Frage zum Gebaren eines Personaldienstleisters

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Beitrag von bruchetta 12.04.11 - 17:46 Uhr

Ich habe mal eine Frage zu folgendem Ablauf:

Herr X ist ab dem 28.02.2011 bei einem Personaldienstleister angestellt.

Er arbeitet am 28.03.2011 und gibt seinen Stundenzettel ordnungsgemäß ab, da der Monat ja damit beendet ist.

Er arbeitet am 01.03.2011.

Am 04.03.2011 bekommt der von der Zeitarbeitsfirma morgens einen Anruf, dass er die nächsten 2 Tage nicht kommen braucht, weil der einzige, der in in dem Bereich einarbeiten kann, krank ist.
Am 2. Tag ruft Herr X den Personaldienstleister an, um zu fragen, ob er am 03. Tag denn nun kommen soll.
Ihm wurde gesagt, der Mitarbeiter sei bis zum 09.03.2011 weiterhin krank geschrieben.

Am 07.03.2011 kündigt Herr X schriftlich seinen Arbeitsvertrag zum 09.03.2011. Die Kündigungsfrist innerhalb der Probezeit beträgt 2 Tage und ist damit fristgerecht.

Am 20.03. bekommt Herr X seinen Lohn für den 28.02.2011.

Und heute bekommt Herr X eine Abmahnung des Personaldienstleisters wie folgt:

Abmahnung

Sehr geehrter Herr X,

laut Ihres Arbeitsvertrages §9 Abs. 2 sind Sie dazu verpflichtet, die Stundennachweise über die von Ihnen geleisteten Arbeitsstunden einer jeweiligen Kalenderwoche unverzüglich, jedoch spätestens am Montag der Folgewoche abzugeben. Leider fehlt uns von Ihnen noch der Stundennachweis für folgenden Zeitraum:

01.03. - 04.03.2011

Dies ist ein Verstoß gegen Ihre arbeitsrechtlichen Pflichten.

Hochachtungsvoll


Kann mir da irgend jemand etwas zu sagen?
Ist eine Abmahnung nach Beendigung des Arbeitsverhältnis rechtens?
Ist die Abmahnung vollständig?
Bekommt Herr X sein Geld vom 01.03. -09.03.2011 jetzt nicht (die Wartezeit vom 02.03. - 09.03.2011 müssen sie bezahlen, da hat Herr X sich schon erkundigt).

Lieben Dank für Eure Antworten!

Beitrag von hippogreif 12.04.11 - 19:39 Uhr

Der Reihe nach.

Am 07.03.2011 kündigt Herr X schriftlich seinen Arbeitsvertrag zum 09.03.2011. Die Kündigungsfrist innerhalb der Probezeit beträgt 2 Tage und ist damit fristgerecht.
-> die Kü ist nur fristgerecht, wenn er die Kündigung persönlich übergeben hat, denn die Frist beginnt erst zu laufen, wenn die andere Seite sie bekommen hat, sprich: Postzustellung am 8.3. - Wirkung zum 10.3.

zur "Abmahnung": nein, dies ist lediglich als "Ermahnung" zu werten, da die Anforderungen an eine arbeitsrechtlich wirksame Abmahnung mit diesem Text, den Du hier geschrieben hast, nicht erfüllt sind. Insbesondere fehlt der Hinweis, dass bei einem nochmaligen, gleichgelagerten Verstoß der Mitarbeiter mit Konsequenzen bis hin zur Kü rechnen muß.

Zu den Stundennachweisen:
Du bist verpflichtet, diese beim AG unterschrieben einzureichen für die Zeit, die Du gearbeitet hast, also vom 1.3. - 4.3.
Hast Du dies denn getan? Ohne die ist keine Lohnabrechnung möglich.
Die übrige Zeit geht zu Lasten des AG, jedenfalls so lange, wie Du nicht eingesetzt werden konntest. Ab wann hättest Du denn wieder arbeiten können? Denn selbstverständlich mußt Du trotz Kündigungsphase arbeiten, wenn sie einen Einsatz für Dich gehabt hätten. War dies der Fall?

Beitrag von bruchetta 12.04.11 - 20:42 Uhr

Ich habe eben noch einmal nachgefragt (handelt sich um einen Kumpel von mir):

1. Die Kündigung war fristgerecht, der AG hatte sie am 07.03.2011 auf dem Tisch.

2. Ich bin der Meinung, dass eine ABMAHNUNG, und die ist Gegenstand des Schriftstückes, nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht möglich ist.
Von daher kann sie ja auch keine Kündigungsklausel enthalten, weil der Vertrag ja bereits seitens des AN vor über einem Monat gekündigt wurde!!!

3. Herr X hat NUR AM 01.03.2011 gearbeitet, ab dann wurde er vom AG freigestellt. Der Stundenzettel liegt bei der Firma, in die er verliehen wurde, und zwar ununterschrieben, weil nicht damit zu rechnen war, dass Herr X am nächsten Tag dort nicht mehr tätig sein wird.

4. Ab dem 10.03. hätte Herr X wieder arbeiten können, der Vertrag war aber schon zum 09.03. gekündigt.

Was soll Herr X denn nun tun?





Beitrag von hippogreif 12.04.11 - 21:08 Uhr

zu 2.: da habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. Ich meinte: selbst WENN das AV noch bestanden hätte, wäre diese "Abmahnung" unwirksam gewesen. Selbstverständlich kann man nicht mehr abmahnen, wenn das AV schon beendet wurde.
zu 3.: Du schriebst, er hat am 4.3. den Anruf erhalten, er bräuchte am 5.3. nicht arbeiten kommen. Was war dann bis zum 5.3.?

Beitrag von whitefairy 12.04.11 - 22:13 Uhr

#3. Herr X hat NUR AM 01.03.2011 gearbeitet, ab dann wurde er vom AG freigestellt. Der Stundenzettel liegt bei der Firma, in die er verliehen wurde, und zwar ununterschrieben, weil nicht damit zu rechnen war, dass Herr X am nächsten Tag dort nicht mehr tätig sein wird.#

Demnach hat Herr X seinen Stundenzettel nicht bei seinem AG abgegeben und ist somit seiner arbeitsvertraglichen Pflicht zur Abgabe spätestens am Montag der Folgewoche nicht nachgekommen. Somit ist die Ermahnung gerechtfertigt.
Herr X ist doch laut AV dazu verpflichtet und nur weil sein Einsatz vorzeitig beendet wurde, ist er von seinen Pflichten nicht entbunden und hätte seinen Stundenschein ja am nächsten Tag unterschrieben abholen können.
Aber ansich zieht diese Ermahnung nichts nach sich, die gearbeiteten Stunden sind zu bezahlen genauso die Tage wo er keinen Einsatz hatte.

Was Herr X nun tun sollte, schnellstmöglich den Stundenschein nachreichen, da ohne diesen keine Lohnabrechnung möglich ist.