muss man soetwas hinnehmen oder was kann man machen???

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von jeannine1981 17.04.11 - 09:20 Uhr

Hallo erstmal,

die Tochter meiner Cousine hat ein Problem an ihrer Realschule. Seit den letzten Zeugnissen ist die Englischlehrerin ausgefallen weil es wohl mit dem Schulamt zu Problemen mit dieser Dame und ihren Unterrichtsmethoden kam.

Nun ist es so das die Klasse seither nicht mehr in Englisch unterrichtet wird, da kein Ersatz vorhanden ist. In meinen Augen ein Zustand der nicht tragbar ist, denn von Seiten der Schulleitung wurde angedeutet das Englisch im nächsten Zeugnis ohne Berwertung ist. Die Kinder erleiden in diesem Fach Defizite, die so schnell nicht mehr aufzuholen sind.

Welche Möglichkeiten bestehen hier, um eine Fortführung des Unterrichts durchzusetzen.

Vielen Dank und lg Jeannine

Beitrag von rosaundblau 17.04.11 - 09:27 Uhr

Guten Morgen!

Ich würde mich an das Schulamt wenden, wenn die Schulleitung nicht in die Gänge kommt.

Die Schule hat einen Bildungsauftrag zu erfüllen. Darauf würde ich die Schulleitung nochmals mit Nachdruck hinweisen.

Es ist sicher nicht im Sinne des Schulamtes, daß mit der Absetzung der Englischlehrerin der gesamte Englischunterricht in dieser Klasse ausfällt.

vg rosaundblau

Beitrag von delfinchen 17.04.11 - 10:06 Uhr

hallo,

druck machen, wo es geht.
das KM bzw. die regierungen müssen endlich ausreichend mobile reserven für solche fälle zur verfügung stellen anstatt imemr nur lehrer einzusparen.

leider können wir lehrer da kaum was machen, außer eventuell fachfremd zu vertreten, was es ja nun aber auch nicht sein kann.

die eltern müssen sich zusammentun und endlich mal "ganz oben" klarmachen, dass der ständige u-ausfall bzw.das behelfsmäßige mehr-schlecht-als-recht-vertreten (ohne kollegen zu nahe treten zu wollen, aber was will man schon in einer klasse erreichen, die man das erste mal unterrichtet und in der man die namen nicht kennt geschweige denn einschätzen kann, wie sie leistungsmäßig sind) nicht mehr länger hingenommen wird.

da haben aber einzig die eltern die lobby, die sie leider viel zu wenig ausüben: schulamt informieren und wenn nicht gleich was passiert: presse, ....

es kann nicht angehen, dass ständig auf kosten der kinder gespart wird - zumal man das später doppelt und dreifach bezahlt, aber langfristig planen und denken scheint besonders in diesem ministerium nicht gerade eine stärke zu sein.

lg,
delfinchen

Beitrag von butler 18.04.11 - 13:43 Uhr

Ich habe bereits 2x diesen Monat an unsere Bildungsministerin geschrieben und noch keine Antwort erhalten. Aller Guten dinge sind 3 und dann geht der Brief an alle möglichen Medien(worauf ich beim 3. versuch noch freundlich hinweise).
Denn ich verstehe nicht wie wir unsere Schüler verdummen lassen/ Ihnen nicht jede Möglichkeit zum lernen bieten und dafür lieber Geld für eingeflogende Fachkräfte ausgeben.
LG

Beitrag von delfinchen 18.04.11 - 19:11 Uhr

Super!
Es bräuchte mehr so couragierte Menschen/ Eltern, die sich das trauen, dann könnte man wirklich was bewegen!
Leider werden die wenigen aber oft als hysterisch hingestellt, der Großteil sitzt Probleme lieber aus.

Darf ich fragen, was du in diesem Brief kritisierst?

