Trauer in der 36. SSW

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von benbaby 18.04.11 - 09:12 Uhr

Guten Morgen,

normalerweise bin ich eher stille Leserin, aber jetzt muss ich hier auch mal was los werden.

Ich bin jetzt in der 36. SSW und war Freitag beim Doc. Soweit ist mit der Kleinen alles ok. Am Freitag ging es los zu meiner Familie, die leider 260km weit weg wohnt. Nach der Begrüßung habe ich erfahren, das meine Großmutter an diesem Freitagvormittag gestorben ist.

Ich habe sehr an Ihr gehangen, auch wenn ich die letzten 3 Jahre nicht vor Ort war. Ich war bei meinen Besuchen jedes Mal bei Ihr und sie war eine besondere Großmutter.

Der Freitagabend war furchtbar, ich konnte mich kaum beruhigen. Am Samstag bin ich dann auch nochmal weinend zusammen geklappt. Es sind natürlich alle jetzt mega-beunruhigt und ich kann mich auch nur beruhigen, weil ich weiss das es überhaupt nicht gut für die Kleine ist.

Gestern ging es wieder nach Hause und anstatt ein bißchen liebevolles Mitgefühl von meinen Schwiegereltern, hat mein Mann einen Anpfiff bekommen, weil ich so Unverschämt war und nicht sofort einen kompletten Bericht über die Geschehnisse am WE dort gelassen habe und es kamen noch ein paar Klopfer...

Das ganze ging mir wieder so an die Nieren, das ich zuhause wieder einen Weinkrampf bekommen habe. Mein Mann ist wirklich lieb, musste aber ausgerechnet gestern Abend geschäftlich weg. Nun sitze ich hier, versuche mich abzulenken und will unter gar keinen Umständen meine Schwiegereltern sehen. Da sie nebenan wohnen, wird dieses Unterfangen nicht lange klappen. Ich weiss nicht wie ich reagiere, wenn ich diese unsensiblen Menschen begegne...

Am Dienstag nach Ostern ist die Beerdigung. Viele von meinen Verwandten wollen, das ich lieber zuhause bleibe und mir die Strapazen nicht antue, aber das kann ich nicht. Wenn es mir soweit gut geht, dann fahre ich auch (bzw. mein Mann fährt natürlich).
Ich muss mich einfach verabschieden. Ich hatte keine Chance mehr sie am WE zu sehen und sie wird Ihre Urenkelin auch nicht kennenlernen...

Jetzt geht die Weinerei schon wieder los... Es tut einfach nur so weh!

Morgen kommt meine Hebi und ich wollte mit Ihr über die Angelegenheit sprechen.

Mein Mann kommt fast um vor Sorge, aber soweit gehts mir körperlich einigermassen. Die Kleine ist am WE aber etwas tiefer gerutscht und der harte Bauch macht mir etwas zu schaffen, aber das geht alles.

Es ist bloss alles etwas viel für mich. Vielleicht habt ein paar liebe Worte und ein paar Tipps wie ich das alles leichter überstehen kann.

Liebe Grüße

Danny mit Luisa inside (ET: 21.Mai 2011)

Beitrag von zimtsternx3 18.04.11 - 09:16 Uhr

hey das tut mir echt leid :-( eine #kerze für deine oma

aber hey vllt kannst du besser mit der trauer umgehen wenn du deiner kleinen einen zweitnamen gibst quasie den von deiner oma ...
ich habe mal gehört das wenn ein mensch stirbt kommt ein neuer auf die welt quasie dein baby

kopf hoch :-)

Beitrag von ramona-1983 18.04.11 - 09:19 Uhr

Hallo!
Erstmal herzliches Beileid. #kerze
Ich kann dir leider keinen Tipp geben,wollte dir nur mein Mitgefühl ausdrücken.
Vor diesem Moment habe ich nämlich auch total Angst, da meine Oma 92 ist und auch gerade wieder im KH ist.

Alles Gute und Kopf hoch! Bald hast du dein Baby im Arm.

LG,Ramona

Beitrag von mieze77 18.04.11 - 09:22 Uhr

Hallo benbaby!#winke

Erstmal #liebdrueck und wein soviel wie es eben sein muß, das kann ich gut verstehen.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die Beerdigung und das deine Familie dich auffängt und du dich sicher und geborgen fühlst mit deiner Maus.

