Muttermilch generell abpumpen

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von tioni84 17.04.11 - 14:51 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

mein kleiner Wurm und ich haben immer wieder auf's neue Probleme mit dem Stillen. Nun überlege ich halt, ob ich nicht generell die Milch abpumpe und ihn nur noch mit der Flasche füttern soll. Also ich möchte auf keinen Fall abstillen sondern ihm weiter meine Muttermilch geben.

Hat jemand Erfahrungen damit? Kann meine Hebamme leider nicht Fragen, da die sich derzeit in Afrika befindet..... :-(

Brauche wirklich mal eure Meinung dazu..... #schwitz

Liebe Grüße

Beitrag von anarchie 17.04.11 - 15:00 Uhr

hallo!

das ist natürlich generell möglich , aber nicht anzuraten im Normalfall:

- die milch geht oft mittelfristig zurück, weil die Pumpe nicht so gut anregt, wie das Kind und der Hautkontakt fehlt

- es ist sehr zeitaufwändig

- in schüben kann es eng werden mit der abgepumpten Milch, dann muss man Kunstmilch zufüttern und die brust wird nicht angeregt...

Was für Probleme habt ihr denn?
versierte Stillberatin?

lg

melanie mit 4 Langzeitstillkindern

Beitrag von ulmerspatz37 17.04.11 - 15:04 Uhr

Du kannst Dich an die La leche Liga wenden. Dort wirst Du auch per Mail von Stillberaterinnen beraten. Du beschreibst Dein Stillproblem ja nicht genau.
ich habe einige Wochen lang vier bis fünf Milchmahlzeiten für meine Tochter abgepumpt, um sie an die Flasche zu gewöhnen. Es war total anstrengend und ich fühlte mich abends voll ausgelaugt.
Was ich empfehlen kann: ein paar Beutelchen MumI auf Vorrat für die Gefriertruhe, für den Fall dass Du mal abends weg ist so.

Ansonsten: wende Dich an die La Leche Liga.

Beitrag von sarahjane 17.04.11 - 15:17 Uhr

Grundsätzlich gesehen wäre Dein Vorhaben möglich, aber:

- nicht jede Frau bekommt (auf Dauer) ausreichende Milchmengen abgepumpt
- es ist extrem zeitaufwändig
- viele Krankenkassen übernehmen die Leihgebühr für elektrische Milchpumpen (die elektrischen sind am effektivsten) maximal für 6 Monate

Nichtsdestotrotz:
Wenn Du ausschließlich abpumpen willst, ist Folgendes ratsam:

- tagsüber alle 2 bis 3 Stunden gleichzeitig beidseitig für 10 bis 20 Minuten abpumpen
- abends/nachts gleichzeitig beidseitig für 10 bis 20 Minuten abpumpen
- beim Abpumpen das Baby oder wenigstens ein Foto davon in der Nähe haben
- pro Tag 2 bis 3 Liter trinken (davon 1 Flasche Malzbier, 4 Tassen Fenchel-, Kümmelanistee)
- möglichst wenig Koffein-, Teein- und Kohlensäurehaltiges trinken
- auf 3 bis 5 ausgewogene/ausreichende Mahlzeiten am Tag achten
- das Baby oft in der Nähe haben / viel herumtragen
- evtl. aus der Apotheke etwas Bockshornkleesamenhaltiges besorgen
- vor jedem Pumpvorgang warme feuchte Lappen auf die Brüste legen

Wenn Du so oft Probleme in Sachen Brusternährung hast, suche Dir doch eine andere Hebamme oder wende Dich an eine Brusternährungsberaterin. Allheilmittel kennen die natürlich auch nicht, aber manchmal haben sie durchaus ein paar hilfreiche Tipps.

Vielleicht wäre auch Zwiemilchernährung eine Alternative für Euch?

Alles Gute!

Beitrag von berry26 17.04.11 - 15:25 Uhr

Brusternährungsberaterin????

Nicht dein Ernst oder???#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl

Bin ja nun schon einiges von dir gewöhnt aber die Damen heissen STILLberaterinnen und nicht anders!!

Beitrag von wir3inrom 17.04.11 - 16:55 Uhr

Sie bekommt doch nervöses Augenzucken und Lähmungserscheinungen in den Fingern, wenn es um das Wort "Stillen" geht.

Beitrag von berry26 17.04.11 - 17:47 Uhr

Ja das ist mir ja bekannt aber mal ehrlich...