LG,
delfinchen

Beitrag von butler 18.04.11 - 21:36 Uhr


Klar darfst Du fragen.
Das in einer LUBK ab Klasse 9 nun kein Latein angeboten wird. Ersatzweise wurden Naturwissenschaftl. Fächer angeboten die ja schon zur Grundausstattung gehören und Pflicht sind.
Von der Unterrichtsqualität wollen wir noch nicht mal reden....
Aber so wird in Deutschland mit dem Leistungspotenzial unserer Kinder umgegangen.
LG

Beitrag von delfinchen 19.04.11 - 07:18 Uhr

Wohl wahr - ein Glück, dass wir ja über x andere Ressourcen verfügen und soooo viel Bodenschätze haben, dass man nicht auf die Bildung des Nachwuchses angewiesen ist *ironie off*.

Kein Latein???????
Oh, ads ist bedauerlich, ich hab in dem Fach mit am meisten gelernt!

Aber wenn PISA sagt, dass wir Nachholbedarf in den naturwissenschaftlichen Fächern haben, dann werden sie eben aufgestockt, ist doch nur eine Sprache, deren Wurzeln in vielen romanischen Sprachen zu finden sind - wird eh nicht gesprochen, also kann mans doch streichen *irobnie off*.

Man, traurig, dass man bei einem Thema wie Bildung und Unterrichts-Qualität nur noch auf Galgenhumor zurückgreifen kann. Hier sind die Politiker eindeutig weg von der Basis, denn wenn sie mal ne Schule besuchen, stressen sich doch alle Betroffenen dermaßen rein, dass alles gut läuft, dass die nie sehen, was falsch läuft.

Bei uns war mal jemand von der Regierung, kam nach mir ins Lehrerzimmer - ohne zu grüßen. Ich höflich: Grüß Gott.
Er: Und WAS (!!!) sind sie hier???

Konnt ich leider nicht an mich halten - ich meine, was wird jemand machen, der um 13 Uhr um Lehrerzimmer ist??? - und sagte: IOch bin hier nur zur Dekoration!! *g*


LG,
delfinchen

Beitrag von ilva08 17.04.11 - 10:47 Uhr

Die Schulleitung kann nichts machen, wenn ihr keine Lehrkraft zur Verfügung gestellt wird. Da kann die Schule tausend Mal einen Bildungsauftrag haben. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die Leitung bereits Druck beim Schulamt gemacht hat.

Erfahrungsgemäß bringt es aber viel mehr, wenn die Eltern auf die Barrikaden gehen. Deshalb: Druck beim Schulamt machen!!!

Ich hoffe für euch, dass es kein allgemeines Personalproblem ist... in manchen Bezirken sind tatsächlich einfach KEINE AUGEBILDETEN LEHRER AUF DEM VERTRETUNGSMARKT. Dann wird das Schulamt auch keine backen können.

Trotzdem alles versuchen!!! Meist geht mit genügend Druck seitens der Eltern dann doch noch was.

Toi, toi, toi!

LG

Beitrag von jazzbassist 17.04.11 - 11:37 Uhr

Möglichkeiten gibt es hier leider wenige, da es schlechtweg keine wirkliche Anspruchsgrundlage gäbe, die Fortführung des Unterrichts durchzusetzen.

Von daher bleibt Ihnen hier nur die Möglichkeit, sich mit dem Schulamt direkt in Verbindung zu setzen. Je mehr Eltern das machen, desto erfolgsversprechender ist das. Viel viel erfolgsversprechender ist, wenn die örtliche Presse dort mal nachfragt und bei den ganzen Heuchlern der letzten Landtagswahlen, die Ihnen so blühend versprochen haben, dass alles besser wird, um Ihre Stimme zu gewinnen. Dann treffen Sie nämlich offene Wunden und Menschen, die erstaunlich schnell handeln und Probleme lösen können. Aber, wenn da jetzt nur 2-3 Mamis zum Schulamt laufen … ich befürchte … die werden als hysterische Eltern abgestempelt und auf’s nächste Schuljahr vertröstet.

