Alleinerziehend und Arbeit

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von TotalunterDruck 17.04.11 - 00:08 Uhr

Hallo zusammen,
also noch mal und mit Absätzen....

ich habe ein Problem und da ich in schwarz schreiben möchte, poste ich hier.

Ich habe ein zweijähriges Kind. Die räumliche Trennung vom Papa steht an. Das Kind hängt an dem Vater. Nun arbeite ich aktuell in Teilzeit (75 Prozent) und habe montags frei. Meine Arbeit ist sehr stressig, ich muss auch regelmäßig Überstunden machen, durch den freien Tag ist es jedoch in Ordnung für mich und das Kind. Nun ist es so, dass ich bisher die Möglichkeit hatte, Teilzeit zu arbeiten, weil es meinem Arbeitgeber so ganz recht war.

Meine Kollegin hat nun jedoch gekündigt und da der Standort verkleinert werden soll (es handelt sich um ein größeres Unternehmen mit einem weiteren Standort um die Ecke), werde ich nun in die Ecke gedrängt und genötigt, voll zu arbeiten. Meine Teilzeit ist nur bis Ende Juni genehmigt. Es würde sich jedoch bis Ende Dezember noch um Elternteilzeit handeln und ich habe einen Rechtsanspruch drauf (es sei denn dringende betriebliche Gründe sprechen dagegen).

Tja, und ich weiß, dass wenn ich voll arbeiten würden, Überstunden anstehen. Es würde mit Sicherheit eine 50 Stunden Woche werden. Das kann ich gar nicht ableisten zumal nun auch der Vater des Kindes gesagt hat, er holt das Kind nur aus der KITA ab, wenn er es die Hälfte der Zeit bekommt. Ich habe das Sorgerecht alleine. Das möcht ich aber nicht. Er soll das Kind natürlich sehen, aber nicht die Hälfte der Zeit. Das halte ich aus verschiedenen Gründen nicht für sinnvoll. Familie haben wir hier keine.

Ich möchte auch für mein Kind da sein gerade jetzt in der Trennungssituation. Ich hatte zwischenzeitlich mal für ein halbes Jahr voll gearbeitet, das hat nicht so gut funktioniert, ich war total kaputt und dem Kind ging es auch nicht so toll. Schwierige Trennungsszenen in der KITA. Jetzt klappt alles, das Kind geht gerne dorthin und hat drei volle Tage mit mir zusammen.

Jetzt weiß ich nicht wie ich mich aufstellen soll. Eigentlich wurde mir schon indirekt gesagt, dass ich keine Teilzeit mehr kriege, soll mir aber trotzdem bis zum nächsten Termin überlegen ob ich langfristig voll oder Teilzeit arbeiten möchte. Kann sein, dass ich die Kündigung kriege, wenn ich auf Teilzeit bestehe. Obwohl es z.B. am Standort in der Nähe Möglichkeiten gäbe, das habe ich bereits angesprochen, für jemand anderen wäre es gegangen, für mich nicht. Jetzt wird dort eine Stelle geschaffen, die auf mich nicht passt, da ich dafür überqualifiziert bin.
Ich muss aber doch an mein Kind denken.

Eine andere Teilzeitstelle in meinem Bereich finde ich so schnell nicht.
Hat jemand einen Rat für mich? Ich möchte eigentlich auf der Teilzeit bestehen, da es Möglichkeiten dafür in der Firma gäbe und man mir diese nur nicht geben will.

Beitrag von margarita73 17.04.11 - 07:46 Uhr

Hallo,

darf man in Elternzeit überhaupt gekündigt werden? #kratz Ich an Deiner Stelle würde auf der Teilzeit bestehen. Es ist zwar in der heutigen Zeit einerseits heikel, weil man ja im Kündigungsfall evtl Schwierigkeiten bekommt, eine neue Stelle zu bekommen, aber das Kind würde mir trotzdem vorgehen. Wenn sie Dich dann tatsächlich kündigen sollten, hast Du Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Darf ich fragen warum der Vater das Kind nur zeitlich eingeschränkt sehen darf? Für´s Kind klingt´s für mich jetzt erstmal nach der besten Lösung, dass Ihr Euch die Sorge teilt, aber ich steck ja auch nicht drin und weiß nicht, was dagegen spräche.

