Das perfekte Kind

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von espirino 18.04.11 - 11:57 Uhr

Hallo,

ihr erinnert euch an die kürzlich oder zur Zeit noch standfindende Diskussion, ob man bei künstlich befruchteten Eizellen Tests auf Genkrankheiten machen darf oder nicht. Ist es moralisch vertretbar oder sollte man der Natur seinen freien Lauf lassen. Und sollten sich auch die, die es bezahlen könnten überraschen lassen mit dem, was da auf sie zukommt.

Doch wenn die Babys dann erst mal da sind...

Am Anfang sagen immer alle:
Das Baby hat sein eigenes Tempo, es hat eine riesige Zeitspanne, bis es anfangen können sollte zu laufen und zu reden. Es hat massig Zeit die Sache mit dem Töpfchen und das allein essen zu lernen. (Dennoch steht immer einer hinter einem und meint: Sollte das Kind das nicht schon längst können? Oder: Aber meine(r) kann das schon seit....)

Im krassen Gegensatz dazu steht das ständige Maßnehmen an den Kindern in Bezug auf ihre Fähigkeiten, die sie bis zu einem bestimmten Zeitpunkt können müssen.
Die Anzahl an Kindern, die am laufenden Band irgendwelcher Förderungen bedürfen steigt (meines Empfindens nach) sprunghaft an. Kaum das ein kleiner, vielleicht sogar charakteristischer "Defekt" vorliegt, werdenTherapien nur so verschleudert. Ob das ein Problem ist, was sich von selbst lösen könnte spielt scheinbar keine Rolle. Es darf eben kein Kind mehr geben, das "lispelt" und sei es kaum hörbar, kein Kind, das nicht schon im Vorschulalter perfekt die Stiftführung beherrscht, kein Kind, das keinen akurat geformten Fuß hat, kein Kind, dessen Gebiss auch mal ein paar schiefe Zähne enthält, kein Kind, das durch seine lebhafte Art eben ab und an auffällt... Alle werden sofort in eine Therapie gesteckt, um das "unerwünschte" zu beseitigen.

Wo bleibt da das, was wir den Kindern versuchen zu vermitteln?
Ihr seid was ihr seid und ihr müßt nicht perfekt sein, weil kein Mensch perfekt ist.

So bekommen sie schon im frühsten Kindesalter mit, daß man ständig an ihnen was zu richten hat und es wahrscheinlich selbst dann noch nicht richtig ist.

An alle die jetzt stöhnen: Ach die übertreibt aber maßlos.
Ja, und das mit Absicht. Ich befürworte Förderung für Kinder, die ernsthafte Probleme haben. Ich befürworte nicht, daß Therapien dafür genutzt werden Krankenkassen abzuzocken. Und ich bin dagegen, daß KiÄ im Vorbeigehen und nach einem Zwei-Minuten-Test Therapien verordnen. Möglicherweise habe ich mit unserem KiA in die "Sch***" gegriffen. Dennoch denke ich, daß das nicht nur bei uns so läuft. Natürlich bin ich auch voreingenommen, was meine Kinder angeht.
(DAS IST MEINE PERSÖNLICHE / SUBJEKTIVE EINSCHÄTZUNG!)

Wie seht ihr das?

LG Jana (mit zwei nicht perfekten Kindern - Plattfuß mit Hang zum Lispeln und Schmieren - und dem Jüngsten, der wahrscheinlich bald ne Therapie wegen Hyperaktivität bekommt, weil er nicht stille halten kann)

Beitrag von derhimmelmusswarten 18.04.11 - 12:22 Uhr

Ich sehe das genauso wie du. Beispiel: U. a. deshalb gehen wir auch bewusst nicht zu einem Kinderarzt mit unserer Tochter, sondern zum Hausarzt. Einen Kinderarzt suchen wir nur in Ausnahmefällen auf. So hatte meine Tochter beispielsweise von Geburt an ein Blutschwämmchen auf dem Rücken. Der Kinderarzt, den wir damals noch hatten, hat uns total verrückt gemacht und uns in die Kinderklinik nach St. Augustin gejagt. Da haben die Ärzte jedoch direkt abgewunken und bei bloßem Angucken (untersucht wurde dann aber trotzdem) gesagt, dass das absolut harmlos ist. Der Hausarzt hat dann von sich aus auch gesagt, dass es harmlos ist und verschwindet. Siehe da: es ist so gut wie verschwunden.

