Arbeiten nach Elternzeit

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Beitrag von swordy 14.04.11 - 14:05 Uhr

Hallo ihr Lieben,

kennt ihr euch vielleicht aus? Ich hab schon alles durchforstet aber so wirklich nichts gefunden.

Ich bin alleinerziehend und meine Tochter wird im September 3.
Ich hatte jetzt schon öfter mit meinem AG Gespräche. Ich wollte schon vor einem Jahr wieder arbeiten, da sagte er mir aber, da ich keine 40 STd. wie vorher arbeiten konnte ( ich habe keine Betreuung für meine Tochter), ich sollte noch das 3. Jahr zuhause bleiben.
So nun sind die 3 Jahre um. In regelmäßigen Abständen habe ich mich mit meinem AG in Verbindung gesetzt. Immer wieder hat er mich vertröstet : Meine Stelle, wäre besetzt und er könne die Dame auf meinem Platz nicht einfach kündigen, da sie einen unbefristeten Vertrag bekam.(Meine Kollegin, selbe Abteilung sozusagen, war auch schwanger und darf nun nur noch Hilfsarbeiten erledigen lt. ihrer Aussage )
Also würde ich auf jedenfall auch woanders hingeschickt werden. gut, das ärgert mich schon, da ich wirklich sehr zufrieden und glücklich war mit genau meiner Stelle. Vor allem, weil ich vor der Schwangerschaft für meine Firma gelebt habe. Bin auch regelmäßig Samstags und Sonntags reingegangen und habe nie weniger als 10 Stunden Arbeit (ohne Pause eingerechnet) gearbeitet.

Jetzt habe ich aber noch ein anderes Problem. Er möchte mich wieder nur für 40 Std. beschäftigen.
Und da fängt mein Problem an. Ich hatte mir 30 Std. vorgestellt, der Kindergartenplatz ist gesichert und auch die Betreuung danach 2 Stunden durch den Opa. Meine Eltern sind beide leider schon älter und meine Mutter sehr krank. Darum ginge es nicht länger. Ihr Vater arbeitet selbst mehr als 40 Stunden. Er hat den selben Beruf, darum weiß ich genau, dass selbst bei 30 Stunden, ich den Stift nicht fallen lassen kann.

Nun meine Frage:
Es gilt ja, dass er mich noch 4 Monate beschäftigen muss, eben zu den alten Bedingungen. Sprich 40 Std. Ich weiß aber wirklich nicht, wohin mit meiner Kleinen. Gibt es da keine anderen Möglichkeiten mehr?
Wenn es nicht anders geht, müsste er mich dann kündigen. Evtl. schon vor Ablauf der Elternzeit, damit ich mich um eine andere Stelle bemühen kann. Ist das möglich?

Also nochmal zusammengefasst meine eigentlichen Fragen.
Was passiert, wenn ich die 4 Monate wirklich nicht 40 Stunden arbeiten kann, weil ich keine Betreuung habe? Was würde auf mich zukommen, wenn ich nicht antreten kann? Ich kann doch sicher nicht einfach wegbleiben, so meint ich das.
Könnten wir das Arbeitsverhältnis nun schon auflösen, damit ich mich um eine andere Stelle bewerben kann?
Morgen ist das Gespräch mit meinem Chef, nachdem ich ihn nach 3 Wochen endlich erreicht habe!
Ehrlich gesagt, glaube ich nämlich, dass es darauf hinausläuft, dass er sagt 40 stunden oder geh. Macht mich wirklich sehr traurig, weil ich das ganze Umfeld sehr geschätzt habe und ich endlich wieder arbeiten möchte.
Nicht falsch verstehen, ich liebe meine Tochter über alles, aber meinen Job liebe ich eben auch. Ich brauche endlich wieder eine zusätzliche Aufgabe, weil ich das Gefühl habe total abzubauen :( 30 Stunden dacht ich mir, weil wir somit recht gut über die Runden kommen und ich nicht allzulange mein Kind fremdbetreuen lassen muss, was ja sowieso nicht ginge. Klar blutet mir mein Herz irgendwie, aber ich möchte eben selbst für unseren Unterhalt sorgen können.

Könnt ihr mir helfen?
Danke und liebe Grüße
Sarah

Beitrag von kati543 14.04.11 - 14:24 Uhr

Nein, so einfach ist das nicht. Du hast einen Vertrag mit deinem Chef über 40h/Woche. Du und auch er müssen den erfüllen. Eine Änderung ist nur im gegenseitigen Einverständnis möglich. Da er auf den 40h beharrt und du die nicht erfüllen kannst, bleibt dir nur eine Möglichkeit. Du musst kündigen. Und zwar mindestens 3 Monate vor Ablauf der Elternzeit zum Ende der Elternzeit. Dein AG hat dieses Recht nicht.

