Kinder oder Karriere nach 10 Jahren akademischer Ausbildung?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von unsicher8981 12.04.11 - 22:24 Uhr

Hallo ihr Lieben,

mich würde interessieren, wie ihr euch entschieden habt und wie zufrieden ihr mit eurem Weg seid?
Ich habe 10 Jahre Ausbildung hinter mir in der ich gar nicht (Studium) oder schlecht (momentan) bezahlt wurde. Dafür habe ich jetzt einen Beruf der zukunftsfähig ist und mein Fachwissen wäre durchaus sehr gesucht. Ich könnte jetzt also vernünftig Geld verdienen. Das erst mal in meinem Leben.
Aber... ich habe auch einen kleinen Sohn, der schon viel mitmachen musste durch meine Ausbildung und für den ich mir mehr Kontinuität im Alltag und mehr Zeit wünschen würde. Außerdem hatte ich mir immer vorgestellt zwei Kinder mit drei Jahren Abstand zu haben.
Ich habe so viel in die Ausbildung investiert, und jetzt an dem Punkt wo es sich endlich auszahlen würde, weiß ich nicht was ich will. Ich will nicht, dass die 10 Jahre Arbeit umsonst waren, ich will aber auch keine 50 oder 60 Stunden Woche, da ich meinen Sohn aufwachsen sehen will. Ein Mittelweg (in Teilzeit) ist leider sehr schwer zu verwirklichen. Damit würde ich arbeitstechnisch recht schnell in einer Sackgasse enden. Trotzdem hätte ich den am liebsten (und werde darum kämpfen).
Die zweite Frage: wann das Geschwisterchen? Ich mache noch bis ende Juli meinen jetzigen Job. Dann könnte ich ins richtige Arbeitsleben einsteigen. Andererseits wünsche ich mir so sehr einen zweiten Zwerg. Ich will aber auch nicht schon schwanger bei einem neuen Arbeitgeber anfangen (auch nicht wenn es nur der Mittelweg wäre). Damit macht man sich sicher nicht gerade beliebt.
Wie habt ihr euch entschieden? Wie ist euer Weg weitergegangen? Seid ihr zufrieden mit eurer Entscheidung?
Ich bin mir so unsicher. Ich habe so ein tolles Kind (wie jede andere Mutter auch :-)), aber möchte meine eigene berufliche Zukunft auch nicht vernachlässigen. Kinder sind schließlich irgendwann groß und bei Aldi an der Kasse möchte ich auch nicht enden (gegen den Job ist nichts einzuwenden aber dafür hätte ich den Aufwand nicht betreiben müssen).

Lg Moni

Beitrag von shoppinggirl 12.04.11 - 23:11 Uhr

Hallo Moni,

das ist in der Tat eine interessante Frage. Mir geht es ähnlich. Ich habe auch studiert und mittlerweile einen tollen Job. Während ich noch glaubte, dass ich im Studium viel gerlernt habe, kann ich nun sagen, dass ich mich insbesondere im Job enorm persönlich weiterentwickelt habe. Ich möchte auch noch weitere Ziele erreichen, neue Projekte angehen, eventuell temporär in ausländischen Dependancen. Mein Mann unterstützt mich dabei. Wir sind das klassische "Dual carreer couple". Kinder sind bei uns noch kein aktuelles Thema, wobei es biologisch gesehen, demnächst ein Thema sein sollte. Aber so wirklich können wir uns beide nicht dazu entschliessen. So viel müsste sich an unserem bisherigen Leben ändern. Der Wunsch ist allerdings da. Wir stellen diesen (noch) zurück. Ich hoffe, dass es dann, wenn wir wollen, überhaupt funktioniert. Das weiss man ja auch nicht im Vorfeld.

Ich kann deinen Eintrag gut nachvollziehen, denn wirklich einfach ist es nicht Kinder und Karriere zu verbinden. Ich konnte es in meinem direkten Umfeld beobachten: Keine der werdenden Mütter sind wieder in meine Niederlassung gekommen. Wir sind nur kinderlose Frauen oder Männer mit oder ohne Kinder. (Hier ist sie wieder die klassische Rollenverteilung.)

Im Grunde kannst nur du dein Umfeld am besten beurteilen. Wie sehr unterstützt dich dein Partner bei dem Vorhaben bezüglich Karriere und/oder zweitem Kind? Du wünschst dir mehr Zeit für dein Kind. Da du ja in der komfortablen Situation bist, dass dein Fachwissen gefragt ist: Welche Arbeitgeber können dir einen Arbeitsplatz bieten, der attraktiv hinsichtlich der Arbeitszeiten oder Kindergarten ist? Was sagt dein Bauchgefühl?

