Tochter (5) brüllt immer erstmal NEIN und dann gefällt es ihr doch!

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von abendrot79 13.04.11 - 20:03 Uhr

Hallo,

ich muss euch mal was fragen! Meine Tochter (5) hat die Angewohnheit immer erstmal NEIN zu brüllen und wenn man sie dann zu ihrem Glück zwingt, brüllt sie am Ende auch wieder #heul, weil ihr die eine Sache soooooo gut gefällt, dass sie gar nicht mehr aufhören / dort weg will.

Mich macht das vollkommen IRRE :-[, weil es aus meiner Sicht Ausmaße annimmt, die nicht normal sind! Mir macht es schon keine Freude mehr gewisse Dinge vorzuschlagen, weil es doch nur Brüllerei incl. weinen und bitten und betteln gibt, damit sie dies oder jenes nicht tun muss. Meistens geht es dabei um Situationen in denen sie etwas ohne mich tun soll. Verabredungen bei anderen Kindern (bei denen sie noch nicht so oft war, aber genauso manchmal bei ihrer besten Freundin), mit Papa in Urlaub fahren (wir sind getrennt, haben aber extrem guten Kontakt), mal ein Wochenende bei der Oma verbringen (wohnt 60 km weit weg) etc.

Manche Dinge gehen nicht anders und dann nötige ich sie zu ihrem Glück und IMMER gibt es hinterher Brüllerei, weil sie von der Oma nicht mehr weg will, die Verabredung doch SUPER war etc.

Jetzt hat ihre beste Kiga-Freundin (wohnt zwei Strassen weiter) gefragt ob meine Tochter am Wochenende bei ihr schlafen möchte. Die Freundin hat bereits zweimal bei uns geschlafen. Und natürlich gab es eben wieder Brüllerei und Tränen weil sie auf keinen Fall OHNE MICH dorthin will.

Würdet ihr sie lassen und nachgeben nach dem Motto "ist ja ihr Pech wenn sie gewisse Dinge dann nicht erleben darf" oder würdet ihr zum Beispiel am Wochenende darauf bestehen dass wir die Sache mit dem Schlafen versuchen und ich sie jederzeit abholen werde, wenn es gar nicht geht (was ich kaum glaube). #kratz

Ja, eigentlich gibt es keinen Grund dass sie etwas gegen ihren Willen tun soll, aber ich weiss einfach aus Erfahrung, dass ihr bisher IMMER alles am Ende doch super gefallen hat! Es gab vor Kurzem eine Phase da hat uns kein Kind mehr besucht, weil meine Tochter im Gegenzug nirgends mehr hingegangen ist. Erst als sie das gemerkt hat, ist sie doch wieder auch zu anderen Kindern gegangen.

#danke für eure Meinungen,
abendrot79

Beitrag von bine3002 13.04.11 - 20:08 Uhr

Was macht sie denn, wenn Du sagast "Ok, dann sage ich jetzt ab."

Meine Tochter möchte manchmal auch nicht in den Zoo, zu einer Freundin, zum Sport. D.h. sie sagt an manchen Tag grundsätzlich erstmal NEIN. Wenn ich dann aber sage, dass ich die Freundin oder den Sportverein anrufe und absage, dann möchte sie das auch nicht. Also irgendwie scheint es so zu sein, dass sie einfach selbst nicht weiß, was sie eigentlich will und dann treffe ich eben die Entscheidung.

Beitrag von abendrot79 13.04.11 - 20:15 Uhr

Wenn meine Tochter sich mal wieder in den Kopf gsetzt hat dieses oder jenes nicht zu tun, dann freut sie sich wenn ich absage! Dann hat sie ja ihr Ziel erreicht! Eben hat sie mir auch gesagt, SIE würde morgen zu der anderen Mama gehen und selber absagen fürs Wochenende. Da ist sie echt schmerzfrei .... #zitter

Beitrag von ma-lu 13.04.11 - 20:43 Uhr

Hallo,

ich kenne einige solcher Kinder, die sich verhalten wie Deine Tochter - und meine Tochter gehört auch dazu.

Meistens haben diese Kinder ein Problem mit der Veränderung der sozialen Situation, in der sie sich gerade befinden und sind im Grunde ihres Herzens eher schüchterne Kinder. Befinden sie sich seit einer gewissen Zeit in einem sozialen Kontext und der soll verändert werden, bekommen diese Kinder erst mal Angst. Und das äußern sie auch. Sind sie dann in der neuen Situation und merken, dass ihre Angst nicht nötig ist, passen sie sich relativ schnell an und fühlen sich auch wohl. Und wenn dieser Kontext dann wieder verändert werden soll, kommt die Angst vor Veränderung (und Verhaltensanpassung, anderen Menschen, deren Bewertung...) wieder. Deswegen wieder ein Nein...
Vielleicht hast du schon mal Kinder gesehen, die morgens weinen, wenn sie in die Kita gehen, und nachmittags, wenn sie abgeholt werden, wieder weinen? Das ist genau dasselbe. Hat nix damit zu tun, dass sie weder in die Kita wollen, noch zur Mama, nein, sie haben einfach Angst vor dieser Veränderung.

Da meine Tochter ja auch eher schüchtern ist und vor neuen sozialen Situationen immer riesige Angst hat und halb durchdreht, hab ich mir mal das Buch "Mutig werden mit Till Tiger" gekauft. Das ist gar nicht schlecht und es erklärt auch gut, warum man den Kindern diese Situationen eben NICHT ersparen soll: weil sie dann im ersten Augenblick zwar zufrieden sind, dann aber doch nicht, weil sie im Grunde ihres Herzens eigentlich ja doch wollen und sich nur nicht trauen. Und wenn man den Kindern diese Situationen erspart, können sie auch nicht lernen, dass sie eigentlich keine Angst zu haben brauchen.
Deshalb: ruhig bleiben, geduldig sein... und nicht schimpfen. Ich bilde mir ein, dass es bei uns schon ein bisschen besser geworden ist.

LG
Ma-Lu