War das ok? Konsequenz heute...siebenjähriger

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von alex_22_nrw 15.04.11 - 20:48 Uhr

Hey,

Heute vor dem Sport (draußen) hat mein sohnemann aus einem Baum gespuckt! Seinen kleinen Bruder auch nicht getroffen und auch nicht wirklich bewusst versucht ihn damit zu treffen. Da habe ich schon zweimal gesagt er solle es lassen. Er kam dann aufs Feld wo die anderen waren und sie fingen an mit dem Wasser aus den trinkflaschen ein zweimal zu spucken (haben sie letztens im zirkusstück in der schule gesehen, wo ein Kind immer sagen musste "bienchen bienchen gib mir Honig", das andere Kind dann aber Wasser ausspuckte). Soweit so gut, Flaschen hab ich einkassiert. Da hab ich gesagt wenn noch einmal gespuckt wird fahren wir. Und sein Freund und er spuckten sich doch an. Ich meinen siebenjährigen auf den Arm! Und bin mit nem heulenden Kind gefahren. Ich fand das nur richtig.
Aber er tat mir leid, weil er nie zu irgendeinem Sport wollte, außer seit zwei Wochen dorthin und auch das erste mal in seinem leben irgendwo mitgemacht hat!

Was meint ihr?

LG

Beitrag von schnaki1 15.04.11 - 22:00 Uhr

Hallo,

mir tut dein Sohn leid, nicht nur, weil er einen Tag mit Sport, den er endlich mal mag, bei dem er endlich mal mitmachen möchte, von dir versaut bekommt, sondern weil du ihn vor allen anderen Kindern völlig bloß gestellt hast.
Wie kann man vor anderen Kindern seinen 7jährigen packen und auf dem Arm (!) wegbringen?!
Meine Güte, sie haben Faxen gemacht und sich mit Wasser angespuckt, davon geht die Welt nicht unter. Die Trinkflaschen hast du doch schon einkassiert. Und spätestens nach 2x anspucken hätten sie auch die Lust dran verloren. Ich hätte das ignoriert.
Wo waren die anderen Eltern? Wie haben die reagiert?

Ich denke, du brauchst dich jedenfalls nicht wundern, wenn dein Sohn dort nicht mehr zum Sport hingehen möchte, weil ihm das alles viel zu peinlich war, wie du ihn gegängelt hast vor seinen Freunden.
Ob es das wert war?

LG,
Andrea

Beitrag von kleinemimi 15.04.11 - 22:20 Uhr

Also ich würde sagen das kommt drauf an, erstens hat sie die Konsequenz die sie angedroht hat schlussendlich durchgesetzt was richtig war. Und warum sie ihn auf den Arm genommen hat, steht nicht da, also kann es durchaus sein, das er vorher schon nicht wollte und geweint gebockt oder ähnliches hat, ich glaube kaum, das sie freiwillig ihn auf den Arm genommen hat.

Beitrag von schnaki1 15.04.11 - 22:26 Uhr

Ja, du hast recht, wir waren nicht dabei, aber sie schrieb, sie hätte ihn dann auf dem Arm zum Auto getragen. Da er heulte, liest es sich einfach so für mich.
LG,
Andrea
Nichtsdestotrotz finde ich die Konsequenz übertrieben hart, gerade, wenn sie doch froh ist, dass er endlich mal zum Sport gehen möchte und erstmals wo mitmacht.

Beitrag von kleinemimi 15.04.11 - 22:22 Uhr

Hallo,

also ich finde anspucken auch eklig, egal ob mit Spucke oder Wasser und ich hätte auch was gesagt ganz sicher.

Du hast die angedrohte Konsequenz durchgesetzt und das war im Grunde richtig.

Ich hätte ihn vielleicht dort erstmal beiseite genommen, auf Augenhöhe hätte ihm erklärt das ich das nicht wünsche und er das sofort lassen soll, sonst wird nach Hause gefahren oder ggf eine andere Konsequenz, wenn abzusehen ist, das er dann nicht mehr zum Sport gehen würde.

