Schwanger - und nun?

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Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von suprise11 13.04.11 - 14:00 Uhr

Hallo an alle,

seit gut einer Woche weiß ich, dass ich schwanger bin. Ich ahnte es schon vor dem Schwangerschaftstest, wollte es aber nicht so recht wahrhaben. Als ich dann den positiven Test sah, habe ich erstmal geheult und war etwas geschockt.
In meiner jetzigen Lebenssituation ein Kind zu bekommen, erscheint mir ziemlich kompliziert. Meine Beziehung zu meinem Partner ist sehr schwierig, mit meinen Eltern ist es sehr kompliziert und beruflich sieht es auch schlecht aus. Ich kann euch sagen, ich habe mir die Gründung einer Familie immer komplett anders vorgestellt!
Nun muß ich mich mit der Frage auseinandersetzen, ob ich das Kind bekommen will oder nicht. Vom Gefühl her bin ich eher pro Schwangerschaft eingestellt. Das ist zwar noch wechselhaft, da ich nicht weiß, wie ich das schaffen soll, aber negative Gefühle dem Kind gegenüber habe ich nicht. Ich mein, der oder die Kleine kann ja nichts dafür. Ich bin zur Zeit echt ziemlich durch den Wind. So richtig habe ich die Neuigkeit immernoch nicht verdaut. Ich habe sogar meinen Nickname falsch geschrieben. Aber das ist wohl mein kleinstes Problem. Will damit nur verdeutlichen, wie es in meinem Kopf zur Zeit aussieht.
Wisst ihr, ich habe solche Angst, die falsche Entscheidung zu treffen. Mein "Partner" bietet mir da keine Unterstützung. Er meinte nur, das wäre allein meine Entscheidung, er habe das Kind nicht gewollt. Diese Worte waren echt ein Schlag in die Magengrube. Für mich ist das Kind auch ungeplant, aber wie kann man es sich als Mitverursacher (zum Sex gehören schließlich zwei) nur so leicht machen?
Der Termin bei der Frauenärztin war auch nicht gerade hilfreich. Am Freitag bekomme ich meinen Mutterpass und ich weiß gar nicht, ob ich den will. Klar, ich kann ihn schlecht ablehnen, doch was wenn ich mich doch für einen Abbruch entscheide?
Wie soll ich ohne familiären Rückhalt und ohne berufliche Perspektive allein ein Kind großziehen? Was, wenn ich der Aufgabe gar nicht gerecht werde? So viele Fragen schwirren mir im Kopf rum.
Wie habt ihr denn letztendlich eure Entscheidung getroffen? Und vor allem habt ihr sie bereut?

Liebe Grüße,
surprise11

Beitrag von lovely834 13.04.11 - 14:18 Uhr

Hallo erstmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft, habe gerade deinen Beitrag gelesen. Denke mal wirst das schaffen du kannst dir auch Hilfen bei Pro Familia holen mach dir doch einfach mal einen Termin. War mit meinem 1. Kind auch alleine aber habe es auch geschafft, du mußt es nur wirklich wollen. Du hast ja auch noch Zeit um eine entscheidung zutreffen, überlege es dir nur richtig gut danach gibt es kein Weg zurück. Drück dir fest die Daumen.
Du kannst dich auch gerne bei mir melden.

Lg#winke

Beitrag von suprise11 13.04.11 - 16:40 Uhr

Wow, so schnell hatte ich gar nicht mit einer Antwort gerechnet. Danke für deine Glückwünsche (auch wenn ich die Schwangerschaft noch gar nicht als Glück empfinde) und das Mut zusprechen.
Bei Pro Familia werde ich auf jeden fall einen Termin machen. Schon allein, um Ruhe in den Kopf zu bekommen. Ich werde mich auch umfassend von meiner Frauenärztin beraten lassen. Vielleicht kennt sie ja noch ein paar gute Beratungsstellen.
Ja, ein wenig Zeit habe ich noch um mir zu überlegen, ob ich das Kind will oder nicht. Wobei meine Hormone da schon einiges durcheinander wirbeln. Ein bisschen so, als ob Kopf und Bauch miteinander streiten.
Aber es ist schön zu lesen, dass du es mit deinem Kind gut gepackt hast.

