wieviel trinken?

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Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Hier könnet ihr euch gegenseitig Rat und Unterstützung geben. Lest gern auch in unserem Magazin nach. 

Beitrag von kristinhms 13.04.11 - 16:47 Uhr

Hallo


Unser kleiner Arjen ist jetzt 1 woche und 1 tag alt;)

Er kam ja bei 33+0 zur Welt.

Heute hat mir die schwester erzählt , dass er nur noch elektrolyte , calcium und Natrium intravenös bekommt.


Das liegt wohl daran, dass er viel spuckt. Momentan versuche ich ihn mttags und Abends zu stillen. Gestern abend hat er 10 gramm getrunken und heute Mittag 5 gramm. Dazu wird er dann sondiert. ( Er bekommt 8 x 20 ml /tag)

Heute sollte ich ihm aber zusätzlich 22 gr . sondieren.... Ergebniss: er hat soo doll gespuckt...

Aber wieviel braucht er denn?
Und was kann ich tun, damit er die Brust besser annimmt?

Er wog bei Geburt 2300 gr, ist dann innerhalb von 4 tagen runter auf 2030. Hat sich gestern wieder hoch gekämpft auf 2100 und heute war es dann 2090gramm

Ich vermisse ihn so sehr hier zu hause... und habe angst, etwas falsch zu machen... er gehört doch eigentlich hier her. Wenn er bis 2500gr im KH bleiben muss, dann werde ich ihn ja tatsächlich erst in 4 wochen hier haben....


Kann mir jemand Info´s geben?


Liebe grüße
kristin

Beitrag von angie-1980 13.04.11 - 18:56 Uhr

hallo kristin,

erst mal #herzlich glückwunsch zu deinem Kleinen.
Also bei uns auf der Neo war das so das die Doks die Trinkmenge alle paar Tage erhöht haben (je nachdem wie die Kleinen es vertragen) manchmal wurde zwischendurch auch wieder reduziert weil mein Jannik auch gespuckt hat. Wieviel die Kleinen Trinken müssen ist galub von Baby zu Baby unterschiedlich. In unsrem KKH durften die Kleinen erst heim wenn sie 6 Mahlzeiten am Tag selbstständig getrunken haben (entweder Brust oder Flasche, Sonde wurde irgendwann gezogen). Bei meinen beiden warens zum Schluß 6x80ml (mal mehr mal weniger) kurz vor Entlassung lassen die Doks/Schwestern aber soviel trinken wie sie mögen (solange sie über den Tag verteilt auf die Zielmenge kommen). Hab Geduld mit deinem Kleinen. Normalerweise müsste er noch ganze 7 Wochen gar nichts selber machen, er muß sich an das trinken erst gewöhnen und auch lernen. Es ist schwer und natürlich vermisst du ihn zuhause, aber setze dich und dein Mäuschen nicht unter Druck. Irgendwann machts "Klick" und er trink wie verrückt. Das wird:-D

LG Angie

Beitrag von susa31 14.04.11 - 06:56 Uhr

ehrlich gesagt würde ich ihn jetzt erstmal nicht mit der brust stressen, sondern es per flasche probieren. mein sohn hat mit den gleichen ausgangsmaßen ungefähr fünf oder sechs wochen gebraucht, bis er komplett an der brust war, das war für den anfangs viel zu anstrengend. die erste woche haben wir komplett sondiert, dann hat er seine flaschen (ich glaube, er hat alle vier stunden 50 ml bekommen, aber dafür würde ich nicht die hand ins feuer legen) immer besser getrunken.
es macht ohnehin einen riesenunterschied, ob man daheim alle zeit der welt hat oder ob die schwestern im krankenhaus irgendwann sondieren müssen, weil sie auch noch andere kinder versorgen müssen.
haben sie dir denn gesagt, dass er unbedingt 2500 gramm haben muss? bei uns waren die voraussetzungen: temperatur halten, keine atemaussetzer oder bradykardien, den großteil der nahrung selbst trinken ohne sonde - ergo sind wir mit knapp 2400 gramm nach fast drei wochen heimgegangen.

Beitrag von kristinhms 14.04.11 - 07:18 Uhr

Hallo,


ja, also die im Krankenhaus lassen sich auf keine klare Aussage ein. Ist ja sicher auch verbünftig, sonst versteift man sich darauf.
Der Rythmus ist bei ihm so:
02:00 Uhr - Flasche 10ml - Sondiert 12ml
5:00 Uhr - Sondiert 25 ml
8:00 Uhr - Flasche 10ml - Sondiert 15ml
11:00 Uhr - Sondiert 25 ml
14:00 Uhr - Brust 5-10 ml - Rest sondiert
17:00 Uhr - Sondiert 25 ml
20:00 Uhr - Brust 5-10ml - Rest sondiert
23:00 Uhr - Sondiert 25 ml


Seit gestern bekommt er noch eine Fettlösung intravenös.
Gestern Nachmittag hatte er noch einen Abfall auf 70. Ansonsten bekommt er das jetzt schon ganz gut hin.
Seine Temperatur lag gestern bei 37, Grad im Wärmebett ( eingestellt auf 35 Grad)

Man fühlt sich so hilflos. Ich würde ihm so gerne helfen, doch weiß ich nicht wie.

Ich denke dann immer, die Schwestern sind ja ausgebildet und werden wissen wie es laufen soll..

Er spiuckt auch immer noch viel...