Alles Gute,

shoppinggirl

Beitrag von tabea33 13.04.11 - 19:29 Uhr

Du bist aber nicht wirklich 41 ... ?

Beitrag von leni.pfeiffer 13.04.11 - 05:07 Uhr

Liebe Moni,
mein Weg heißt Kinder und Karriere.
Ich habe studiert und zum Ende meiner Promotion meinen Sohn bekommen. Ich bin 7 Monate zu Hause geblieben und habe in der Zeit meine Arbeit eingereicht. Dann hat mein Mann Elternzeit genommen bis unser Sohn zur Tamu ging (mit 14 Monaten).

Im Moment leben wir in der USA wegen meinem Beruf, im Sommer geht es zurück nach D wegen meinem Mann. Ich habe nicht das Gefühl, dass Kinder der Karriere entgegen stehen. Problematischer für uns ist es, die beruflichen Interessen von uns Beiden unter einen Hut zu bringen.
Was uns bisher immer sehr entgegen kam (und ohne dies, wäre es vielleicht auch nicht möglich gewesen): bisher waren unsere Chefs sehr flexibel was Arbeitszeiten angeht. Momentan arbeiten wir beide Vollzeit, unser Sohn wird von 9:30 Uhr bis 16 Uhr in der Kita betreut. Wir arbeiten beide abends wenn der Kleine im Bett ist, entweder von zu Hause aus oder ich fahre nochmal ins Labor. Genauso am WE in den Mittagspausen. Es ist zwar anstrengend und wir merken auch, dass die Paarzeit zu wenig ist, aber da es zeitlich limitiert ist, geht es. Unser zukünftiges Leben in D werden wir dann wohl neu organisieren müssen.

Zum Thema Kinder: auch wir wollten gern 2,5 bis 3 Jahre Abstand, aber leider kann man nicht alles planen. Wir werden einfach sehen, wann udn wie es klappt und dann wird der Plan angepasst. Auf jeden Fall werden wir - wenn es soweit ist - die Elternzeit wieder teilen, zum Einen hat mein Mann die Zeit sehr genossen, zum Anderen möchte ich auch nicht zu lange aus dem Arbeitsleben raus sein. Bisher bin ich sehr zufrieden mit den Entscheidungen, die wir getroffen haben und was sich daraus entwickelt hat.

Ich fand es einfach mit meinem ersten Chef eine gemeinsame Lösung zu finden, da er mich kannte und wusste, was er an mir hatte. Beim zweiten hatte ich einfach Glück, der hat selber ein Kind fast im gleichen Alter plus berufstätiger Frau.
Wie meine Vorposterin schon sagt, kommt es auch auf die Unterstützung deines Mannes an. Ihr müsst an einem Strang ziehen.

Alles Gute, Leni

Beitrag von wombatmuc 13.04.11 - 06:48 Uhr

ich denke das man beides zusammen machen kann

ich hab in der usa studiert

und meine tochter 3 tage nach meinen letzten masters prüfungen bekommen ( war an sogenannten eliteunis also auch kein zuckerschlecken das bekomme ich sonst oft zu hören :-()

bin dann nach dtl zurück gekommen und hat nur den mutterschutz
und glücklicher weise einen krippenplatz bekommen

und hab mich dann gleich selbständig gemacht und es läuft super
ABER es ist auch sehr anstregend

wie sie kleiner war war sie oft im büro dabei

aber mittlerweile ist es 6j alt und gerade abendtermine oder meetings die länger dauern kann es schon mal zum abholstress bzw sms kommen wer sie denn nun mal schnell holen kann

und ich werde auch das erste schuljahr mit der arbeit ein wenig runterfahren dann kann sie sich an die neue situation gewöhnen

und beruflich geht es auch super


ich denke halt auch das man viel nicht rumfragen kann sondern einfach auf seinen eigene " bauch " hören muß

Beitrag von unsicher8981 13.04.11 - 08:18 Uhr

Hallo Leni,

danke für deine Antwort.
ich habe meinen Sohn auch während der Promotion bekommen. Bis zum Punkt USA hört sich unser Lebenslauf sehr ähnlich an :-)
Ich habe gerade meine Promotion eingereicht.
Du scheinst auch im biomedizinischen Bereich unterwegs zu sein? Wie sieht denn die Lage in den USA aus? Hier bekommt man ja zumindest im Forschungsbereich meistens nur befristete Verträge. Mein Karrierechancen liegen eher in der Industrie (bin Veterinärin).

