ab wann sind Schuheinlagen notwendig?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von camargo 13.04.11 - 04:16 Uhr

hallo

bei meinem Sohn (wird bald 4) wurden heuten Knicksenkfüsse vom Orthopäden bestätigt, was ich ja schon immer gesehen haben nur eben der Kinderarzt nicht sehen wollte. Was mich aber sehr wundert die Untersuchung beim Orthopäden dauerte gerade mal 60 sekunden, er verordnete gleich Schuheinlagen und Gymnastik oder sonstige Bewegung wäre nicht nochtwendig bzw hilfreich, war seine Meinung :-[

Klar ist das Schwachsinn, werdet ihr sicher auch sagen...

Nur mein Problem ist ich weiss leider dass jeder Arzt seine Meinung hat und letzendlich muss ich die Entscheidung für die Behandlung treffen. Im Internet habe ich so viele Informationen bekommen, und die sind sooo unterschiedlich. Die einen sagen Schuheinlagen bei Kindern wären gar nicht sinnvoll, die anderen behaupten man solle so früh wie möglich damit anfangen. Plus da gibts noch so viele Arten von Einlagen...

Ich mache die letzte Zeit mit ihm regelmäßig Fussgymnastik, barfuss läuft er seit er laufen kann immer wenns warm genug ist, nur Sand oder Rasen haben wir nicht.

Hat jemand von euch Erfahrungen mit Behandlung von Knicksenkfüßen bei Kindern gemacht, sind die Einlagen empfehlenswert? Und auf was sollte ich achten wenn ich sie machen lasse? oder geht es auch ohne?

Ich brauche echt mal Entscheidungshilfe, und muss mich gut informieren darüber damit die Ärzte mir keine Märchen erzählen können ;-)

Danke im Voraus
Maria

Beitrag von michi0512 13.04.11 - 07:26 Uhr

Mein Sohn bekam mit 2,5 Jahren seine ersten Einlagen. Mit 3,5 Jahren haben wir sie weggelassen. Grund: Wachstum. Ich stand ständig wieder beim Orthopäden weil die Einlagen nicht mehr saßen.

Wir versuchen es nochmals wenn die Füße etwas langsamer wachsen - denn schlecht sitzende Einlagen sind kontraproduktiv.

Mein Sohn hatte mit 2,5J. Schuhgröße 23 - jetzt mit knapp 5 hat er die 31. Ist also ständig im Wachstum gewesen.

glG

Beitrag von trixie04 13.04.11 - 09:59 Uhr

Hallo...

unser kleiner hat auch ne fußfehlstellung...
von unsrer alten ki-ärztin (die is jetzt in rente) haben wir zuerst 10x krankengymnastik bekommen, der physiotherapeut hat gemeint, das haben fast alle kinder, wenn sie klein sind und wir sollten uns keine sorgen machen....unsre neue kinderärztin hat bei der U7a sofort gesehen, dass seine fußstellung nicht ok ist und uns zum orthopäden überwiesen, sie hat auch gemeint, dass es jetzt einlagen gibt, die sich dem fuß individuell beim laufen anpassen und wir mal danach fragen sollen. waren jetzt noch net beim orthopäden, aber zumindest hab ich schon was, auf das ich ihn ansprechen kann.
ich hatte als kind auch einlagen und meine füße sind jetzt ok, mein mann hat als kind keine einlagen bekommen und hat senk-spreiz-füße, da hätte man früher bestimmt was machen können, jetzt is er total genervt von den schmerzen und der umstellung....

wenn du dir net sicher bist, dann such dir 3 orthopäden, evtl sagen 2 das gleiche und du weißt woran du bist...

LG Trixie

Beitrag von krokolady 13.04.11 - 11:28 Uhr

wir kommen grad vom Orthopäden, ebenfalls ein Knickfuss.
Kimberly bekommt auch Einlagen deswegen - und ja, natürlich sind diese nötig!
Bei einem Knikfuss laufen die Kinder nach "innen" und dadurch entstehen mit der Zeit X-Beine.
Also muss der Fuss unter der Innenseite gestützt werden um dieses zu vermeiden.

Und KG oder so ist da wirklich nicht nötig, sofern noch keine anderen Haltungsschäden vorhanden sind.

