Gibt es eigentlich immer mehr Hochbegabte?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von siina 13.04.11 - 23:09 Uhr

Oder ist das nur mein eigenes Empfinden? Schließlich lese ich hier bei Urbia fast täglich über hochbegabte Kinder. Was können die Ursachen sein? Ernährung, Gene?

Wahnsinn, da lese ich über Kinder, die gut tanzen können. Das muss man sich mal vorstellen.

Oder Kinder die gut puzzlen, oder schön malen, oder gut reden, oder schon Fahradfahren und mit 4 schwimmen können. Alle hochbegabt.

Die Uni sollten sich schon mal warm anziehen:-p

Aber mal im Ernst, es würde mich mal interessieren, was aus diesen ganzen Hochbegabten wird. Man hört später gar nichts mehr von ihnen. Es scheint also mehr Hochbegabte im Kleinkindalter zu geben...oder nennen die Eltern das dann später Adhs?

Ich möchte niemanden auf die Füße treten, aber es ist doch auffällig, wie inflatonär diese Bezeichnungen fallen.

Wie seht ihr das?

Sina mit hochbegabten Sohn...von seiner Doktorarbeit wollte ich jetzt eigentlich nicht anfangen, ich fürchte er hat einiges abgeschrieben.

Beitrag von murmel72 13.04.11 - 23:15 Uhr

Hm, das habe ich mich auch schon öfter gefragt und mir sind folgende Gedanken gekommen:

Bei einigen Müttern wandelt sich der natürliche Mutterstolz über die Fähigkeiten des Sprösslings ins Unermessliche, so dass die vielleicht durchschnittlichen Fähigkeiten des Kindes als Hochbegabung angesehen werden.

Viele kompensieren ihr eigenes Unvermögen auf ihre Kinder und erheben diese zu gottähnlichen Wesen, die grundsätzlich auf einen höheren Podest gestellt werden, als ihre Altersgenossen.

Ständiger Wettbewerb mit anderen Müttern und ihren Kindern. Wobei das eigene Kind natürlich immer ein klitzekleines Bisschen mehr kann als der Durchschnittsbengel von nebenan.

Wichtigtuerei.

Langeweile.

Kind ist tatsächlich hochbegabt. Aber die Mütter dieser Kinder werden höchstwahrscheinlich nicht bei Urbia posten, sondern sich fachlichen Rat holen.

Beitrag von zahnweh 13.04.11 - 23:52 Uhr

super geschrieben!!

evtl. noch:
sie haben keinen "Vergleich". Meine eine und da frag ich mich oft, wo sie in der Entwicklung steht. Bücher helfen oft nicht weiter. Mütter fragen führt zu deinem beschriebenen Ergebnis... #heul

so gesehen wünsche ich mir noch ein paar Kinder mehr. Dann kann ich bei meinen kleineren Entwicklungen besser einschätzen, weil ich von den Großen ja schon einiges kenne ;-) Erziehung weitgehend die gleiche.

Beitrag von zahnweh 13.04.11 - 23:48 Uhr

Hallo,

schwierig zu beantworten...

denn ich kenne

a) wirkliche hochbegabte und weiß auch was aus ihnen geworden ist.
Habe mich mit dem Thema umfangreich auseinandergesetzt

b) das was du vermutlich meinst: diejenigen, die sich damit gerne brüsten wollen.

Das Interessante!!!

a) diejenigen, die es sind, versuchen sehr viel um so "normal" wie möglich zu wirken. Verstecken ihre Fähigkeiten und Eltern, die es erzählen, werden als welche wie in b beschrieben abschätzig gemustert, da sich ihr Kind außerhalb der Familie möglichst "normal" zeigt oder durch auffälliges Sozialverhalten auffällt, weil das sich anpassen extrem schwierig ist.
Was auch viele nicht bedenken:

1. Hochbegabgung ist NICHT Hochleistung!!!
es gibt viele Hochbegabte mit sehr schlechtem Lebenslauf durch Unterforderung oder totalem Verkannt werden bis hin zum Selbstmord - und selbst dann werden sie noch als "wie kann man nur so blöd sein" betitelt....