Meine Tochter hat schon immer schlecht gegessen. Frag mich nicht, was ich mir deshalb alles anhören durfte. Der beste Spruch kam, als sie 8 Monate alt war, von einer Omma: "Das Kind muss Marmeladenbrote essen."

Meine Tochter ist von Natur aus sehr blaß. Da ich jedoch dunkelhaarig bin und eher ein ausländischer Typ, stürzen sich bevorzugt ältere Herrschaften darauf. "Das Kind ist so blaß. Die ist krank. Die braucht eine Blutuntersuchung."

Ich hasse dieses Vergleichen, das Nachlesen in Maßtabellen usw. Natürlich müssen offensichtlich krankheitsbedingte Defizite behandelt werden. Aber dass heutzutage wegen jedem Pups ein Geschrei gemacht wird, kann ich nur bestätigen. Aber das ist eine riesige Geldmaschinerie. Und es gibt genug Eltern, die sich von sowas beeinflussen lassen.

Beitrag von ppg 18.04.11 - 15:23 Uhr

Wenn Euer Hausarzt keine Qualifikation in Padiatrie ist die Tatsache das er ein 21 Manate altes Kind als Patienten annimmt grob fahrlässig. M.e. ein Kunstfehler, und zeugt eigendlich nur von einem: das er Geldgeil ist: Denn seine Bezüge richten sich nach Anzahl seiner Patienten!

Ich würde, wenn mir dieser Umstand genauer bekannt ist, diesen Arzt bei der Kammer melden.

Allgemeinmediziner dürfen, außer in ausgewiesenen Mangelgebieten oder mit Zusatzqualifikation , gar keine Säuglinge und Kleinkinder behandel, weil ihnen hierzu jegliche Qualifikation fehlt. Kinder sind, medizinisch gesehen keine kleinen Erwachsenen!

Dich, als Mutter, empfinde ich schon sehr leichtfertig! Wenn Du unzurfieden mit dem Kinderazt bist, kannst Du diesen wechseln! Ich bin mir sicher, das es in Bonn mehr als einen Pädiater gibt.


Ute

Beitrag von sternchen718 18.04.11 - 15:42 Uhr

du weißt doch gar nichts über ihren Hausarzt. Vielleicht darf er ja Kinder behandeln.

Unsere Hausärtzin macht auch alles vom Baby bis zum Rentner und wir sind mit ihr sehr zufrieden. Und ja dafür ist sie ausgebildet.

Ich finde auch deine Unterstellung das die Mutter leichtfertig handelt unter aller sau.

Beitrag von ppg 18.04.11 - 15:55 Uhr

Wer lesen kann ist klar im Votteil:

ich schrieb:

"Wenn Euer Hausarzt keine Qualifikation in Padiatrie hat....."

Und ja, wer als Mutter sein Kind einem Arzt ohne die entsprechende ohne ( Zusatz-) qualifikation anvertraut handelt sehr leichtfertig bis grob fahrlässig!

Was glaubst Du eigentlich warum die Ausbildung zum Kinderarzt weitere 5 Jahre dauert???? Natürlich zusätzlich zum Grundstudium Medizin, mit dem man dann Allgemeinarzt ist.


http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4diatrie

Ute

Beitrag von kyrilla 19.04.11 - 09:14 Uhr

"Natürlich zusätzlich zum Grundstudium Medizin, mit dem man dann Allgemeinarzt ist."

Das stimmt so nicht, auch Allgemeinmedizin ist ein Fachgebiet, auf dem man eine Facharztausbildung machen muss.
Eine Niederlassung als Praktischer Arzt (ohne jede Fachausbildung) ist schon seit längerem nicht mehr möglich.

