Zu früh zu Ende und nun zurück...

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von cupido 14.04.11 - 08:09 Uhr

Hallo ihr Lieben!

Obwohl ich meist nur stille Mitleserin bin, muß ich heut auch mal was fragen.
Im Grunde geht es nicht um mich und ich bin mir auch nicht sicher, hier richtig zu sein.

Ich bin momentan in der 16. SSW, bei mir ist soweit alles in Ordnung. Ab morgen, spätestens Montag, kommt eine sehr liebe und nette Kollegin wieder, die ich sehr mag, zu der ich aber außer dem beruflichen (sehr freundlichen) Verhältnis keine weitere Verbindung habe. Nun hat diese vor nem reichlichen Monat ihr Baby verloren. Es wurde leider viel zu früh geboren, und die Mediziner, Eltern und nicht zuletzt das Baby selber, haben vier Wochen auf der Intensivstation gekämpft, bis sich die kleine Maus dann scheinbar leider doch entschlossen hat zu gehen.
Mir tut das wirklich unsagbar leid, ich kann das nicht in Worte fassen, zumal ich nur eine zarte Ahnung habe, wie das wohl sein muß.

Jedenfalls bitte ich euch mal um eure Meinung, wie ich am besten auf sie zugehen könnte. Jeder trauert anders. Dazu kommt leider, dass meiner und nun auch ihr Chef ziemlich fies ist (hat selber keine Kinder). Er nimmt auf ihre Geschichte (gestern haben wir ihn drauf angesprochen) keinerlei Rücksicht und erwartet von ihr 100%, ihm ist ihre Geschichte auch egal - sie solle froh sein, dass sie wieder Arbeit hat (O-Ton!!!!). Ich glaube, sie weiß noch nicht einmal von meiner Schwangerschaft, was ich mehr als taktlos finde.

Nun, wie gehe ich ihr am besten entgegen? Jeder Mensch ist anders, jeder verarbeitet so einen Verlust anders.
Wie hättet ihr euch gewünscht, dass man euch entgegen tritt? Bei mir war es nicht annähernd so tragisch, dennoch wollte ich damals am liebsten gar nicht drüber reden. Ich weiß aber, dass sie wohl sehr schnell angerufen hat und wieder arbeiten wollte (Verdrängungstaktik?).
Vielen Dank schonmal für eure Antworten.

Liebe Grüße,

Cupido

Beitrag von lieke 14.04.11 - 09:26 Uhr

Hallo,

also erstmal: ich finde, dass du hier sehr wohl richtig bist, denn es geht um eine Mutter, die ihr Kind verloren hat. Und, ich finde es rührend, dass du dir so viele Gedanken um eine "nur" Kollegin machst.

So wie du deinen Chef schilderst kann ich mir kaum vorstellen, dass die Betroffene bei euch bestehen kann. Es scheint mir unmöglich, nach so einem Schicksalsschlag "100%" gehen zu MÜSSEN. Ich kann das nach 3 Jahren manchmal noch nicht. Überhaupt, wer kann dass schon?

Es scheint mir wichtig, dass du/ihr als Kollegen hinter ihr steht und ihr den Rücken stärkt gegenüber diesem Chef. Vielleicht eine "wilkommen zurück" Karte und ein kleines Blümchem und dann erstmal abtasten. Du scheinst mir einfühlsam genug, um spontan das richtige zu tun. Auf jeden Fall nicht nichts sagen aus Angst, das Falsche zu tun. Sag was du empfindest, leg ihr evtl die Hand auf die Schulter, nimm sie in den ARm. Habe den Mut, auch zu sagen, wenn du nicht weisst, was zu sagen ist.

Natürlich ist deine Schwangerschaft konfrontierend für sie, aber wenn du ihr den Raum gibst für ihre Gefühle und ihr Kind, dass seinen Raum ja nciht mehr selber fordern kann, dann sollte es zwischen euch trotz Bauch klappen. So ging es mir jedenfalls.

Puh schwierig, ich merke dass ich gerade sehr emotionel werde. Ich habe selber vor kurzem eine neue Stelle angefangen und merke, wie schwierig es für mich immer noch ist, abzuwägen wie ich die "wieviele Kinder hast du Frage" beanwtorte. Es ist schwierig, eine so persönliche Gechichte mit neuen Menschen zu teilen, die sie nicht miterlebt haben. Ich kann mich gerade viel zu gut in die Lage deiner Freundin hineinversetzen.

Sei einfach du selber!

Viel Glück!

Beitrag von -mell1982 14.04.11 - 09:55 Uhr

Hallo,
ich kann dich und auch sie gut verstehen.
Mir ist es zwar nicht ganz so tragisch aber doch so ähnlich passiert ich habe mein Sterni in der 10 ssw gehen lassen müssen mit Ausschabung und alles was dazu gehört.
Dann wurde ich versetzt in eine ruhigere Filiale wo ich auch mal nach hinten konnte und heulen wenn mir danach zu mute war, dass Problem aber war was ich bis dahin nicht wusste das ich für eine Schwangere in diese andere Filiale sollte und sie nun mal schon einen Babybauch hatte, als ich sie das erste mal sah habe ich einfach nur noch geheult wie ein Schloßhund.
Was mir geholfen hat war das ich mit meinen Arbeitskolleginnen drüber reden konnte wann immer ich wollte keiner mich gedrängt hat zu reden und auch eine Arbeitskollegin einen Abgang vor Jahren hatte und mich somit verstehen konnte.
Was mir auch geholfen hatte war eine etwas komisch Situation als die Schwangere mich hat weinen sehen wollte sie mit ihrem Arbeitskittel den Bauch verdecken was aber nicht mehr ging und die Situation war so komisch das ich lächeln musste.

Beitrag von forfour 14.04.11 - 12:21 Uhr

Hallo Cupido,

sieht man deine SS schon?

Ich kann dir glaub ich nur dazu raten das von dem Moment abhängig zu machen. Vielleicht kommt sie auch auf dich zu und freut sich mit Dir. Mütter die ihre Kinder haben gehen lassen müssen sind oft viel stabiler wie wir Sternenmutties der Ungeborenen.

Nim den Moment so wie er kommt, ich glaub man kann sich das vorher nicht zurecht legen. Oft sind weniger Worte oder gar keine, dafür aber eine stille Umarmung mehr.

VG forfour

Beitrag von cupido 15.04.11 - 08:58 Uhr

Habt vielen lieben Dank für eure Antworten.

Ich werde es wohl wirklich einfach drauf ankommen lassen (müssen)...
Ich bin in der 16. SSW und ich habe schon einen ordentlichen Bauch, den man nimmer verstecken kann.... Natürlich mache ich mir ordentlich Gedanken, wie es wohl am Montag laufen wird....

Jedenfalls hoffe ich inständig, dass unser Chef sich bissl zammereißt und sich dann doch nicht also derart kaltblütig und herzlos erweist..

Dank euch!

LG

Cupido