2. einige geistige Fähigkeiten sind sehr viel weiter entwickelt. Emotional ist das Kind aber soweit entwickelt wie das tatsächliche Alter. Oder sogar etwas zurück, weil das Kind mit seinen eigenen weitreichenden Gedanken noch total überfordert ist. (selbst Erwachsene sind mit solchen Gedankengängen oft überfordert). Es ist wichtig und sehr schwierig, DAS dann selbst aufzufangen (erst mal selbst verstehen als Eltern; auffangen und dem Kind helfen, das emotional aufzuarbeiten, was das Hirn des Kindes versteht und die Gedanken nicht einfach zu stoppen sind)

3. es gibt noch immer sehr sehr viele Vorurteile!!!
Im Freundeskreis fragen ist ein Ding der Unmöglichkeit (sofern man nicht zufällig jemanden kennt, der sich damit auskennt. Viele Hochbegabte freunden sich an, halten sich für die besten Freunde, trauen sich aber nicht das Thema anzusprechen. Wenn es zufällig herauskommt, sind sie erleichtert, ENDLICH mal offen darüber reden zu können!)


zu b)
wer es nicht hat, wünscht oder brüstet sich damit. Kennt sich oftmals nicht wirklich damit aus. Nicht nur beim Thema "Hochbegabung"....
Die Wettrennen gibt es auch beim
- Trocken werden
- wer bekommt zuerst beikost
- welches Kind kann als erstes Krabbeln/laufen
- wessen Kind hat zuerst den ersten Zahn
- wessen Kind schläft als erstes durch und am längsten
- ....

Es ist ein Wettlauf der Mütter. Und wer nicht ins Schema passt muss therapiert werden. (wodurch man selbst natürlich besser dasteht).

Im Forum kann man offener schreiben und sich Informationen holen.
Im Freundeskreis nur vereinzelt oder unter 4 Augen. Sobald 3 Mütter zusammenstehen, geht der Wettstreit ins unerbittliche (Schlammschlacht über die Köpfe der Kinder)



Kurz gesagt:
b) wer sich nicht damit auskennt und vermutlich kein Hochbegabtes Kind hat, brüstet sich eher mal damit oder tut so als ob
a) diejenigen, die ein hochbegabtes Kind haben, trauen sich oft nicht darüber zu reden oder versuchen, dass ihr Kind (nicht noch mehr) auffällt ... oder relativieren oft auch schnell
"ja, mein Kind kann schon bis 20 zählen, aber dafür ist sie sprachlich noch nicht soweit"

Beitrag von meandco 14.04.11 - 01:14 Uhr

wollte auch grade auf das wettrennen hinweisen ;-)

hab ne bekannte die arbeiten geht und ihr mann ist zu hause beim kind ... na und da die kleine so nur langsam vorankam, hat sie das über die zähne die sie wirklich unglaublich früh bekam kompensiert #augen#klatsch als ob das nicht egal wäre #cool

lg
me

Beitrag von schnuffelschnute 14.04.11 - 09:51 Uhr

Hallo meine Liebe,

vielen, vielen, vielen Dank für dieses Posting!!!

Meine Große IST gestestet hochbegabt und es ist teilweise echt sooo schwierig!

<<Das Interessante!!!

a) diejenigen, die es sind, versuchen sehr viel um so "normal" wie möglich zu wirken. Verstecken ihre Fähigkeiten und Eltern, die es erzählen, werden als welche wie in b beschrieben abschätzig gemustert, da sich ihr Kind außerhalb der Familie möglichst "normal" zeigt oder durch auffälliges Sozialverhalten auffällt, weil das sich anpassen extrem schwierig ist.
Was auch viele nicht bedenken:>>

So richtig! "Was wünscht sich das Kind zum 4. Geburtstag?" "Ach, Malstifte und einen schönen Block" - denn wenn man sagt, dass das Kind lieber Lernmaterial aus der 2. Klasse hätte und Bücher zum selber lesen, ist man Angeber und Übermutter.


