Darf man zu "fremden" Kindern was sagen?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von mariju 15.04.11 - 20:57 Uhr

Hallo!

Ich muss etwas weiter ausholen… wir haben einen Sohn (Luis), fast 7 Monate alt. Meine Schwägerin (Schwester meines Mannes) hat einen Sohn (T…) der Anfang Juli 4 wird. Der kleine ist sehr eifersüchtig, aber er hat auch nicht die Gelegenheit, dass er sich an unseren Sohn gewöhnt, sie wohnen ca. 120km entfernt und wir sehen uns nur alle 3 bis 4 Wochen.
T… ist dieses Wochenende bei den Großeltern in Ferien und da wir die beiden so selten sehen haben wir die Gelegenheit genutzt und sind auch zu meinen Schwiegereltern gefahren. Er ist im Großen und Ganzen ein lieber Kerl, nur ich finde er ist für sein Alter schon ganz schön „hinter wendig“ und weiß wie er mit lügen, hauen und petzen zu seinem kommt. Meinen Mann und mich stört das zwar ungemein, aber es steht uns nicht zu die Erziehung von anderen zu kritisieren, schließlich wird unser Sohn auch mal groß und wer weiß wie wir in manchen Situationen handeln.

Zur eigentlichen Sache, es waren mehrere Kleinigkeiten die heute nicht zum ersten Mal vorgefallen sind. Meine Schwägerin hatte unseren Sohn auf dem Schoß, T… wollte mit dazu, was ja auch kein Problem war. Aber er ist angeblich gestolpert und voll auf Luis geknallt. Luis ist eher „robust“ und lässt sich nicht so schnell schocken, daher reagiere ich auch nicht direkt hysterisch und komme sofort angesprungen. T… hat es dann geschafft sich mit auf den Schoß zu setzen und fing an sich so feste an seine Mama zu kuscheln das Luis komplett unter ihm lag. Das war die erste Situation wo ich unseren Sohn dann doch „gerettet“ habe, ohne was dazu zu sagen.
Irgendwann schlief Luis ein und ich habe ihn auf eine Krabbeldecke am Boden gelegt. T… war daneben am spielen und es flogen immer wieder Duplo-Steine in Richtung von Luis, bis er auch mal einen im Gesicht abbekommen hat. Jetzt habe ich was zu T… gesagt, da meine Schwägerin nicht wirklich interessiert reagiert hat als Luis anfing zu brüllen.
Luis also wieder wach, er hat T… beim Spielen zugesehen und um T… mehr an Luis zu gewöhnen habe ich gesagt das Luis ihn ganz toll findet und er ganz interessiert daran ist was T… macht. T… hat ihn zum ersten Mal angelächelt und kam näher und wollte ihn streicheln. Das hat er auch 2x gemacht, dann hat er ihn erst an den Haaren gezogen und dann am Ohr. Ich sagte dass er Luis so weh tut und er hat weiter normal gestreichelt. Er wollte ihm dann ein Küsschen geben, was ich auch zugelassen habe, aber er hat Luis in die Backe gebissen.
Ich dachte bevor ich mit einem Kind mit Loch in der Backe und ohne Ohren nachhause fahre, beende ich die Sache und verabschiede mich ganz höflich.

Luis saß schon fertig im Maxi-Cosi und stand in der Küche bei der Oma, meiner Schwägerin und T…, in der Zwischenzeit habe ich alles ins Auto gepackt, wer rechnet auch damit das noch was passiert. Ich komme zurück, die Oma schaukelt Luis ein bisschen hin und her. Wir habe uns verabschiedet und in dem Moment geht T… von jetzt auf gleich auf den Maxi-Cosi zu und wirf ihn mit einem Ruck nach vorne um. Zum Glück hatte ich den Bügel schon oben, normalerweise habe ich den immer unten bis es wirklich los geht. Es ist auch nichts passiert, Luis ist nicht mit dem Kopf auf den Boden geschlagen oder hat sich sonst wo weh getan, aber er war so erschrocken und hat natürlich gebrüllt wie am Spieß.
Jetzt konnte ich mich nicht mehr halten und habe mich runter zu T… gehockt und fragte ihn warum er das gemacht hat, ich habe es nicht in einem bösen Ton gefragt. Ich sagte auch das sowas ganz böse weh tun kann und sowas darf er nicht mehr machen, er darf auch Luis nicht einfach in die Backe beißen, weil es ja weh tut. Er fing sofort an zu heulen und er war das ja alles nicht extra, so wie seine Mutter zu mir sagte.