Lg Moni

Beitrag von wombatmuc 13.04.11 - 09:54 Uhr

naja nicht ganz

bin freie wirtschaft

hab psychologie und wirtschaft studiert

und bin dann nach dem grundstudium in die verhaltensforschung bzw analyse gegangen

und mache nun viel mit vertragsverhandlungen bzw mang.

und solange miene noch nicht in der schule ist kann ich meine zeit gut frei einteilen und reisen

aber ab sep ist es dann doch anders

Beitrag von kanojak2011 13.04.11 - 07:17 Uhr

Guten Morgen Moni,

ich kann diese Überlegungen verstehen. Ich habe jetzt grade ,,leider´´ unerwartet ein zweites Kind bekommen. Es ist ein Sonnenschein und ich liebe dieses Kind über alles aber er kam wikrlich ungewollt. Meine Tochter kam in den Kiga und war aus dem grobsten raus, ich wollte noch meine Gesundheit in Ordnung bringen, dann aber wieder einsteigen. Ich sehe es jetzt. Mit zwei Kids kann man sowas vergessen, wenn man sie nicht überwiegend von Fremden betreuuen lassen will. Ich sehe auch die Belastung..

Ich bin mir sicher, die Kids brauchen heutzutage keine Mama, die rund und die Uhr den Po abwisht d.h. dabei zu arbeiten auf jeden Fall aber alles sollte Grenzen haben aber bei zwei Kids noch eine Karriere ?!?

Ich kenne hier ein Mädel, die Ärztin ist. Sie macht es mit Sicherheit toll, das Kind wird aber von Fremden erzogen, wenn man es will, warum nicht.

Eins ja, aber nicht zwei...wobei unsere ehemallige Familienministerin ???? Bei der würde mich interessieren, wie sie es gemacht hat.

LG

Beitrag von leonie133 13.04.11 - 14:35 Uhr

O Himmel hilf,

da bist du ja wieder!!!
Was ist denn mit deinem letzten Nick

Hoffnung2011

wieder schiefgelaufen?

Naja ist ja nicht verboten. Hatte mich schon gefragt... naja

Geht es Samuel gut? #winke

Beitrag von jasahe 13.04.11 - 07:19 Uhr

Ja, diese Frage beschäftigt mich sehr und bisher habe ich keine Lösung dafür gefunden. Vor zwölf Jahren kam mein großer Sohn auf die Welt und ich ging wegen Karriere nach 2 Monaten wieder arbeiten. Nach 6 Jahren war ich frustriert, traurig weil es mit einem zweiten Kind nicht klappen wollte und ich mein erstes nicht aufwachsen sehen konnte. Daher stieg ich einfach aus. Nach weiteren zwei Jahren hatten wir es doch geschafft, ein zweites Kind zu bekommen. Ich arbeitete selbständig, der Mittelpunkt war die Familie. Jetzt ist der Kleine 3,5 Jahre alt. Ich habe noch ein post graduate Studium eingeschoben und nun ist alles noch schwieriger. Teilzeitjob unmöglich, lasse ich das MBA im Lebenslauf weg, werde ich vielleicht einen Rezeptionsjob finden - aber das will ich nicht. Einen full time Karrierejob will ich nicht mehr machen. Und nun? Ich drehe mich im Kreis und bin ein wenig ratlos, da ich auch nicht die geborene Selbständige bin (netzwerke nicht gern).
Mein Erfahrung ist, dass die flexible Arbeitszeitgestaltung funktioniert, wenn man schon gekannt und geschätzt wird; so habe ich es auch gemacht. Bereits mit einer solchen Lösung einzusteigen, ist sehr schwierig. Weiters können nur sehr schwer beide Karriere machen, erst wie ich ausgestiegen bin, konnte mein Mann voll aufdrehen. Denn sonst mußten wir uns ja mit unserem Kind abwechseln. Und ganz ehrlich, ich kenne keinen Job, in dem man von 9 bis 17 Uhr Karriere machen kann (außer mit einer außerordentlichen Vereinbarung).
Mein Rat für dich: Immer nur einen Schritt nach dem anderen setzen; man kann nicht immer alles planen. Ich würde den guten Job annehmen, verabschiede dich vom 3 Jahresabstand für die Kinder - priorisiere - zwei Kinder eventuell möglich - mit Karriere, aber eben nicht mit 3 Jahren Abstand. Bewähre dich im Job, dann kannst du vielleicht eine flexible Lösung vereinbaren und in zwei, drei Jahren ein weiteres Kind. Oder es kommt alles ganz anders - und das kannst du auch nicht planen.