>>1. Hochbegabgung ist NICHT Hochleistung!!!
es gibt viele Hochbegabte mit sehr schlechtem Lebenslauf durch Unterforderung oder totalem Verkannt werden bis hin zum Selbstmord - und selbst dann werden sie noch als "wie kann man nur so blöd sein" betitelt....>>

Und wieder muss ich zustimmen!
Natascha ist eine gute Schülerin, aber es gibt bessere. Sie lernt nicht, geht ja auch alles so. Sie kann schlecht mit den starren Lernregeln in der Schule umgehen und schreibt auch gern mal eine 4 oder 5.

<<2. einige geistige Fähigkeiten sind sehr viel weiter entwickelt. Emotional ist das Kind aber soweit entwickelt wie das tatsächliche Alter. Oder sogar etwas zurück, weil das Kind mit seinen eigenen weitreichenden Gedanken noch total überfordert ist. (selbst Erwachsene sind mit solchen Gedankengängen oft überfordert). Es ist wichtig und sehr schwierig, DAS dann selbst aufzufangen (erst mal selbst verstehen als Eltern; auffangen und dem Kind helfen, das emotional aufzuarbeiten, was das Hirn des Kindes versteht und die Gedanken nicht einfach zu stoppen sind)>>

Dem brauche ich nichts hinzuzufügen

<<3. es gibt noch immer sehr sehr viele Vorurteile!!!
Im Freundeskreis fragen ist ein Ding der Unmöglichkeit (sofern man nicht zufällig jemanden kennt, der sich damit auskennt. Viele Hochbegabte freunden sich an, halten sich für die besten Freunde, trauen sich aber nicht das Thema anzusprechen. Wenn es zufällig herauskommt, sind sie erleichtert, ENDLICH mal offen darüber reden zu können!)>>

Oh ja, genau so ist es.
Angeber, Spinner, Übermutter - sowas musste man sich schon alles anhören.


Auf der Seite der DGHK steht ein Satz: "Hochbegabung ist die schönste Behinderung, die es gibt"

Da ist soviel Wahres dran


LG

Ariane

Beitrag von siina 14.04.11 - 14:48 Uhr

#pro

Beitrag von anela- 14.04.11 - 06:19 Uhr

Genau, jedes Kind, daß irgendetwas mal besser als andere in seinem Alter kann ist gleich hochbegabt und die wilderen, die nicht stillstizen können haben ADHS. Ist doch ganz einfach ;-)

Beitrag von kanojak2011 14.04.11 - 06:28 Uhr

Wenn eine Mutter behauptet, dass ihr Kind gut tanzen kann, behauptet sie auch, ihr Kind sei hochbegabt ?#nanana

Meine Tochter, nächste Woche 3, geht seit 2 Wochen zum Balett, Sie kann sich gegen meine Erwartungen gut bewegen (tanzen), mit Hochbegabung hat es null zu tun.

Wir sind beide mit einem Uni-abschluss, mein Mann ist hochbegabt, ich ganz normaler Durchschnitt...und jetzt ? Dass das Kind hochbegabt ist, kann schon mal vorkommen...bei uns nicht ansatzweise der Fall und bin auch froh drum.

Ich finde den Anmerkung meiner Vorrednerin, dass die Kids versuchen ehe nicht aufzufallen, gut. Es hindert mich aber nicht daran zu sagen, als :bewegen kannst sie sich gut...oder ?

Beitrag von babylove05 14.04.11 - 07:31 Uhr

Hallo

was hat Hochbegab mit gut Tanzen zutunn??? Puzzel oder der gleiche haben auch damit nix zutun . Und keiner dieser Mütterhier behaupten das .

Es gibt einfach dinge die einige Kids schneller können als andere .

Ich hab auch noch keinen gehört der behauptet hat des sein Kind Hochbegabt sei , sondern sich lediglich dadrüber freuen des ihr Kind etwas besonderst gut kann .