Normalerweise hätte ich das ganze einfach abgehakt, aber ich habe eben einen Anruf meiner Schwiegermutter bekommen (die sich glücklicherweise auf meine Seite gestellt hat) das meine Schwägerin sich tierisch darüber aufgeregt hat, das ich versuchen würde T… zu erziehen. Es würde mich schlicht und einfach nichts angehen wie sie ihr Kind erzieht. T… sei ja auch noch klein, er kann das doch noch gar nicht begreifen das er jemanden verletzen kann.
Ich sehe das ja auch so das es mich nichts angeht wie sie ihr Kind erzieht, aber muss man darauf warten bis die Mutter irgendwann mal ein „Nein“ oder „hör auf damit“ sagt? Klar ist T… noch klein, aber ich finde das man mit fast 4 Jahren schon sehr wohl wissen kann was man darf und was nicht. Und ich habe die Erziehung nicht mit einem Wort kritisiert.

Mich beschäftigt das wirklich und ich frage mich jetzt die ganze Zeit schon wie ich reagiert hätte. Ich denke zum einen, dass ich Luis schon vorher gebremst hätte und auch irgendwann nicht mehr in einem netten Ton mit ihm gesprochen hätte. Meine Schwägerin hat das ja alles gesehen was T… gemacht hat und hat auf keine seiner Aktionen reagiert.
Zum anderen würde ich es auch gut finden wenn jemand anderes was zu meinem Sohn sagt, wenn ich nicht dabei bin, egal ob er was kaputt gemacht hat, jemandem weh getan hat oder sonst was.
Aber … unser Sohn ist erst 7 Monate und wie ich oben schon mal geschrieben habe, wer weiß wie wir später wirklich reagieren.

Würdet ihr zu einem „fremden“ Kind (ist ja eigentlich ein fremdes Kind) was sagen? Darf man überhaupt was sagen?
Wie reagiert ihr wenn eine andere Mutter/Person was zu euch oder eurem Kind sagt oder sagen würde?

So, sehr sehr lang geworden.
Mariju & Luis

Beitrag von karin3 15.04.11 - 21:29 Uhr

Hallo,

du hast richtig reagiert. Deine Schwägerin benimmt sich als würde sie denken, dass Kinder privat Sache sind. Kinder sind werder eine (dumme) Sache noch privat. Aber da dieses Verhalten so weit verbreitet ist, bekommen auch häufig Nachbarn nichts mit wenn was passiert. Und dann hätten sich plötzlich alle einmischen sollen.

Gruß Karin

Beitrag von derhimmelmusswarten 15.04.11 - 21:38 Uhr

Ich hätte das Kind zusammen gebrüllt, dass ihm Hören und Sehen vergangen wäre. Bei sowas könnte ich nicht ruhig bleiben. Hallo?! Der Rotzlöffel (sorry für den Ausdruck, aber ist doch wahr) ist bald 4 und dein Kind noch ein Baby. Und der Schwägerin hätte ich an Ort und Stelle auch ganz anständig Bescheid gegeben. Da hätte ich überhaupt kein Problem mit. Ich hatte hier mal eine Bekannte mit ihrem Sohn zu Besuch. Damals waren unsere Kinder ungefähr ein Jahr alt. Sie hat auch nicht wirklich viel dazu gesagt, dass sich ihr Kind an unserem Fernseher vergriffen hat (schlug darauf ein). Ich habe dann mal kurz in einem wirklich lauten Ton "Nein, lass das" gerufen. Da fing der Kleine an wie ein Schloßhund zu heulen... Tat mir ganz und gar nicht leid! Ich finde es erbärmlich, dass es Eltern gibt, die ihre Kinder nicht mal zur Vernunft bringen können.

