Was ist Arbeit?

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Beitrag von urmel.1978 13.04.11 - 10:29 Uhr

Hallo zusammen,

jetzt habe ich mich (schon lange stille Mitleserin) doch hier angemeldet und eröffne mein erstes Post, aus aktuellem Anlass:

Wie definiert ihr denn Arbeit?

Ich habe schon mehrere Threats gelesen, v.a. einen weiter unten über die Frage ob Hausarbeit Arbeit ist, und da tauchten doch manche Fragen auf.

Also es gibt Arbeit, die bezahlt wird - Erwerbsarbeit. Dass das Arbeit ist, ist klar. Und was ist mit anderen Dingen? Z.B. Gartenarbeit - ist das Arbeit oder Hobby? Oder handwerklicher Tätigkeit (Ikea Schränke aufbauen oder das Fahrrad reparieren). Ikea Schränke aufbauen mache ich gerne, dass empfinde ich nicht als Arbeit, sondern als ganz entspannend - Fahrrad reparieren jedoch ist unangenehm.

Hausarbeit und Gartenarbeit heißt ja Arbeit - man sagt auch "ich gehe jetzt im Garten arbeiten" Aber man sagt nicht " ich gehe jetzt im HAus arbeiten". Bzw. wenn man das sagt, denkt man eher an Wände streichen oder Fußboden verlegen als an den HAushalt"

Ein Argument in der Hausarbeitsdiskussion war: "Hausarbeit ist keine Arbeit, denn viele Leute die 40h erwerbstätig sind, machen danach noch den Haushalt" Das stimmt natürlich, aber ist es deshalb keine Arbeit? Dann könnte man auch sagen, malern wäre keine Arbeit, weil viele Leute 40h außer Haus arbeiten und danach noch ihre Wohnung streichen. Oder KFZ Mechaniker wäre keine Arbeit, weil genug Leute selber ihre Autos reparieren...

Oder ist Arbeit einfach alles was ZEit frisst, die man gerne anders verwenden würde? Aber dann wäre ein Job der einem Spaß macht, ja keine Arbeit, weil man gerne hingeht....

Ich finde das ganz schön schwierig...

LG

Urmel

Beitrag von annemarie75 13.04.11 - 10:40 Uhr

tja sehr gute frage..

was ist mit beziehungsarbeit?
#kratz
oder erziehungsarbeit?

kann beides sein: angenehem und anstrengend.

und wann hört "arbeit" auf?#huepf

ist sex auch arbeit? gehört für mich zu beziehungsarbeit.

bin ja mal gespannt auf die antworten:))
;-)

Beitrag von schwarzesetwas 13.04.11 - 10:42 Uhr

Ich finde das nicht schwierig.

Arbeit ist für mich, wenn ich entlohnt werde.

Alles andere gehört zum Leben dazu bzw. muß eben erledigt werden - ohne Entlohnung.

Etwas anderes ist die sogenannte Anerkennung, mit denen viele Frauen zu kämpfen haben.
Die haben aber meiner Meinung nach selbst Schuld, da es ja die Defintion Elternzeit gibt, in der Frau oder Mann sich um die Brut zu kümmern haben. :-)

Lg
SE

Beitrag von urmel.1978 13.04.11 - 11:40 Uhr

Ok,

dann stell dir mal folgendes vor: in deiner Freizeit nähst du (keine Arbeit, da nicht entlohnt). Jemand bietet dir nun an, das, was du nähst zu kaufen. Du verwendest die gleiche Zeit auf die gleiche Tätigkeit - aber jetzt wirst du entlohnt. Macht das für diech einen Unterschied?

Bei Tom Sawyer gibt es die folgende Geschichte: Tom soll einen Zaun streichen - eigentlich will er nicht, es soll auch eine Strafe sein. Als ihn andere Kinder beim Streichen sehen, erzählt er Ihnen, dass er das aus lauter Spaß macht, und es ihm Freude bereitet. Plötzlich wird es ein Privileg, den Zaun zu streichen, die anderen bezahlen ihn dafür, dass er ihnen ein paar Latten abgibt...

Beitrag von nadeschka 13.04.11 - 11:54 Uhr

Ja, das eine ist mein Freizeitvergnügen, das mach ich nur so für mich.
Das andere ist Arbeit - Hobby zum Beruf gemacht.

Beitrag von wolke151181 13.04.11 - 16:36 Uhr

Also deiner Definition nach sind dann Renovierungsarbeiten oder Eigenleistung beim Hausbau keine Arbeit, weil man nicht dafür entlohnt wird? Was soll es denn dann sein #kratz? Da bin ich jetzt mal gespannt....

Wenn wir das nicht selbst machen würden, dann müssten wir ja auch dafür zahlen! Das wiederum wär dann schon Arbeit.

