Extrem-Früchchen in der 26. SSW

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von aggiema 18.04.11 - 11:06 Uhr

Die Geburt meiner Tochter (01.09.2007) war der totale Horror. Ich habe über die Geburt und den anschließenden 2,5 Monate dauernden Krankenhausaufenthalt ein Tagebuch für meine Tochter geschrieben. Daraus habe ich die Einleitung kopiert, deshalb ist der Text an meine Tochter gerichtet. Heute ist sie topfit, wir hatten viel Glück.

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Ich lag bereits 10 Tage im KH wegen Bluthochdruck und wir haben auf jeden weiteren Tag gehofft. Ich war schließlich erst in der 26 SSW. Dann kam Samstagmittag um 13:00 Uhr ein Arzt rein: "Es geht nicht mehr, Ihre Blutwerte sind sehr schlecht geworden, wir müssen Ihre Tochter jetzt holen". Meine Leber war dabei zu versagen und das hätte für uns beide den Tod bedeutet. Außerdem sind meine Blutgerinnungswerte im freien Fall gewesen: am Abend vorher lagen die Thrombozyten noch bei 150.000, an diesem Vormittag lagen sie nur noch bei 70.000. Wie mir Dr. Pagels hinterher erklärte, kann die Blutgerinnung, wenn die Thrombos mit dieser Geschwindigkeit fallen, innerhalb von Stunden völlig aussetzen und ich wären (wenn sie noch länger gewartet hätten) unter Umständen auf dem OP-Tisch verblutet. Unsere einzige Chance war also die sofortige Geburt.
Was für ein Schock, wir hatten doch gehofft dich noch etwas länger in mir halten zu können. Die Schwangerschaft war jetzt gerade Anfang der 26. Woche und laut dem Chefarzt der Kinderärzte hättest du auf jeden Fall eine Chance. Während der Arzt dann noch am erzählen war, kam dein Vater und hat an meinem Gesicht sofort gesehen was los war. Wir wussten zwar, das es wohl so kommen würde, aber wenn es dann so weit ist, steht man trotzdem da wie ein Reh im Scheinwerferlicht.

Dann ging alles ganz schnell, der Anästhesist kam ("Unterschreiben sie bitte hier und hier..."), dann die Schwestern mit dem Engelhemd und dann waren schon die Zivis für den Transport da.
Papa durfte nur bis in den OP-Vorraum mit, dann war ich alleine. Und wir hatten bei-de solche Angst…….
Ich hatte einen supernetten Anästhesisten, er hat die ganze Zeit mit mir geredet und alles erklärt. Für die OP-Mannschaft war ich wohl nur ein "Vorgang", sie haben noch nicht mal gegrüßt wenn sie reinkamen. Nur meine beiden Gyn's (Dr. Wawnyrik und Dr. Pagels) haben noch kurz mit mir gesprochen, dann ging es los und weg war ich.

Aufgewacht bin ich auf der Intensivstation und alle Ärzte und Pfleger um mich rum waren ziemlich hektisch. Mir ging es hundsmiserabel und ich wäre fast gestorben (das haben sie mir aber erst hinterher gesagt). Als ich dann aufgewacht bin, habe ich gefragt: "Lebt mein Baby?" und niemand konnte mir was sagen! Also habe ich natür-lich das Schlimmste angenommen und das war natürlich super für meinen völlig entgleisten Blutdruck, den sie nicht in vertretbare Sphären runtergekriegt haben. Wenn ich halbwegs alle Sinne beieinander gehabt hätte, dann hätte ich denen bestimmt was anderes erzählt und eine Schwester zur Neo gejagt, aber ich habe es nicht ge-schafft. Vielleicht hatte ich auch nur Angst vor der Antwort, wer weiß...

Du wurdest um 14:03 Uhr geboren. Das du lebst, habe ich erst erfahren als dein Va-ter endlich zu mir durfte. Das war ca. eine Stunde später!
Er sagte mir, das du direkt geschrieen hast, rosig warst (Hautfärbung: sehr wichtig), 720 g wiegen würdest und 37 cm lang warst. Da war ich noch besorgter, denn laut der Schätzung von Dr. Pagels vom Vortag solltest du bereits 830 g wiegen. Du hast am Anfang auch selber geatmet, was auch sehr gut ist, das wurde aber nach ein paar Minuten zu anstrengend für dich, deshalb wurdest du dann intubiert. Bevor du nicht die nächsten drei Tage überstanden hättest, würden sie keine Prognose geben. Aber es sähe den Umständen entsprechend ganz gut aus, das war alles was wir zu hören bekamen.
Ich war dann noch 2 Tage auf der Intensiv und konnte dich dann das erste mal se-hen (vorher nur Bild am Bett). Du warst so klein!!