Beitrag von liz 18.04.11 - 10:03 Uhr

In dem Fall dass du das Kind zusammengebrüllt hättes (welches ja nicht mal deines wäre), hättest du aber mächtig Ärger mit mir bekommen. Ich halte es so wie die TE, wenn ich merke dass die Eltern des anderen Kindes nicht reagieren, spreche ich das Kind an. Erkläre dass es das nicht darf, bin dabei aber ruhig, ernst und bestimmt. Da gibt es nichts zu brüllen.

Ich finde es auch richtig dass andere auch meinem Kind ein paar Takte erzählen wenn es ein "Fehlverhalten" gibt. Aber anbrüllen, nein. Da würde ich dazwischen gehen.

Was ich, genau wie du, nicht abkann sind Eltern die ihren Kindern ungerührt bei allem zuschauen und keinen Ton sagen.

Beitrag von leah82 27.04.11 - 23:37 Uhr

#prodito

Beitrag von schnaki1 15.04.11 - 21:50 Uhr

Hallo,

das Problem ist sicher, das genau diese Menschen wie deine Schwägerin, sich nicht einmischen würden bei fremden Kindern, aber auch nur deshalb, weil sie eben beim eigenen Kind auch nicht reagieren.
Gut, dem Jungen (T...) kannst du eigentlich keinen Vorwurf machen, ich dachte bei dem aufdemSchoßsitzen an Eifersucht und Aufmerksamkeit erhaschen, da reagieren Kinder eben manchmal komisch.
Aber ich bin auch der Meinung, das die Mutter da entsprechend hätte reagieren müssen.
Nun, du wirst noch oft in Situationen kommen, wo du nicht verstehst, warum manche Eltern in diesem Moment gerade nix oder ausgerechnet was tun. Die Frage ist eben nur, wie lange man bereit ist, ein "Fehlverhalten" eines fremden Kindes zu tolerieren.
Grundsätzlich sollten das die Eltern selbst regeln, aber wenn sie nix sagen und wir befinden uns in meinem Haus oder das Kind macht etwas mit meinem Kind oder meinen Sachen, dann bin ich schnell mit klaren Ansagen dabei, warum ich dies und das nicht will. In einem freundlichen, aber bestimmten Ton. Gefällt der Mutter des Kindes das nicht, dann muss sie eben ihrem Kind eine bessere Erziehung angedeihen lassen oder es selbst rügen.
Und Besucherkinder (ohne Eltern) werden hier genauso behandelt wie die eigenen, also bei Bockmist auch mal mit angeranzt. Hat sich noch niemand beklagt, bin ja auch eigentlich eine ganz Liebe...;-)

LG,
Andrea

Beitrag von koerci 15.04.11 - 21:50 Uhr

Ich finde es war okay, wie du reagiert hast.
Hätte ich genauso gemacht!!

Erstmal abwarten, ob die Mutter des Kindes nicht vielleicht doch mal bereit ist, was zu sagen. In diesem Fall war sie es anscheinend nicht, also hast du eingegriffen.

Mach dir keine Gedanken, du hast richtig gehandelt.
Zumal du ihn ja nichtmal angemeckert hast, sondern ruhig erklärt hast, dass es deinem Kind wehtut.

Dass er eifersüchtig auf euren Kleinen ist, verstehe ich allerdings schon. So ist das bei uns auch immer, wenn wir 2x im Jahr meine Schwiegermutter besuchen, und ihr großer Enkel (5) steht nicht mehr im Vordergrund.

LG
koerCi

Beitrag von molinalaja 16.04.11 - 17:13 Uhr

#pro

Beitrag von dore1977 15.04.11 - 22:09 Uhr

Hallo,

ich finde Du warst sogar noch recht "nett". T. wäre bei mir nicht so glimpflich davon gekommen. Er und Deine Schwägerin hätten sich ordentlich etwas anhören dürfen.

Um Deine Frage zu beantworten ja klar darf man auch fremden Kindern etwas sagen.
Ich habe damit auch kein Problem den ich werde niemals laut oder unverschämt. (da achte ich sehr drauf weil ich doch sehr explosiv sein kann #hicks )
Ich habe auch schon mal ein Kind vom Hof geschmissen mit den Worten verschwinde, Du bist nicht erzogen ich will Dich hier nicht wieder sehen, los hau ab !
Das fand ich hart aber leider nötig.