Beitrag von echtjetzt 13.04.11 - 10:44 Uhr

Ich denke, den Begriff "Arbeit" zu definieren wäre eigentlich schon etwas für's Philosophie Forum. #freu

Arbeit setzt auf jeden Fall irgendeine Anstrengung, geistig oder körperlich, voraus.

Außerdem muss, denke ich, ein Ergebnis dahinter stehen, es muss "produktiv" sein.

Das wären mal zwei Punkte, jetzt klink ich mich erst mal aus.

Beitrag von purpur100 13.04.11 - 10:56 Uhr

ok, dann ist das Surfen bei Urbia eindeutig Arbeit;-)

Geistige Anstrengung, um die geschriebenen Texte richtig zu verstehen und körperliche Arbeit, weil ich teilweise nicht umhin komme, beim Lesen mit meinem Kopf auf die Tischplatte zu schlagen
#schein

Beitrag von ayshe 13.04.11 - 10:58 Uhr

#rofl

Beitrag von mansojo 13.04.11 - 10:59 Uhr

#winke

soll ich dir ein eisakku bringen
beulen auf der stirn sehen so seltsam aus



arbeit ist alles was eigentlich kein spass macht aber dennoch getan werden muss

Beitrag von echtjetzt 13.04.11 - 11:01 Uhr

Produktivität! Vergiss die Produktivität nicht.. ;-)

Und natürlich waren das noch nicht alle Kriterien. Denke ich..

Beitrag von purpur100 13.04.11 - 11:14 Uhr

ja klar bin ich produktiv hier bei Urbia. Ich haue in die Tasten, is das etwa nix? #huepf

Beitrag von ayshe 13.04.11 - 11:00 Uhr

Das finde ich schon einmal echt gut.


Die Frage wäre dann noch, ob Arbeit auch welche ist, wenn sie Spaß macht.
Das kam oben bei den Antworten so durch.
Ist es Arbeit, wenn es keinen Spaß macht?

Beitrag von echtjetzt 13.04.11 - 11:05 Uhr

Hmm.. Das halte ich für nicht relevant. Klar kann Arbeit Spaß machen.

..habe ich gehört.

Beitrag von ayshe 13.04.11 - 11:11 Uhr

Ja, klar, aber gehen wir mal nicht vom Job aus.

Wenn ein KFZ-Mechaniker die Bremsbeläge wechselt, ist es sein Job und seine Arbeit.
Aber wenn ich das jetzt privat mache?
Ist es dann auch Arbeit oder ist nur eine Sache, die eben gemacht werden muß?
Aber ich denke, daß genau dabei wichtig ist, ob man Spaß daran hat oder es als lästiges Muß empfindet, was es dann eher zur Arbeit macht.

Genau wie Garten"arbeit".
Ich empfinde es als schöne Beschäftigung, wer es haßt, sicher als lästige Arbeit.

Beitrag von echtjetzt 13.04.11 - 11:22 Uhr

Also ich habe letztes Jahr öfters mal einem Freund beim Innenausbau geholfen.

Hat zwar Spaß gemacht, würde es aber trotzdem als körperliche Arbeit bezeichnen.

Die Frage ist, glaube ich: schließt der Status "Hobby" denn überhaupt aus, dass es "Arbeit" ist und wie weit geht das?

Wenn ich z.B. Musik schreibe, "arbeite" ich an einem Song. Wenn ich Sport mache, "arbeite" ich evtl. an meiner Technik,..

Schwierig.

Beitrag von ayshe 13.04.11 - 11:43 Uhr

Ja, ganz genau, das überlege ich eben.

Körperliche Arbeit, geistige Arbeit, Hobby und eben die Freiwilligkeit, wie soll man das beurteilen?


Vllt kann man sagen, daß zumindest der Körper dabei ja eine Arbeit leistet.
Ob man es selbst gefühlsmäßig als Arbeit empfindet oder als schönes Hobby, ist vllt eine andere Sache.

Beitrag von urmel.1978 13.04.11 - 11:26 Uhr

Hallo,

ja genau das ist ja die Frage die ich mir auch stelle (btw ich hasse Gartenarbeit - aber ich schneide gerne Blumen und ernte Obst).

Ich mache meinen Job gerne - jedenfalls meistens, und jedenfalls deutlich lieber als Hausarbeit. Genau deswegen habe ich volle Hochachtung vor denjenigen, die den ganzen Tag nichts anderes machen als Hausarbeit (wäre für mich nichts). Aber wenn ich ganz ehrlich bin mache ich meinen Job auch viel besser als meine Hausarbeit, weil es mir leichter von der Hand geht...

Die Zeit die ich mit meinen Kinden verbringe, empfinde ich jedoch (zumindest meistens) als Freizeit, weil es mir viel Spaß macht...dafür lasse ich Haus- und Gartenarbeit aber auch gerne sausen. Wenn die Kinderzeit aber in Erziehungsarbeit ausartet (weil man irgendwas zum hunderttausendsten Mal sagen muss), ist es auch wieder anstrengend. Kommt zum Glück nicht so oft vor!