Danke für deine antwort
LG
Kristin

Beitrag von lejana 14.04.11 - 08:32 Uhr

Hallo Kristin,

Kann dich sehr gut verstehen. Hab mich immer schrecklich gefühlt meinen Kleinen im Kh lassen zu müssen.
Aber erstmal: das die Kleinen Anfangs abnehmen ist ganz normal, ist bei Reifgeborenen genauso.
Lass Euch Zeit. Uns sagte eine Schwester mal, wenn's bei der Mutter läuft kriegt man jedes Baby voll an die Brust, egal wie lange es vorher Sonde und Flasche hatte. Man braucht nur bisschen Geduld. Und wie schon gesagt wurde, eigentlich müsste er noch gar nix machen. Mir hat dieser Gedanke immer geholfen und ich war richtig stolz das er's trotzdem schon so gut gemacht hat.
Er kam bei 33+6. Ich durfte ihn erst anlegen, als er gut aus der Flasche getrunken hat (mit ca 2 Wochen) und da nur 1-2 mal. Waren nach einer Woche nochmal 1 Woche im Kh (Grippe) und da hat er wieder Infusion und Flasche gekriegt. Erst als wir ganz daheim waren hats mit der Zeit mit Vollstillen geklappt.

Bei uns waren die Entlassungskriterien:
- selbstständig Atmen
- Temperatur halten
- alle Mahlzeiten selbstständig trinken (am besten Ad Lib)
- ssw 36+0
Gewicht war nicht relevant

Wünsch Euch alles Gute

Lg
lejana

Beitrag von lejana 14.04.11 - 08:37 Uhr

Sorry vergessen:

Wir hatten Anfangs 8x 5 Gramm und wurde in 2,5 Wochen gesteigert auf 6x 80 Gramm. Danach Umstellung auf Ad Lib, da waren's tägl. ca. 500-600 Gramm.

Beitrag von nadineriemer 14.04.11 - 09:05 Uhr

Hallo,
meine großer Sohn wurde 1 Jahr lang sondiert,aufgrund extremes Früchen und schwer Herzkrank.Heute ist essen ein großes Problem,er ißt sehr wenig was man leider auch sieht.
Meine kleine Motte kam 6 Wochen zu früh und wurde auch sondiert,aber nach 1 Woche fing sie langsam an selber zu trinken.Mit der Menge ist bei jedem Baby unterschiedlich und vergiss nicht,das muß er eigentlich auch noch nicht können.Das kommt noch und auch mit dem stillen würde ich mich nicht unter Druck setzen.Ich habe am 14 Tag meine Motte endlich stillen können und es hat auch super geklappt.Ich musste dann aus anderen Gründen abstillen.Gib ihm die Zeit die er braucht!
Bei uns wurde entlassen,wenn das Kind selbstständig trinken kann,die Temperatur hält und selbstständig atmen kann.Meine Motte wog 2400g bei der Entlassung,also bei uns gehen die nicht nach dem Gewicht.

Nadine

Beitrag von kristinhms 14.04.11 - 16:11 Uhr

Danke erstmal für die Antworten.

Natürlich bin ich auch stolz, dass er es doch eigentlich alles ganz gut zu meistern versteht. Nur diese Hilflosigkeit schlägt in Verzweifelung um. Wegen mir und meinem HELLP Syndrom musste der kleine eher geholt werden und jetzt muss er so kämpfen, weil mein Körper einfach nicht mehr mitgespielt hat.
Mir geht es wieder blendend und der kleine muss sich jeden millimeter erkämpfen. Das ist so ungerecht!




Was bedeutet eigentlich AD LIP?


LG Kristin

Beitrag von susa31 14.04.11 - 17:40 Uhr

ad libitum - nach belieben. das heißt, dass die schwester entscheiden können, ob irgendwas verabreicht werden muss, ohne dafür eine verordnung vom arzt zu brauchen.
mache dich nicht so fertig: die gedanken, dass man es irgendwie vergeigt hat, hat doch fast jede frühchenmama - aber die machen es dir nur schwer. es geht deinem keks gut und du wirst sehen, dass du in einem jahr gar nicht mehr glauben kannst, dass er so einen doofen start hatte. dass er viel spuckt, ist natürlich doof, aber das wird sich geben. du bist für ihn da, du hast ihn lieb. das ist das wichtigste und das merkt er auch. lass den kopf nicht hängen!

Beitrag von lejana 15.04.11 - 07:51 Uhr

Entschuldige den Begriff, hab beim Schreiben nicht drüber nachgedacht. Dabei hab ich ihn auch erst an dem Tag als es bei uns gemacht wurde das erste Mal gehört.
Also Ad Lib ging bei uns so:
Die Magensonde wurde gezogen und die festen Versorgungszeiten wurden gestrichen um zu sehen ob er sich oft genug von allein meldet und dann auch genug trinkt. Immer wenn er sich gemeldet hat, hab ich ein Fläschchen geholt und ihm gegeben was er wollte. Die getrunkene Menge musste ich dann den Schwestern sagen und nach 24 Stunden wurde zusammengerechnet ob's passt. Zum Glück hat er's gleich sehr gut gemacht. Wärs nicht so gewesen hätten wir's nach ich glaube 2 Tagen erstmal wieder so machen müssen wie vorher. Aber die Schwestern und Ärzte haben da echt Blick für, welchem Kind sie schon wieviel abverlangen können.

lg
Lejana