Nun ist also Fr. (Dr.) Koch-Mehrin an der Reihe

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Forum: Politik & Philosophie

Hier ist der Platz, mit anderen Politik- und Philosophieinteressierten über Parteien, aktuelles politisches Geschehen, Sinnfragen etc. zu diskutieren. Wir bitten insbesondere in diesem Forum um einen sachlichen und konstruktiven Diskussionsstil!

Beitrag von muckel1204 13.04.11 - 17:24 Uhr

Plagiatsvorwürfe, auch bei ihr und die Staatsanwaltschaft befasst sich nun mit ihrem Fall.

http://www.tagesschau.de/inland/kochmehrin132.html

Na da bin ich ja gespannt, was das wohl wird.
LG

Beitrag von sarahg0709 13.04.11 - 18:43 Uhr

Hallo,

die suchen sich aber immer nur welche aus, die aus den Uniionsparteien sind. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Ich finde diese ganze Sache inzwischen sowas von lächerlich.


LG

Beitrag von .neo 13.04.11 - 19:24 Uhr

1. FDP
2. Selbst wenn sie aus einer Unionspartei wäre: Von 2 Personen darauf zu schließen, dass "sie" sich nur Unionsparteien aussuchen
3. Was ist dran lächerlich? Guttenberg hat jetzt die erste Klage von dem, dessen Arbeit kopiert wurde. Würde ich auch so machen.

Beitrag von 3wichtel 14.04.11 - 08:08 Uhr

Sollte man sich nicht eher wundern, dass ausgerechnet 2 Vertreter der konservativen Parteien (die sich ja gerne so bewandert in Bildung und Wirtschaft geben) durch Plagiatsvorwürfe auffallen?

Ist es etwa nötig, bei der CSU/FDP einen Dr.-Titel zu haben um aufzusteigen? Und wenn man es aus eigener Kraft nicht schafft hilft man halt mal nach?

Unterstelle mir gerne Naivität. Aber ich glaube fest daran, dass man aus den Reihen SPD und Grüne solche Fälle nicht finden wird...
Erstens gehört dort ein Dr.-Titel nicht "zum guten Ton". Und zweitens ist den Parteien noch die echte Bildung wichtig, die zu einem Wissen führt, dass einen Lebensunterhalt oberhalb der Armutsgrenze ermöglicht.
Fernab von Eliteunis, Turboabi und anderen "wir-sind-ja-so-toll"-Bildungsideen.

;-)

Beitrag von zeitblom 14.04.11 - 08:47 Uhr

"Unterstelle mir gerne Naivität"

danke, das mache ich hiermit....

"ein Dr.-Titel nicht "zum guten Ton".

und hier darf ich Dir die klassische Bildungsfeindlichkeit einer bestimmten Schicht unterstellen, der es offensichtlich nie gelang, ihre eigenen Minderwertigkeitskomplexe zu ueberwinden. Moeglicherweise liegt hier auch ein Grund vor, weshalb die SPD sich inzwischen zu einer grossen Splitterpartei entwickelt hat.....

Beitrag von 3wichtel 14.04.11 - 08:57 Uhr

Wenn eine Partei sich der geltenden UN Meinung anschliesst und sagt, dass es sich ein Land rein wirtschaftlich nicht leisten kann einen kleinen Teil der Bevölkerung elitär zu beschulen, während der Großteil mit einer Sparbildung, die allenfalls zum korrekten Ausfüllen eines Hartz-IV-Formulars langt, abgespeist wird, dann kann ich daran keine Bildungsfeindlichkeit erkennen.

Mehr qualifzierte Bildung für ALLE (unabhängig von Geld und Elternhaus) ist für mich das Gegenteil von Bildungsfeindlichkeit.

P.S. Ich persönlich finde einen Automechaniker, der geradeaus denken kann und handwerklich geschickt ist auch gebildeter als einen Prof. Dr., der sich nicht mal selber einen Kaffee kochen kann...

Beitrag von zeitblom 14.04.11 - 09:08 Uhr

Mit Deinem ersten Absatz wirst Du aber kaum Dtl. mit meinen koennen.

