Die laaange Geburt meines Sohnes Mika

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von bine01081986 16.04.11 - 19:30 Uhr

Geburtsbericht von meinem Sohn Mika – geboren am 17.03.2011

Ich habe hier auch immer viel die Geburtsberichte gelesen und mich interessierten am meisten die ersten Geburten und die die auf natürlichem Wege geschahen. So will ich euch heute mal über die laaaaange Geburt unseres Sohnes berichten.

Mikas ET war der 03.03.2011 – aber da war ja noch lange nicht an die Geburt unseres Sohnes zudenken. Hätte ich das geahnt… Ich sag euch, ich habe alles versucht um das Ganze in Schwung zu bringen (Treppenlaufen, Dampfbäder, Sex, viel Spazierengehen, Akupunktur und und und) Nichts passierte… :-(

Am 8. März war ich wieder bei meiner Hebamme in der Praxis. Sie untersuchte meinen Mumu und meinte (in der 41. SSW!!!), dass er sich anfühle wie ein Mumu in der 38. SSW und sich noch lange nichts tun würde. Ganz toll… #heul

Wir mussten nun jeden Morgen und Abend zum CTG ins Krankenhaus und die Herztöne waren immer super. Was ja schon sehr erfreulich war. Bei einer Ultraschalluntersuchung am ET+10 war auch alles in Ordnung: noch genügend Fruchtwasser, Plazenta noch intakt, die Versorgung vom kleinen Mann prima.
Die Vermutung, dass sich am ET verrechnet wurde, wuchs ab da nun noch mehr… ich verhandelte mit den Ärzten, dass ich am ET+12 erst zur Einleitung ins Krankenhaus muss. Ich wollte unbedingt noch mal zu meiner Hebamme.

15. März 2011 :
Wir waren noch mal bei der Hebamme und ich bekam wiedermal Akupunktur. Am Abend waren wir auch wiedermal im Krankenhaus zum CTG und ich wollte am liebsten schon dort bleiben – ob nun morgen früh oder gleich…, dachte ich, … ist ja auch egal. Aber die Oberärztin überredete mich, dass ich noch mal nach Hause sollte und richtig ausschlafen soll – weil ich ja die Kraft für morgen bräuchte. Gut, also fuhren wieder Heim und gingen ins Bett.

Um 00:15 Uhr tröpfelte es zwischen den Beinen. Ich drehte mich und es lief weiter – Fruchtblase geplatzt! Ich fasste meinem Mann im Dunkeln ins Gesicht und sagte nur: ,,ich tröpfel“ … Ich dann ab ins Bad, etwas waschen und untenrum dick auspolstern. Mein Mann rief im Kreisssaal an und wir sollten sobald wie möglich kommen.

00:45 Uhr saß ich dann im Krankhaus am CTG – Wehen waren weit und breit keine zu sehen und dem kleinen Mann ging es gut. Also konnte mein Mann noch mal nach Hause zum schlafen und ich blieb dort und schlief auch tief und fest.

16. März 2011:
Wie geplant wurde nach dem Frühstück eingeleitet- um 9:30 Uhr. Anfangs mit Wehencocktail. Igittigitt… bääääh… nie wieder!! Stunden vergingen und ich lief schon die hundertste Runde über den Flur. Ab 14.00 Uhr spürte ich die ersten Wehen und rief meinen Mann an, dass er kommen solle. Wir liefen dann zusammen noch mehrere Runden durch das Krankenhaus. Zwischendurch wurde der Mumu auf fingerkuppendurchlässig untersucht… #heul #heul

Gegen Abend ging ich dann mal in die Badewanne um zu sehen, ob die Wehen schlimmer werden. Na und das war dann auch der Fall – ich musste manches Mal schon ganz schön pusten…

Es wurde später Abend und ich konnte und wollte nach so langer Zeit auch nicht mehr. Saß weinend in meinem Zimmer und fragte mich warum es nur so lange dauert. Mein Mann war immer noch da und redete mir immer gut zu und ich flehte ihn an, er solle zum Arzt gehen und ihn um einen Kaiserschnitt bitten. Der Arzt kam dann auf mein Zimmer und erklärte mir, dass ein KS medizinisch nicht notwendig sei und bot mir eine LMAA-Spritze an. Sie sollte mich schlafen lassen – trotz Wehen – und ich sollte somit Kraft tanken bis es dann wirklich losgehen sollte. Gesagt getan. Wir zogen ins Wehenzimmer um und ich bekam diese Spritze. Ich schlief sofort ein und wehte alle 5 Minuten. Mein Mann war bei mir und machte in dieser Nacht vor lauter Gebrüll meinerseits kein Auge zu. Die Herztöne von Mika wurden die ganze Nacht aufgezeichnet und waren immer okay.