LG Mimi

Beitrag von alex_22_nrw 15.04.11 - 22:23 Uhr

Ja das ist schon blöd :/
Erst bin ich nur zu ihm hin, wollte ihm sagen er solle sofort aufhören...er wendete sofort den Blick weg oder nahm mich nicht wahr. Wie sich immer. Er wollte weg und da nahm ich ihn erst an did Hand. Da zerrte er sich weg und fing schon an zu schreien. Nun ja auf den arm fand ich dann noch die beste Wahl. Diskutieren wollte ich gar nicht. Und er hat heute morgen schon nicht gehört...wollte das nicht den ganzen Tag über so weitergehen lassen. Es war super voll dort. Es hat kaum jemand bemerkt das spucken, aber ich gab besonders drauf geachtet, weil das "Spiel" momentan Mode ist!
Das mit dem Wasser finde ich weniger
Schlimm, als wenn sie sich echt das letzte aus Mund und Hals ziehen um rum zu spucken!
Aber nun gut ich hoffe er geht wieder hin und hat noch Spaß dran

Lg

Beitrag von juniorette 16.04.11 - 09:40 Uhr

Hallo,

", sondern weil du ihn vor allen anderen Kindern völlig bloß gestellt hast."

1) hat der Junge mit seinem "coolen" "Ich höre doch nicht auf das, was meine Mutter sagt" erstmal seine Mutter bloßgestellt

2) hatte der "arme" Junge die Wahl:
er hört auf seine Mutter und es wird nichts weiter passieren oder er hört nicht auf seine Mutter und muss mit ihr nach Hause fahren - vor den Augen seiner Freunde.

"Wie kann man vor anderen Kindern seinen 7jährigen packen und auf dem Arm (!) wegbringen?!"

Ich kann dir versichern, dass ich meinen 4Jährigen nicht freiwillig auf dem Arm irgendwo wegtrage, und ich bin sicher, der TE ging es nicht anders.
Hätte sie ihren Sohn am Boden entlangschleifen sollen?

"Ich denke, du brauchst dich jedenfalls nicht wundern, wenn dein Sohn dort nicht mehr zum Sport hingehen möchte, weil ihm das alles viel zu peinlich war, wie du ihn gegängelt hast vor seinen Freunden. "

So ein Quatsch. Meine Eltern haben mich öfter mal vor meinen Freunden in Verlegenheit gebracht (genauso die Eltern meiner Freunde mit ihren Kindern), trotzdem habe ich deswegen nie meine Freunde gemieden. Eher mit ihnen über die doofen Eltern gelästert.

LG,
J.

Beitrag von lucky.luke.1946 16.04.11 - 10:18 Uhr

Das unterscheidet wohl Väter von Müttern.
Mütter verstehen einfach keinen Spass.

Beitrag von juniorette 16.04.11 - 09:32 Uhr

Guten Morgen,

dein Sohn hat wiederholt nicht auf dich gehört, du hast dann eine Konsequenz angedroht, er hat wieder nicht gehört, du hast die Konsequenz durchgeführt.

Alles richtig gemacht.

LG,
J.

Beitrag von lucky.luke.1946 16.04.11 - 10:17 Uhr

"(haben sie letztens im zirkusstück in der schule gesehen, wo ein Kind immer sagen musste "bienchen bienchen gib mir Honig", das andere Kind dann aber Wasser ausspuckte). "


Es war doch nur ein Spiel.
Dann darfst du kein Kind solche Sachen zum Nachmachen sehen lassen.
Ich finde dein Verhalten sehr verkrampft.


"Aber er tat mir leid, weil er nie zu irgendeinem Sport wollte, außer seit zwei Wochen dorthin und auch das erste mal in seinem leben irgendwo mitgemacht hat!"

Das war´s dann wohl, jetzt hast du es ihm nur wegen so einem Spielchen kaputt gemacht .

Beitrag von jazzbassist 16.04.11 - 13:14 Uhr

Also mir ist es auch wichtig, dass, wenn ich meinem Sohn sage, dass er mit etwas bitte aufhören soll, er dann auch auf seine Eltern hört und nicht einfach weitermacht. Daher hätte in der Situation »Ich verbiete ihm 2-3 etwas; und in letzter Konsequenz dann: Noch einmal, und wir fahren« dann auch identisch gehandelt, wenn er das dann wieder getan hätte. Das kann manchmal für ein Kind eine total doofe Situation sein. Andererseits - da gebe ich juniorette Recht - ist es auch für mich als Elternteil eine total unangenehme Situation, wenn mein Kurzer sich irgendwo nicht benimmt und dann auch nicht mal auf mich hören würde.