Das geht ja - mit Ferien - auch nicht mehr sooo lange. Wenn das den Eltern zu lange dauert, würde ich mal versuchen, Eltern, Lehrer und Schulleitung abends an einem Tisch zu bekommen und zu sehen, ob man nicht z.B. kurzfristig irgendwas aus dem nächsten Schuljahr vorziehen könnte, was man dann während des eigentlichen Englischunterrichtes macht. Um im nächsten Schuljahr einfach mehr Zeit für Englisch zu haben. Aber auch das klingt ziemlich einfach, ist aber vom Aufwand her auch ein Akt der Grausamkeit, wenn nicht hier zufällig gerade eine Lehrkraft für genau dieses vorgezogene Fach frei ist. Ist aber durchaus möglich; die ehemalige Grundschule von meinem Junior hat mal nach 2 Wochen des laufenden Schuljahres die kompletten Stundenpläne des Jahrganges umgeschmissen.

Ansonsten würde ich den Eltern hier einfach raten; sofern gute Englischkenntnisse vorhanden sind; sich einfach das Englischheft zu schnappen und das dann 2-3 Stunden die Woche mit dem Kind durchzugehen. Wenn Eltern hier unsicher sind, würde ich mir einfach eine sympathische Studentin suchen, die das machen kann. Wenn das bereits zu kostspielig ist, können sich auch einfach 2-3 Familien zusammentun; dass muss man ja nicht in Einzelsessions machen. Es geht ja nur darum, dass die Kids den Stoff durchgehen und ein paar Vokabeln lernen. Möglichkeiten gibt es dort also durchaus, nur - für mich sind das immer Themen - wo es am wenigsten um die Kinder geht, sondern - irgendwie immer um andere Probleme. Denn - Defiziten im Englischunterricht kann man recht leicht begegnen, wenn das wirklich die einzige Sorge ist. Da bin ich sehr pragmatisch.

Beitrag von cassidy 17.04.11 - 11:50 Uhr

Hi,

hab mal meinen Mann (er ist Lehrer) gefragt und natürlich besteht ein Recht seitens der Schüler auf Unterricht! So sieht es der Lehrplan vor und der Bildungsauftrag muss erteilt werden! Aber, wenn kein Ersatz da ist (was in den seltensten Fällen der Fall ist) kann auch keiner "gebacken" werden. Dennoch, und das ist ganz wichtig, kann das nicht langfristig hingenommen werden und die Eltern müssen sich mobilisieren!

Die Elternvertreter der Klasse müssen sich an den Schulelternbeirat (dann Kreiselternbeirat und Landeselternbeirat) und an die Schulleitung wenden. Außerdem wird Druck gemacht beim Schulamt und dem Ministerium!

Was die Noten angeht: Unterricht (ob gegeben oder nicht) muss bewertet werden. In diesem Fall müssten dann die Noten aus dem Halbjahreszeugnis genommen werden .

Liebe Grüße und viel Erfolg,

cassidy

Beitrag von barbarelle 17.04.11 - 12:13 Uhr

Einen ähnlichen Fall gab es hier in der Gegend an einem Gymnasium. Durch den langen Ausfall einer Lehrkraft, waren bei den Kindern enorme Lücken im Fach Mathematik entstanden.

Wer die Kosten getragen hat weiß ich nicht, ich weiß nur, dass eine Klasse komplett in einem Nachhilfeinstitut angemeldet wurde um den versäumten Stoff nachzuholen.

Sicher ist nur, dass die Eltern keine Kosten hatten. Ob es nun die Schule, die Stadt oder wer auch immer übernommen hat kann ich dir leider nicht sagen.

Fakt ist: Ihr müsst es nicht hinnehmen.

LG
Barbarelle

Beitrag von manavgat 17.04.11 - 13:05 Uhr

Man könnte da klagen. Wie wäre es, eine Anwältin aufzusuchen, die sich mit Schulrecht auskennt?