17. März 2011:
Es war halb 6 als ich wieder aus meinem Halbschlaf erwachte #gaehn – die Spritze biemte mich voll weg… Ich wackelte total verbimmelt über den Flur und suchte die Hebamme. Sie sollte nach dieser Wehennacht noch mal nach meinem Mumu schauen. Dies nächste Schicht kam und mir ihr eine ganz nette Hebamme. Sie untersuchte meinen Mumu – 1-2 cm… #schmoll

Ich schickte daraufhin meinen Mann nach Hause – er sollte mal Zähneputzen und Duschen gehen. In der Zeit würde ich noch mal in die Badewanne gehen. Nur in der Badewanne verschwanden meine Wehen wieder. Die Hebamme sagte, ich solle zum Frühstück gehen und sie würde mir danach einen Wehentropf anhängen.

Essen konnte ich nichts – mir war kotzübel. Mein Mann kam wieder und er durfte mein Frühstück essen. Wir zogen gemeinsam in den Kreisssaal ein und mir wurde ein Wehentropf angehängt. Die Hebamme versicherte mir, dass mein Sohn bis zum Ende ihrer Schicht um 14 Uhr da wäre. Ich hätte schon fast losheulen können, dass wäre so schööön… (gewesen)

Die Wehen wurden schmerzhafter und ich fragte nach einer PDA. Die Anästhesisten kamen recht schnell und die PDA lag. Die Wehen merkte ich aber noch, aber sie waren nicht mehr so schlimm zu ertragen. Wir scherzten mit der Hebamme und laßen in der Bildzeitung. Nebenher bekam ich schon seit Stunden ein Antibiotikum, weil die Fruchtblase nun schon so lange geplatzt war.

Um 14:00 Uhr verabschiedete sich die nette Hebamme – mein Sohn hat es in ihrer Schicht nicht mehr geschafft. Es kam eine neue Hebamme. Sie war nicht so mein Fall – ich kannte sie schon von etlichen CTG´s. Eher der langsame und ruhige Typ.
Sie untersuchte meinen Mumu und er war immer noch bei 2 cm… das gab es doch nicht… was war da los??? Ich war kurz vor der Verzweiflung… Aber sie versicherte mir, wenn wir bei 3 cm sind, geht’s recht zügig. Naaa daaa…

Es vergingen Stunden mit schmerzhaften Wehen – die PDA wirkte wohl kaum bis gar nicht. Ich konnte nicht liegen, nicht sitzen, nicht stehen… laufen durfte ich aufgrund der PDA nicht. Ich hatte so Rückenschmerzen. Mein Mann hielt mir tapfer die Hand – die ganze Zeit. #danke

Es wurde mir Buscopan gespritzt – das sollte den Mumu entspannen und somit öffnen. Der war mittlerweile bei 3 cm. (zeitlich hatte ich kein Gefühl mehr) Ich schrie die Hütte zusammen was das Zeug hielt und die Hebamme guckte ständig, was sie mir an Medikamenten zur Schmerzlinderung noch geben dürfte.
Ich hatte das Gefühl ich müsste ganz sehr drücken. Durfte aber nicht mitdrücken. Ich wehrte mich also dagegen und fragte was passieren würde, wenn ich pressen würde… ,,Dann pressen sie sich ihren Muttermund weg“ so die Antwort der Hebamme. Weitere Wehen weiter fühlte ich auch noch einen Druck auf meinen Po… und wieder durfte ich nicht mitpressen. Hilfeee… #zitter

Ich bettelte sie an, sie solle doch bitte noch mal nach dem Mumu gucken. Sie tastete und schätze auf 5-6 cm. Na also – ab jetzt soll es ja ganz zügig gehen. Noch mal Buscopan und weitere Wehen weiter kam die Ärztin dazu.
Sie empfahl mir wieder diese LMAA-Spritze von der letzten Nacht. WAASSSS??? #schock Jetzt?? #schockSo kurz vor Schluss? #schock Neeee… #nanana nicht mit mir, ich wollte das der Kleine da raus kommt und doch nicht noch eine Runde schlafen!! Ich flehte die Hebamme zum hundertsten Mal an nach dem Mumu zu tasten – sie weigete sich und sagte, sie hätte doch vor einer halben Stunde erst getastet. Aber sie tat es zum Glück (!) trotzdem. 10 cm!!!! Er war offen… es konnte losgehen – Jipppieee!! #huepf
Also los … nur wo waren nun die Wehen? Weg… #schmoll Die Hebamme massierte meinen Damm mit Öl und rieb mir den Bauch mit einem anderen Öl ein, damit die Wehen weitergingen… nichts… Erst nachdem mein Mann darauf hinwies den Wehentropf höher zustellen – ging es weiter.