Andererseits ist diese Elternrolle mit total viel Verantwortung verbunden. Daher hätte in der von Ihnen geschilderten Situation diese Konsequenz »wir fahren nach Hause« gar nicht erst ausgesprochen. Zum einen, weil ich es in Ihrem Falle eher kontraproduktiv finde, wenn ihr Sohn ohnehin schon große Schwierigkeiten hat, sic hier für einen Sport zu begeistern.« Ich bin mir also sicher, dass Sie ihm das damit zumindest nicht einfacher gemacht haben. Und zum Anderen - zumindest aus Ihrer Beschreibung - hätte ich aus der Situation eher interpretiert, dass die Kids da einfach nur Spass hatten und gespielt haben. Und, wenn sich zwei Kinder mit Wasser anspucken wollen, wäre das für mich persönlich noch in Ordnung gewesen. Meiner ist 12, und, der hat im letzten Sommer noch tierischen Spass gehabt, mit seiner Freundin und seinem besten Freund mit Wasserpistolen im Garten zu toben und sich nass zu spritzen. Zumindest die Kinder, die ich so kenne, finden das durchaus lustig. Ich wäre in ihrer Situation also nur eingeschritten, wenn bei diesem Spiel andere in Mitleidenschaft gezogen worden wären, die definitiv nicht mehr nassgespritzt werden möchten. Vielleicht war es ja bei Ihnen so - nur, dass ging zumindest aus ihrem Beitrag jetzt nicht hervor, daher fand' ich's wichtig, das mal zu erwähnen.

Was bei meinem Sohn immer sehr gut funktioniert hat, war, mit der Stimme zu arbeiten. Also nicht lauter werden oder schimpfen (abfälliger mit der Stimme werden), sondern, einfach nur ernster. Zumindest ist es meinem Sohn unheimlich oft gelungen, Sachen zu tun, die man eigentlich nicht tut; aber - ich als Papa trotzdem irgendwie total süß fand :-p. Also bei uns gab es durchaus Ermahnungen, die gar nicht so ernst gemeint waren, wie andere Ermahnungen. Wir brauchten ihm im Regelfall also keine »Noch ein einziges Mal, dann…« Konsequenz anzudrohen, weil er allein aus der Mimik, Körpersprache und Stimme der Eltern erkannt hat, wenn er sich gerade auf ganz ganz dünnem Eis bewegt. Er also ganz genau wusste: Wenn ich das jetzt noch einmal mache, gibt es Konsequenzen. In ihrem Beispiel hätte ich ihren Sohn einfach zu mir gewunken, und, dann hätte der einfach mal ein paar Minuten lang bei seinen Eltern bleiben dürfen, um sich wieder etwas zu beruhigen und runterzukommen; oftmals sind die einfach nur aufgedreht. Ist ja für ihren Sohn auch doof, von einem anderen Kind mit Wasser angespuckt zu werden, und, sich dann nicht spielerisch wehren zu dürfen! Das hat bei uns oftmals wahre Wunder bewirkt. Er wurde dabei nicht bloßgestellt; wir Eltern haben uns auch wohl dabei gefühlt etc. Was will man mehr?

Beitrag von sunflower.1976 16.04.11 - 13:42 Uhr

Hallo!

Grundsätzlich ist es bei uns so, dass es logische Konsequenzen gibt, wenn unsre Kinder nicht hören.
Aber ganz ehrlich... Deine Reaktion finde ich schon übertrieben.
Dieses Spucken aus dem Baum...das ist doch nicht sooo schlimm! Und solange sie niemanden anspucken, ist es auch kein Drama, wenn sie ein, zwei Mal das Wasser aus der Trinkflasche irgendwo hinspucken (zumal sie es ja in dieser Zirkusvorstellung gesehen haben). Trinkflasche wegnehmen sollte da reichen zusammen mit der Ermahnung, dass jetzt Schluss ist. Reicht das nicht, hätte ich mir mein Kind geschnappt und es aus der Situation geholt und mich ein paar Minuten mit ihm an die Seite gesetzt und ruhig aber streng mit ihm geredet, ggf. bis de Sport anfängt (je nachdem, wie lange es noch bis dahin ist).