LG dore

Beitrag von marion2 15.04.11 - 22:10 Uhr

Hallo,

es geht dich in der Tat nichts an WIE sie ihr Kind erzieht - so lange sie ihr Kind ÜBERHAUPT erzieht. Macht sie aber nicht. Darum darfst du an dem Bengel rumerziehen so viel du willst, so oft du willst, so lange du willst.

Gruß Marion

Beitrag von lisasimpson 15.04.11 - 22:28 Uhr

nein, es hat dich in der tat nicht zu jucken, wie sie ihr Kind erzieht-
das einzige, was in deinem Verantwortungsbereich liegt ist die Sicherheit und der Umgang mit deinem Kind.

ich hätte schon sehr viel früher eingegriffen und wirklich aller spätestens nach der haare- zieh Aktion den Körperkontakt unterbunden.

Ob es dazu geboten ist, dem anderen Kind "ins gewissen" zu reden oder nicht hängt eher von der beziehungen der erwachsenen ab als von allem anderen sonst - kann ich also hier nicht einschätzen.

Aber in jeden fall würde ich sorge dafür tragen, daß die unversehrtheit meines babys gewahrt bleibt

lisasimpson

Beitrag von zahnweh 15.04.11 - 22:32 Uhr

Hallo,

"Es würde mich schlicht und einfach nichts angehen wie sie ihr Kind erzieht. "

In dem Moment in dem Dein Kind involviert ist, bzw. wo es gilt dein Kind berechtigerweise zu schützen, geht es dich auf jeden Fall was an!

Sobald deiner seine Zähnchen hat, sich gegen den Großen durch Beißen versucht zu wehren (so lange er noch nicht so richtig sprechen kann und sich nicht anders zu helfen weiß), wird sie sicher reagieren. Da würde ich fast drauf wetten....

Ansonsten klare Absprachen. Bei gleichstarken Kindern (Größe/Gewicht/verbaler Ausdruck/Entwicklung) ist nicht so tragisch, wenn sie sich kappeln. Bei Verletzungen greift man natürlich schon ein! Aber da kann man sagen, lasst das mal die unter sich ausmachen.

Bei dem Unterschied gilt: eingreifende Person in der Nähe.
Wenn sie nicht eingreift, machst du es oder die Großeltern.
Klappt das gar nicht, bleibt dein Kleiner bei dir auf dem Schoß bis er einen Weg gefunden hat sich zu wehren (Beißen, treten, hauen ... später dann auch mal Sprache)

Ich heiße diese Methoden nicht gut!!! Sind aber oft die einzigen, die die Kleineren noch nicht so starken Anwenden, wenn sie sonst keine Chance sehen, gegen die deutlich größeren sich sonst nicht wehren können.
Auch hier gilt Eingreifen und es nicht durchgehen lassen. Allerdings lernen auch die Größeren, dass sie mit den Kleinen nicht alles machen können.

Meine 3,5 jährige, die schon einige Bissspuren von ihrer kleinen Freundin hatte. Beide haben dazu gelernt. Jetzt regeln sie es mit Worten.


"T… sei ja auch noch klein, er kann das doch noch gar nicht begreifen das er jemanden verletzen kann. "


Klein ja.
Noch nicht begreifen: glaube ich sofort! Warum? Wie soll man etwas begreifen können, was einem noch nie/nicht erklärt worden ist?! #kratz


Wie schon erwähnt, meine eine rückte auch schon Kindern zu Nahe.
1. ich hab sofort eingegriffen oder war sprungbereit je nach Kind und Situation mit genauer Beobachtung
2. ich war froh, wenn die andere Mutter auch mal was sagte
a) machte deutlich mehr Eindruck
b) doppelt hält besser (na ja meistens)
c) sie hat es GENAU gesehen, ich nur aus den Augenwinkeln. / sie war schneller zur Stelle... kam auch mal vor ... vor allem als meine dann mal laufen konnte
3. wenn alles sagen nichts half und die Kleine auch mobil wurde, ein Biss (ich heiße es nicht gut!) half meiner dann doch mal auf die Sprünge und zeigte ihr "stopp, so geht das aber nicht
4. wie soll mein Kind etwas lernen, wenn sie nie darauf hingewiesen wird!
5. man muss es ja nicht nur im "nein, darfst du nicht" Ton sagen. "schau so geht es anders" ist auch Erziehung und hilft auch schon weiter



Ja, ich sage auch anderen Kindern was Sache ist. Nicht jedem. Aber einigen. Bei manchen habe ich mit der Mutter ein Abkommen getroffen - ausgepsrochen oder ein stilles mit der Zeit entwickeltes.

