spielen ist ja nicht gerade geistig/körperlich förderlich. Und so hab ich mich in die Hausarbeit gestürzt, die aber auch nicht die Anerkennung bzw. die Zufriedenheit brachte.

Seitdem ich wieder arbeite bin ich ausgelastet und froh wenn ich nicht putzen etc. muss und die Zeit mit meinen Kindern genießen kann.

Wenn Du die Möglichkeit hast dein kleines Kind betreuen zu lassen, such dir einen kleinen Job, evtl. nur ein paar Stunden täglich. Da siehst Du dann, dass Du was leistest und der Haushalt rückt nach hinten.

Beitrag von thyme 13.04.11 - 08:34 Uhr

Klingt für mich nach einer Zwangsstörung. Wenn du so fühlst wie dur schreibst, dann läuft da definitiv etwas aus dem Ruder. Du bist nicht mehr frei und Herrin deiner Tage, dein Putzwahn treibt dich in eine Endlosspirale, aus der du möglicherweise wirklich nicht mehr alleine aussteigen kannst. Hast du mal gegoogelt? Bestimmt findest du als ersten Schritt Selbsthilfe-Gruppen.

Noch ein Gedanke: Kann es sein, dass dich deine Schwiegermutter aus simpler Geldgier und Eigennutz so niedermacht? Abgesehen davon, dass es sie nichts angeht, wie dein Haushalt aussieht: Ich finde es schon ein wenig eigenartig, wenn sich die eigene Schwiemu als bezahlte Putzhilfe anbietet. Hast du mal ihre Motive hinterfragt?

Lg thyme

Beitrag von litalia 13.04.11 - 10:28 Uhr

ich mag es auch immer sauber und richtig zufrieden bin ich wenn alles glänzt.

ich habe auch immer viel geputzt.... täglich gesaugt und gewischt (die ganze wohnung - alles laminat, fliesen) täglich staub gewischt usw usw.
letztendlich wurde es mir zuviel, ich war innerlich gestresst weil ich immer gedanken hatte "dies und das muss ich noch machen" .... das und das schaff ich nicht" ..."ich hab keine zeit mehr für das und das"

letztendlich hab ich mich gezwungen mich zu entspannen und habe mir einen innerlichen plan gemacht (man kanns natürlich auch aufschreiben)

ich putze jetzt wesentlich weniger aber um ehrlich zu sein ist es noch genau so sauber und ich bin zufriedener :-)

ich mache jeden tag die alltäglichen dinge, d.h. betten machen, geschirrspüler aus-einräumen, toilette, waschbecken putzen und was eben so rumliegt weg räumen :-)

saugen tue ich alle 2 tage, wischen und staub wischen tue ich einmal in der woche! gardinen haben wir keine mehr, lediglich rollos an den fenstern.
fenster putzen tue ich nach bedarf. also wenn ich mal lust und zeit habe :-)

freitags mach ich immer alles , also saugen wischen, staub wischen. dafür mach ich am wochenende kaum was. außer das oberflächliche wegräumen, geschirspüler anstellen und sowas.

ich lebe nicht mehr um zu putzen sondern ich putze um zu leben :-)

es muss nicht immer perfekt sein, wenn mal paar krümel unterm tisch liegen na und? stört keinen. beim nächsten saugen sind sie weg.

ich habe viel mehr zeit und vorallem! ich bin innerlich nicht mehr so gestresst! zuhause ist es ordentlich, das reicht! es muss nicht blitzen und blinken. wenn mal ein fleck auf dem boden ist.... juckt mich nicht :-)


anfang letzten jahres ist mein geliebter hund schwer erkrankt und musste gepflegt werden. da ist mir bewusst geworden wie wertvoll das leben ist und das man es genießen muss und vorallem das es wesentlich wichtigere dinge gibt als haushalt. mir war es wichtiger mit meinem hund auf seiner "lieblingsbank" zu sitzen und den wind um die nase geweht zu bekommen als drinnen zu putzen, das war so nebensächlich!

Beitrag von palinka-74 14.04.11 - 11:50 Uhr

Jeden Tag Toilette, Waschbecken etc. #augen ... das mach ich 1 x die Woche ... und selbst mir wird manchmal ein "Putzzwang" unterstellt :-p !

Gut, dafür sauge ich fast jeden Tag - manchmal auch mehrfach - wir haben allerdings auch eine kleine Tochter, einen Hund und zwei Katzen.

Beitrag von picco_brujita 13.04.11 - 18:30 Uhr

entschuldige bitte - ich habe nicht alles durchgelesen.

mir hat der erste part gereicht - du musst eine therapie machen, das was du anstellst ist krankhaft und wirst du nicht alleine in den griff bekommen.

lg
brujita

Beitrag von chucky683 15.04.11 - 18:10 Uhr

hallo
das was du an überschüssiger energie hast, habe ich zu wenig. die kinder, der haushalt und alles was dazu gehört stressen mich. in meinem schlafzimmer stapelt sich die wäsche. heute habe ich es gerade mal geschafft zu saugen, den großen in die kita bringen und den geschirrspüler ein und auszuräumen. diese blockade habe ich seit mitte 2007 und habe das gefühl das es immer schlimmer wird. ich muss sagen das ich sehr viele probleme mit meinem großen sohn habe was erziehung angeht. er nimmt mich nicht ernst. ich kann mir den mund fusselig reden. es ist als hätte ich eine blockade im kopf und habe keine muse etwas zu machen. gib mir doch was von deinem putzfimmel ab :-)

lg