Lg

Mieze77

P.S. Zu deinen Schwiegereltern möchte ich mich nicht äußern, dann reg ich mich nur auf. :-[

Beitrag von vite-vite 18.04.11 - 09:24 Uhr

Hallo,

es tut wirklich sehr mir leid für dich.
Aber ich glaube nicht dass es schlimm für dein Baby ist wenn du trauerst. Weine alles raus, das hat mir bei meinem Opa geholfen, da war ich zwar nicht mehr schwanger, habe aber ein 1 Monate altes Baby gestillt.
Ich denke es ist besser für dich wenn du aktive Trauerarbeit leistest, als dich zum Vergessen zu zwingen.
Rede viel mit deinen Eltern, auch wenn du weinen musst.
Erinnert euch gemeinsam an schöne und vielleicht lustige Momente.
Lass die Trauer einfach zu, denn sonst schlägt sie irgendwann zurück wenn du nicht damit rechnest. Und wenn du es nicht alleine schaffst, dann suche dir Hilfe.

LG

vite-vite

Hab noch was gefunden, was dich villeicht noch mehr beruhigt:
http://www.morgenpost.de/familie/article1556832/Tod-eines-Angehoerigen-belastet-Schwangere-besonders.html

Beitrag von miyuki-lee 18.04.11 - 09:26 Uhr

Hallo Danny,

erstmal mein Beileid#kerze
Bei mir war es ähnlich.
Meine Mutter ist im Januar gestorben.Da war ich grad im 5ssm.
Donnerstags war ich noch bei ihr und Sonntag Abend ruft mein Bruder an und sagt das Krankenhaus hätte bei ihm angerufen.Aber er weiß nich was die wollen(manchmal is er etwas schusselig).
Mein Mann rief dann im KH an und die sagten meiner Mutter ginge es schlecht,es solle doch mal jemand hoch kommen.
Dauerte nich lange,mein Mann war schon unterwegs,da rief mich der Arzt an und sagte das sie eingeschlafen ist.
Wenn man bei COPD von einschlafen reden kann.So weit ich weiß kommt das nem Erstickungstod nahe.
Aber er sagte sie hatte keine Schmerzen und es ging ganz schnell.
Das war schon hart.Und dann noch die Beerdigung regeln und alles.
Fühl dich mal ganz lieb gedrückt#liebdrueck
Ich wünsche dir und deiner Familie für die Zukunft alles Gute.
LG,Lee 33ssw

Beitrag von boppers 18.04.11 - 09:33 Uhr

Hallo Danny,

erst einmal mein herzliches Beileid! Ich kann mir gut vorstellen wie es Dir geht. Es ist traurig, wenn ein geliebter Mensch von uns geht. Ich/ Wir haben auch vor kurzem unsere beste Freundin(sie war eigentlich wie unsere Schwester, sie war gerade Mitte 40) verloren und am Donnerstag ist die Beisetzung. Das wird auch für mich ein schwerer Gang. Ich möchte aber ebenfalls unbedingt dort hin, weil es einfach dazu gehört, sich zu verabschieden, ich selber kann so damit auch besser umgehen, wenn ich mit dabei war. Es ist dadurch etwas "abgeschlossenes" (verstehst Du was ich meine?) Und ich denke, dass es dadurch auch leichter wird.
Pass aber auch auf Dich und Euer Baby auf! Tu Dir auch was Gutes und denke an die schönen Dinge die Ihr miteinander erlebt habt. Tränen sind ein Zeichen des Lösens und Loslassens und sind sind nicht unbedingt negativ zu sehen! Es würde mich eher beunruhigen, wenn Du nicht weinen könntest! Irgendwann wird es auch besser, da bin ich sicher.

Was Deine Schwiegereltern angeht, versuch ihnen doch zu sagen, dass Du im Moment Deine Ruhe brauchst, sie deswegen nicht böse sein sollen und Dich bei Ihnen meldest, sollte etwas sein und Du jemanden brauchen zu reden. Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich auch Sorgen machen?

Aber hier noch ein Gedicht, welches mir sehr gut gefällt, und mir geholfen hat, den Tot von geliebten Menschen besser zu verarbeiten.

Der Tod ist nichts, ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für euch war, bin ich immer noch.
Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt,
sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
Gebraucht nicht eine andere Redensweise, seid nicht feierlich oder traurig. Lacht über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben.

Betet, lacht, denkt an mich,
betet für mich,
damit mein Name im Hause ausgesprochen wird,
so wie es immer war,
ohne irgend eine besondere Bedeutung,
ohne Spur eines Schattens.
Das Leben bedeutet das was es immer war,
der Faden ist nicht durchgeschnitten.
Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht weit weg,
nur auf der anderen Seite des Weges.

Charles Peguy 1873-1914 franz. Schriftsteller

Vielleicht tröstet Dich das ein wenig! Fühl Dich gedrückt!