LG
Kyrilla

Beitrag von ppg 19.04.11 - 10:13 Uhr

Ja stimmt, da hatte ich noch Alt - Infos.

Der Rest aber ist korrekt, wie auch der Link von berry zeigt:

Allgemeinmediziner haben von Haus aus keinerlei Qualifikation in der Pädiatrie, es sei denn sie haben sich explizid in diesem Bereich weitergebildet.

Meine Cousine ist übrigens niedergelassene Allgemeinmedizinerin UND Kinderarztin in Personalunion.

Ute

Beitrag von meringue 18.04.11 - 15:42 Uhr

Dä, jetzt gab`s wieder was hinter die Ohren für eine nicht-treusorgende Mutter.

Kennst du die genauen Hintergründe?#augen

Beitrag von berry26 18.04.11 - 15:59 Uhr

#klatsch
Weisheit mit Löffeln gefressen, ne!? Wie kann man nur so einen Schwachsinn hier verbreiten??

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/502340/hausarzt-kinderarzt-darf-welche-patienten-behandeln.html

Natürlich ist ein Kinderarzt eher zu empfehlen aber bevor ich zu einem schlechten Kinderarzt gehe, ist ein guter Hausarzt keine schlechte Alternative! Dieser darf ab der U3 alle Behandlungen durchführen!! Von leichtfertig und grob fahrlässig zu reden ist also entweder Dummheit oder Frechheit. Such dir was aus!;-)

Beitrag von ppg 18.04.11 - 16:30 Uhr

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&tid=3113724&pid=19720449&bid=12

"aber bevor ich zu einem schlechten Kinderarzt gehe, ist ein guter Hausarzt keine schlechte Alternative"

Seh ich anders !

Ute

Beitrag von berry26 18.04.11 - 19:09 Uhr

Ja du kannst ja gerne am Holzweg bleiben!!
Ich habe dir ja bereits einen Link geschickt der das Gegenteil beweisst.;-)

Beitrag von ppg 18.04.11 - 19:23 Uhr

Schätzchen, es wäre schön, wenn Du deinen eigenen Link auch lesen würdest:

Zitat

"Grundsätzlich dürfen in Deutschland alle hausärztlich tätigen Ärzte Kinder und Jugendliche behandeln."

Sie dürfen aber keine Säuglinge und Kleinkinder behandeln!!!! Und nur um die ging es im Post von derhimmelmusswarten.

Außerdem tritt die Berufhaftpflicht in diesen Fällen auch nicht ein!

Ute

Beitrag von berry26 18.04.11 - 19:45 Uhr

AB DER U3 DÜRFEN SIE ES UND TUN ES AUCH !!! Kannst dazu ja auch den Leserkommentar lesen!

Wenn nicht dann zeig mir einen Beleg dafür! Ich weiß das jeder Hausarzt diese Untersuchungen und auch die Behandlungen so junger Patienten anbieten darf! Die U2 darf hingegen nur ein Arzt mit Zusatzausbildung durchführen!

Bevor du die Klappe aufreisst, solltest du vielleicht mal bei deinem HA nachfragen! Der schickt sicher keine Kleinkinder weg!


Wenn du einen Notarzt für ein Baby rufst, kommt schließlich in den meisten Fällen auch ein normaler Notarzt für Erwachsene. Ist ja auch unverantwortlich... #augen Nur die wenigsten Gebiete Deutschlands bieten einen Kindernotarzt an.

Beitrag von ppg 18.04.11 - 19:56 Uhr

Mmmmmmmmmmmmmmm, gerade im Leserkommtar wird ja kritisiert, das es keine Ländereinheitliche Weiterbildung gibt und das Allgemeinärzte ohne Qualifikation gar nicht über die Ausbildung verfügen um Kinder zu behandeln.

Und nichts anderes hab ich gesagt.

