Jemand Lust und hilft mir? Formulierung für ein Firmen-Geb.Schreiben

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Beitrag von bocky 14.04.11 - 07:56 Uhr

Habe eine Aufgabe bekommen und mir fehlen die richtigen Ausdrücken.
Freue mich sehr, wenn mir jemand ein paar Tipps geben möchte.
lg bocky

Ausgangssituation:

Sie sind Mitarbeiter im Personalwesen.
Ein langjähriger Mitarbeiter, der in der Abteilung Vertrieb beschäftigt ist, hat anlässlich seines 50. Geburtstages am kommenden Donnerstag zu einer Feier im Betrieb eingeladen.
Das Geschenk der Firma wird mit einem entsprechenden Begleitschreiben überreicht.
Herr … hat in seinen Anfangsjahren sehr viel Engagement gezeigt. Er hat seine Hochschulreife abends nachgeholt und sich fachlich weitergebildet. Hervorzuheben ist seine hilfsbereite Art. In den letzten 4 Jahren hat er sich aber durch keine herausragenden Leistungen hervorgetan. Die Arbeit im Team fällt ihm schwer.
Den 50. Geburtstag möchten Sie zum Anlass nehmen, Herrn … zu motivieren, seinen Erfahrungsschatz einzubringen.

Beitrag von mathildarosine 14.04.11 - 08:11 Uhr

Hallo,

das ist ja echt eine undankbare Aufgabe. Schwierig.

Ich würde die beiden Dinge aber trennen, denn es handelt sich nicht um ein Firmenjubiläum, sondern um einen Geburtstag.

Also:
Zum Geburtstag gratulieren, nicht auf die Arbeit beziehen.

zu einem späteren Zeitpunkt ein Mitarbeiter-Motivationsgespräch durchführen.

Ansonsten kann der Schuß nach hinten losgehen, wenn der Mann an seiner Party gesagt bekommt, dass er sich nicht genug einbringt.

Es mag noch so wohlwollend formuliert sein, aber zwischen den Zeilen bekommt er zu seinem Geburtstag ne Ohrfeige.

Das ist echt eine blöde Aufgabe die du da übernehmen sollst. Bist du dem Mann vorgesetzt? Sowas ist nämlich eigentlich Chefsache, die unangenehmen Dinge anzusprechen.

Viel Erfolg,


Simone

Beitrag von liebelain 14.04.11 - 09:35 Uhr

Sehr geehrter / lieber Herr XY,

zu Ihrem 50. Geburtstag wünschen wir Ihnen von Herzen alles Gute und weiterhin viel Gesundheit, und wir hoffen, dass wir von Ihrem reichen Erfahrungsschatz künftig noch viel mehr abschöpfen dürfen.

Alles Andere hört sich an, als bekäme er sein (mieses) Zeugnis zum Rausschmiss mit einer Schleife.

Beitrag von nijinsky 14.04.11 - 14:50 Uhr

Also "abschöpfen" würde ich jetzt in diesem Zusammenhang nicht unbedingt verwenden ;-)
Da würde ich eher "von Ihrem reichen Erfahrungsschatz profitieren" wollen, wobei auch das noch als Ausbeutung missverstanden werden könnte.

Wie wäre es, wenn "unsere Zusammenarbeit auch künftig durch Ihren reichen Erfahrungsschatz befruchtet" würde?
Vielleicht noch mit einer blumigen Beschreibung, dass "eine Firma wie die unsere mehr ist, als die Summe ihrer Mitarbeiter", sondern dass "das Fachwissen und die Erfahrung unserer Mitarbeiter im Team das wesentlichste und unverzichtbare Kapital sind, das uns erfolgreich macht."
Und dass natürlich ferner "Sie zu diesem Kapital einen großen Batzen beitragen."
-
Möglicherweise auch "gerade Sie in der langen Zeit unserer erfolgreichen Zusammenarbeit in dieser Hinsicht stets eine wichtige Stütze für unser Team waren"
-

Natürlich gehört zu einem Team "immer auch ein menschlicher Faktor, ohne den wir heute nicht so erfolgreich wären(, wie wir sind). Auch in dieser Hinsicht, sind Sie immer ein unverzichtbarer Teil des Ganzen gewesen."