Von meinen Tanten und Onkeln (einige!) kenne ich es auch so, dass jeder, der das Kind erwischt, anspricht. Je nach Situation und Alter wurde hinterher den Eltern noch bescheid gesagt z.B. Wiederholunstaten oder Konsequenzen oder auch nicht, weil es ausreichte, die Situation zu klären, dem Kind etwas zu erklären und Situation ohne weitere Folgen beendet war.

Ich bin ehrlich gesagt dankbar, wenn andere mein Kind auch mal ansprechen. 1. sie ist eine Springmaus mit vielen Flausen im Kopf (jede verhinderte Verletzung im Vorfeld finde ich super)
2. es tut IHR gut, wenn sie auch von anderen gesagt bekommt "stopp, so geht es nicht" bzw. "schau so geht es besser". macht halt doch mehr Eindruck.
3. es macht mir den Alltag leichter, wenn nicht nur ich immer und allein eingreifen muss. Denn wenn 2. wirkt, wirkt sich das auch auf meinen Alltag mit ihr aus #huepf

Beitrag von zahnweh 15.04.11 - 22:43 Uhr

Schade, dass nicht mehr zu gelten scheint:

"man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen"

wie geschrieben, ich hatte viele Tanten und Onkel und noch andere Einflüsse von Erwachsenen, die

a) mit auf mich aufgepasst haben, wie jeder auf jedes Kind mitgeachtet hat in der Gruppe
b) die auch mal Nein gesagt haben, wenn die Eltern es grade nicht gesehen haben
c) sich bei allen geschützt und geborgen gefühlt hat
d) die Eltern auch mal Kraft tanken konnten, weil sie ihre Kinder nicht allein gewusst haben.

Hier merke ich oft:
- dass erwartet wird, dass ich mich ALLEIN um mein Kind kümmere. Stellt meine was an, werde ich erst mal dazu gerufen, mir eine Standpauke gehalten, dass ich mein Kind nicht erziehen kann UND DANN erst gesagt, WAS sie gerade macht
- anstatt sie einfach aus der Situation zu holen und mich dann daraufhinzuweisen.
- helfe ich einem Kind, das fast die Leiter runterfällt, werde ich entsetzt angeschaut, weil das Kind privatsache ist und ich somit nicht das Recht habe einzugreifen. Ebenso bei Situationen mit Erziehung, wenn man das Kind anspricht. Bei Fremden kann ich es verstehen. Bei Familienmitgliedern oder guten Freunden finde ich es schade.

Beitrag von hustinetten 15.04.11 - 23:51 Uhr

Kenn ich, mein Neffe ist ähnlich veranlagt - laisser faire sei Dank. Egal, was der Kleine macht, ihm wird bestenfalls ins Ohr gesäuselt, dass er es vielleicht doch machen sollte. Aber wenn er sich rumdreht, grinst und weiter macht, ist es seinen Eltern auch egal.

Was er mit seinen Eltern macht, ist mir egal, soll er ihnen auf der Nase rumtanzen, das ist nicht mein Problem. ABER wenn er meinen Kindern zu nah kommt, greife ich ein.
Bei gleichaltrigen Kindern kann und sollte man sie bis zu einem bestimmten Punkt ihre Konflikte selbst austragen lassen, bzw. sie dabei unterstützen sonst lernen sie es auch nie. Aber bei einem größeren Altersabstand kann es bei so kleinen Kindern nicht funktionieren.