Außerdem lese ich mit keinem Wort, das Allgemeinärzte ab U3 behandeln dürfen, es steht aber deutlich im Text, das Allgemeinärzte nicht dazu ausgebildet werden U Untersuchungen überhaupt durchzufügen. Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen , das genau für diese Fälle spezielle Weiterbildungen gemacht werden müssen, anders als in skandinavischen Ländern mit Hausarztmodell, wo diese Aubildungen bereits Bestandteil des Medizinstudiums sind. Es wurde gefordert, diesen Standart auch in Deutschland einzuführen.

Villeicht googelst Du noch ein bischen, bis Du Texte findest , die zu deiner Aussage passen #cool

Ute

Beitrag von berry26 19.04.11 - 11:06 Uhr

Du ich muss nicht googeln! Ich war jetzt schon öfters mit meinen Kleinen beim Hausarzt wenn der KIA schon zu hatte und ich keine 50 km zum Ausweichkinderarzt fahren wollte/konnte. Bisher wurde ich jedesmal darauf hingewiesen das Hausärzte ab der U3 behandeln dürfen.

Bei meinem Hausarzt gehen die Mütter auch mit Säuglingen zur Behandlung und das ist jetzt schon mein 3. Hausarzt bei dem das so ist und nein sie besitzen KEINE Sonderlaubnis oder Zusatzausbildung.

Nur weil man kritisiert das ein Hausarzt nicht speziell für die U's ausgebildet ist, heisst das ja nicht das er sie nicht durchführen darf. Im Gegenteil mit etwas Logik, kann man daraus schließen das ein Hausarzt das dürfen MUSS, denn sonst hätte diese Diskussion darüber auch gar keinen Sinn!

Also wo ist dein Beleg dafür das ein normaler Arzt keine Säuglinge und Kleinkinder behandeln darf????

Wie gesagt ich diskutiere nicht mit dir darüber wie sinnvoll eine Behandlung beim HA ist, denn darüber lässt sich definitiv streiten und auch ich gehe lieber zum KIA aber über Fahrlässigkeit zu sprechen wenn man zum HA mit den Kiddies geht ist einfach nur albern....

Da wirst du nirgends einen finden, denn es ist Stuss!!!

Beitrag von ppg 19.04.11 - 11:23 Uhr

ich keine 50 km zum Ausweichkinderarzt fahren wollte/konnte.

Sag ließt Du meine Posts?????

Es gibt Ausnahmen, wenn es keinen Facharzt in der Umgebung gibt.

Mein allererstes Post! Außerdem hat in einem solchen Fall der allg. Arzt sicherlich Zusatzqualifikationen, wenn nicht, würde ich auch 100 km zum nächsten Kinderarzt fahren - mir als Mutter wäre in solchem Fall das Risiko zu hoch.

Natürlich darf kein Arzt, der nicht dafür ausgebildet ist eine U - Untersuchung durchführen. Er bekommt sie dann auch nicht bezahlt und seine Ärztehaftpflich ist auch bei Kunstfehlern nicht in der Haftung. Dein Informatinsdefizit ist echt enorm! Denn bevor einer mein Kind anfasst, interessiert mich schon, ob derjenige weiß was er tut.


Aber Du hast recht, mit Dir zu dikustieren ist fast unmöglich, weil es Dir offensichtlich nicht möglich ist sinnerfassend zu Lesen und diese Informationen intelektuell zu verarbeiten

Ute

Beitrag von berry26 19.04.11 - 13:27 Uhr

Wo sind denn deine Belege für diese dämlichen Behauptungen!

"Natürlich darf kein Arzt, der nicht dafür ausgebildet ist eine U - Untersuchung durchführen. "
Du hast Unrecht PUNKT Ein praktischer Arzt darf DAS!!!!

Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Von dir kommen nichts als hohle Behauptungen!!

Beitrag von ppg 19.04.11 - 15:08 Uhr

Belege????

Ruf doch einfach mal Deine Krankenkasse an! Ein Arzt kann nur das abrechnenen, wozu er auch qualifiziert ist und Ausbildungen nachweisen kann. Sonst würde vermutlich jeder Gyn auch als Herzchirug arbeiten, weil man da eben mehr verdient.