Deinem zweiten Satz stimme ich zu.... und in Deinem letzten Satz bestaetigst Du meine Kritik....offenbar gibt es so etwas wie die Arroganz der "Arbeiterklasse"

Beitrag von 3wichtel 14.04.11 - 12:22 Uhr

Meine "Abneigung" gegen kopfgesteuerte Menschen (auch "Fachidioten" genannt) ist weniger eine Arroganz der Arbeiterklasse.
Gut, ich selber habe (neben Abi und Lehre) nur ein abgebrochenes Studium zu bieten.
Mein Mann dagegen hat sogar gleich 2 Studienabschlüsse. Er ist allerdings auch in der Lage eine Gartenbank zu bauen, Rasen zu mähen und Reifen und Windeln zu wechseln.

Und ganz ehrlich: Ohne die letztgenannten "Qualitäten" könnte er 100 Studienabschlüsse haben. Als Lebenspartner käme er nicht in Frage.

Ich finde einfach handwerkliches Geschick attraktiver als rein intellektuelle Fähigkeiten.

Arrogant: Sicher. Arbeiterklasse: Hat in diesem Fall nichts damit zu tun.

Ich persönlich mache bei Menschen immer den imaginären "Einsame-Insel-Test": Ich stelle mir vor, ich würde mit besagtem Menschen auf einer einsamen Insel landen. Würde ich mich mit der Person dort wohl fühlen? Und wäre die Person in der Lage, etwas konstruktives zur Situation beizutragen (Jagen, Fischen, Wasser suchen, Hütte bauen).
Wenn nicht, dann ist es eben kein Partner/Freund/Freundin für mich...

Beitrag von zeitblom 14.04.11 - 12:30 Uhr

Dass viele Frauen ihre Partner nach Nuetzlichkeitskriterien aussuchen, war mir bereits bekannt... ;-) ...
ich jedenfalls waere auf dieser einsamen Insel lieber mit einer schoenen Intellektuellen (soll's wohl irgendwo geben), als mit einer guten Koechin oder Beerensammlerin...

Beitrag von 3wichtel 14.04.11 - 14:06 Uhr

Bei geistreichen Gesprächen verhungern.

Naja, jeder hat so seine Vorlieben.

Beitrag von zeitblom 14.04.11 - 14:22 Uhr

Selbst ist eben (nur) der Mann....

Beitrag von el-corazon 14.04.11 - 15:21 Uhr

die beiden werden schon was zu essen finden. er ist sicher der hässliche koch und erfolgreiche beerensammler.




















#schein

es soll ja auch schöne, kluge frauen geben, die kochen können. und beeren sammeln. schöne vorstellung, oder?


Beitrag von nijinsky 14.04.11 - 16:35 Uhr

>es soll ja auch schöne, kluge frauen geben, die kochen können. und beeren sammeln. schöne vorstellung, oder? <

Das ist unlogisch, Captain!
Wenn die Evolutionstheorie stimmt, hätten sich die positiven Merkmale in einigen Millionen Jahren durchgesetzt, auch auf die männliche Linie.
Wenn ich aber morgens in den Spiegel schaue...

Oder redest du von Mutantinnen?
;-)

Beitrag von syldine 27.04.11 - 21:20 Uhr

#rofl#rofl wie gut, dass Geschmäcker verschieden sind: ich bestell lieber einen Handwerker (ggg unterstütze damit die Wirtschaft ;) ) und führe mit meinem Mann geistreiche Gespräche... ok, nicht immer hochintelligent, aber wir haben uns immer etwas zu erzählen ... und ohne soetwas käme für mich persönlich keine Beziehung in Frage. Was hab ich von einem Tiptop gebautem Haus mit super selbsthandwerklich gemachten Arbeiten aber einem Mann, mit dem man nicht auch mal gute (und das sind für mich auch Fachgespräche) führen kann?
Ne danke, lieber das Geld für den Klempner.... und er hat zum Glück auch nicht auf hausfrauliches Geschick geachtet, denn dann hätte ich einpacken können!#schein

Beitrag von c.l.e.o. 19.04.11 - 13:12 Uhr

Ein Automechaniker, der sagt, wo's lang geht und seine Hände geschickt einzusetzen weiß kann dennoch strunzdoof sein, während ein Professor, der seinen Kaffee nicht selber kocht wahrscheinlich so clever ist, dies nicht zu tun, weil er nachgerechnet hat, dass dieser Kaffee dann sehr teuer wäre.

Beitrag von liebelain 14.04.11 - 09:45 Uhr

Ich reibe mir ausgesprochen schadenfroh die Hände, wenn ich denke, wie Otto Normalbürger sich das Hirn zermartert, um eine Dissertation abzuliefern, während die feinen Herrschaften aus der Politik mit hoch erhobener Nase davon abkupfern und erwarten, dass das von den Urhebern devot abgenickt wird.