Von daher kommen wir zu der Conclusio, dass "es nicht ganz uneigennützig ist, wenn wir Ihnen noch viele gesunde, erfolgreiche und vor allem glückliche Jahre in unserer Mitte wünschen."
Aber das kommt natürlich nicht nur von der Firmenleitung, sondern es sind auch "die (vielen) Kollegen, die ohne Ihren Rat und Ihre wohlwollende Unterstützung oft im Regen stünden."

Man müsste das Ganze natürlich noch ein bisschen ausschmücken und die Teile vernünftig verknüpfen, vielleicht noch ein paar reale Situationen als Beispiele bringen, oder sich spezifische Metaphern für das Berufsfeld suchen, aber ich denke, so in etwa könnte das schon motivierend sein :-)

PS. Eigentlich wollte ich ja nur auf die leicht negative Denotation von "abschöpfen" hinweisen, nun hab ich doch etwas mehr geschrieben und eigentlich passt es also nicht mehr, dass ich die Antwort hier an Dich richte.
Ich lass' es trotzdem mal hier ;-)

Beitrag von liebelain 14.04.11 - 16:45 Uhr

OK, ist angekommen (aber "abschöpfen" finde ich nicht wirklich schlimm).

Wenn ich dann auch einige winzig kleine Kritikpunkte anbringen dürfte:

"waren" und "gewesen" klingt nicht mal mehr nach Rausschmiss sondern nach Nachruf. Der Mann wird aber erst 50 und sollte somit noch annehmbar in Saft und Kraft stehen.

"befruchten" hört sich nach Botanikern oder Sexualwissenschaftlern an.

"Batzen" hat einen leisen Hauch von Fäkalien.

So, *händereib* jetzt hab ich's Dir aber gegeben! ;-) #winke

Beitrag von nijinsky 14.04.11 - 17:12 Uhr

Jo, hast du's mir gegeben ;-)

"waren" und "gewesen" -> haste recht, müsste man ersetzen. Vielleicht was mit "kennen Sie als" oder "schätzen Sie als"?

"befruchten" hatte ich aus der "fruchtbaren Zusammenarbeit" entlehnt, denke, das ist eher Geschmackssache, obwohl ... wenn der Mann doch noch "in Saft und Kraft" steht ;-)

Beim "Batzen" hätte ich jetzt nie in Richtung Fäkalien gedacht, aber das scheint eine regionale Sprachverwirrung darzustellen. Das hatte ich nun vom "Batzen Geld".
Zugegeben, ziemlich altmodische Formulierung, der (fiktive Mann) ist schließlich nur wenig älter als ich ;-)

Vielleicht könnte man ja bei dem "abschöpfen", auf das ich abgehoben habe, zu "aus Ihrer Erfahrung wertschöpfen" schwenken, das erscheint mir positiver.

Bleibt nur eine Frage:
Warum machen wir die Hausaufgabe für jemanden, der sich so gaaar nicht äußert?

#kratz

Beitrag von liebelain 14.04.11 - 17:27 Uhr

"wertschöpfen" - das ist schön.
Eventuell würde auch "wertschätzen" sehr gut passen.

Die Hausaufgaben Anderer machen wir schlicht weil wir Spaß daran haben. Vielleicht meldet sich die TE nicht mehr, weil sie unser kleines Wortgefecht hier mit Genuss verfolgt.

Beitrag von nijinsky 14.04.11 - 17:42 Uhr

>"wertschöpfen" - das ist schön.
Eventuell würde auch "wertschätzen" sehr gut passen. <

Da könnte man ja glatt das erste in den Teil schreiben, in dem man sich mit der Rolle in der Firma beschäftigt und das zweite (wertschätzen) nochmal in den Teil, in dem es um die wichtigen menschlichen Vorzüge geht...
Dabei gibt mir allerdings das Wort "wertschätzen" an sich immer den Eindruck eines -nein ich habe in Deutsch nie aufgepasst- "zweimal-das-gleiche-sagen"-Dings ;-)
Wie heißt gleich das Gegenteil von einem Oxymoron???

Deine Einschätzung, den Spaß an Sprache betreffend, teile ich, aber wo bitte hatten wir hier ein Gefecht?

Lieben Gruß
nij

Beitrag von nijinsky 14.04.11 - 17:44 Uhr

dass man wesentlich nicht steigern kann, oder doch?
Naja, wenn, dann nur hier im Rheinland, da gibt's ja auch den Allereinzigsten...

Also nicht "das wesentlichste", sondern "das wesentliche"...