Alles Gute

J.

Beitrag von stormkite 13.04.11 - 08:05 Uhr

Eine Freundin von mit ist mit 3-jährigem Kleinkind nach Indien gegangen, für den Job - die hat richtig Karriere gemacht. Jetzt lebt sie in Argentinien ... ihre Tochter ist mittlerweile 8.

Sie ist super erfolgreich, aber auch ziemlich erschöpft inzwischen - Partner hatte sie seit Jahren keinen mehr. Und die Kleine tut mir manchmal ziemlich leid.

--------

Ich selber hab zwei Kinder, inzwischen zum Glück Teenager. Bin freiberuflich selbständig, kann mir die Zeit ziemlich frei einteilen, und es läuft zufriedenstellend. Ein annehmbarer Kompromiss zwischen "Hausfrau" und "Karriere", für mich jedenfalls.

Was ich auf KEINEN Fall machen würde: Hausfrau spielen, oder einen Job unterhalb meiner Qualifikation anzunehmen, damit ich irgendwo ne Halbtagstelle machen kann.

Kinder sind tatsächlich schnell groß, intensive Betreuung brauchen sie für ein paar Jahre. Der Job bei Aldi an der Kasse ist aber dann leider oft "lebenslänglich".

Ich würde mich an deiner Stelle mit einem Kind begnügen, eine vernünftige Betreuung organisieren (auch wenn das kostet) und an meiner Karriere basteln.

Was ist übrigens mit dem VATER der Kinder? Was hat der sich überlegt, wie er zur Betreuung des Kindes beitragen kann? Und wie regelt der das, mit "Zeit für sein Kind haben"?

Kite


Beitrag von unsicher8981 13.04.11 - 08:29 Uhr

Hallo ihr Lieben,

danke für die zahlreichen Antworten. Es hört sich tatsächlich so an wie ich vermutet hatte. Ein Kind und Karriere ist mit viel Einsatz möglich, zwei Kinder und Karriere schon sehr unwahrscheinlich.
Meinen Mann hatte ich bisher außen vor gelassen, denn er würde beide Wege unterstützen. Er ist selbst dabei Karriere zu machen, allerdings nicht "die ganz große", dafür ist er überhaupt nicht der Typ. Er möchte sehr sehr gerne ein zweites Kind, aber wenn ich mich erstmal für Karriere entscheiden würde, würde er dahinter stehen. Er hat während der letzten Monate arbeitstechnisch etwas heruntergefahren, damit ich meine Diss fertig machen konnte. Ich merke aber, dass ich sehr stark an meine Grenzen gekommen bin. Ich bin auch ein Familienmensch und es hat mir sehr weh getan meinen Sohn an manchen Tagen nur noch schlafend zu sehen. Das kann ich mir auf Dauer nicht vorstellen. Mein Sohn hat das natürlich auch gemerkt (er ist ein sensibles Kerlchen). Wie ich mich im Endeffekt entscheiden werde, weiß ich nach wie vor nicht. Ich werde mich erstmal querbeet bewerben. Vielleicht ergibt sich der Weg dann von alleine :-)

Lg Moni

Beitrag von amory 13.04.11 - 09:25 Uhr

Hallo,

wenn dein Mann sowieso nicht der karrieretyp ist und damit klar käme, wenn du die hauptverdienerin/karreiemacheirn in der beziehung bist, könnte er doch zurückstecken für die familie?

ohne seine unterstützung wirst du es nicht schaffen.

ich habe selbst mein kind direkt nach dem studium bekommen und trotzdem den berufseinstieg geschafft (ne richtige karriere bisher nicht, aber das brauche ich auch nicht. habe sehr gut bezahlte jobs, die sich prima mit kind und privatleben verienbaren lassen, das ist das, was ich will).

ich hätte auch gerne ein zweites, mittlerweile dneke ich aber manchmal, dass es so wie es ist gut ist.
ich habe zeit für die kleine, zeit für mich, anspruchsvolle und gut bezahlte jobs, eine katastrophenbeziehung....irgendwie reicht das;)
mit zwei kidnern müsste ich selbst und der job sehr zurückstecken. ich bin nciht sicher, ob das gut wäre.