Ich denk meine Tochter wird auch gut Tanzen können , sie ist jetz 10 monate alt und sobald sie auf den Beinen steht geht des Tanzen los . liegt aber eben auch an ihre herkunft und des bei uns Music und Tanzen sowieso hoch im kurs stehen .

Mein Sohn konnte dafür schon mit 2 Jahren Reiten als sei der auf dem Pferd geboren , wieso weil es ihm einfach liegt .

lg Martina

Beitrag von juniorette 14.04.11 - 09:54 Uhr

Hallo,

"was hat Hochbegab mit gut Tanzen zutunn??? Puzzel oder der gleiche haben auch damit nix zutun . Und keiner dieser Mütterhier behaupten das . "

doch, HIER

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=4&tid=3108437&pid=19685266

behauptet eine Mutter genau DAS!

Bevor du hier also die TE anpampst, hättest du sie fragen können, wie sie auf den Stuss mit dem Tanzen kommt.

J.

Beitrag von babylove05 14.04.11 - 10:28 Uhr

Hallo

sie hat aber NIE behauptet des ihre Tochter deswegen Hochbegabt ist , sondern lediglich geschrieben des auch der Kiga meinst sie sei ihrem alter schon vorrauss , und fragte ob jemand ein Kind hat des mit 3 Hochbegab ist , aber nicht mit einem wort erwähnt des ihres des ist .Also sollte du vieleicht erstmal richtig lesen .

lg Martina

Beitrag von sweety03 14.04.11 - 08:19 Uhr

Hallo,

ich wäre nicht im Traum darauf gekommen, dass meine große Tochter (7) hochbegabt sein könnte.
Sie war schon immer sehr interessiert an allem, hinterfragte alles und tat sich in Gruppen recht schwer. Sie sprach im Kindergarten das erste Jahr kein Wort, weder mit den Kindern noch mit den Erzieherinnen.
Sie kam 2009 in die Schule und konnte mit ihren Mitschülern nichts anfangen, war zu Hause sehr auffällig, bockig und machte einen ganz unglücklichen Eindruck.
Sie hat eine ganz tolle Klassenlehrerin, die uns ansprach, dass sie hochbegabt sein KÖNNTE, aber das man das testen lassen müsste, um es genau zu wissen.
Wir haben sie dann im letzten Sommer testen lassen, weil die Situation zu Hause untragbar wurde, das ganze Familienleben litt sehr.
Heraus kam, dass sie hochbegabt ist.
Unser Leben und ihres natürlich aus, hat sich insofern verändert, dass wir einen Grund für ihr Verhalten haben.
Sie wird zu Hause und in der Schule nach ihren Interessen jetzt mehr gefördert, hat endlich Freundinnen (auch in der Klasse) gefunden und ist ein viel glücklicheres Kind als vor einem Jahr.
Was ich eigentlich sagen möchte: Hier bei Urbia habe ich mir keinen Rat dazu eingeholt, sondern wir haben das bei einer Kinderpsychologin professionell abklären lassen.
Wir gehen damit nicht "hausieren". Wozu auch?
Uns ist wichtig, dass es unserer Tochter endlich wieder gut geht und dass unser Familienleben wieder an Qualität gewonnen hat.

Sweety

Beitrag von nele27 14.04.11 - 08:32 Uhr

Hi,

ich finde das schwierig. Es gibt sicher hochbegabte Kinder, die sicherlich nicht nur unter der Hochbegabun leiden (als Kind will man doch Durchschnitt sein und nicht so aus der Masse abheben...), sondern auch darunter, dass sie jetzt auch noch verdächtigt werden, eine Modekrankheit oder zu ehrgeizige Eltern zu haben #schmoll
Hochbegabung heißt ja auch nicht, dass sie automatisch Überflieger werden.