Beitrag von swordy 14.04.11 - 15:34 Uhr

Danke, genau das wollte ich wissen.
Ok, dann werde ich wohl das Gespräch abwarten und dann wohl selbst kündigen müssen.

Beitrag von susannea 14.04.11 - 14:35 Uhr

Wieso sollte er dich noch 4 Monate so beschäftigen müssen. Wie groß ist der Betrieb denn, denn nach dem BundesTeilzeitgesetz musst du3 Moante bevor du Teilzeit arbeiten willst anmelden) und bis 4 Wochen vor Beginn kann der Chef das aus betrieblichen Gründen ablehnen.

Ist es ein größerer Betrieb würde ich das aber wohl per Anwalt durchsetzen.

Beantragst du die Verringerung nciht schriftlich, musst du Volzleit arbeiten, kannst du das nicht musst du 3 Monate vor Ende der Elternzeit kündigen.

Teilzeit in Eltenrzeit einzusteigen wäre aber einfacher gewesen und hätte den Rest dann auch erleichtert.

Beitrag von swordy 14.04.11 - 15:41 Uhr

Ich hatte das so gelesen, dass der AG mich nach der Elternzeit noch 4 Monate beschäftigen muss, bzw. eben die Kündigungsfristen einhalten muss, die in meinem Arbeitsvertrag festgehalten sind.

Ich bin seit 11 Jahren dort beschäftigt. Bei einer Beschäftigung von 6 Monaten gelten wohl nur 4 Wochen.

Ja, der Betrieb ist ein größerer. Bzw. wir haben im einen Haus 130 Mitarbeiter, die anderen Häuser auch um den Dreh herum.

Gut, ich hätte die Teilzeit noch schriftlich eingereicht, wollte nur noch das Gespräch abwarten. Anfangen würde ich erst Ende September.

Und wie gesagt, ich habe mich regelmäßig bei ihm gemeldet, weil ich auch schon während der Elternzeit arbeiten wollte. Er aber hatte mich immer weggeschickt und gesagt, er hätte Nichts für mich. Ich solle bitte noch das Jahr in Anspruch nehmen. Wir verblieben so, dass ich alle 5 - 6 Wochen durchrufe und anfragen sollte, ob ich denn noch eine Teilzeitmöglichkeit habe (während der Elternzeit) Das hatte er ja wie gesagt immer verneint und mich vertröstet. Ich wäre liebendgern vorher schon arbeiten gegangen. Jetzt wollt ich eben alles geklärt haben und suche das letzte Gespräch persönlich morgen auf. Die Zeit rennt davon und ich muss wissen, was Sache ist, damit ich mich auch rechtzeitig um etwas anderes kümmern kann.

Danke

Beitrag von susannea 14.04.11 - 16:59 Uhr

Also nochmal. Während der Eltenreit hätte er dich nicht wegschicken können mit er hat nichts, wenn du es schriftlich beantragt hättest.

Auch jetzt wird er es bei einem schriftlichen Antrag nicht so einfach ablehnen können. Allerdings ist es nun so, dass du 3 MOnate vorher kündigen müsstest (er muss dir ja nicht kündigen sondern du kannst nciht so arbeiten wie du müsstest) und er dir erst 4 Wochen vorher eine Antwort geben muss.
Ein bißchen blöd ist es schon gelaufen. Ich denke, ich würde nun einfach schnellstmöglich zum nächstmöglichen Termin (spätestens zu Juli) Teilzeit in Elternzeit beantragen und spätestens im Juni dann Teilzeit nach der Elternzeit. Dies dürfte er gar nicht ablehnen können,d enn er müsste dich ja Vollzeit nehmen und soll froh sein, wenn er dies nicht muss!

Beitrag von swordy 14.04.11 - 17:11 Uhr

Während der Elternzeit muss er mich Teilzeit machen lassen? Ehrlich?
Also wie gesagt ich wollte ja, und er hat mir gesagt vor Ende September wird er mich auf keinen Fall einstellen können. Und selbst dann eben nur 40 Stunden.
Zitat:
Wo soll ich mit der neuen hin? Sie hat keinen befristeten Vertrag, ich kann sie nicht kündigen!

Wobei das ja eigentlich auch schon nicht ok ist oder?

Ok, also ich schreibe jetzt auf jedenfall schon einmal zwei Anträge für morgen. Einmal werd ichs versuchen vorher noch reinzukommen und einmal dann eben für den September.

Beitrag von susannea 14.04.11 - 17:35 Uhr

"Wo soll ich mit der neuen hin? Sie hat keinen befristeten Vertrag, ich kann sie nicht kündigen!