Beitrag von 3aika 13.04.11 - 14:23 Uhr

hallo,

ich finde, es gib nie einen perfekten zeitraum um ein kind zu bekommen, woher soll man wissen, was in der zukunft passiert, sogar wenn man seit jahren verheiratet ist und berufstätig, wo ist hat man die sicherheit, das man sich doch nicht trennt oder gekündigt wird.


keiner kann dir sagen, was du zutun hast, diese entscheidung musst du selber treffen, entweder für oder gegen dein kind.

ich selber wurde mit 17 jahren das erste mal ss, meine familie war sehr sauer auf mich und mein freund hat mich verlassen, trotzdem habe ich mein kind bekommen, habe mir eine kleine wohnung gekommen und habe versucht weiter meine berufschule zumachen, auch ohne hilfe, der familie.
nach 1 1/2 jahren habe ich dann geheiratet, und seit dem bin ich sehr glücklich, seit 5 jahren leben wir nun zusammen und haben noch 2 weitere kinder bekommen, mein mann ist berufstätig, und trotzdem haben wir keine garantie, das es so bleibt.

aber dafür habe ich meine kinder, die ich liebe und die mich lieben.
jeden tag geben sie mir etwas zurück, wenn die mich umarmen oder mich anlächeln, vergesse ich sofort, wie schwer es früher war.

Beitrag von suprise11 13.04.11 - 16:52 Uhr

Auch dir ein Dankeschön, für die schnelle Antwort. Und du hast sicherlich recht, den perfekten Zeitpunkt für eine Schwangerschaft gibt es vermutlich nie oder zumindest selten. Allerdings ein bisschen leichter hätte die Situation für mich schon sein können. Zum Beispiel, wenn das Kind geplant gewesen wäre und mein Partner anders damit umgehen würde. Tja, es gibt halt keine 100 prozentige Verhütung.
Mir ist natürlich klar, dass mir niemand meine Entscheidung abnehmen kann. Ich würde es auch gar nicht wollen und geschrieben habe ich das auch nicht. Ich wollte nur wissen, warum ihr euch so entschieden habt, wie ihr es habt und ob ihr es bereut habt. Vielleicht hast du mich da missverstanden.
Ich finde es bewundernswert, dass du so stark warst und deinen Weg auch alleine gemacht hast, ohne Freund und Familie. Bereut hast du die Entscheidung für das Kind also nicht.
Eine Garantie gibt es nie, aber ein gewisses Maß an Sicherheit. Ich denke, eine Schwangerschaft ist für Mutter und Kind einfacher, wenn sich beide angenommen fühlen. Beziehungsstress und eine evtl. Trennung sind da wenig förderlich.

Beitrag von mirna9 13.04.11 - 14:42 Uhr

Hallo surprise,
du scheinst ordentlich durcheinander zu sein. Find ich gut, dass du trotzdem keine negativen Gefühle hast. Hast du zumindest gute Freunde, die dir helfen können?
Liebe Grüße
mirna9

Beitrag von suprise11 13.04.11 - 17:00 Uhr

Ja, durcheinander bin ich auf jeden Fall. Vor zwei, drei Wochen hätte ich auch niemals gerechnet, eine Entscheidung mit solch einer Tragweite treffen zu müssen. Mein Leben wird sich so oder so ändern, egal ob ja oder nein. Naja, vermutlich haben die meisten Schwangeren unsichere Gefühle, ob sie das alles schaffen und dem Kind gerecht werden.
Ja, komischerweise stehe ich dem Kind ansich positiv gegenüber. Doch das macht die Entscheidung nicht leichter. Was, wenn das die Hormone sind?
Zum Glück habe ich eine sehr gute Freundin mit der ich darüber reden kann und sie versucht mich auch aufzubauen, aber letztlich muß ich ja mit meiner Entscheidung leben. Ich wünschte, ich wäre mir schon sicher was ich will.
Danke für deine Anteilnahme.

Beitrag von 19face84 13.04.11 - 15:07 Uhr

das du etwas verwirrt bist kann ich natürlich verstehen, aber ich betrachte die (leider) meistens etwas nüchtern und realistisch. Kinder kommen fast nie zum passenden zeitpunkt. Wenn es passt klappt es nicht, aber wenn es besser nicht sein sollte reißt das Kondom oder so was.

Da du keine negativen Gefühle gegenüber dem Kind hast und nun auch keine Teenager bist, würde ich sagen, versuch es! Ohne diese negativen Gefühle wird eine Abtreibung wahrscheinlich auch eher schwer zu verkraften sein, könnte ich mir vorstellen.
Und: Es gibt in Deutschland soooooooo viele Möglichkeiten sich Unterstützung zu suchen wenn man ein Problem hat. Sei es finanziell oder erzieherische Probleme die man hat.