Gefühlte 50 Presswehen später konnte ich das Köpfchen tasten und die Ärztin wurde wieder dazu geholt. Dieser Zustand hielt ein paar Minuten an – es ging nicht vorwärts. Ich sollte mich im Bett drehen – rechts, links… um dem Kind beim Drehen zu helfen. Das tat ich zwar – aber es war auch sauunangenehm. Die Ärztin und die Hebamme gingen vor die Tür… sprachen vorher von Geburtsgeschwulst und so was… #zitter
Ich bekam Angst und fragte meinen Mann was hier los sei… Er beruhigte mich und sagte, dass wir unseren Spatz gleich auf dem Arm halten dürfen.
Die Ärztin und die Hebamme kamen wieder ins Zimmer. Die nächste Presswehe sollte ich so doll pressen wie ich konnte – sie feuerten mich an. #ole Nichts passierte… ich hatte kaum noch Kraft und die Wehe war nicht stark und lang genug.
Die Hebamme erklärte mir, dass sie bei der nächsten Wehen den Kleinen an den Ohren rausziehen würde und ich auf sie hören soll. Die Wehe kam – ich presste – sie sagte ,, nicht mehr pressen“ und zog das Köpfchen raus. Auaaa…. Es brannte überall – mir war klar, dass ich gerissen bin. #schwitz
Nächste Wehe – der Kleine war endlich da…. #schrei Und schrie! Ein unfassbares und unbeschreibliches Gefühl… So viele Stunden… so viele Wehen… So viele Ängste… So viele Gedanken… So viel Schmerz… Alles weg in einem Moment – was für ein fairer Tausch für einen so süßen kleinen Menschen.

Mika wurde um 18.57 Uhr geboren – unser ganzer Stolz… unser größtes Glück… ab diesem Moment gehörte unserem Mika unser ganzes Herz – für immer!

Ich bekam ihn auf die Brust gelegt und wir schauten ihn an. So ein süßes Wesen – unser Baby! #verliebt
Es war alles dran und er guckte uns mit seinen großen dunklen Augen an – ganz ruhig… wir genossen diese kurze Zeit und weinten vor Freude. Es war geschafft! #huepf

Mein Mann nabelte den Kleinen ab. Dann wurde er gebadet, gemessen, gewogen, angezogen. Ich wurde in dieser Zeit genäht (Dammriss, Labienriss, Scheidenriss alles 2. Grades) und bekam ihn dann wieder auf die Brust. Dann waren wir alleine – nur wir 3! Nun waren wir eine Familie!

Vielen dank an dieser Stelle an meinen Mann - er war immer bie mir. Nie zu aufdringlich oder zu weit weg. Er war saumüde und trotzdem immer hellwach... Ich liebe die dafür so sehr!! Alleine hätte ich es nicht geschafft -DANKE!! #kuss

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Fazit:
Es war eine sehr lange und so erwartungsvolle Zeit vor der Geburt.
Es war zur Geburt sehr schmerzhaft und nervenaufreibend.
Es war nach der Geburt ein so unbeschreiblich schönes Gefühl und unglaubliche Freude.
Niemals im Leben liegen so viel Schmerz und so viel Freude so nah beieinander!!

Mika:
Geboren um 18:57 Uhr
3735g
54 cm
KU 37 cm

Danke an alle die bis zum Schluss gelesen haben!! Ich wünsche euch allen eine Schöne und nicht so lange Geburt!!
Alles Gute!

Bine und Mika (4 Wochen alt)

Beitrag von little2007 16.04.11 - 19:51 Uhr

Da hast ja echt einen richtigen Marathon hinter dir! Wahnsinn!

Alles Liebe zur Geburt!

LG

Beitrag von elli81 17.04.11 - 09:42 Uhr

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt auch von mir. Du hast ja chon ein ganz ordentlich großes Kerlchen geboren. Du kannst seeeeeehr stoz auf dich sein.
#torte#fest#flasche

Beitrag von yvonne123f 17.04.11 - 11:59 Uhr

alles in einenen war deine geburt lange aber trotz vieler schnerzen herzlichen glückwunsch zur geburt


ich bin #schwanger und bekomme voraussichtlich am 22.4.2011 meine tochter ich wünsche mir eine etwas kürzere geburt

viel spaß mit denem mann und deinem sohn


mfg yvonne

Beitrag von pumagirl101 17.04.11 - 13:59 Uhr

Herzlichen Glückwunsch#torte

Und vollsten Respekt.

Da hab ich mich mit meinen 6 Stunden Geburt aufgeregt.

Viel Spaß mit dem kleinen Wurm#ole

Beitrag von mama-mia1 17.04.11 - 19:39 Uhr

Herzlichen Glückwunsch!!!

er ist super Süß!!!! ;)

GLG udn schnelle Genesung

MIA(19.SSW)