Beitrag von ayshe 13.04.11 - 11:47 Uhr

Das würde bedeuten (und ich schließe mich ja auch nicht aus), daß man den Begriff "Arbeit" negativ belegt hat.

Ist ja eigentlich auch blöd.

Beitrag von urmel.1978 13.04.11 - 12:01 Uhr

ja irgendwie schon - dann würde man aufhören zu arbeiten wenn man es sich leisten könnte alles Unangenehme outzusourcen? Und dann?

Und wenn man Arbeit so negativ belegt, ist es auch erstaunlich, warum Leute in ein Loch fallen, wenn sie keine solche (mehr) haben - also geht es vielleicht doch um mehr (Anerkennung durch Arbeit - aber wie? und wieso?)

Beitrag von purpur100 13.04.11 - 12:05 Uhr

das hat hier jemand im Thread geschrieben:

"jeder definiert für sich selber, was arbeit ist. "

und genauso definiert wohl auch jeder für sich selbst, ob ihm "Arbeit" Spaß macht oder ob es etwas Negatives ist.

Beitrag von ayshe 13.04.11 - 13:14 Uhr

Also erstmal würde ich auf jeden Fall Job und Privates trennen.


Wer keinen Job hat, hat wenig Geld, also das ist ja schon einmal nicht so toll und kein grund zur Freude.
Manche brauchen auch die Anerkennung durch den AG oder die Kollegen, sie wollen, auch daß andere wissen, was sie leisten, stiegert irh Selbstwertgefühl, vllt gerade, weil es eben bezahlt wird.


Im Privaten macht man sich vll tauch selbst eine Freude mit dem Ergebnis.
Wer seinen Garten selber angelegt hat, hat eine tiefere Verbindung als jemand, der einfach einen Landschaftsgärtner engagiert und das war es dann. Die Optik genießen kann man sicher immer, aber man kann sich auch daran freuen, wenn man zurückdenkt und weiß, an welchen Stellen es Probleme gab und wie man si egelöst hat.

Beitrag von 280869 13.04.11 - 10:59 Uhr

Ich bin Hausfrau und sehe den Haushalt nicht als Arbeit.

Im Beruf MUSS ich meine Arbeit machen ob ich will oder nicht.
Den Haushalt mache ich freiwillig damit ich mich wohlfühle,ich muß es nicht tun.Ich koennte auch im Dreck leben oder eine Fachkraft einstellen.

Auch sage ich nicht das ich im Garten arbeite, sondern, ich gehe Unkraut ziehen, Ernten usw

Ich selbst sehe Hausfrau sein für mich als Luxus, ich habe sehr viel Zeit mit meinen Kindern verbringen können,viel mehr als wenn ich Berufstätig wär.
Ich renne auch nicht stur durchs Haus sondern gehe auch mal raus,treffe jemanden zum schwatzen, oder wenn ich zu meinen Omas gehe dann schwatze ich da noch.Ich habe ja Zeit.Ich kann mal telefonieren, mich mit Freunden Treffen oder hier lesen und schreiben;-) Im Beruf k;ennte ich das nicht.
Und was ich auch sagen muss als Hausfrau wird man traege (sorry, meine Tastatur spinnt)zumindest ich und auch ein paar Bekannte.

Als ich noch Arbeiten war habe ich nach der Arbeit sehr viel geschafft, dafuer brauche ich jetzt viel mehr Zeit.

Malern und Schraenke aufbauen, ist fuer mich auch Hobby, oder eine Sache die mal gemacht werden muss.Zur Not gibt es dafuer auch Fachkraefte:-)

VG 280869

Beitrag von mamavonyannick 13.04.11 - 11:08 Uhr

Hallo,

das kommt auf den Gesichtspunkt an, unter dem du Arbeit betrachten möchtest: volkswirtschaftlich gesehen fallen unter den Begriff Arbeit nur Tätigkeiten, die der Einkommenserzielung dienen. In der Sozialwissenschaft oder der Philosophie (um nur 2 Beispiele zu nennen) wird der Begriff Arbeit aber wieder mit anderen Merkmalen in Verbindung gebracht.
Da der von dir angesprochene Thread aber direkt auf den Vergleich von beruflicher Tätigkeit und Hausarbeit abzielt muss ich sagen: Nein: Das ist nicht das selbe, zumindest wenn man bedenkt, dass der Grund des Erwerbstätigen arbeiten zu gehen ja vorrangig das Ziel hat, das Einkommen zu erzielen.

vg, m.

Beitrag von echtjetzt 13.04.11 - 11:14 Uhr

Ich denke es geht hier eher weniger um die berufliche Tätigkeit.. So habe ich es zumindest verstanden.