Gruß

Manavgat

Beitrag von hummingbird 17.04.11 - 20:22 Uhr

Wieso empfiehlst du eigentlich immer weibliche Anwälte?

Beitrag von manavgat 17.04.11 - 21:10 Uhr

In den weiblichen Berufsbezeichnungen sind Männer implizit enthalten.

Gruß

Manavgat

Beitrag von hummingbird 17.04.11 - 22:29 Uhr

aha.

Beitrag von luka22 17.04.11 - 14:56 Uhr

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in diesem Fall keine rechtliche Handhabe gibt. Wenn dem so wäre, dann könnte ja munter jedes x-beliebige Fach nicht unterrichtet werden! Außerdem kommt es zu einer gravierenden Benachteiligung gegenüber anderen, wenn es um die Abschlussprüfung geht. Auch wenn der Ausfall z.B. "nur" Klasse 8 betrifft, dann ist es einfach schwer aufzuholen.
Ich verstehe auch nicht, dass sich Eltern nicht zusammentun und Sturm laufen. Der erste Schritt wäre mal beim Schulamt Druck zu machen und wenn hier nicht prompt reagiert wird, dann würde ich mal eine Sammelklage andenken! Später bei der Prüfung fragt kein Schwein danach, ob der Englischunterricht ein Jahr ausgefallen ist...

Grüße
Luka

Beitrag von alpenbaby711 17.04.11 - 19:48 Uhr

Also ich würde da auch Druck machen schon weil die Kinder das schließlich büßen müssen wenn gewisse Sachen von Ihnen verlangt werden die sie aber gar nicht vermittelt bekamen.
Ela

Beitrag von hummingbird 17.04.11 - 20:24 Uhr

ich würde wohl auch druck machen.
Stadt, Schulamt, etc.

solange sich nichts tut, würde ich vielleicht auch die eltern fragen, ob man nicht gemeinsam einen Lehrer engagiert.

Meine Güte, dass es so etwas gibt... In Deutschland.

Beitrag von juki 18.04.11 - 13:29 Uhr

huhu

wir hatten so ein Probelm auch als ich in der 9. Klasse war...wir Schüler sind solang zum Direktor bis wir einen neuen Lehrer bekommen haben.

LG

Beitrag von jeannine1981 18.04.11 - 20:18 Uhr

Lieben Dank für Eure Antworten,

für diese Woche ist eine Elternversammlung anberaumt, habe aber tatsächlich das Gefühl das jedes Elternteil immer denkt irgendwer wird schon anfangen und dann passiert nichts.

Werde versuchen an der Versammlung teilzunehmen und mal ein bisschen Aufbruchstimmung zu machen.

Habt lieben Dank
Jeannine

Beitrag von qayw 19.04.11 - 10:26 Uhr

Hallo,

ich hatte damals zu meiner Schulzeit, in der 9. oder 10. Klasse, ein 3/4 Jahr kein Englisch, weil die Lehrerin krankheitsbedingt ausfiel und kein Ersatz vorhanden war.
Die Eltern haben damals auch richtig Druck gemacht. Genutzt hat es wenig. Zuletzt hatten wir eine Stunde pro Woche Ersatzunterricht mit einer anderen Lehrerin, die planlos Kurzgeschichten mit uns durchgenommen hat. Besonders viel gelernt haben wir da nicht.

Allerdings habe ich das problemlos weggesteckt. Ich hatte sogar Englisch LK.

Ich denke, daß ein Ausfall in den unteren Klassen gravierender ist. Aber viel Hoffnung, daß etwas passiert, wenn die Eltern Sturm laufen, hätte ich nicht. Die Schulen haben immer noch zu wenig Personal, um solche Ausfälle abzufangen, weil der Staat im Bildungssektor Geld spart.

Lg
Heike