Frage wg. Schenkung bzw. Rückforderung (Gegenstand)

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Beitrag von becca78 15.04.11 - 15:33 Uhr

Hallo!

Kurz zur Fallkonstellation:
Mein Schwiegervater verschenkte nach dem Tod einer Tante ein altes Möbelstück an seinen Cousin.
Dies natürlich zum Missfallen einiger anderer Verwandter... Die Tochter des Schenkers hätte dieses Möbelstück damals gerne für sich selbst beansprucht.
Wie sieht es damit aus, dieses Geschenk zurückzubekommen? Gibt es da Möglichkeiten? Greift da diese 10-jahres-Frist nach dem BGB?

Danke schonmal!

LG,
Becca

P.S. Die Tante starb 2001 - das Möbelstück wechselte 2001 oder 2002 zu seinem jetzigen Besitzer...

Beitrag von arkti 15.04.11 - 16:38 Uhr

Nach ca 10 jahren fällt einem ein das man das Möbelstück haben wollte? #kratz

In erster Linie ist hier wohl wichtig wer damals überhaupt der Erbe war.

Beitrag von becca78 15.04.11 - 19:27 Uhr

tja, sie war damals im Studium
Jetzt hat sie ne eigene Wohnung, die groß genug ist. Gesagt hat sie es immer schon, dass sie das Teil haben möchte...

Es gab kein Testament. Es hat wohl die (einzige verbliebene) Schwester geerbt. Diese starb nur 6 Wochen später und somit ist ihr Sohn der Erbe (Schwiegervater, der dann das Möbelstück verschenkt hat).

Beitrag von sassi31 16.04.11 - 02:28 Uhr

***somit ist ihr Sohn der Erbe (Schwiegervater, der dann das Möbelstück verschenkt hat). ***

Und der kann mit seinen Sachen machen, was er mag. Außer, er verschenkt sein Haus und wird danach binnen eines gewissen Zeitraums mittellos, so dass er Sozialhilfe/ALG II beantragen müsste. Dann kann es zu einer Rückforderung kommen.

Beitrag von windsbraut69 16.04.11 - 10:53 Uhr

Und wer möchte die Schenkung jetzt rückgängig machen?
Die Tochter oder der Vater?

Wie dem aber auch sei, diese 10Jahresfrist bedeutet nicht, dass man 10 Jahre Zeit hat, sich beliebig anders zu entscheiden.
Das trifft m. E. hier NICHT zu.

Gruß,

W

Beitrag von anyca 15.04.11 - 16:57 Uhr

Wie kommt die Tochter darauf, daß sie einen höheren Anspruch auf das Möbelstück hat als ihr Vater?

Beitrag von becca78 15.04.11 - 19:29 Uhr

nein, sie hat sich aufgeregt, dass der Vater (der es letztendlich wohl geerbt hatte) einfach jemand anderem aus der Familie schenkt und nicht ihr (oder ihrem Bruder z.B.)...

Beitrag von myimmortal1977 15.04.11 - 17:32 Uhr

Wer war denn der Erbe bzw. die Erben?

Über den Nachlass verfügen können nur die Erben. War Dein Vater Erbe, durfte er über den Verbleib des Nachlasses verfügen.

War Dein Vater kein rechtmäßiger Erbe, hätte er das Möbelstück nicht verschenken dürfen.

Lebt Dein Vater noch? Wenn nicht und er war rechtmäßiger Erbe, habt ihr keine Möglichkeit das Möbelstück zurück zu holen. Nur er allein hätte unter ganz bestimmten Umständen die Entscheidung rückgängig machen können.

Die Verfügung des verstorbenen Erben gilt und ist von den nachfolgenden Erben nicht mehr anfechtbar.

Sonst könnte ja jeder daher kommen, der einer Generation folgt und eine abgeschlossene Erbsache wieder aufleben lassen. Das kann man nicht.

Neulich war hier erst eine Diskussion über das Thema. Dort war der Fall etwas anders gelagert, aber als Beispiel gut verwendbar. Dort fragte eine hinterbliebene Tochter, ob man eine Erbausschlagung, die man zu Lebzeiten des möglichen Erbens und noch lebenden Erblassern getätigt hat, rückgängig machen kann und wenigstens den Pflichtteil einfordern kann.

In dem Fall war der Vater gestorben und hatte zu Lebzeiten schon eine Erbausschlagung über ein Haus seiner noch lebenden Eltern unterzeichnet.

Nein, in dem Fall konnte die Tochter rein gar nichts tun, noch nicht mal anfechten, das die Unterzeichnung ggf. auf Druck der Eltern hin zu stande gekommen war, da die zu befragende Person verstorben war. Das Erbe war weg, auf immer und ewig.

Außerdem ist es seeeehhhhhrrrrrr schwierig, eine Schenkung rückgängig zu machen. Es gelten nur wenige Begründungen, z. B. wegen groben Undanks.

Dir alles Gute, Janette

Beitrag von becca78 15.04.11 - 19:34 Uhr

Danke dir,

also
Die Tante meines SCHWIEGERVATERS starb ohne ein Testament verfasst zu haben. Erbin war die einzige verbliebene Schwester, die aber nur 6 Wochen später verstarb. Diese war die Mutter meines Schwiegervaters, die wiederum alles an ihren Sohn vererbt hat.

Danach hat er das Möbelstück einfach innerhalb der Familie weiterverschenkt - ohne vielleicht mal seine eigenen Kinder z.B. zu fragen, die sich darüber aber sofort aufgeregt hatten #augen

Der Schwiegervater lebt noch...

Beitrag von windsbraut69 16.04.11 - 10:55 Uhr

Dann besteht für die Tochter vielelleicht die Möglichkeit, den Vater rückwirkend entmündigen zu lassen...

Beitrag von parzifal 16.04.11 - 10:30 Uhr

Der Schwiegervater war Eigentümer des Möbelstücks (durch Erbschaft).

Er hat das Eigentum durch vollzogene Schenkung auf den Cousin übertragen.

Dieser ist nun Eigentümer. Die Tochter des Schwiegervaters hat keine Ansprüche an dem Möbelstück und kann auch keine Harausgabe verlangen.

Die 10-Jahresfrist gilt für andere Konstellationen (Pflichtteilsergänzungsansprüche, Rüchforderung bei Verarmung des Schenkers etc.).

Gruß
parzifal

Beitrag von becca78 16.04.11 - 14:12 Uhr

#danke euch!

Hab mir schon gedacht, dass sie diese Möglichkeit eher nicht hat...

Mir persönlich ist dieses Möbelstück ziemlich latte... #augen;-)

LG,
Becca