Andererseits ists schon auffällig, wie viele hochbegabt sein sollen oder ADHS haben. Manchmal glaube ich, einige Eltern wollen nur einen Namen für das schlechte Benehmen ihrer verzogenen Sprösse oder eine Ausrede, warum sie nichts dafür können, dass der süße Finn nicht stillsitzen kann oder in der Klasse den Kasper macht (wird ja auch als Symptom der Hochbegabung genannt)

Heutzutage sind die Kinder auch schon solche Individualisten, es ist erschreckend, wie viele mit Strukturen wie der Schule, wo man sich nunmal unterordnen muss, nicht klarkommen.
Und statt, dass sie dann eben dazu verdonnert werden, sich anzupassen, werden andere Schulen gesucht oder noch schlimmer, die ganz Radikalen versuchen es mit Homeschooling (zum Glück bei uns verboten).
Ich halte das - allgemein gesprochen - für nicht gesund. Zwar sind Kinder kleine Individuen und sollten ernst genommen werden. Genauso wichtig ist es aber, dass sie verdammt noch mal lernen, dass sich der Kosmos nicht nur um sie dreht :-)

Das waren meine bescheidenen Gedanken zu Thema #gruebel

Mein Bruder begann übrigens plötzlich, mit 4 Jahren zu lesen. Für meine Eltern damals ein Schock, wir kommen aus einfachen Verhältnissen. Garantiert hat ihm keiner das Lesen so früh beibringen wollen. Tja, war er nun hochbegabt? Keine Ahnung. Er lernte in der Schule leider, dass man nichts tun muss und trotzdem versetzt wird. Das ging bis zur 12. Klasse gut, dann blieb er kleben... jetzt hat er ein mittelmäßiges Abi, keiner würde je vermuten, dass ihm mal alles zu zugeflogen ist. Hätte man ihn fördern müssen? Keine Ahnung, damals machte man sich nicht so viele Gedanken, zumindest in unseren Kreisen. Heute ist das anders - auch ein Grund für den sprunghaften Anstieg der Hochbegabungen.

LG, Nele

Beitrag von ungeheuerlich 14.04.11 - 08:46 Uhr

Hallo,

nur weil ein Kind gut tanzen kann, ist es nicht hochbegabt, sondern talentiert.

Wirklich hochbegabte Kinder gibt es sehr sehr selten.

Hingegen gibt es viele Kinder mit einem hohen IQ, die in irgendeinem Bereich sehr weit entwickelt sind, dafür in anderen Bereichen eben unterentwickelt.
Testet man solche Kinder 2 Jahre später, kann der IQ schon wieder ein ganz anderer sein, weil sich der weit entwickelte Teil dem Alter angepasst hat und insofern der IQ Wert gesunken ist.

Hochbegabte Kinder, lesen und korrigieren schon mit 3 Bücher o. gehen mit 8 schon zur Uni, ect.. Diese Kinder können einem im Grunde aber eigentlich nur leid tun, weil sie gesellschaftlich wenig intigriert sind.

Mein Sohn wurde mit 7 Jahren getestet, mit einem Wert von 136, also hochbegabt. Nur leider hat man davon nie etwas wirklich gemerkt, weil der Wert hauptsächlich im logischen Denken lag. Im Alltagsleben braucht er sogar überall Hilfe und kann sich null organisieren. Der hat das Asperger Syndrom und ADHS.

Aber ich gebe Dir Recht, hier müsste das Forum voll sein vor Wunderkindern. Wenn ich hier teilweise Beiträge lese bekomme ich mich kaum noch ein vor lauter lachen. Aber es ist ja alles so herrlich anonym, also kann man hier den größten Mist erzählen. Wobei, manchmal glaube ich, die Frauen glauben sogar ihren eigenen Mist.

LG

Kerstin

Beitrag von miau2 14.04.11 - 09:01 Uhr

Hi,
mein Sohn ist auch hoch begabt. Seine Begabung, mich auf die Palme zu bringen ist unheimlich ausgeprägt, also sehr hoch ;-).

Nein, im Ernst, ich denke, "inflationär" trifft es. Vermutlich weil nach wie vor viele davon ausgehen, dass "Hochbegabung" automatische irgendwelche Vorteile bringt im Leben. Das kann natürlich so sein. Viel öfter ist es das aber wohl nicht.