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Ich hatte ein HELLP-Syndrom (früher Schwangerschaftsvergiftung genannt). Da ich es mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit wieder entwickeln würde, haben wir uns gegen weitere Kinder entschieden. Meine Tochter und ich haben überlebt und sie ist gesund. Wir sind so dankbar dafür und wollen unsere Schutzengel nicht mehr so fordern.

Beitrag von ladyjay 18.04.11 - 12:52 Uhr

Puh... da leidet man ja echt mit.
Gut, dass ihr beide das überstanden habt!

Beitrag von haruka80 18.04.11 - 13:23 Uhr

Puh... heftig...

Wie schön, dass das Ganze schon 2,5 Jahre her ist und ihr beide überlebt habt! Mir fehlen grad ein bisschen die Worte#heul

Beitrag von manana85 18.04.11 - 14:36 Uhr

Respekt, diene Tochter sieht ganz toll aus :-) ( Man sieht kaum, dass Sie ein Frühchen ist! )
Solche Berihcte machen mir Mut, ich bete noch 2 Wochen, dann bin ich in der 24.SSW & das ist schon ein Riesen Bergfest für mich!
LG

Beitrag von pimiko88 18.04.11 - 18:09 Uhr

#heul#heul#heul#heul#heul#heul#heul

omg... da ist ja echt total herzzerreisend.wen ich denke, das mein kind dann schon seit 4 wochen auf der welt ware.das ist echt schlimm.gott sei dann gehts uns gut und ich bin schon in der 30ssw.

ich wünsche euch noch alles gute und noch was .ich finde es echt toll das du für deine tochter ein tagebuch geschrieben hast.so weis sie später iwe es ihrer mama und papa ergangen ist.

#winke

Beitrag von escada87 18.04.11 - 18:21 Uhr

ihr habt eine sehr sehr hübsche Tochter


alles Gute weiterhin #herzlich

Beitrag von becca04 18.04.11 - 21:37 Uhr

Hallo,

mir tat Dein letzter Satz - dass Du keine weiteren Kinder mehr haben möchtest - in der Seele weh: Kennst Du schon die "gestose-frauen" (www.gestose-frauen.de)? Das ist eine Selbsthilfegruppe von Frauen mit Gestose bzw. Hellp-Syndrom, deren Gründerin wegen ihrer Verdienste um die betroffenen Frauen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.

Ich selbst hatte in meiner 3. Schwangerschaft erhöhten Blutdruck mit Verdacht auf Gestose und habe mich deshalb sehr intensiv mit dem Thema und den von der Gruppe zur Verfügung gestellten Informationen beschäftigt. Es finden sich in den Materialien, die man per Post anfordern kann, viele Erfahrungsberichte von Frauen, die nach einem Hellp-Syndrom erneut schwanger geworden sind und unproblematische Schwangerschaften (!) erlebt haben.

Vielleicht ist es ja ein Weg für Dich?

Ich gratuliere Dir jedenfalls von Herzen zu Eurem gesunden tollen Kind und wünsche Euch alles alles Liebe und Gute für Eure Zukunft,
liebe Grüße,
Becca.

Beitrag von gobiam 19.04.11 - 11:37 Uhr

Herzlichen Glückwunsch und weiterhin alles Gute für deine bildhübsche Tochter und euch auch!
Und dankt eurem Schutzengel auch in meinem Namen, toll was der geleistet hat!

Beitrag von ylenja 19.04.11 - 23:14 Uhr

Du hast ein süße Tochter :-D
Nach so einem Erlebnis ist wohl jeder sehr vorsichtig. Ihr hattet einen sehr guten Schutzengel.
Bei einer zweiten Schwangerschaft müsste sich die Geschichte nicht zwangsweise wiederholen.
Ich kann Dir auch nur die http://www.gestose-frauen.de empfehlen.

Alles Gute

Ylenja

Beitrag von mel84xx 21.04.11 - 22:21 Uhr

schön das ihr alles so gut überstanden habt!Eine süsse Maus habt ihr!

Beitrag von mama-von3 28.04.11 - 11:08 Uhr

oh wei da hast ja was mitgemacht ! Ihr alle !!!!!

Und deine kleine ist völlig gesund????? Das liest man gerne !!!! Alles gute weiterhin#klee