Dass jetzt alles schonungslos enthüllt wird, geschieht denen recht!

Beitrag von sarahg0709 14.04.11 - 11:40 Uhr

Hallo,

wie mein Doktorvater meinte: "Man muss immer so abschreiben, dass es keiner merkt." Und genau daran habe ich mich gehalten ;-)



LG

Beitrag von king.with.deckchair 15.04.11 - 19:59 Uhr

"die suchen sich aber immer nur welche aus, die aus den Uniionsparteien sind."

Soso.

Beitrag von seelenspiegel 14.04.11 - 12:23 Uhr

Bin da etwas gespalten was das Ganze angeht.

Zum einen muss und soll Recht natürlich Recht bleiben, und niemand sollte sich mit fremden Federn schmücken dürfen.

Zum anderen finde ich das ganze aufgebauschte Mediengedöns um etwas, das weitläufig bei einem Politiker doch eher eine untergeordnete Rolle spielt, doch sehr übertrieben und kann Reaktionen wie "Händereiben" und "Schadenfreude" menschlich ansatzweise zwar verstehen, aber so gar nicht teilen.

Erbrachte Leistung in diesem Bereich fragt nicht nach einem Dr. Titel, und umgekehrt Faulheit und Unfähigkeit ebensowenig.

Es sagt also nicht unweigerlich etwas darüber aus, ob die betreffende Person ihren Job gut oder schlecht macht/gemacht hat, nur weil Passagen einer Dr. Arbeit nicht mit genügend eigenen Kommentaren versehen waren.

Beitrag von anrichter 14.04.11 - 13:44 Uhr

Ich habe mir schon gedacht, dass nach Guttenberg jetzt weitere Politiker-Dissertationen nach Plagiate durchsucht werden...Und ich bin mir auch sicher, dass Koch-Mehrin nur der Anfang ist...Auf der einen Seite finde ich es gut, dass dies öffentlich getan wird.Auf der anderen Seite ist es jetzt natürlich für Studenten und Doktoranden eine schwierige Situation,weil vermutlich mehr zwischen den Doktoranden und den Studenten entstehen wird..Aber letztlich weiß jeder, dass man nicht schummeln dard und Quellenangaben korrekt anzugeben hat...Von daher muss ich sagen, dass man selber Schuld hat.

Beitrag von westberliner 14.04.11 - 14:01 Uhr

Mein innigster Wunsch: Frau "Dr." Merkel sollte diesbezüglich vielleicht auch mal überprüft werden. Nach Physikerin klingt das Herumgeeiere in Sachen Atompolitik nämlich auch nicht wirklich...

Mögen sie fallen und hart aufschlagen, die Schwarzen in unserem Land.

Beitrag von nijinsky 14.04.11 - 16:15 Uhr

Wieso erwartet man (offensichtlich), dass jede(r) Physiker(in) dieser Welt sich mit den technischen, maschinenbaulichen und baulichen Aspekten eines Kernkraftwerks auskennt?

Was aber m.E. eine noch viel interessantere Frage ist: Wenn diese ganzen Doktores, Magister und Pfaffen nach oft geäußerter Meinung ohnehin für die politischen Ämter ungeeignet sind, die sie innehaben, was qualifiziert denn dann jemanden für ein solches Amt?
Die Frage ist durchaus ernstgemeint, impliziert sie doch die Anschlußfrage, ob Demokratie in der Form, wie wir sie kennen, eigentlich geeignet ist, -tja, wozu eigentlich?
Ein Volk zu führen?
Einen Staat zu lenken?
Einen Staat zu organisieren?
Wenn jeder Hans und Franz mit seiner Stimme jeden anderen Franz und Hans zu einem Volksvertreter wählen kann, solange der kandidierende Franz oder Hans nur das vorgegebene Mindestalter erreicht hat, ohne dass es eines Befähigungsnachweis für den Kandidaten bedarf, wo kommt dann die Qualität her, die hier so oft gefordert wird?

Andersherum gefragt, wer könnte denn in einer Demokratie die principia aufstellen, nach denen die Befähigung eines Kandidaten überprüft werden könnte?
Und es wird ja gar noch schlimmer, denn selbst wenn Vorstehendes auf irgendeine Weise gelänge, für welches politische Amt bedürfte es denn welcher Befähigung?

