brauche professionellen Rat eines Psychologen - wie und wo?

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von cupcake999 16.04.11 - 20:42 Uhr

Hallo,

ich hoffe, dass hier vielleicht Jemand einen Tipp für mich hat.

Es geht nicht um mich persönlich, sondern um ein Familienmitglied. Ich möchte hier nicht die ganze Geschichte schildern, nur so viel:

Ich mache mir große Sorgen. Ich schätze meinen Schwager als selbstmordgefährdet und eventuell sogar als Gefahr für Dritte ein. Er ist sehr verschlossen, hat keine Freunde, sitzt den ganzen Tag nur zuhause und spielt irgendein online-spiel. Ich glaube, er ist depressiv und hat massive Selbstwertprobleme.

Er wohnt noch bei meiner Schwiegermutter und hat dieser nun Jahrelang vorgegaukelt, dass er noch studiert und nun vor kurzem hätte er angeblich seinen Abschluss gemacht. Die ganze story ist noch länger und komplizierter. Aber darum soll es ja eigentlich nicht gehen. Das Problem ist, dass wir nun heraus gefunden haben, dass er schon seit Jahren nichts mehr macht, er hat irgendwann einfach alles fallen lassen und sein Studium wohl für sich abgebrochen. Wie auch immer... seine Mutter möchte ihn natürlich mit der Wahrheit konfrontieren, mit ihm sprechen, ihm helfen usw.

ABER wir haben alle Angst davor, was dann passiert. Es ist durchaus vorstellbar, dass, wenn die Bombe platzt, er durchdreht und irrationale Entscheidungen trifft. Ich könnte mir vorstellen, dass er sich so sehr schämen wird, dass er keinen Ausweg mehr sieht usw...

Keiner weiß, wie mit der Situation am besten umzugehen ist. Die Sache ist, dass die ganze Geschichte damals los ging kurz nach dem sein Vater, also mein Schwiegervater, sich das Leben genommen hat. Er war lange Zeit psychisch krank, schwerer Alkoholiker und da hat die Familie einiges mitmachen müssen. Ich glaube, dass hat er nicht verkraftet. Er hat aber niemals mit Jemanden darüber geredet und sich noch mehr in seine eigene Welt zurück gezogen. Er war wohl schon von klein auf ein sehr stilles, in sich zurück gezogenes Kind, das lieber im Zimmer gelesen hat als raus spielen gegangen ist.

Ich würde gerne einen Psychologen um Rat bitten. Aber ich kann doch nicht einfach irgendeinen aus dem Telefonbuch raussuchen und da anrufen. Kann mir nicht vorstellen, dass mir da einfach so jemand hilft oder mir nen Termin gibt. Es geht ja nicht um mich, also kann ich mich nicht überweisen lassen usw.

Weiß Jemand Rat? An wen kann ich mich wenden, der auch wirklich Ahnung hat? Mir sagen kann, was zu tun ist?

Ich wäre für jeden Tipp dankbar. Google hat mir leider nicht weiter geholfen...

Viele Grüße

cupcake

Beitrag von schnaki1 16.04.11 - 20:55 Uhr

Hallo,

bei uns in der Stadt gibt es das Familienbildungszentrum, die bieten kostenlose Therapiegespräche an, ob Familien oder Eheprobleme, Kindererziehung und und und.
Oder der SKFM (Sozialdienst kath. Frauen und Männer).
Bei denen ist zumindestens die Erstberatung unentgeltlich und die können einen dann gezielt weiterleiten.
Sonst evtl. bei der Caritas, AWO oder Diakonie mal nachfragen, ggf. auch im zuständigen Pfarrbüro.

Dann gibt es noch private Therapeuten, die nehmen für eine Erststunde so um die 50 bis 60 €. Sind keine ausgebildeten Psychologen, aber Familientherapeuten oder-berater nennen die sich glaub ich, haben eben irgendwelche Zusatzausbildungen, um Therapien und Gespräche führen zu können.

LG,
Andrea

Beitrag von schwilis1 16.04.11 - 21:06 Uhr

es gibt doch sowas wie interventionen... und ich denke man ist gut beraten fürs erste mit awo oder pro familia und wer da einem noch weiterhelfen kann. und dann notfalls doch mit therapeut eine intervention machen.

wenn er dann eine gefahr für sich selber ist, kann er eingewiesen werden...

Beitrag von felidae01 17.04.11 - 14:00 Uhr

Hallöle!

Evt. kannst Du auch übers Gesundheitsamt gehen. Die haben einen Sozialpsychiatrischen Dienst, der auch telefonisch berät. Schau mal bei Eurem Gesundheitsamt danach oder frag Dich telefonisch durch.
Die haben sicher auch Tipps, wie Ihr als Angehörige am besten damit umgehen könnt.

Die haben zum einen Psychologen und zum anderen auch Sozialarbeiter. Da kannst Du Dich evt. durchfragen...

Wenn es aber so ist, wie Du schreibst, dann bräuchte Dein Schwager sicher Hilfe - und die kann er nur kriegen, wenn er selbst darum bittet oder wenn was passiert ist. Leider.

Dennoch könnt ihr als Angehörige ja Informationen einholen, wie man ihn am günstigsten anspricht bzw. wie ihr in gewissen Situationen am besten reagieren könntet.

Hoffe, es hilft Dir ein bisschen weiter...
LG #katze

Beitrag von cupcake999 17.04.11 - 18:37 Uhr

Vielen Dank für eure Anregungen! Das hilft mir erst mal weiter... schön.

#danke

Liebe Grüße
cupcake