Irgendwie kommt es jetzt erst so richtig an

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von janimausi 14.04.11 - 14:29 Uhr

Hallo Ihr lieben...

Meine Geschichte ist ein bisschen länger und naja komisch...

Ich fang einfach mal von vorne an.

Ich war in Ausbildung, habe die Pille genommen, wollte aber von den Hormonen weg. Also informierte ich mich und kam dann zur Kupferkette.
Fand die super und habe mich beraten lassen, wollte jedoch erstmal abwarten wie ich auf einmal ohne Hormone mit meinem Zyklus und Körper klar komme.
Dann haben wir im Eifer des Gefechts ab und an das Kondom vergessen, nur ein zwei mal bis zum Schluss, aber trotzdem.
Dadurch keimte in mir der Wunsch nach einem zweiten Kind auf, ich wusste mein Freund will jetzt kein Kind und habe es versucht zu verdrängen.
Als der Zyklus sich seinem Ende näherte (dachte ich, ich wusste ja noch nicht, wie lang mein Zyklus ist) fühlte ich mich komisch, wie in meiner Schwangerschaft mit meinem Sohn.
Dann habe ich auch Tests gemacht.
Alle waren negativ.
Im nachhinein betrachtet habe ich wohl zu früh getestet, aber ich hatte auch Blutungen.
Nur das Gefühl "schwanger zu sein" ging nicht weg.
Ich war ja schon völlig am ende, meine Brüste hörten nicht auf zu spannen, ständig Unterleibsschmerzen, meine Launen waren so schwankend, das mein Freund mich immer erst prüfend anschaute und naja ich schob es auf über extreme PMS.
Dann sollten meine Tage nach 5 Wochen wieder kommen. Ja ich habe ohne Hormone einen so langen Zyklus.
Und ich wartete und sie kamen nicht.
Diesmal hatten wir wirklich immer aufgepasst und nur mit Kondom sex gehabt. Also wie sollte was passiert sein.

Dann war ich am Donnerstag den 03.03. einkaufen und kaufte tortzdem zur Sicherheit einen Schwangerschaftstest, als ich merkte, wie es los lief.
Ich noch keine Panik bekommen, dacht mich: hmm, toll, Slip versaut aber gehst gleich auf Klo, dann gehts wenigstens bis nach hause...

Tja aber es hörte nicht auf zu laufen. Als ich dan bezahlt hatte und auf Klo war (dauerte evtl. 2-3 Minuten) war meine ganze Hose voll mit altem, dunkeln Blut.
Schon das allein hätte mich stutzig machen müssen, denn so was hatte ich noch nie.
Kurz nachdem ich dann zu hause war, hörte das auch schon auf.
Aber getestet habe ich trotzdem nicht...
Jetzt könnte ich mich dafür schlagen...

Ruhe von Blutungen hatte ich dann bis Samstag. Da fing es dann richtig an.

Da mein Zyklus so unregelmäßig kam und ich ständig Beschwerden hatte, hatte ich einen Frauenarzttermin gemacht, den ich dann am Montag den 07.03. hatte.

Zur Ärztin rein, mit ihr unterhalten, ihr von der komischen Blutung und den Beschwerden die ganze Zeit erzählt.
Sie ordnete dann einen Schwangerschaftstest an, der auch promt positiv war.
Ich dachte ich falle aus allen Wolken.
Als ich dann nachmittags zu hause war, und auf Klo war, und auch den Tampon wechselte, bekam ich mörderische Unterleibsschmerzen und dachte jemand bohrt ne glühende Metall Stange in mich. Dabei merkte ich, wie etwas großes aus mir heraus rutschte und mit einem lauten Plopp im Klo landete. Ich konnte das ganze gar nicht realisieren. Im Klo konnte man auch nix mehr sehen, mein Gehirn war noch so vernebelt, das ich einfach spülte.

Am Donnerstag darauf hatte ich dann einen Ultraschall Termin bei meiner Ärztin.
Wie zu erwarten, war da nix mehr zu sehen.
Aber sie hatte den gleichen Verdacht wie ich, dass ich schon in der 11ssw gewesen war.
Aufgrund der größe dessen was aus mir heraus rutschte bin ich davon noch mehr überzeugt.

Und das ganze kommt jetzt eerst so richtig an mir heran.

Ich frage mich ob ich mein Baby hätte retten können, wenn ich einfach früher diesen Test gemacht hätte und dann aufgrund der kleinen Sturzblutung gleich ins Krankenhaus gefahren wäre.
Hätte ich mein Baby dann noch?
Mein Entbindungstermin wäre der 20.09. gewesen und ich kann keine Schwangere meh angucken.
Bei jedem Baby an das ich vorbeigehe denk ich mir, wie hätte unser Baby ausgesehen?

Seit Tagen kann ich mich kaum noch bewegen, fange ständig an zu heulen und gebe mir die Schuld, das es so weit gekommen ist.
Warum habe ich nich einfach zwischendurch getestet?
Und wenn es einfach nicht hätte sein sollen, hätte es nicht so passieren könne, ohne das ich davon etwas mitbekomme?

Wäre es noch da, wäre ich heute bei 17+2... Ich würde es schon treten merken und wenn es so wie bei meinem Sohn gewesen wär, hätte man es auch schon von außen gemkert.

Ich frage mich, wie lange dauert es noch, bis ich ein Baby wieder angucken kann und mich über das Würmchen freuen kann, und mich nicht mehr frage, wie hätte meins ausgesehen, wäre es ein Mädchen oder ein Junge geworden?

Danke fürs zu hören

Beitrag von netty693 14.04.11 - 16:19 Uhr

Hallo Jani,

ich weiß gar nicht wie ich mich ausdrücken kann, so traurig macht mich dein "Brief".

Ich denke nicht das es etwas geändert hätte, wenn Du schon im Vorfeld gewusst hättest das Du tatsächlich schwanger bist. Hätte dein Baby bei Dir bleiben können, wäre es geblieben auch ohne dein Wissen von der bestehenden Schwangerschaft.

Ich bin kein Arzt, aber bei einer Sturzblutung kann man auch mit strengem Liegen nichts mehr aufhalten - da waren schon die ganzen kleinen Prozesse vorher im Gange, die zur einer Fehlgeburt führen, die Blutung ist dann letzlich "nur" das Ende.

Ich hoffe Du verstehst jetzt das "nur" nicht falsch, aber wie könnte ich es anders ausdrücken?

Wie könntest Du Schuld haben daran? Du hast keine Schuld!!

Alles Liebe
netty