Das erste Mal in den Schlaf geweint - war das total verkehrt?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von tosse10 15.04.11 - 21:11 Uhr

Hallo ihr Lieben,

wir haben seit einiger Zeit abends ein "Trödelproblemchen". Der Große (2,5) mag einfach nicht ins Bett gehen. Ist wohl normal soweit ich mich an meine eigene Kindheit erinnere, aber diesmal stehe ich ja nun mal auf der anderen Seite. Anfangs war es nur nach der Geschichte noch reden und kuscheln. Mittlerweile trödelt er schon extrem beim Abendessen (normalerweise ißt er sehr zügig). Dann will er unbedingt noch dies und das machen. Es wird von mir untersagt und dann geht es unter Protest nach oben. Wobei er versucht wegzurennen und dieses Spiel fürchterlich spaßig findet. Das ganze geht dann weiter über Schlafanzug anziehen, waschen und Zähne putzen,..... Heute wurde es mir dann zu bunt. Wir haben gegen 18:45 Uhr mit dem Abendessen begonnen, um 19:30 Uhr habe ich dann den Teller weg genommen, obwohl er immer noch gegessen hat. Aber halt jede Nudel einzeln und dazwischen gequasselt wie ein Wasserfall, dabei gehen wir schon nicht mehr darauf ein wenn es so Überhand nimmt. Bis er dann Bettfertig in seinem Zimmer war, war es dann auch schon wieder 20:15 Uhr. Ich habe ihm bereits direkt nach dem Essen gedroht das wir keine Zeit mehr für eine Geschichte haben werden, sofern das mit dem Umziehen und Waschen nicht zügig klappt. Er hat sein übliches Spiel gespielt, weg rennen, verstecken, rumalbern,.... Schlussendlich habe ich ihn dann, konsequenterweise ohne seine Geschichte, ins Bett gesteckt (ca. 20:30 Uhr). Trotzdem habe ich mich genauso liebevoll wie jeden Abend von ihm verabschiedet. Und ich habe ihm erklärt das er morgen ja seine Geschichte wieder vorgelesen bekommt, wenn es denn etwas besser klappt mit dem Bettfertig machen. Er hat natürlich geweint. Ich bin noch einmal rein und habe ihm kurz und knapp erklärt warum das jetzt so ist und das es morgen ja wieder anders sein kann und bin wieder raus (so etwa eine Minute war ich drin, in der Zeit hat er nicht geweint). Er hat dann noch mal etwa 10 Minuten geweint und schläft nun aber tief und fest.......

Einerseits weiss ich das ich oft nicht streng genug bin und ihn auch oft trödeln lasse. Aber wenn ich eine Ansage mache, dann weiss er auch das ich es durchziehe. Diesmal ist es mir aber so schwer gefallen. Ich selbst liebe unser Abendritual und genieße es sehr diese Zeit mit ihm. Und nun endet ein eigentlich schöner Tag so unharmonisch, das finde ich so schade. Ausserdem ist es wirklich schlimm für mich wenn ich ihn so in seinem Zimmer weinen höre. Das fühlt sich so falsch an. Aber wenn ich nachgegeben hätte, dann würde es wohl immer schlimmer werden abends. Ich könnte wetten das es morgen schon wieder besser klappt nach dieser Aktion. Was meint ihr?

LG
die tosse

Beitrag von a79 15.04.11 - 21:28 Uhr

Hallo,

ich kann verstehen, dass Du Dich nicht wohl dabei fühlst aber ich hätte es genau so gemacht. Es war von Dir weder böswillig noch unberechenbar sondern eine logische und vorher angekündigte Konsequenz seines Handelns, dass Du keine Geschichte mehr vorgelesen hast. Ich denke auch, dass es sicher in den nächsten Tagen besser funktionieren wird -bei unserem Sohn (jetzt schon 5) war es auf jeden Fall so.
Mit dem Nachgeben ist es immer so eine Sache -Du musst halt entscheiden, was Dir wichtig ist und Dich daran halten.