Ich finde Deinen Arbeitgeber ziemlich herzlos, wenn ich mir das so überlege. In welchem Bereich arbeitest Du denn? Kannst mir bei Interesse auch per PN schreiben.

Alles Gute
Sabine

Beitrag von redrose123 17.04.11 - 08:38 Uhr

Was spricht dagegen das der 'Vater das Kind hütet während du arbeitest?

Ich denke die forderung ist rechtlich erlaubt, da es ja wichtige betriebliche Gründe sind.....

Beitrag von Totalunterdruck 17.04.11 - 14:07 Uhr

Die Tatsache, dass er sich nicht mit den gesundheitlichen Problemen unseres Kindes befasst und sich damit nicht auskennt.

Bisher war die Teilzeit ja auch möglich, somit ist die Argumentation rechtlich nicht ganz einfach seitens meines Arbeitgebers. Ich denke nicht, dass er damit rechtlich durchkäme. Aber ich möchte keinen Rechtsstreit im Arbeitsverhältnis.

Beitrag von redrose123 18.04.11 - 06:46 Uhr

Was hat sie denn was so schwierig ist? Sowas können wi rnicht erahnen ;-)

Geh mal zu einem Anwalt in Arbeitsrecht, der kann dich da besser beraten wie wir ;-)

Beitrag von windsbraut69 17.04.11 - 09:40 Uhr

Bevor Du den Job hinschmeißt (DU mußt kündigen, wenn Du Deinen Arbeitsvertrag nicht erfüllen kannst), würde ich nochmal in Ruhe über den Vorschlag deines (Ex)Partners nachdenken.
Warum willst Du ihm das Kind "zuteilen"?

Dann ist die Frage, ob Du momentan unter 30Wochenstunden arbeitest und überhaupt noch in Elternzeit bist....

Gruß,

W

Beitrag von Totalunterdruck 17.04.11 - 14:05 Uhr

Ich muss nicht kündigen und ja, ich habe noch Elternzeit. Ich arbeite 30 Stunden pro Woche. Du schreibst, als wäre ich dämlich. Rein rechtlich habe ich Anspruch auf die Elternteilzeit bis Jahresende. Somit erfülle ich auch meinen Arbeitsvertrag.

Ich will meinem Ex das Kind nicht "zuteilen", sondern das Kind hat gesundheitliche Probleme, mit denen sich mein Ex nicht befasst.

Beitrag von amory 17.04.11 - 09:45 Uhr

Hallo,

ich verstehe nicht, wieso du dir die betreuung nciht mit dem Vater teilen möchtest? Ich mache das so und es ist gut für alle beteiligten.
jeder kann arbeiten, ich kann auhc Überstunden machen (an den Tagen, an denen der vater das Kind hat, an den anderen eben nicht), die kleine findet es prima und kommt gut damit klar.

wenn teilzeit nicht möglich ist würde ich das einfach mal versuchen.du verdienst dann ja auch genug, so dass du den unterhalt, der bei hälftiger betreuung wegfällt, nicht brauchst.

grüße, amory

Beitrag von Totalunterdruck 17.04.11 - 12:44 Uhr


Das Kind hat gesundheitliche Probleme, womit der Vater sich nicht auskennt, da das Verständnis hierfür fehlt. Das ist der Grund, warum ich Schwierigkeiten mit einem geteilten Sorgerecht habe. Natürlich soll der Vater sein Kind jederzeit sehen können.

Aber ich solange diese gesundheitlichen Probleme bestehen, möchte ich die Zeit haben, mich ordentlich darum zu kümmern, weil das Kind sonst ein Leben lang Probleme haben könnte, während bei ordentlicher Behandlung die Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Beschwerden wieder weggehen.

Trotzdem danke für die allgemeine Kritik. Ihr kennt die Hintergründe ja nicht, daher verständlich.