Ich denke aber schon, dass man in bestimmten Situationen auch bei fremden Kindern reagieren darf und muss - oder möchtest du wirklich miterleben, dass dein Neffe deinem Sohn mal ernsthaft verletzt, während deine Schwägerin genüsslich Kaffee trinkt?

lg

Beitrag von sassi31 16.04.11 - 02:52 Uhr

Hallo,

grundsätzlich interessiert es mich überhaupt nicht wie andere ihre Kinder erziehen. Aber wenn ein Kind im Beisein der Eltern mir weh tut oder etwas kaputt macht, was mir gehört, dann schreite ich da ein. Falls es die Eltern nicht machen. Und das würde ich selbstverständlich auch machen, wenn mein Kind gefährdet wäre (sofern ich eins hätte).

Ich erwarte, dass Eltern einschreiten, wenn die Kinder sich nicht benehmen und auch dran denken, dass andere Menschen Grenzen haben, die evtl. niedriger gesteckt sind, als die eigenen. Das hat was mit gegenseitiger Rücksichtnahme zu tun.

Eine Freundin von mir geht aber zum Beispiel davon aus, dass ich ihrem Kind sage, wenn es bei mir zuhause etwas nicht machen soll. Weil das ja meine Wohnung ist und ich die Regeln bestimme. Die ist dann aber auch nicht beleidigt, wenn ich etwas verbiete.
Mein Einwand war, dass die meisten Menschen eine entsprechende Reaktion der Eltern erwarten. Und seitdem wartet sie nicht mehr einfach ab, bis ein anderer was sagt. Sie regelt das selbst, auch wenn es nicht bei ihr zuhause ist.

Gruß
Sassi

P.S.: Warum musste dein Sohn unbedingt auf dem Boden neben dem spielenden Neffen schlafen? Das finde ich nun auch nicht so pfiffig.

Beitrag von sternchen730 16.04.11 - 07:58 Uhr

"das meine Schwägerin sich tierisch darüber aufgeregt hat, das ich versuchen würde T… zu erziehen. Es würde mich schlicht und einfach nichts angehen wie sie ihr Kind erzieht. T… sei ja auch noch klein, er kann das doch noch gar nicht begreifen das er jemanden verletzen kann. "

So lange Deine Schwägerin dieser Meinung ist, ist es auch ihre Aufgabe, auf ihren Sohn und sein Tun zu achten, besonders wenn Babys oder empfindliche Dinge in Reichweite sind, dann ist es nämlich IHRE Verantwortung.
Ich hätte sowohl dem Sohn als auch der Schwägerin meine Sorge und meinen Äger sehr deutlich mitgeteilt.

Gruß, sternchen#stern

Beitrag von meckikopf 16.04.11 - 17:13 Uhr

<<So lange Deine Schwägerin dieser Meinung ist, ist es auch ihre Aufgabe, auf ihren Sohn und sein Tun zu achten, besonders wenn Babys oder empfindliche Dinge in Reichweite sind, dann ist es nämlich IHRE Verantwortung.>> #pro#pro

Ganz genau.



<<Ich hätte sowohl dem Sohn als auch der Schwägerin meine Sorge und meinen Äger sehr deutlich mitgeteilt.>> #pro#pro

Ich auch - und mich hätte diese Schwägerin sooo schnell nicht mehr wieder gesehen - Verwandtschaft hin oder her. Denn wenn die Schwägerin die Strangeröffnerin auch noch anmeckert, weil sie deren Sohn/ihren Neffen zurechtgewiesen hat - und das vollkommen zu Recht - dann kann man auf ihren Kontakt - zumindest für eine Zeit lang - auch mal gut und gerne verzichten. Denn ich wollte schließlich nicht jedes Mal solch einen Zirkus wegen der Kinder, wenn wir uns treffen.



Gruß

Beitrag von juniorette 16.04.11 - 09:56 Uhr

Guten Morgen,

ich wäre schon beim Werfen der Duplosteine laut geworden und hätte mein Baby auf meinen (!) Schoß genommen.

Beim Beißen in die Backe hätte ich das verzogene Rotzgör dermaßen angebrüllt, dass es einen Hörsturz bekommen hätte #aerger

Ich kann deinen Ärger also verstehen.