grüße, amory

Beitrag von lisasimpson 13.04.11 - 10:18 Uhr

und warum machst du nicht karriere und dein mann übernimmt dem hauptteil der Kindererziehung?

ich denke auch, daß es wirklich schwierig ist, einen verantwortungsvollen job zu haben und gleichzeitig für die kidner verantwortlich zu sein.

für mich war von anfang an klar, daß ich mich für familie entscheide. Ich habe keine probleme mit "teilzeit- mutti- job" und damit mich durch diese "pause" ins karriere-aus befördert zu haben.

bei meinem Mann ist das ein bißchen anders- der hätte auch gerne beides, was sich aber als schwierig erweist.
durch einiges glück konnte er das am anfang noch sehr gut unter einen hut bringen, aber im Momemt geht das nur bedingt.
er verbringt die zeit, die er zu hause ist sehr intensiv mit den kindern -aber er muß einfach sehr viel flexibler sein in seinem job.
die tagtsache, daß er abends nen termin für den nächsten morgen ausmacht, der 500km entfernt ist kollidiert da eben auch mal mit der kinderbetreuung.
wichtige termine in Projekten einzuhalten haut einfach nicht so gut hin, wenn gerade die windpocken umgehen oder die schnupfensaison ihren höhepunkt hat...

ICH persönlich glaube man kann nicht beides voll und ganz schaffen.
zeit für familie und kinder- immer da sein wenn nötig und gleichzeitig die große karriere machen.

lisasimpson


Beitrag von anarchie 13.04.11 - 10:01 Uhr

schwierig...


ich kann da nicht wirklich mitreden, weil ich mein duales studium(immerhin ganz ordentlich bezahlt und mit Übernahmegarantie mit festegehalt) abgebrochen habe, weil ich Familie wollte(und nicht die Wahl hatte, noch 10 jahre zu warten).

Für mich war es - am ende vieler Überlegungen - eine leichte Frage:

Womit kann ich mit 50 besser leben?
Keine Kinder oder keine Karriere?

Für mich war das ganz klar.
Aber ich hatte ja auch noch keine 10 Jahre investiert...

Wir sind gleichalt.
ich habe 4 Kinder(8,7,3,1), das war mein Traum.
Ich wollte für sie da sein, sie aufwachsen sehen.
Und das habe ich bekommen.

ja, ich denke oft: oh man, was mach ich nur, wenn sie groß sind?
ich bin dann immernoch recht jung - zu jung zum Blumengiessen und fürs Altentreffen:-p

ich mache in 3 jahren nochmal ein studium, aber es ist klar, dass ich da keine fette karriere mehr mache, will ich auch garnicht, ich will die zeit leiber mit meiner familie verbringen.

Für mich war/ist es gut so.


Die Frage ist doch:
wo siehst du dich in 15 Jahren?

Was ist dir wichtiger, wenn du wählen musst?

Vielleicht macht es Sinn, erstmal Voiraussetzungen zu schaffen:
Teilzeit, deinen lütten, der ja echt noch klein ist, mal ein Bisschen Ruhe, mehr mama(?) wenn du TZ arbeitest...als wenn du jetzt nen neuen Job hast, dann ein neues baby, das ist ja auch für ihn sehr viel!

dann sind es eben nicht 3 jahre , sondern 5...auch kein Drama!
hat auch Vorteile.:-)
mein Ältester war 5, als nr. 3 kam und das war sehr gut mit den beiden...

dann kannst du jetzt erstmal einen TZ-Job organisieren, da zeigen, was du kannst, dass man dich möglichst behalten will...dann ein baby kriegen, babypause, dann wieder tz einsteigen..

ich vermute dass wäre mein weg so in etwa...

lg

melanie

Beitrag von starshine 13.04.11 - 10:19 Uhr

So pauschal kann man das nicht sagen! Ich habe 2 Kinder, bin alleinerziehend und mache Karriere! Zudem muss ich geschäftlich auch noch öfters in Ausland reisen und das lässt sich alles organisieren.