"Inflationär" trifft es. Wunschdenken - wir leben in einer Gesellschaft, wo wir uns einreden dass nur Leistung zählt. Und dass jeder irgendwelche herausragenden Leistungen bringen muss. Und das fängt schon bei Kindern an.

"Normal" zu sein, vollkommen normal entwickelt, mit - wie es die meisten Menschen haben - irgendwo irgend einem vollkommen normalem Talent für irgend etwas - das reicht heute nicht mehr. Weil es eben normal ist, nicht abhebt. Nein, das eigene Kind MUSS etwas besonderes sein.

Früher nannte man es einfach "Talent". Heute nennt man es "Hochbegabung", weil das nach viel mehr klingt (wobei - so inflationär angewendet auch nicht mehr lange, da muss dann ein neuer Begriff her). Und da wie ich meine die allermeisten Kinder irgendwo für irgend etwas ein Talent haben (mein großer singt z.B. gerne und gut und turnt super für sein Alter) sind heute so viele Kinder hochbegabt. Bzw. talentiert - für irgendeine "Einzeldisziplin".

Das ist natürlich Pech für die, die es wirklich sind - bei einem so inflationär angewendeten Begriff wird es so nicht leichter, ihnen die Förderung zukommen zu lassen, die diese Kinder dann WIRKLCH nötig haben.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von annemo 14.04.11 - 10:19 Uhr

"mein Sohn ist auch hoch begabt. Seine Begabung, mich auf die Palme zu bringen ist unheimlich ausgeprägt, also sehr hoch ."
#rofl
#pro

Beitrag von erstes-huhn 14.04.11 - 09:03 Uhr

Ich denke, das viele Kinder eher frühbegabt sind, als hochbegabt.

Das eine kann man fördern, das andere ist einfach da. Ich denke da vertuen sich viele.

Beitrag von docmartin 14.04.11 - 09:23 Uhr

Naja, zum einen denke ich dass in einem solchen Forum sich natürlich diejenigen versammeln die Fragen haben und sich zu bestimmten Themen austauschen wollen. Das bringt schon mal eine Häufung mit sich.

Dann gibt es sicher viele, weil das Thema Hochbegabung in den letzten zehn Jahren vermehrt in die Aufmerksamkeit der Offentlichkeit gerückt ist, die eine hohe Intelligenz oder ein Talent mit Hochbegabung verwechseln.

Und dann gibt es andere, ich zähle dazu, die sich heir gerne Tipps und ratschläge holt weil es Dinge gibt, über die ich mit Bekannten oder lockeren Freunden nicht spreche. Unser Sohn ist (mehrfach getestet) hochbegabt was aber im Freundeskreis eigentlich niemand weiß und wir sprechen nicht darüber. Worüber wir im realen Leben durchaus sprechen ist sein Asperger Syndrom um Verständnis zu erwirken für sein manchmal sehr, sehr seltsames Verhalten.
Dass er, der erst im Sommer in die Schule kommt bereits mit Brüchen rechnet, perspektivisch zeichnet und mit Vorliebe spiegelverkehrt aber orthoprafisch richtig schreibt geht niemanden was an, das merkt außerhalb der Familie auch kaum jemand. Dass er mit fast sechs noch nciht trocken ist, keine Schleifen binden kann, extreme Verlustängste hat und nicht in der Lage einfachste Alltagssituationen (sich anziehen) zu bewältigen, das sieht jeder.

Also hole ich mir zum ersten Thema hier anonym meine Ratschläge und ich denke vielen anderen geht es auch so.