Brusternährungsberaterin!!!!#rofl#rofl#rofl

Ne... Das ist einfach zu viel! Ich könnt heulen vor lauter Lachen....#rofl

Beitrag von tioni84 17.04.11 - 15:18 Uhr

Ich nochmal, also zu meiner Stillsituation:

Es fing eigentlich schon im Krankenhaus an. Er hatte zu viel abgenommen und die haben mir da ordentlich Druck gemacht. Stillen, abpumpen, stillen, abpumpen.... Ich kam nicht zu Ruhe. Zu Hause angekommen, hat meine Hebamme (sehr gute Stillberaterin - bei uns auch in allen KH bekannt) sofort festgestellt, dass es keine Probleme gibt und mich machen lassen. (Er hatte innerhalb von drei Tagen sein Gewicht wieder) Aber ich war tierisch unter Druck und angespannt. Dann habe ich nur wunde Brustwarzen, obwohl er richtig angelegt ist. Nun ist es so, dass er immer wieder sich abnarbeit und dann gefühlte Stunden braucht um wieder anzudocken. Meine Nerven liegen dann nach ner Zeit plank und auch er wirkt dann bockig. Wir steigern uns da jedesmal wieder rein. Und im allgemeinen wirkt er dann unzufrieden und hat oftmals noch hunger. Zudem kommt, dass ich persönlich auch meine Probleme mittlerweile mit dem Stillen habe. Es belastet mich, die einzige zu sein, die ihn füttern kann und dann halt der "Streß" mit dem kleinen. Wobei ich denke, dass das alles mit den ganzen Startschwierigkeiten zusammenhängt und somit von vornherein unterm schlechten Licht stand. Ach und zu guterletz, ich habe auf jedenfall genug Milch...Explodiere sogar regelmäßig. :-D

Aber schon mal Danke für eure Tipps. War auch erstmal nur ne Frage, wie es ausschaut, da man im Netz nicht so viel findet. Werde auch warten bis meine Hebamme wieder da ist.

Beitrag von sunberl 17.04.11 - 17:13 Uhr

Also wo ist nun eigentlich das Problem?
Habe ich was überlesen?

Wie alt ist Dein Baby?

Bei mir war es so: ich habe in einem von der WHO ausgezeichneten sogennnten Babyfreundlichebn KH entbunden. Somit gabs nur stillen. Alle 2h war anzulegen um die Milchproduktion anzuregen. Auch nachts. Nach 3 Tagen war ich zu Hause und hatte gott sei Dank ne Hebamme da, als ich den Milcheinschuss hatte. Autsch. Von da an teilsweise stündliches anlegen (auch nachts) und mega wunde schmerzende Brustwarzen. Ich blieb standhaft und siehe da, nach ca. 4-5 Wochen war alles ok mit dem stillen. Keine Schmerzen mehr und es belastet mich auch nicht, sondern dann fing es langsam an toll zu sein.
Abpumpen???? WOZU ????? Du hast doch genug Milch und das ständige Anlegen dient dem Baby zur Beruhigung. Und ja, meine Kleine war zeitweise auch zu doof beim anlegen und es hat manchal echt 10 Minuten gedauert bis sie dran war. Aber glaube mir, Abpumpen führt zum abstillen und das wirst Du unter Umständen hinterher bereuen.

Dein Kind wird definitiv satt, wenn es nicht abnimmt und was zulegt. Also halte durch in 4 wochen lachst Du drüber.:-p

Beitrag von sarahjane 18.04.11 - 10:37 Uhr

Ganz ehrlich?

Du schilderst, wie sehr Dich das Ganze belastet: Dann entwöhne das Kind entweder komplett von der Brust oder steige auf Zwiemilchernährung um, damit Du etwas entlastet bist.

Beitrag von maerzschnecke 17.04.11 - 17:51 Uhr

*** Es belastet mich, die einzige zu sein, die ihn füttern kann und dann halt der "Streß" mit dem kleinen. Wobei ich denke, dass das alles mit den ganzen Startschwierigkeiten zusammenhängt und somit von vornherein unterm schlechten Licht stand.***

Die beiden Sätze widersprechen sich meiner Meinung nach. Wenn es Dich belastet, die einzige Ernährerin zu sein, dann stünde es Dir frei

-entweder vom Stillen auf Flaschennahrung umzustellen

oder

-voll zu stillen und zusätzlich eine Notfallration abzupumpen, denn laut Deiner eigenen Aussage hast Du genug Milch.