Ich habe bei beiden Kindern kurze Zeit pausiert und bin dann wieder voll eingestiegen. Mit Oma und einer sehr liebevollen Nanny, die auch noch den Haushalt erledigt sind wir alle 3 heute sehr glücklich! Da meine Nanny auch den Haushalt mit macht, kann ich die Zeit, die ich dann zuhause bin voll und ganz meinen Kindern widmen. Auch im Job ist es eine Frage der Organisiation: ich gehe wirklich pünktlich um 17 Uhr aus dem Büro und setze mich eben abends wieder an den PC und arbeite noch, wenn die kids im Bett sind. An den Wochenenden und eben in der Zeit 18-21 Uhr bin ich aber voll für die kids da. Bei uns dürfen die Freundinnen übernachten oder zum grillen kommen. Meine kids sind nie bei all den Müttern eingeladen, die den ganzen Tag zuhause sind.... Ich mache das gerne und bin so ganz nahe dran an den Dingen, die meine kids bewegen. Sie sprechen mit mir über Probleme in der Schule oder mit anderen. Zudem können sie mich immer anrufen auch wenn ich bei der Arbeit bin. Ich gebe zu, dass sie deshalb ein iPhone haben, denn dann können wir über "Facetime" sehr günstig und "von Angesicht zu Angesicht" sprechen.

Ich sehe hier oft Dikussionen, ob Kinder schon alt genug sind für ein Handy oder ähnliches. Für mich bedeuten solche Geräte Freiheit bei meiner Arbeit und auch bei der Kinderbetreuung. Und wenn ich geschäftlich wiedermal in China sitze, dann können wir uns über skype oder facetime näher sein!

Das A und O ist dabei sicherlich unsere liebevolle Nanny. Die ist zwar erst 25 aber meistert das alles wunderbar. Ich habe ihr aber auch gesagt, dass die kids immer Prio 1 sind und sie lieber mal die Bügelwäsche liegen lassen soll, denn das kann ich auch machen wenn die kids schlafen. Kam bis heute allerdings noch nie vor ;-)

Ich hatte früher auch immer Angst davor zu wenig für die kids dasein zu können, aber ich hatte keine andere Wahl. Ich musste uns nun mal ernähren und der Vater hat sich leider nicht daran beteiligt.

Klar muss sein, dass das alles nur mit grösster Disziplin meinerseits durchzuziehen ist. Ich mache abends meine Listen für den nächsten Tag und an jedem Wochenende gehe ich die kommende Woche durch und trage alles in meinen Terminkalender ein. So vergesse ich keinen Schultermin, keinen Sporttermin, Arzt etc.pp. Weiss wann die Kinder die Bücher zur Bibliothek zurückbringen müssen, an welchen Tagen der Musikunterricht ausfällt oder eine Reitprüfung ansteht. Ich kriege es meistens hin selbst dabei zu sein!

Also mit der richtigen Organisation ist das absolut zu machen. Meine Kinder sind der Meinung, dass ich in der Freizeit mehr mit ihnen unternehme als andere Mütter/Eltern und dass bei uns jederzeit andere Kinder willkommen sind ohne grosse Absprachen.

Go for it! Du hast soviel in Deine Ausbildung reingesteckt! Kinder hast Du 20 Jahre lang (so ungefähr) und das Leben wird in diesen 20 Jahren nicht immer perfekt sein um Kinder zu haben. Deswegen setzen wir sie aber nicht an der Tanke aus! Also ran an den Speck und überlege wie Du das organisieren kannst!

Viel Glück und Erfolg!

Beitrag von simisa 13.04.11 - 10:36 Uhr

Hallo,

ich habe auch studiert und mittlerweile drei Kinder. Mein Beruf ist mir wichtig, wollte ihn nie aufgeben.
Die Kinder werden fast ausschliesslich fremdbetreut, sehe sie nur wenig,aber mir macht das nichts, hatte nie den Anspruch,mich selber drum kümmern zu wollen. Famielienleben im klassischen Sinne war mir nie wichtig.
Daher ist mir dieser Weg nicht schwergefallen.
Es ist aber ein hoher finanzieller Aufwand, die Kinder betreuen zu lassen, geht auch nur weil mein Mann auch gut verdient und ich auch die Großeltern einspanne.
Man kann halt nicht alles haben: ich sehe meine Kinder nur nebenbei aufwachsen, bin also nur am Rande dabei.
Wenn man klassische Vorstellungen von Muttersein und Familie hat wirds schwierig mit der beruflichen Selbstverwirklichung, da bleibt dann nur die klassische Hausfrau-teilzeit-Mann macht karriere-Version.
Man muss sich entscheiden, kommt halt auf die Persönlichkeit, den Chatakter an, wie es letztlich laufen soll.