Beitrag von butler 13.04.11 - 12:32 Uhr

Ja die Einlagen sind notwendig. Genau wie das regelmäßige tragen dieser. Ich habe mir nun einen neuen Orthopäden gesucht, da der andere jetzt zum 3. mal den Termin verschoben hat und immer mit einer Frist von 4 Wochen. für Kinder im wachstum zu lange.
LG

Beitrag von sunflower.1976 13.04.11 - 13:58 Uhr

Hallo!

Mein großer SOhn hat wegen der gleichen Diagnose seit einem Jahr Einlagen. Er kommt prima damit zurecht. Wenn er sie mal nicht in seine Schuhen hat und lange läuft, sagt er selber, dass ihm die Füße wehtun. Es sind wohl keine richtigen Schmerzen, aber es ist unangenehm.
Die ersten Einlagen hatten wir vom Orthopädieschuhmacher. Die waren aber nicht wirklich optima, weil sie "von der Stange" waren und nicht wirklich auf seinen Fuß angepasst. Neuerdings hat der Orthopäde die Möglichkeit, die Füße selber zu vermessen. Er hat eine spezielle "Matte", über die das Kind mehrmals drübergehen muss. Diese Matte ist mit einem PC verbunden, der dann den Fußabdruck errechnet. Zusätzlich werden Fotos gemacht. Diese Daten werden zu einer auf Einlagen spezialisierten Firma geschickt und nach ein paar Tagen bekommt man die EInlagen nach Hause gesendet. Später erfolgt dann nochmal eine KOntrolle beim Arzt. Vorteil ist, dass die Einlagen auf das Gangbild angepasst sind (anders als die konventionellen Abdruckmethoden mit "Blaupapier" oder Trittschaum) und die Einlagen recht dünn und unscheinbar sind.

MEin Sohn soll auf festem, ebenen Untergrund NICHT viel barfuß laufen weil das die Problematik verstärken kann. Barfuß Laufen auf der Wiese, im Sand usw. ist hingegen sinnvoll, ebenso wie Fußgymnastik.

LG Silvia

Beitrag von fussverbieger 20.04.11 - 00:04 Uhr

Hallo,

das Thema Einlagen bei Kindern ist wirklich sehr umstritten. Tatsächlich werden "orthopädische Einlagen" ausgegeben, die den Knickfuß fördern statt korrigieren. Diese Weichschaumeinlagen sind reine Fabrikware und durch etwas anschleifen wird die Maßarbeit erfüllt. Die Gewinnspanne ist riesig...... Das System macht nicht mal vor Kindern halt,- schrecklich!

Faustregel bei Knick- Senkfüßen bei 4 Jährige:

* Wird der Knickfuß nicht therapiert, sind X-Beine und spätere Knieprobleme zu befürchten, weil das Wachstum der Beine negativ beeinflusst wird.

* Die Einlagen stabilisieren die Ferse (darum haben die Einlagen den Keil unten drunter). Die Einlagen müssen anfangs quasi ständig getragen werden, damit die Bänder und Sehnen eine Chance bekommen, sich zu normalisieren. Aus diesem Grund braucht das Kind stets 3-4 Paar Einlagen (für die Straßenschuhe, Hausschuhe, Kindergarten und Sandalen).

* Neben den Einlagen ist die Fußgymnastik dringend erforderlich. 10 Sitzungen "auf Kasse" reichen niemals aus. Die Gymnastik macht man täglich mindestens zwei mal zuhause - etwa beim Zähneputzen.
Oft sind Spiele für die Psychomotorik erforderlich (bei einer ordentlichen Erstuntersuchung, die bei kleinen Kindern gut und gerne eine Stunde dauert, ist das das A+O zur Vorbereitung der Behandlung).

* Häufiges Barfußlaufen ist sehr hilfreich, aber NUR auf WEICHEN und unebenen NATURBÖDEN - am besten ist Sand oder die wilde Naturwiese.

Die beschriebene Therapie dauert rund 2 bis 4 Jahre - je nach Zustand der Füße. Danach sind die Füße stabil genug.

Werden die Füße nicht therapiert oder wenn die Kinder mit den einfachen Weichschaumeinlagen versorgt werden, wird immer häufiger (mit steigender Tendenz) später zur Operation geraten! (Das ist ein ganz mieses, aber legales Spielchen).

Was man als Eltern sonst noch so wissen sollte, findet man auf http:www.kinderbeine.de - der Film in der Rubrik "Senkfüße" ist inhaltlich sehr empfehlenswert!

Weitere Fragen beantworte ich gerne!