Bundeskanzler(in) könnte nach Lesart der ewig Hintergangenen ja nur werden, wer eine Koryphäe auf den Gebieten Gentechnologie, Genmedizin, Physik (Fachgebiete: Kernphysik, Teilchenphysik, Halbleiterphysik, Thermodynamik), Kerntechnologie (Dipl.(TH), Promotion bevorzugt), Baustatik im Bereich Kernkraftwerke, Geologie (Stichwort: Gorleben), Kommunikationswissenschaften (sonst kommt man weder dem Obama, noch dem Medwedew bei, Westerwelle kriegt man schon gar nicht abgesägt), Psychologie, Mathematik (endlich mal wirklich aussagefähige Statistiken!), Informatik (da werden wir es den bösen Uhrhebern und ihren Rechtsverletzern schon zeigen!) ist und natürlich eine Lehre im Handwerk absolviert hat.
Betriebswirtschaftslehre hab ich jetzt außer acht gelassen, auch Volkswirtschaftslehre und -ach ja!- zweites Staatsexamen in Jura wäre auch nicht schlecht (soll ja schließlich Gesetze machen, die Frau oder der Herr, nech!) am besten auf den Gebieten Staatsrecht, Strafrecht (endlich härtere Strafen für <hier das verbrecherische Feindbild Ihrer Wahl einsetzen>!), Steuerrecht (DAS wurde auch endlich mal Zeit!), Arbeitsrecht (geht ja schließlich nicht an, dass die Großkonzerne mit den Mitarbeitern machen können, was sie wollen!), Baurecht (-> was sich insbesondere mit den Kenntnissen in Atomphysik, Reaktortechnik (TH, Promotion wünschenswert) und Geologie ziemlich COOL macht!), Kommunalrecht (man will ja auch dem Gedanken des Föderalismus Rechnung tragen) und irgendwas mit internationalem Recht (Die werden schon sehen!).
Als "nice to have" stufen wir dann mal ein, dass es jemand mitten aus dem Volk ist, jemand, der/die sich von ganz kleinen Verhältnissen hochgearbeitet hat, denn sonst fallen ja -wie üblich- die Schwachen und Hilflosen mal wieder durch das Sieb.
Ebenso wäre es natürlich schön, wenn die Kandidatin oder der Kandidat ...

Damit, Janet! Jetzt hab ich doch glatt vergessen, dass der Kandidat natürlich Historiker und Germanist sein muss, um Kanzlerin zu werden, denn nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft gestalten, und dass ein Studium der Orientalistik Pflicht ist, da die größten Herausforderungen derzeit aus dem orientalischen Raum kommen.
Zeitgleich natürlich Anglistik (No more Westerwelle or Öttinger!) und Romanistik (wünschenswert: Sinologie; irgendwer muss mit den Chinesen ja mal Tacheles reden!).
Damit wären die Anforderungen aber auch schon weitestgehend beschrieben, Theologiestudium ist kein Ausschlußkriterium, sollte aber durch ein abgeschlossenes Studium der Biologie (Wir müssen schließlich den ostwestfälischen Cousin des Feldhamsters vor bruthemmenden Vibrationen durch Windräder schützen!) kompensiert werden.

Wenn die Kandidatin jetzt noch:
Eier legt
Milch gibt
und zweimal jährlich zur Gewinnung von Wolle geschoren werden kann, dann freuen wir uns über eine Bewerbung.

Beitrag von tanzlokale 14.04.11 - 21:49 Uhr

Das, lieber Nijinsky, ist ein hübscher Text, zumal wenn tatsächlich auch in einem Atemzug geschrieben. Durchaus satirisches Potential.

Logisch indes... aber sind wir mal nicht so.

Das Schlüsselwort - aber das ist ja jetzt auch ganz simpel - lautet hierzu nun freilich: Integrität.

Schön (oder bestürzend?), wie wenig man manchmal nur zu sagen braucht.

Schöne Grüße.

Beitrag von nijinsky 15.04.11 - 01:44 Uhr

Nicht simpel, nicht integer, nicht schön, nicht bestürzend!

Leider nur inhaltslos, da ohne Reaktion.

Trotzdem einen Dank für die (wirklich sehr schönen) Grüße

Beitrag von tanzlokale 15.04.11 - 13:48 Uhr

Beim nächsten Mal bringe ich mein Silbertablettchen mit.

Ach, bitte.

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