Trotzdem muss ich dir auch Vorwürfe machen:
- wieso hast du deinen Sohn nicht schon nach den ersten Vorfällen auf deinen Schoß oder Maxicosi genommen?
- wieso bist du nicht schon vorher deutlich gegenüber T. geworden?
- wieso bist du so lange bei dieser unverschämten Schwägerin geblieben? Ja, es ist unverschämt von ihr, zuzulassen, dass ihr Rotzblag von Sohn dein Kind quält.

Es ist in der Tat nicht deine Aufgabe "fremde" Kinder zu erziehen, aber es ist deine Pflicht, dein eigenes Kind zu beschützen (dein Kind kann sich noch nicht wehren) und dein gutes Recht, was zu sagen, wenn andere Menschen deine Grenzen oder die Grenzen deines Kindes überschreiten.

Mit solchen Leuten wie deine Schwägerin komme ich nicht klar. Ich kannte zwar auch so eine Laissez-faire-Mutter, aber die hatte wenigstens noch Respekt vor der Schutzbedürftigkeit eines Babys (mal abgesehen davon, dass ihr nicht erzogener Sohn zumindest nicht agressiv war).

LG,
J.

Beitrag von dominiksmami 16.04.11 - 14:30 Uhr

Huhu,

natürlich darfst und mußt du etwas sagen/tun um dein Kind zu schützen.

Wenn das deiner Schwägerin nicht passt muß sie eben selber damit anfangen ihr Kind zu erziehen.


Allerdings...der Gedanke "die sind bei Oma, dann fahren wir auch hin) der kommt nur Erwachsenen.

Ich an deiner Stelle wäre zu Hause geblieben, damit der Junge seine Oma mal ganz für sich hat.

lg

Andrea

Beitrag von majetta 16.04.11 - 15:15 Uhr

Wow, wie lange du ruhig geblieben bist#pro

Beim werfen mit dem Lego wäre ich schon laut geworden und beim beißen hätte sich das Rotzgör ne schelle gefangen#aerger

Beitrag von meckikopf 16.04.11 - 17:05 Uhr

<<Beim werfen mit dem Lego wäre ich schon laut geworden und beim beißen hätte sich das Rotzgör ne schelle gefangen.>> #contra#contra#augen#klatsch#bla

Du weißt aber schon, dass das seit mehr als 10 Jahre VER-BO-TEN ist, oder?! Scheinbar doch nicht... und sowas auch noch von einem FRISCHLING; na, da braucht man sich auch nicht zu wundern!;-):-D

Beitrag von molinalaja 16.04.11 - 17:10 Uhr

Prima, dann hätte ich dir ja später auch eine ordentliche Brumme setzen können :-)

Beitrag von phili0979 17.04.11 - 11:49 Uhr

mmh und was lernt "T." daraus. Als kind darf ich kleineren nicht weh tun (beisen), wenn aber erstmal groß bin, dann darf ich sie schlagen!!!! Hehehe!!!!

Na das ist eine Logik vom Feinsten!!!!

Beitrag von meckikopf 17.04.11 - 17:07 Uhr

<<Als kind darf ich kleineren nicht weh tun (beißen), wenn aber erstmal groß bin, dann darf ich sie schlagen!!!! Hehehe!!!!>>#pro#pro

Meine Rede - genauso sehe ich das auch! Und das erinnert mich direkt an "Himmelherrgottsakrament, du sollst doch nicht Scheiße sagen!" - Ein und dasselbe in grün. -

Beitrag von moulfrau 16.04.11 - 15:41 Uhr

Hi Mariju,
hi, Thilo ist im August 4 geworden und Thaddäus ist vom 01/10. Der Thilo hat sich aber viel "reifer" benommen.

Kommt der Neffe, denn nie mit Kinder oder Babys zusammen?

Ich hätte schon viel früher was gesagt, aber beim umschmeißen des Maxi Cosi, hätte ich den Bub so angebrüllt, der hätte 2 Tage später noch ein Piepsen im Ohr.

Du hast schon richtig gehandelt und was Du da gemacht hast, hat nichts mit Erziehung sondern mit Schadensbegrenzung zu tun, bevor der Kleine halbtot im Krankenhaus liegen würde. Da hätte die Mutter schon viel früher mal was sagen müssen!

Gruß Claudia

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