Der 'Streß' mit dem Kleinen geht von Dir aus. Wie soll er denn ruhig halten beim Stillen, wenn Du selbst gestreßt bist davon?

Ich habe im KH zufüttern müssen, weil Emilia erhöhte Entzündungswerte hatte und bei mir die Milch nicht richtig einschoß. Und ehrlich: ich habe quasi rund um die Uhr mein Kind an der Brust gehabt, weil mir das wichtig war, sie zu stillen. Mich hat das Zufüttern belastet. Stillen kann wahnsinnig anstrengend sein, es ist aber das Beste, was Du Deinem Kind in den ersten Lebensmonaten geben kannst. Es ist das, was von der Natur aus vorgesehen ist.

Es gibt auch bei uns Tage, an denen Emilia zappelig ist an der Brust, aber das ist dann halt so. Da hilft nur Durchatmen und cool bleiben. Beim nächsten Stillgang oder am nächsten Tag ist es dann wieder besser. Das sind immer wieder Phasen, in denen wir eben Ruhe bewahren müssen. Heute z. B. trinkt Emilia wie ein Spatz und quengelt und sucht nach dem letzten Pups, gestern hingegen war es super.

Zum dauerhaften Abpumpen haben meine Vorschreiberinnen schon geschrieben. Ich sehe da auch in der Tat das Problem mit den Wachstumsschüben. Da musst Du entweder vorher schon genug auf Vorrat abgepumpt haben oder Du hast dann tagelang ein vor Hunger schreiendes Kind.

Beitrag von kleineelena 17.04.11 - 19:13 Uhr

Hallo,
ich kann dich nur zu gut verstehen.
Stillen hat bei uns in der Klinik schon nicht so funktioniert. Auch mit Stillhütchen war nichts zu machen. Beim Hütchen hat man dann gesehen, dass sie die Brustwarze nicht weit genug ansaugt. Darauf hin hab ich schon im KH ein Pumpenrezept bekommen und später dann weiterhin vom KiA. Meine Kleine wurde als Saugschwacher Säugling eingestuft.
Zuhause hab ich sie, als die Hebi dabei war, auch wieder angelegt. Das war aber nur nuckeln, da sie meistens satt war. Hab ich sie dann angelegt wenn sie hunger hatte, war nur Schreierei. Ich glaub sie hat nie so lange gesaugt, das mal Milch kam.
Meine Nerven waren leicht strapaziert. Sie ist mein erstes Kind, alles neu, alles ungewohnt und dann noch ein vor hunger schreiendes Baby. Nein, das wollte ich mir und meinem Kind nicht antun.
Ich habe 4 Monate abgepumpt, bis dann nur noch so 10 ml rauskamen.
Anfangs war es natürlich anstrengend. #gaehn Gerade Nachts, erst Mausi versorgen und dann nochmal ne halbe Stunde pumpen, sonst wär ich geplatzt. :-p
Ich kann dir nur raten, wenn es dir gut geht, gehts auch deinem Kind gut. Und wenn das mit abpumpen der Fall ist, mach das. Wichtig ist doch, das du überhaupt Mumi füttern möchtest.
Red doch mal mit deinem KiA, vielleicht schreibt er dir ja gleich ein Rezept für die Milchpumpe.

Alles Gute
Isabelle

Beitrag von tioni84 18.04.11 - 11:50 Uhr

Vielen Dank für eure ganzen Antworten.

Erstmal möchte ich klarstellen, dass meine Frage nur rein informativ war. Ich werde nach wie vor weiterkämpfen, in der Hoffnung, dass wir das gemeinsam schaffen. Ich werde in zwei wochen auch nochmal meine Hebamme um Rat fragen, wie ich das ganze noch mit dem Zwerg angehen kann.

Mir war klar, dass es sehr kritische Stimmen geben würde. Aber ich verstehe nicht, warum diese nicht akzeptieren können, dass es halt nicht bei jedem super toll läuft bzw. nicht jeder vielbeschriebenen Glücksgefühle empfindet. Ich mache das ganze für meinen Sohn und nicht für mich. Ich hätte genauso gut auch egoistisch sein können und gleich diese Ersatznahrung anbieten können. Aber das möchte ih nicht, was ich auch bereits erwähnt hatte.

Liebe Grüße