Deswegen drücke ich dir ganz fest die Daumen, dass du die für DICH richtige Entscheidung treffen wirst und wünsche dir alles Gute!

Gruß

Karin + Würmchen 16. Woche

Beitrag von suprise11 13.04.11 - 17:12 Uhr

Nüchtern versuche ich auch an die Schwangerschaft oder zumindest an die Entscheidung ranzugehen, nur leider klappt das überhaupt nicht. Nicht nur mein Kopf ist durcheinander, in meinem Bauch herrscht auch absolutes Gefühlschaos.
Ja, ich glaube auch, dass eine Abtreibung für mich schwer zu verarbeiten wäre. Dennoch will ich sie (noch) nicht ganz ausschließen. Aber da hämmert schon immer in meinem Hinterkopf der Gedanke: Mensch, da wächst ein kleines Lebewesen in deinem Bauch! Ein kleiner unschuldiger Wurm...
Ein Abbruch will sehr gut überlegt sein. Endgültiger kann eine Entscheidung ja wohl kaum sein. Ich habe echt solche Angst, da eine falsche Entscheidung zu treffen. Vielleicht sollte ich die neuen Umstände noch etwas sacken lassen. Es ist auf jeden Fall lieb von dir, dass du dir über mein "Problem" Gedanken gemacht hast.
Ich wünsche dir alles Gute für den weiteren Verlauf deiner Schwangerschaft und natürlich auch für die Geburt.

Beitrag von suesse-erdbeere 13.04.11 - 18:05 Uhr

Huhuuuuuu,
ich möchte dir hiermit ein bisschen Mut machen.
Eine Freundin von mir ist letztes Jahr auch ungewollt schwanger geworden.
Natürlich war es anfangs eine Achterbahnfahrt der Gefühle, aber als sie dann in der 13. Woche gesehen hat, was da genau in ihr wächst ist ihre Freude immer Größer geworden. Ihr Freund war von einer ähnlichen Sorte wie deiner *sorry* aber ich finde seine Reaktion nicht in Ordnung.
Sie hat sich dafür entschieden das Kind alleine groß zu ziehen und ihr geht es damit super. Mittlerweile ist der Kleine 4 Monate und sie kommt gut zurecht.
Ihr Kommentar zu ihrem Freund war:"Lieber ziehe ich den Kleinen in vernünftigen Verhältnissen alleine groß, als mit einem unvernünftigen Vater!"
Ich hoffe ich konnte dir damit ein bissl helfen .
Liebe Grüße und eine hoffentlich ganz tolle Kugelzeit :-)
Du schaffst das schon!#herzlich

Beitrag von kanojak2011 13.04.11 - 19:04 Uhr

na ja, sagen wir mal so, man kann sehr schnelle Entscheidung treffen oder auch keine Entscheidung treffen, indem du ganz anders anfängst..

Kannst du dir einen Abbruch überhaupt vorstellen. Kannst du dir überhaupt vorstellen, dann zu trauern, dann zu sein mit leerem Bauch..fang doch von der absoluten anderen Seite..

Wenn du nach solchen Überlegungen immer noch sagen kannst: ich kann es mir unter Umständen vorstellen und auch mit den Fogen zu leben, dann lohnt es sich weiter zu überlegen..ich kann aber auf jeden Fall deine Überlegungen nachvollziehen!!!

Neee, du erwartest von deienem partner zu viel. Es haben zwei das Kind gezegt aber nur du trägst du es im Bauch. Du entscheidest, nicht er..
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Ich hätte damals abtreiben sollen, hatte sehr ernsthafte gesundheitliche probleme. Ich war aber nicht in der Lage. Es hat sich natürlich alles negative erfüllt und glaube mir, manchmal stand ich schon bei uns auf den Gleisen...ein Trauma ABER

bereut ihr es ?

NEIN, NIEEEEE NIEEEEE NIEEEEEEE im Leben. Es ist so ein pflegeleichtes süßes umgängliches kind..NIE im Leben..
Ich liebe diesen kleinen Mann über alles.

