PKD, ISCI im Novum Essen - Mann überzeugen?!

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Forum: Unterstützter Kiwu

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Beitrag von nani. 15.04.11 - 12:55 Uhr

Hey ihr Lieben,

wenn ich Glück habe lässt sich mein Traum mit PKD erfüllen. Ich habe schon Anmeldeunterlagen zum Beratungsgespräch in Essen angefordert.

Was meint ihr wie stehen meine Chancen?

Bei mir liegt der 3jährige Kiwu und meine beiden FGs laut Humangenetikerin an meiner balancierten Translokation.

Es ist also gewiss dass ich schwanger werden kann.

Könnt ihr mir was zu den Kosten schreiben?

Mein Mann ist noch nicht so überzeugt :(
Herzenswunsch gegen Herzenswunsch, er denkt an nichts anderes als ein Motorrad und will darauf sparen, wir können ja froh und dankbar sein dass wir wie durch ein Wunder 2002 ein gesundes Kind geboren haben :(

Nach der Schockdiagnose am Dienstag suche ich nach Möglichkeiten, für mich ist es noch nicht vorbei. Meinem Mann ist das alles zuviel, die Behandlungen zu nervenaufreibend und ob es klappt weiss man ja auch nicht...

Aber ich kann noch nicht aufgeben...
Ich möchte kämpfen...

LG

Beitrag von motmot1410 15.04.11 - 13:11 Uhr

Ich drück Dir die Daumen, dass bei euch eine PKD reicht. Das ist sicherlich der unkompliziertere Weg und auch die Kostenübernahme durch die KK wird dann leichter.

Wenn sich die KK (seid ihr beide in einer GKV?) beteiligt, dann wird euch eine ICSI ca. 2000€ kosten. Die PKD wird, meines Wissen, nicht übernommen. Die genauen Kosten kenne ich nicht. Aber ich hab mal etwas von 100€/EZ gelesen. Hängt aber auch von der Klinik ab.

Du sagst es ja schon: Das schwanger werden ist bei Dir nicht das Problem. Wenn es zum Transfer kommt, wirst Du sicherlich sehr gute Chancen auf eine Schwangerschaft haben. Die Frage ist halt, wie viele der EZ diesen Gendefekt in sich tragen. Es kann halt immer mal sein, dass keine EZ aus einer PU verwendet werden kann. Deine individuellen Chancen sind eher schwer abzuschätzen. Wenn Du Dich allgemein für die Statistiken interessierst, dann schau Dir einfach mal die Jahresberichte des DIR an:

http://www.deutsches-ivf-register.de/


Der "Konflikt" mit Deinem Mann ist schwierig. Klar, kann es sein, dass ihr mehrere Tausend Euros investiert und nachher doch ohne Kind aus der Klinik rausgeht.
Darüber haben wir uns damals auch Gedanken gemacht. Aber wir waren uns schnell einig, dass kein Cent schwendet gewesen wäre. Der Wunsch nach einem Kind war einfach zu groß, um diese Chance nicht zu nutzen. Das muss aber jeder für sich selbst abwägen und wenn das Paar sich nicht einig ist, dann wird es schwierig. Ihr solltet schon beide dahinter stehen. Laßt euch erst einmal beraten und dann könnt ihr immer noch entscheiden. Dein Mann braucht vielleicht auch einfach noch etwas, um sich mit dem Gedanken anzufreunden.

Beitrag von nani. 15.04.11 - 14:19 Uhr

Danke für deine liebe Antwort motmot,

ich habe auch schon Kontakt mit der Psychologin aufgenommen und ein Gesprächstermin, dort werde ich auch den "Konflikt" besprechen, uvm.

Mein Mann hat natürlich auch viele gute Argumente, ist aber auch nicht absolut dagegen, er möchte nicht dass ich mein Leben lang unglücklich sein werde und wir weiteres Leid durchleben, kann ich sehr gut verstehen. Man muss sich mit allem auseinander setzen und ob man damit Leben kann. Er sagt er wüsste selbst nicht weiter... Gegen das Beratungsgespräch hat er zumindest nichts, ich sagte ihm, lass uns das mitnehmen und danach entscheiden wir weiter... damit ist er schon mal einverstanden.