LG

Andrea mit ihren beiden Jungs (5 und zwei Jahre)

Beitrag von tosse10 15.04.11 - 21:36 Uhr

Danke! Da fühl ich mich gleich nicht mehr ganz so mies.

Beitrag von miss-lacrima 15.04.11 - 23:43 Uhr

Hallo Tosse,

in dem du schon sagst dass es sich falsch angefühlt hat, hast du dir deine Frage doch schon selbst beantwortet, oder?
Dadurch dass du euch beiden geliebte Zeit geklaut hast, hast du dich ja mitbestraft. Ich könnte das nicht. Gerade beim Abendritual. Würde dann aber auch keine Konsequenzen androhen die ich nicht durchziehen mag. Ich denke ich hätte das Abendessen auch beendet, notfalls hätte ich ihn angezogen. Zügig und schnell. Aber dann letzendlich, gerade beim schlafen gehen, die Kuschel-Atmosphäre wieder hergestellt. Ich kann nicht anders. Mir reisst das Herz wenn ich mein Kind im Bett weinen höre. Niemand weint so bitterlich nur aus Machtegehabe, Spass etc. Weinen nehme ich immer sehr ernst. Vllt hat er schon direkt in dem Moment gemerkt dass das falsch war und konnte das nur nicht artikulieren?
Wie dem auch sei, der Keks ist ja jetzt eh gegessen. Wenn es ab morgen besser klappt ist das schön für euch. Wenn nicht müsst ihr eh andere Mittel und Wege finden.

Lieben Gruß,
Jenny

Beitrag von kathanguyen 16.04.11 - 13:58 Uhr

#nanana

Sie hatte ihnen die beliebte Zeit nicht geklaut. Ihr Sohn hatte sich dafür entschieden darauf zu verzichten, indem er sie und ihre angekündigte Konsequenz nicht ernst genommen hatte.
Dass es dabei Tränen gibt, ist klar und lässt sich auch nicht vermeiden. Kinder weinen eben wenn sie etwas nicht bekommen, was sie gerne hätten.

So wie du beschreibst wie du gehandelst hättest, frage ich mich was das Kind dabei gelernt hätte?
Etwa dass Mama einen schneller anziehen kann?

Beitrag von miss-lacrima 16.04.11 - 18:38 Uhr

Nö, meiner Tochter ist es äußerst unangenehm wenn ich sie packe, festhalte und rasch anziehe. Sie macht es lieber selber, das geht aber eben nicht wenn man endlos trödelt. Für sie ist das schon "Strafe" genug.

Ich habe aber auch vorher erwähnt dass ich die Konsequenz "Geschichte streichen" gar nicht erst androhe wenn es mir selber weh tut das durchzuziehen.

Beitrag von sunflower.1976 16.04.11 - 13:15 Uhr

Hallo!

Wie Du es für Dich handhaben möchtest und wie es für Dich in Ordnung ist, kannst nur Du für Dich entscheiden. Aber eigentlich hast Du Dir selber schon die Antwort gegeben, denn Du schreibst, dass es sich falsch angefühlt hat.

Ich schreibe einfach mal, wie wir es in so einer Situation handhaben...
Normalerweise haben wir ein festes Abendritual. Nach dem Abendessen hören wir noch zwei bestimmte Lieder von der CD, dann werden beide Kinder bettfertig gemacht und bekommen vorgelesen. Wenn mein Mann abends zuhause ist, ließt er unserem großen Sohn vor und ich unserem kleinen. Hat mein Mann Nachtdienst, regel ich vorher mit meinen Kindern, wer zuerst vorgelesen bekommt, aber meistens geht es am besten, wenn zuerst mein großer Sohn dran ist. Jedes Kind bekommt also in seinem Zimmer eine Wunschgeschichte oder einen Teil eines Buches vorgelesen. Das andere Kind kann zuhören, muss es aber nocht (aufgrund des Alters sind die Bücher nicht für beide interessant). Anschließend bringe ich beide ins Bett und sage gute Nacht.