Liebe Grüße
Kathi #winke

Beitrag von trinchen2010 18.04.11 - 09:36 Uhr

hallo,
lass dich erstmal #liebdrueck
das tut mir sehr leid und es ist immer schwierig damit umzugehen!
ich kann sehr mit die mitfühlen!
als ich meine oma verloren habe war ich nicht schwanger, hab sehr,sehr an ihr gehangen,sie ist einfach so aus dem leben gerissen worden mit 67 und ich hab gerad jetzt in der ss 5 jahre später sehr daran zu knuspern, weil ich weis wie sehr sie sich gefreut hätte ein uhrenkel zu haben! ich weine heut noch viel wegen ihr! immer wenn diese momente hoch kommen! und ich seit ich ss bin träume ich sooo oft von ihr! ich zeige ihr dann immer stozl mein kind!
ja sowas ist sehr hart und ich kann dir nur sagen lass die trauer raus!!! und wenn es dir gut geht fahr zu beerdigung! dann kannst du nochmal abschied nehmen!
se froh das dua uch so einenlieben mann hast der sich um dich kümmert...ich denke er fängt dich ein wenig auf!
ja zum thema schwiegereltern.....sag ich nix...ich hab genau so welche!!
leider!
wünsche dir ganz viel kraft das alles durchzustehen!!
alles liebe

Beitrag von lunes 18.04.11 - 10:49 Uhr

hallo
ich weiss genau wie du dich fuehlkst.
meine oma starb 2008 da war ich mit meinem sohn in der 23 ssw

es ging mir sehr nahe und mein mann war in dieser zeit eine grosse stuetze. zum glueck sind meine schwiegereltern etwas einfuehlsamer...

meine familie meinte auch das ich nicht zur beerdigung gehen sollte....ich wollte aber....
naja. da auch noch kleine kinder da waren die nicht zur beerdigung gehen sollten poasste ich auf diese auf und verabschiedete mich am grab ganz persoenlich von ihr.

ich habe meine trauer in bilder ausgedrueckt. (bin kuenstlerisch aktiv) und habe somit die trauer verarbeiten koennen.

ich wuensche dir von herzen alles liebe und das deine schwieereltern doch merken was es bedeutet eine geliebten menschen zu verlieren und etwas einfuehlsamer sind.

lg annika 37ssw

Beitrag von ingece 18.04.11 - 11:37 Uhr

Liebe Danny,
erstmal mein herzliches Beileid. Ich kann gut nachempfinden, wie du dich fühlst. Meine Großeltern, zu denen ich seit meiner Geburt eine sehr besondere, enge und innige Beziehung hatte, sind letztes Jahr beide innerhalb weniger Monate verstorben. Zur Beerdigung meiner Oma war ich schwanger und ich bin überhaupt nicht auf die Idee gekommen, nicht hinzugehen. Die Verabschiedung war notwendig. Aber es tut immer noch sehr weh, besonders wenn ich darüber nachdenke, dass sie ihre Urenkelin niemals kennen lernen werden. Manchmal (so wie jetzt) muss ich immer noch darüber weinen. Trost schenkt mir aber auch irgendwie, dass wir uns entschieden haben, unserer Tochter den Namen meiner Urgroßmutter zu geben, den sowohl meine Mutter als auch meine verstorbene Oma als zweiten Vornamen tragen. Ich weiß, dass meine Oma sich darüber wahnsinnig gefreut hätte.

Alles Gute

ingece (ET-7)

Beitrag von gobiam 18.04.11 - 11:42 Uhr

Hallo
Geh zzu der Beerdigung, wenn du im Gefühl hast, dass es dir gut tut... es wäre vielleicht ein Abschluß den du brauchst... Wenn du nicht hin fährst, dann fehlt dir vielleicht etwas.
Sicherlich hast du auch das Gefühl, dass du ihr noch soviel sagen wolltest - fasse deine Worte in einen direkten Brief an sie, erzähl ihr von deiner kleinen Tochter und gebe deiner Oma den Brief mit ins Grab. So hast du zu Hause in aller Ruhe nochmal die Möglichkeit zu trauern und stehst die Beerdigung eher/ ruhiger durch.
Meine Oma ist auch (vor Jahren schon) gestorben und das hat mir alles geholfen.
In meinen letzten SS wurden auch geliebte Menschen aus meinem Umfeld beerdigt und die Leute haben schon komisch geschaut, als ich auch dort war mit dickem Bauch. Für Viele gibts halt die verschiedensten Aberglauben, die dich von Friedhöfen weg halten sollten (früher sagte man ja auch, dass man erst nach der Taufe ein Baby über die Türschwelle tragen darf).
Für mich gilt da etwas anderes: die Menschen die versterben passen auf uns auf. Eine Beerdigung ist für uns Zurückbleibende da, damit wir uns verabschieden können. Warum sollte man das als SS nicht tun, wenn man sich dazu in der Lage fühlt?
Wünsch dir alles Gute und viel Kraft!

Beitrag von benbaby 18.04.11 - 19:40 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich wollte mich für die mitfühlenden Worte von Euch bedanken!!!
Es tat wirklich gut, Eure Antworten zu lesen! Also nochmal DANKE!

Liebe Grüße

Danny