Beitrag von mauskewitzki 17.04.11 - 19:20 Uhr

Hallo,

darf ich dich mal fragen, warum du drei Kinder bekommen hast, wenn du dich nicht selbst drum kümmern willst? Ich kann verstehen dass man arbeiten will, dass man das aber so deutlich ausdrückt, seine Kinder von "Fremden erziehen zu lassen, habe ich noch nie gehört.

Soll kein Angriff sein, interessiert mich wirklich, warum man mit dieser Einstellug eine so große Familie gründet.

LG

Beitrag von nele27 13.04.11 - 11:13 Uhr

Hi Moni,

hier mein Beispiel (kommen gut zurecht):

Ich bin den ich nenn es mal gehobenen Mittelweg gegangen... Vollzeitjob ja, 60 Stunden Dauereinsatz nein.

Habe 13 Jahre Schule hinter mir, 5 Jahre Studium und 2 Jahre Volontariat. Also gepflegte 20 Jahre Ausbildung #schwitz

Meinen großen Sohn bekam ich mitten im ersten 2-Jahres-Vertrag. Der Job war noch recht anstrengend mit Wochenendarbeit, vielen Stunden und abends raus.
Ich stieg nach dem Mutterschutz wieder ein, nein Mann nahm knmapp 1,5 Jahre Elternzeit. Währenddessen bekam ich einen recht lukrativen Job, der zwar auch Vollzeit ist, aber viel Flexibilität und Familienfreundlichkeit bietet. Gute Bezahlung für damalige Verhältnisse.
Mein Mann betreute weiter hauptsächlich unser Kind und bildete sich mit 30 Stunden weiter.

So, und dann musste ich entscheiden. Will ich weiter Karriere machen? Soll das Gehalt schneller steigen als nach Tarif? Dann hätte ich meinen Job kündigen und mich auf meine erste Führungsposition bewerben müssen.

Und da habe ich nun die Reißleine gezogen und bin lieber nochmal schwanger geworden :-)

Ich versuche also (Zeitvertrag) in diesem Job zu bleiben, obwohl ich mit weiterbewerben sicherliche schneller vorwärts käme. Stattdessen habe ich nun 1 Jahr Elternzeit und das Gehalt steigt zwar lt. Tarif, aber eben nicht so, wie es möglich wäre mit meiner Ausbildung. Das akzeptiere ich, dafür habe ich 2 Kinder. Ich finde, dafür gehts mir beruflich recht gut...

Mein Mann dagegen startet jetzt während meiner Elternzeit durch. Er weiß aber, dass auch bei ihm eine 60-Stunden-Woche nicht drin ist, denn sonst müsste ich ja weniger arbeiten. Haben uns also für gemeinsames "Ein-bisschen-einschränken" entschieden - und natürlich ne gute Betreuung für die Kinder an der Hand.

Später, wenn die Kinder größer sind, kann ich evtl. noch mal ordentlich durchstarten.

Das ist unser Weg - ich würde es wieder so machen!

Es klappt allerdings auch mit ein bisschen Karriere NUR, wenn auch der Vater der Kinder sich zuständig fühlt!

LG, Nele

Beitrag von derhimmelmusswarten 13.04.11 - 11:19 Uhr

Schwere Entscheidung. Aber auch Akademiker bekommen Kinder und wenn du so einen gut bezahlten Job hast, hast du ja sicher auch genügend Geld, um dir entsprechende "Entlastungen" kaufen zu können. Sprich Tagesmutter, Kita, Putzfrau. So dass du "nur" deine Arbeitszeit investieren musst und dir quasi aufgrund deines Gehaltes gewisse Dinge leisten kannst. Ich würde es mal so sehen: Eine Kassiererin bei Aldi arbeitet auch ihre 40 Stunden im Schichtdienst, muss danach noch den Haushalt komplett alleine machen und ihr bleibt von ihrem Gehalt nicht viel, wenn sie die Kita bezahlt hat (je nachdem, wo sie wohnt). Wenn dann ein Akademiker anstatt 40, 50 Wochenstunden arbeitet, dafür aber nicht putzen, einkaufen etc. muss, kommt das doch ungefähr auf die gleiche Zeit raus.

Beitrag von hauke-haien 13.04.11 - 11:43 Uhr

Diese Fragen kenne ich und habe ich mir seinerzeit auch gestellt. Leider wird es immer noch gesellschaftlich wenig akzeptiert, wenn man seine Kinder aufwachsen sehen will und Zeit mit ihnen verbringen will.
Letztendlich haben wir uns für Vollzeitbeschäftigungen mit verschobenen Arbeitszeiten entschieden, um die Fremdbetreuung der Kinder zu reduzieren.