Wobei das ja eigentlich auch schon nicht ok ist oder? "

Das ist sein Problem, denn er muss dich ja nehmen und dann soll er doch eigentlich froh sein, wenns weniger Stunden sind. Stelle ihm in Aussicht, dass du sonst Vollzeit weider kommst (wie auch immer du das geregelt kriegst). Dich kann er übrigens auch nicht so einfach kündigen!

Er kann Teilzeit in Elternzeit nur aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen und da sinds nicht viele mit denen er durchkommen wird. Kann aber evtl. übers Arbeitsgericht gehen. Ablehnung nur innerhalb von 4 Wochen schriftlich möglich! Weißt du obs Neueinstellungen usw. in letzte Zeit gab? Dann siehts für ihn nämlich ganz schlecht aus!

Beitrag von swordy 14.04.11 - 17:51 Uhr

Neueinstellungen gab es definitiv. Meine Stelle ist mittlerweile mit zwei Personen besetzt. Die erste habe ich noch angelernt die zweite kam auch neu dazu. In den letzten 3 Monate sind wirkliche viele neue dazugekommen. Auch in anderen Bereichen, also viele kenne ich gar nicht mehr.

Mich verwundert auch, als ich damals noch Vollzeit drinnen war, waren mindestens 4 Mädls auf Teilzeit in der Firma. 2 davon gibts allerdings auch nicht mehr. Wirklich komisch alles.

Aber ich danke dir sehr.
Ich habe die Anträge jetzt fertig. Bin echt gespannt was da morgen rauskommen wird.

Vollzeit würde ich evtl. 2 Wochen schaffen, wobei das schon viel ist. Meine Eltern, bzw. meine Mutter ist wirklich sehr krank. Und eigentlich schon immer richtig kaputt wenn wir mittags mal für zwei Stunden zum Essen kommen.

Beitrag von susannea 14.04.11 - 17:54 Uhr

Das mit den 2 Wochen würde ich ihm aber nicht sagen ;)

Sondern das du dann eben Vollzeit wieder kommst!

Beitrag von swordy 14.04.11 - 17:58 Uhr

Ok, das werd ich auf jedenfall tun

Nur gesetzt dem Falle, ich werde dann tatsächlihc Vollzeit anfangen, wie gehts dann weiter?
Ich kanns ja wie gesagt nicht, zumindest nicht länger.

Beitrag von susannea 14.04.11 - 18:04 Uhr

Dann stelllst du auch den Antrag auf Teilzeti, da du ja eine Vollzeitstelel hast sollte dann verringern der Arbeitszeit kein Problem darstellen ;)

Beitrag von gr202 14.04.11 - 15:55 Uhr

Als erstes solltest Du nicht mit Deinem Chef telefonieren, sondern alles SCHRIFTLICH machen, Antrag auf Teilzeit mit 30 Stunden, drück ihm dieses Schreiben morgen direkt in die Hand und lass Dir den Eingang bestätigen. Da Du in einer großen Firma arbeitest, muß Dein Chef Dir schriftlich bestätigen, dass die Firma nicht in der Lage ist, Dir eine TZ-Stelle anzubieten, da das den Firmenablauf stört. Dieses Schreiben brauchst Du auf jeden Fall, wenn Du zum Ende der Elternzeit kündigen mußt, damit Du nicht eine Sperre beim Arbeitsamt bekommst.

Ansonsten würde ich einfach auch mal mit dem Personalchef sprechen, bei einer großen Firma muß es doch möglich sein, TZ zu arbeiten.

Viel Glück!

Beitrag von swordy 14.04.11 - 16:08 Uhr

Ich danke dir vielmals.
Das ist wirklich eine gute Idee, ich werde dann gleich ein Schreiben aufsetzen und es morgen mitnehmen.
Die anderen Dinge hatten wir immer besprochen und dann eben nachträglich schriftlich gemacht. Danke, genauso werd ichs machen.

Das ist auch meine nächste Frage. Ich hatte gar nicht dran gedacht, dass ich kündigen müsste. Und dann wäre es ja automatisch, dass ich eine Sperre bekommen würde, also falls ich nicht gleich eine neue Arbeit finde.
Das Schreiben würde dem dann entgegenwirken? Also mein Antrag und seine Ablehnung`?
Ehrlich mir ist schon richtig schlecht, weil ich wirklich nicht weiß, wohin mit meiner Tochter, sollte er auf die 40 Stunden beharren.

Nunja, mein Chef ist der Personalchef. Sozusagen hat jede Abteilung bei uns seinen eigenen Personalchef. Der oberste meinte damals nur zu mir, wenn das ihr Chef unten nicht machen kann, dann kann ers nicht.

Echt schrecklich.
Aber danke nochmal