Das LEben ist aber nicht leichter geworden, eher Gegenteil

Beitrag von principessa2011 13.04.11 - 19:31 Uhr

Hallo Surprise,
ich habe das ganze schon mit einer freundin durchgemacht!
sie war damals auch ungewollt schwanger und wusste nicht was sie tun soll.... sie war gerade in der ausbildung und war voll in ihrer ,,feier" zeit mit drogen und jeden tag am we war sie unterwegs. jetzt stand sie auch vor dieser entscheidung, sie entschied sich abzutreiben und ich sollte alles für sie organisieren! ich hatte schon alles bereit und sie wollte den termin machen doch dann....
.... dann hat sie sich umentschieden weil sie die bilder vom ultraschall gesehen hat und das kleine herz gesehen hat wie es geschlagen hat! jetzt ist die kleine 3jahre alt und ein so süsses kleines lausmädl
sie hat dann sofort mit den drogen aufgehört und ist jetzt auch glücklich darüber das sie sich so entschieden hat! den vater dazu hat sie leider nicht mehr aber das macht gar nichts weil sie hat das selber im griff!!!! sie hatte auch keinen familien beistand und eigentlich damals nur mich und ihren freund der dann aber in der psychiatrie sass wegen drogenentzug.....
also am besten ist du setzt dich mal hin und gehst in dich rein und überlegst ob du das willst und so weiter..... ein kind ist ein geschenk :)
und ich liebe die kleine auch über alles sie ist so toll..... :)

LG Principessa

Beitrag von polediana 13.04.11 - 19:43 Uhr

Liebe Surprise 11,

als ich eben dein Posting laß, dachte ich es wäre von mir.
Ich habe vor etwa sechs Wochen ähnlich gepostet wie du. Ich bin ungewollt schwanger geworden und wußte nicht wo mir der Kopf steht!

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=30&tid=3038022

Es ging wochenlang hin und her, mein Partner hat von vorneherein keine Kinder wollen und es bis zum Schluss abgelehnt!
Jede Stunde war anders, in der einen war ich mir total sicher das Kind zu bekommen, dann kurz später alle Pläne wieder umgekippt, die Angst es nicht zu schaffen. Auch das raubt Nerven und Kraft weil du glaubst dich endlich entschieden zu haben und man meint, jetzt kann man sich endlich entspannen und sich in die Entscheidung "reinsinken" lassen, dann muss man sich wieder aufbäumen weil mans plötzlich doch nicht mehr will! Ich kenne das so gut.

Mir gings wochenlang so. Dann, ziemlich klar denkend das Kind zu bekommen, setzte plötzlich die SS-übelkeit ein, die mich ziemlich mitgenommen hat. Tagelang nur brechen, nichts essen können (wie soll man da ein Baby ernähren ;) ) und dann noch dazu diese seelische Zerrissenheit.
Am Ende meiner Kräfte hab ich mich dann kurzerhand zum Abbruch entschlossen und diesen am 9.3.2011 vornehmen lassen!

Ich schreibe dieses Datum nicht gross in meinem Leben, aber die drei Wochen in denen ich mit meinem Zwerg verbringen durfte, die waren wirklich die schönsten meines Lebens, das weiss ich JETZT!
Ich hab auch keine Familie wie du, wäre alleinerziehend gewesen, Job wackelig, aber ich sag dir was, ich hab in der Zeit der Schwangerschaft zum ersten Mal gemerkt, dass es sich lohnt für etwas zu leben!

Ich habe den Abbruch bitterlich bereut, weil eben wie bei dir das Herz schon mit im Spiel war! Das ist meiner Ansicht nach der wichtigste Punkt. Mir hat damals eine Urbianerin geschrieben "der Verstand sollte sich immer vor dem Herzen verbeugen". Ich habs irgendwie nicht glauben wollen, aber es ist so.

Es mag zwar Frauen geben die eine Abtreibung wegstecken wie nichts, aber für sie ist im Unterschied zwischen dir und mir klar, dass sie das richtige tun und niemals war da auch nur einen Moment das Herz im Spiel.

Alle Dinge, die ich angegeben habe warum es ungünstig ist das Kind nicht zu bekommen, übe ich entweder nicht mehr aus (weil ich unter dem Abbruch sehr leide) oder haben sich kurze Zeit später von selbst aufgelöst.
Auch die Geschichte mit dem Mann, woher weisst du denn ob er ewig bleibt? Eigentlich gibts doch nur DICH und das was jetzt in dir wächst! Männer sind austauschbar, "einen Mann reißt man sich von der Seite, ein Kind mitten aus dem Herzen", hat mir damals auch eine Urbianerin geschrieben.

Ich kann dir das alles nur weitergeben und hoffen, dass DU es wenigstens richtig machst. Ich würde alles dafür geben nochmal in deiner Lage sein zu dürfen, wo ich alles noch in der Hand hatte !