Ich sehe es so, dass ich es gerne versuchen würde, wir sind gesetzl versichert und wenn wir den Zuschuss bekommen, ich glaube es sind drei Versuche oder? Dann diese drei Versuche nutzen und dann, wenn das nicht klappt - die Wege gehen die er vorschlägt: Urlaube geniessen, das Leben zu dritt und zu zweit geniessen... er träumt von einem Wohnmobil usw...

Ich bin gespannt auf das Beratungsgespräch.

Ob man auch die vollen Kosten zahlen muss, wenn nicht eine brauchbare Eizelle dabei ist?

Viele Fragen, ich werde mir alle notieren und bin gespannt wie unsere Situation dort eingeschätzt wird.

Aber allein dass die Chance noch besteht lässt mich gerade nicht total verzweifeln, mein Kopf schaut wieder aus dem dunklen Loch, in das ich Dienstag gefallen bin.

LG #liebdrueck#klee

Beitrag von motmot1410 15.04.11 - 14:32 Uhr

Es ist gut, dass Du ein Gespräch mit einer Psychologin suchst. Das kann nie schaden. Gerade, wenn man noch in einem Entscheidungsprozess ist.
Und es ist auch sehr gut, dass Du nicht völlig an den Kiwu klammerst, sondern auch über die Option nachdenkst, dass es schief gehen könnte.
Das wird Dir helfen die Behandlung (wenn ihr euch nun dafür entscheiden solltet) besser zu überstehen.
Ich habe mich auch schon vor der 1. ICSI mit alternativen Lebenskonzepten beschäftigt und auch daran sehr viel Schönes entdeckt.
Es ist einfach wichtig, dass man nicht sein ganzes Lebensglück von dem Kinderwunsch abhängig macht. Selbst mit den besten Voraussetzungen gibt es einfach keine Garantie auf ein Kind.
Dieser Gedanke war für mich, nach unserer Diagnose, nur schwer zu ertragen. Aber ein Plan B hilft dabei ungemein.

Wenn keine brauchbaren EZ da sind, dann werdet ihr den größten Teil der Kosten trotzdem tragen müssen. Nur die Transferkosten (die sind aber nicht besonders hoch) entfallen dann.
Außerdem solltest Du fragen, wie es mit der Kostenübernahme des 3.Versuches aussieht, falls es in den beiden ersten Versuchen zu keinem Transfer kommt. Die Kasse zahlt nämlich eigentlich nur einen 3.Versuch, wenn in mindestens einem der beiden anderen eine Befruchtung stattgefunden hat. Ich weiß aber nicht, wie das ist, wenn eine Transfer auf Grund von negativ Befunden bei der PKD stattfinden kann.

Ich wünsche euch alles Gute und dass ihr die, für euch, richtige Entscheidung treffen werdet #herzlich

Beitrag von nani. 15.04.11 - 15:14 Uhr

Ganz genau du hast mit allem Recht was du schreibst, wir müssen uns auch mit einem negativen Ausgang befassen um uns selbst zu schützen, auch hier bin ich mir bewusst, dass ich ja wenigstens ein Kind habe, was vielen doch schon reichen würde um glücklich zu sein und ich dafür froh und dankbar sein muss und viele Paare sich auf ein Leben ganz ohne Kinder einstellen müssen, was mir für jedes Paar wahnsinnig leid tut und ich denen gegenüber eine Art schlechtes Gewissen entwickel wenn ich hier rum jammere, aber auch der unerfüllte Geschwisterwunsch tut sehr weh, vor allem wo man doch immer dachte wenn man ein Kind hat kann man problemlos weitere bekommen. Bitte versteht mich nicht falsch, ich bin sehr glücklich mein Kind zu haben, er gibt mir all die Kraft, daher bewundere ich den Mut die Stärke und den Kampfgeist vieler hier umsoooo mehr!!!

So bleibt mir nur von Herzen allen alles Gute zu wünschen, auf welchem Weg auch immer ein Kind zu bekommen, ich wünsche es jedem hier von ganzem Herzen!

LG

Beitrag von motmot1410 15.04.11 - 15:41 Uhr

Ein schlechtes Gewissen brauchst Du niemandem gegenüber zu haben. Dein Wunsch ist völlig legitim und Leid läßt sich nie gegeneinander aufwiegen.
Du darfst über euer Schicksal genauso traurig sein und jammern, wie jede andere Frau auch. Laß Dir bloß nichts anderes einreden :-)