Manchmal gibt es natürlich Trödelei und beide stacheln sich dann noch gegenseitig an. Das Abendessen sehe ich aber vom Abendritual abgekoppelt und wir essen alle in Ruhe fertig. Je nachdem, was wir am Tag erlebt haben, kann es auch schon mal länger werden weil jeder erzählen möchte - auch unser kleiner Sohn. Aber das gehört für uns dazu. Bei uns ist das Essen für ein Kind nur beendet, wenn es zum zweiten Mal grundlos aufsteht (nach einer Verwarnung). Der Grund dafür ist, dass unser kleiner Sohn eine Zeit lang zwischendurch immer wieder aufgestanden ist, kurz gespielt hat und wieder zum Essen kam. Daher haben wir diese recht strikte Regel eingeführt. Aber das Essenstempo reglementieren wir nicht, denn auch mein Mann und ich essen teilweise gemütlich, v.a in Phasen, in denen er sehr viel arbeiten muss und wir wenig gemeinsame Zeit haben.

Nach dem Musik hören zieht sich mein großer Sohn selber um. Trödelt er zu sehr, ermahne ich ihn ein Mal. Bringt das nichts, kündige ich ihm an, dass wir die Sanduhr holen. Reicht auch die Ankündigung nicht, bekommt er die Zeit begrenzt, indem ich eine Sanduhr umdrehe. Die Zeit reicht locker, um sich in Ruhe umzuziehen, er muss also nicht hetzen. Wäre er dann immer noch nicht fertig, wird kürzer vorgelesen, aber niemals streiche ich die ganze Vorlesezeit. Und selbst das Kürzen der Vorlesezeit war nur anfangs ein oder zwei Mal nötig, als wir die Sanduhr eingeführt haben. Zwischen den einzelnen Ermahnungen lasse ich nicht viel Zeit verstreichen, vielleicht so zwei Minuten.

Mein kleiner Sohn ist beim Trödeln auch sehr gerschickt. Es muss noch das Auto geparkt werden, der beim aufräumen übersehene Bauklotz weggeräumt werden usw. Auch ihn ermahne ich nach dem oben genannten "Schema". Also ein Mal ermahnen, bei zweiten Mal Konsequenz ankündigen und beim dritten Mal diese ausführen. Bei ihm ist es aber (noch) nicht die Sanduhr bzw. versuche ich ihm das gerade zu erklären. Reicht eine Ermahnung nicht, kündige ich beim zweiten Mal an, dass er jetzt zum Wickeltisch gehen soll und ich ihn dorthin trage, wenn er nicht reagiert. Geht er nicht zum Wickeltisch, trage ich ihn dorthin und ziehe ihn um. Auch wenn er protestiert.
Anschließend bekommt er seine Geschichte vorgelesen.

Meistens ist es aber so, dass beide gemeinsam trödeln und dann klappt es auch mit der Sanduhr bei beiden weil sie sich dann gegenseitig anstacheln, möglichst schnell zu sein.

Mir ist wichtig, dass meine Kinder gerne ins Bett gehen. Daher streiche ich nicht die Gute-Nacht-Geschichte und auch nicht das Kuscheln direkt vorm schlafen. Das ist mir wichtig.

Lg Silvia

Beitrag von kathanguyen 16.04.11 - 13:44 Uhr

Hallo!

Ich verstehe dass es für dich unangenehm war, deinen Sohn weinen zuhören und euer Abendritual streichen zu müssen. Aber es wäre einfach falsch gewesen deine Drohungen nicht durchzuziehen, es gebe anders kein Lerneffekt. Mach dir jetzt keinen Kopf, deinen Sohn hatte es bestimmt nicht traumatisiert. Du hattest es ihm erklärt wieso du so handelst und er ist alt genug und weiß beim nächsten Mal was es bedeutet ohne Abendritual ins Bett gehen zu müssen.

LG!