Aber mein Kind vor anderen Kindern beschämen, indem ich es wie ein Kleinkind wegtrage....das würde ich auch mit meinem knapp sechsjährigen Sohn nicht machen. Zumal der Freund ja auch nicht unbedeteiligt war und er seinen Spaß beim Sport haben durfte.

LG Silvia

Beitrag von leiahenny 16.04.11 - 15:08 Uhr

Du auch berichtest, ob dein Sohn da wieder hin will.

Wenn Du immer so reagierst wenn dir was nicht passt, dann würde es mich allerdings nicht wundern wenn dein Sohn niergends hingeht.

Flaschen einkassieren reicht m.E. und nicht gleich immer damit drohen: "dann gehen wir", die Kinder haben Spaß gemacht.

Macht dein Sohn sonst mitt anderen Kindern keinen Blödsinn ?

Beitrag von alex_22_nrw 16.04.11 - 21:31 Uhr

Er hat jetzt nie gesagt, dass er dort nicht mehr hinmöchte. Peinlich ist ihm glaub ich eh nix! Also das wird er nicht als Bloßstellung gesehen haben. ER hat durch seine leichte Hysterie ja auch ein Verhalten gezeigt, als wär er drei oder vier!
Ich bin sonst in allem sehr locker. Aber er muss nunmal nicht spucken. Un den letzten beiden Fällen ging es ja nicht um Wasser!
Und er hätte nicht mehr ruhig neben mir gesessen, das sollte er vorher als die kleinen trainiert haben...und es hat auch nicht "funktioniert"!
Er rannte umher...
Ich bin auch sehr offen, wenn es wild wird. Aber ein siebenjähriger müsste verstehen, wenn es mir auch mal reicht.

Lg

Und er übt dort an sich für einen Lauf im Mai und natürlich konnte er dann gestern Abend noch ne runde "joggen" gehen

Beitrag von leiahenny 17.04.11 - 17:48 Uhr

Na - dann viel Erfolg bei Lauf.

Beitrag von engelchen28 17.04.11 - 13:32 Uhr

du hast es 2 x angekündigt und dann durchgezogen. hätte ich genauso gemacht...! vielleicht hätte ich ihn nicht getragen (wobei...meine fast 6jährige, wenn sie so richtig zickt und theater macht, habe ich auch schon "unter den arm geklemmt" und weggetragen).
wenn er irgendwo mitmachen möchte, muss er sich benehmen. spucken und wasser auspucken gehört da in meinen augen nicht zu.

Beitrag von bine3002 19.04.11 - 23:46 Uhr

Ehrlich gesagt... von Anfang an völlig übertrieben.

Spucken finde ich jetzt auch nicht schön, aber es ist doch kein Drama! Insofern hätte ich darauf hingewiesen, dass er bitte keine Personen anspuckt und darauf achtet, seinen Bruder nicht zu treffen. Das ist ja auch nicht geschehen, wenn ich das richtig verstehe.

Auf dem "Feld" hätte ich mich komplett zurück genommen, weil der Trainer die Verantwortung in dem Moment übernimmt, wo das Kind das "Feld" betritt (wobei ich natürlich nicht genau weiß, um was für ein "Feld" es geht, ich nehme an Fußball?!?). D.h. ich ziehe mein Kind nur um, gehe auf die Tribüne und halte meinen Mund. Alles, was dann passiert, beobachte ich zwar, sage aber absolut nichts dazu.

Beitrag von h-m 22.04.11 - 22:02 Uhr

Ich finde, dass Du richtig gehandelt hast. Hätte ich wahrscheinlich auch so gemacht. Du hast ihn ja vorher mehrmals verwarnt und irgendwann muss nunmal Schluss sein.

Ich kann diese "das war doch nur Spaß und gar nicht so schlimm"-Antworten nicht nachvollziehen. Zum einen finde ich Spucken ekelhaft und zum anderen will ich, dass mein Kind auf mich hört, wenn ich es mehrfach ermahne.