Gruß dm

Beitrag von kati543 14.04.11 - 09:23 Uhr

Ich denke, viele Mamas wissen nicht, was Hochbegabung eigentlich wirklich bedeutet und was es für ein "Fluch" ist. Ich habe eine Freundin, die Lehrerin an einer Hochbegabtenschule ist. Eine andere Freundin hat einen hochbegabten Sohn. Ich weiß schon, wie so etwas aussehen kann.
Viele Mamas denken, dass ist etwas sehr Positives, ihr Kind sei hochintelligent. Aber meistens ist es nicht so. Die Kinder sind auffällig. Sie sind zwar hochbegabt, aber sie haben schon Schwächen. Nur können sie diese ganz gut überdecken.
Sie werden zu Außenseitern, nicht selten gemobbt in der Schule. Sie sind sehr viel kleiner als ihre Klassenkameraden, da sie nicht selten Klassen überspringen. Für die Kinder selber gibt es in einer normalen Regelschule (bis zum Gymnasium) keine Herausforderung. Trotzdem passiert es manchmal, dass sie ein Studium nicht bestehen, weil sie nie gelernt haben, zu lernen.
Wie ich in den anderen Thread schon geschrieben habe...um dieser Gefahr zu entgehen, schickt meine Freundin nun ihren Sohn in eine Hochbegabtenschule mit Internat. Dort wird er gefördert - auch in den Fächern, in denen er nicht so gut ist (obwohl er natürlich überall eine 1 oder schlimmstenfalls eine 2 hat). Dort gibt es Kinder, die so sind, wie er. Und dort wird er hoffentlich Freunde finden.

Beitrag von arite78 14.04.11 - 09:31 Uhr

Moin

meine Freundin war gestern mit ihrem Sohn zur Einschuluntersuchung und er ist, Zitat "das BESTE Kind was JE zur Untersuchung" war, also...

Naja, wir waren ja auch noch nicht da #schein

Ich denke viele Eltern sehen mehr in ihren Kindern, als wirklich ist.


LG Arite

Beitrag von glueck2005 14.04.11 - 09:47 Uhr

Meine Freundin hat mal gesagt: "Hochbegabung ist die schlauste Behinderung der Welt".

Dem stimme ich zu.

LG

Beitrag von juniorette 14.04.11 - 10:01 Uhr

Hallo,

"Ich möchte niemanden auf die Füße treten, aber es ist doch auffällig, wie inflatonär diese Bezeichnungen fallen. "

das kann ich dir gerne erklären.

Da hat eine minderbegabte Mutter ein Kind, was durchschnittlich begabt ist, und aus deren Sicht ist das Kind natürlich dann hochbegabt :-)

Und die Anzahl an minderbegabten Müttern ist bei Urbia sehr hoch (ich möchte natürlich auch niemanden auf die Füße treten #schein)

Aber gerade in diesem Thread hier

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=4&tid=3108437&pid=19685266

wird deutlich, was ich meine ;-)

Hinzu kommt, dass hier jeder erzählen kann, dass das eigene Kind hochbegabt ist (mit allen Anzeichen für eine Hochbegabung) - nachprüfen kann das ja keiner.

Ich denke, kein intelligenter Mensch wird sich eine Hochbegabung für sein Kind wünschen, da echte Hochbegabung mehr Nachteile als Vorteile hat.

Oder, wie manavgat mal treffend geschrieben hat:
"Hochbegabung ist eine Behinderung wie alle anderen auch."
LG,
J.

Beitrag von nele27 14.04.11 - 10:21 Uhr

Da geb ich Dir absolut Recht!

Beitrag von urmel.1978 14.04.11 - 10:37 Uhr

Hallo,

ich geb dir völlig recht, dass es auf die Relation ankommt:

"Da hat eine minderbegabte Mutter ein Kind, was durchschnittlich begabt ist, und aus deren Sicht ist das Kind natürlich dann hochbegabt "

Aber ich glaube auch, dass es viele Eltern gibt, die sich durch ihr Kind, welches begabter ist als sie selbst, verunsichern lassen und nicht wissen, wie sie mit diesem Verhalten umgehen können. Das Etikett "Hochbegabt" hilft ihnen dann vielleicht, dem Kind die Förderung zukommen zu lassen, die es fordert....und das ist ja dann auch gut so!

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