wie verkraften die kinder ihre trotzanfälle?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von sabine7676 15.04.11 - 13:25 Uhr

hallo,

nachdem meine kleine heute den ganzen vormittag rumgezickt hat, mit winzigen zwischenpausen, und mittags dann total ausgeflippt ist, frag ich mich, wie die kinder nach so einem anfall empfinden.
vormittags hat sie mich ja getestet bis zum geht nicht mehr, mama das und das und das doch nicht und jammern und schimpfen, kuscheln ja oder nein, je nach meiner antwort - das ganze spektrum ;-)
die kleine schlummert grad friedlich und ich bin erdledigt ;-)
vergessen die kinder ihr eigenes verhalten bzw. den stress den sie selber machen wieder schnell oder knabberns sie insgeheim dran.
ich trag ihr ja nichts nach, wär ja albern, aber ich denk mir dann schon - boah war die heut heftig.....armes kind, arme mama :-p

ihr versteht was ich meine? #kratz

Beitrag von singa07 15.04.11 - 13:47 Uhr

Ich verstehe sehr gut, was du meinst.

Ich denke, wenn man den Gefühlen Raum gibt, und dem Kind zu verstehen gibt, dass es okay ist, auch wütend zu sein, dass man das Kind trotzdem liebt (nicht sein Verhalten, aber das Kind an sich),
wenn man nach dem "Anfall" tröstet und kuschelt - ich denke, das ist dann in Ordnung.

Kinder lernen auch durch diese Wut. Es sind schon sehr starke Gefühle, die logischerweise auch Angst machen. Wenn man aber die Kinder dadurch begleitet, ist es wohl leichter.

Hoffe ich.

Singa + heute Wutrübe Clemens

Beitrag von sabine7676 15.04.11 - 13:57 Uhr

danke für deine antwort.

aber ich hab schon festgestellt, meine kleine will mich durch kuscheln steuern.
hört sich doof an, ich weiß.
bsp.
heute hat sie eben den ganzen vormittag rumgejammert und gebockt. nichts war o.k. irgendwas hat nicht geklappt und sie flippt völlig aus. sie kommt angerannt und ich wollt sie in den arm nehmen, nachdem ich ihr gesagt hab sie soll nicht so schreien aber promt dreht sie direkt vor mir um und schreit, daß sie nicht kuscheln will. muss sie ja auch nicht. bin ihr nicht nachgelaufen. sie will wieder kuscheln, ich sag ihr, komm dann kuscheln wir. geschrei usw.....ich ging dann in die küche und sie nach, ich soll doch im esszimmer mit ihr kuscheln....
also irgendwie will sie mich wohl unter konrtolle haben, oder???

Beitrag von singa07 15.04.11 - 14:08 Uhr

Hi!

Ich verstehe immer nicht, warum es in Familien immer um Kontrolle, Machtausübung, etc. gehen soll. Jeder hat seine Bedürfnisse, Wünsche und Befindlichkeiten. Ich denke, sie versucht heraus zu finden, wer du bist (klar, du bist die Mama...). Ich meine, wo deine persönlichen Grenzen sind, wie du mit Wut und Ärger und Frust umgehst - sie will von dir lernen, wie man mit diesen starken Gefühlen umgeht.

Wenn mein Sohn so ist, stelle / setzte ich ihn auf den (weichen) Boden und frage ihn in längeren Abständen, ob er sich jetzt tösten lassen will. Ich setze mich, bleibe in Reichweite, aber ich laufe ihm nicht hinterher oder nehme ihn hoch. Meist sagt er so 2-3 Mal vehement NEIN, dann irgendwann kommt ein schluchzendes Jaaaaaaaaaaaaaa. Und dann sag ich ihm: komm mehr, ich tröste dich. Dann ist alles gut.

Was auch ab und an hilft: ihn mit Lachen/ Liedern aus dem Trotzanfall rauslocken (wobei ich schon der Meinung bin, dass man schlechte Laune auch aushalten kann) - das Buch "Die kleine Motzkuh" oder das Lied Trotzimotz (Kunterbunte Gespensterlieder, www.liederkorb.de - wurde gestern hier empfohlen) helfen uns, nach dem"akuten" "Anfall" darüber zu reden.

Jeder hat mal einen schlechten Tag - du bestimmt auch, oder? Bei uns ist es so, dass Rübe erstens mit dem letzten Eckzahn viel zu tun hat, zweitens seit einer Woche in die neue Krippe geht, drittens Mama seine neu erlernten Kletterfertigkeiten nicht unbedingt toll findet - klettert der mir doch gestern alleine auf die Arbeitsplatte?! - und ansonsten es mindestens 100 Dinge am Tag gibt, die ihn hochgradig frustieren.

Das nennt man groß werden.
LG
Singa