Ich drück dich ganz fest und schick dir mal ganz viel #liebdrueck
schreib mal wie du dich entschieden hast und hol dir bitte deinen Mutterpass ;)
#herzlich
diana

Beitrag von salida-del-sol 13.04.11 - 21:34 Uhr

Hallo, liebe Surprise11,
wenn eine Schwangerschaft so völlig ungeplant kommt, ist e logisch, dass Du erst einmal durch den Wind bist.- Fühle Dich ganz sanft von mir gedrückt. Höre bei Deiner Entscheidung auf Dein Herz. Denn die logischen Argumente des Verstandes zählen meist anschließend wenig, wenn das Herz weh tut. Es macht Dein Herz jedoch schwer, weil Du nicht weißt, wie Du dies schaffen sollst. Wir wachsen in unsere Aufgaben hinein.
Du weißt nicht wie es ohne familiären Rückhalt geschehen kann. Du kannst Dich zum einen nach Ersatzgroßeltern umschauen. Dies sind Ehepaare mittleren Alters, die sich Enkel wünschen, aber keine haben. Die freuen sich, dass sie eine Aufgabe bekommen, und machen dies kostenlos und Du hättest Unterstützung. Schau nicht auf die berufliche Sitaution, nichts ändert sich im Leben schneller als eine Situation. Denn unser Leben dreht sich weiter, wie in einem Film.
Es ist richtig, dass Dein Kind nichts dafür kann. Und dieses Kind würde später mächtig stolz auf Dich sein, dass Du es mit ihm geschafft hast, trotz allem was kompliziert war.
Sei ganz lieb gegrüßt von salida-del-sol

Beitrag von jolina79 20.04.11 - 14:10 Uhr

liebe surprise,

vielleicht rechnest du schon gar nicht mehr mit einer weiteren antwort, doch ich möchte dir einfach ein paar meiner gedanken schreiben...

ich glaube dir gerne, dass es ein schock für dich war, den positiven test in der hand zu halten - auch wenn du es bereits geahnt hattest. und auch die folgenden tage stelle ich mir sehr aufwühlend vor...vielleicht wie ein karussell der gedanken und gefühle? wie geht es deinem kopf und bauch heute? ich hoffe, du hast am wochenende die seele baumeln lassen können...

du warst ja inzwischen noch mal beim frauenarzt und hast vermutlich deinen mutterpass bekommen...ergab sich dieses mal aus dem gespräch mit der ärztin für dich mehr klarheit?

schade, dass du keinen rückhalt von seiten deines freundes oder deiner familie hast. kannst du bei deiner freundin da ein stück ersatz-zuhause finden? ich glaube, nachdem was du geschrieben hast, sie ist ein wirklicher schatz für dich, stimmts?

ich staune, wie bewusst und reflektiert du um eine guten weg ringst und mit deiner ganzen kraft und ganzem herz versuchst, aus dieser überraschung eine idee zu entwickeln, die dir entspricht und die auch deinem baby gerecht wird. das zeichnet dich auf jeden fall schon jetzt als eine verantwortungsvolle und reife mama aus :-)

eine frage ist für mich noch, warum du meinst, eine entscheidung fällen zu MÜSSEN – denn du könntest doch auch diese schwangerschaft als einen fakt ansehen, der schon entschieden ist und deine kraft dafür verwenden, dich darauf einzustellen. du hattest andere vorstellungen von einer familiengründung - hattest du und dein freund jemals über eine gemeinsame zukunft und kinder gesprochen? wie konkret sind deine eigenen ideen zu diesem thema? und könntest du dich eventuell damit anfreunden, deine ideal-vorstellungen deinem baby und dir selbst zuliebe neu zu überdenken und kreativ umzuwandeln?
vielleicht gibt es in deiner umgebung ja noch mehr junge frauen, die ihre kiddis alleine groß ziehen – du könntest das mal auskundschaften und dir von ihnen erzählen und mut machen lassen.

du schreibst, dass es bei dir beruflich im moment schlecht aussieht – meinst du, du wärst bereit, finanzielle unterstützung anzunehmen? falls ja, könnte ich dir eine sehr gute adresse vermitteln.

ich wünsche dir von ganzem herzen, dass du dir wirklich alle zeit und ruhe gönnst, die du brauchst um die neuen umstände „sacken zu lassen“ (so wie du selbst geschrieben hast #pro ) und dir sicher zu werden, in dem, was du wirklich willst – glaubst du nicht auch, dass die antwort schon in dir schlummert... surprise ;-) ?

ich würde mich sehr freuen, wieder von dir zu lesen #winke
alles liebe,
jolina