LG, H.H.

Beitrag von kokrobite 13.04.11 - 12:03 Uhr

Ich finde schon das man Kind und Karriere gut händeln kann. Ein Kind zumindestens.
Ich habe meinen Sohn recht früh geplant bekommen,mit 21.War dann zwei Jahre nur Mama und hab mich dann ins Berufsleben gestürzt.

Es kommt natürlich auch immer auf den Berufszweig an.
Ich habe regelmässige Arbeitszeiten, von 7:00-15:00Uhr und somit noch viel Zeit für mein Kind.
Wir leben allerdings auch im Ausland und werden auch für den Rest meines Berufslebens alle 3-4Jahre das Land wechseln.

Für uns absolut perfekt und super zu vereinbaren.
Da ich alleinerziehend bin, wird es wahrscheinlich beim Einzelkind bleiben.mein Sohn steht für mich an erster Stelle und genieße die Zeit mit ihm,neben der Karriere und möchte nicht, dass er meine Aufmerksamkeit mit einem Geschwisterchen teilen muss.

Beitrag von turmmariechen 13.04.11 - 12:31 Uhr

Hallo, ich habe mein erstes Kind auch im Studium bekommen. Ich bin danach nie "richtig" in meinem Job eingestiegen. Also nie Vollzeit gearbeitet . Mein Job jetzt ist mittelmäßig. Ich bin jederzeit leicht zu ersetzen. Das ist einerseits gut wenn die Kinder krank sind - andererseits auch unbefriedigend...ich hab mittlerweile 3 Kinder. Sobald der Kleinste im Kindergarten ist werd ich mich evtl nochmal neu orientieren. Kommt Zeit kommt Rat :-) . Hör auf Dein Herz und dann findest du den richtigen Weg. Offensichtlich hast Du doch einen Mannd er Dich super unterstützt - vlt kann er das Kind 1- 2 Jahre betreuen? Freunde von uns leben auch so ein Beispiel - sie macht voll Karriere der MAnn arbeitet Teilzeit und hütet das Kind. sie bekommen jetzt Nr. 2 und die Frau steigt nach 8 Wochen wieder voll ein - Papa bleibt zu Hause. Es ist alles möglich... Ihr müsst nur rausfinden, was Euch glücklich macht :-) .

Beitrag von diva71 13.04.11 - 12:54 Uhr

Hi,
bei mir ists ähnlich,habe auch laaange studiert,u.a.wegen vielen Nebenjobs und habe inzwischen 2 Kinder.
Eine Teilzeitstelle zu bekommen wäre kein Problem,aber nicht fürs Wochenende.
Die Kleine ist erst 1 Jahr und ich habe sie nicht bekommen,um sie jetzt schon und für 8-10 Stunden in die Fremdbetreuung zu geben.
So bin ich weiter auf der Suche und wir müssen mit weniger Geld auskommen #schmoll :-p
Geht auch-man kann ja nicht "alles" haben.
Vollzeit arbeiten und Karriere machen fällt also für mich aus,für die nächsten Jahre.
Lg,D71

Beitrag von josili0208 13.04.11 - 12:59 Uhr

Bei mir hat sich alles irgendwie ungeplant ergeben, bisschen Kind, bisschen Karriere, so dass ich nicht aus meiner Erfahrung sprechen kann. Ich kann Dir nur sagen wie ich entscheiden WÜRDE. Ich würde erstmal eine Karriere in Angriff nehmen und schauen wie es läuft. Fuss fassen und wenn nötig zurückschrauben. Wenn Du JETZT nicht anfängst, sondern vielleicht ein 2.Kind kriegst, mehrere Jahre zuhause bleibst usw. dann ist Deine Ausbildung eigentlich kaum noch was wert. Und das würdest Du ganz sicher irgendwann bereuen. Ich kann auch Erfahrung sagen, dass Kinder wirklich schnell (gefühlt) gross werden und dann kommt man an den Punkt, wo man auf sich selbst angewiesen ist und den Job dann noch ca. weitere 20 oder 30 Jahre machen will/muss. Von daher ist die Entscheidung für die Karriere die längerfristigere. ;-)
Nichts spricht gegen Kinder trotz Karriere und Geld ist ein nicht unerheblicher Faktor in der Organisation der beiden (Kind+Karriere)
lg jo

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