Aber ich weiß ja, mit dem sinnerfassenden Lesen hast Du es ja nicht so.

Ja Du sagst es eigener Erfahrung! Aber hast den Mann der an deinem Kind rumlaboriert nie gefragt ob er dazu auch qualifiziert ist! Ist Dir eigentlich klar , welch Armutszeugniss Du Dir selbst mit dieser Aussage ausstellst? Du läßt also jeden Depp an dein Kind, hauptasche er hat ein "Dr." vor dem Namen?

Ute

Beitrag von berry26 19.04.11 - 16:50 Uhr

#klatsch

Blödes Gewäsch!!!
Aber Fachidiot sucht Fachidiot! Passt ja!!!!#rofl

Viel Spaß in deiner kleinen perfekten Welt und vergiss nicht Abstand vom Tellerrand zu nehmen!!! Könnte sein das du sonst deinen kleinen Horizont aus versehen erweiterst:-p

Beitrag von ppg 19.04.11 - 17:33 Uhr

http://www.onmeda.de/krankheiten/multiple_persoenlichkeitsstoerung.html

oder

http://de.wikipedia.org/wiki/Alkoholkrankheit

Oder wie sonst soll man dieses Zusammenhangsfreie Geschreibsel verstehen????

Wie auch immer: ich bin dann mal weg

Ute

Beitrag von berry26 19.04.11 - 18:02 Uhr

Du bist echt zum Totlachen. Du widersprichst dir ständig selber und unterstellst mir ne Persönlichkeitsstörung???#rofl

Du denkst also meine Hausärzte behandeln kostenlos??? Müssen sie anscheinend denn abrechnen können sie die Behandlungen an Kleinkindern ja nicht...

Andererseits bin ich total verantwortungslos weil ich meinen kranken Kindern keine 2 Stunden Autofahrt zumute um ein Rezept für Augensalbe abzuholen oder einem Kind mal in die Ohren sehen zu lassen, ob eine Mittelohrentzündung vorliegt... #klatsch
Mit entsprechenden Instrumenten und oder wenn alles ohne Rezept möglich wäre, würde ich dafür noch nicht mal zu einem Arzt! Ne Mandelentzündung z.B. erkennt jeder Idiot. Vielleicht sogar DU! Aber sei's drum...
Meine KK freut's denn sie müssen dafür ja nichts zahlen, wenns nach dir geht. Sollte ich ihnen das nächste Mal aber wirklich mal sagen oder ich bedank mich bei meinem HA das er so ein herzensguter Mensch ist und meine Kinder ganz kostenlos behandelt wenns brennt. Denn ICH habe noch keine Rechnung bekommen! Komischerweise hält sogar meine Kinderärztin große Stücke auf meinen Hausarzt und hat mir empfohlen ihn aufzusuchen, wenn Ihre Praxis zu ist.

Ansonsten entschuldige ich mich wenn dir mein Niveau zu hoch ist! Kann ja mal passieren..




Beitrag von ppg 19.04.11 - 18:36 Uhr

http://www.medizinrecht-aktuell.de/vertragsarzthonorar/49/

Beitrag von ppg 19.04.11 - 18:39 Uhr

Kann ein Vertragsarzt fachfremde IGeL-Leistungen abrechnen?

Zivilrechtlich wirksamer Leistungsaustausch!


In zivilrechtlicher Hinsicht können die fachfremden IGeL-Leistungen zwar liquidiert werden, berufsrechtlich ist dieses jedoch unzulässig und kann mit einem Berufsgerichtsverfahren geahndet werden.

Seit der Facharzt-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 09.05.1972 - 1 BvR 518 / 62 und 308 / 64 (NJW 1972, Seite 1504) ist es gesicherte Rechtsprechung, dass eine berufsrechtliche Verpflichtung aller Ärzte zur Beschränkung auf das jeweilige Fachgebiet besteht. Dieses lässt sich auch auf höchstrichterliche Urteile des BayVerfGH in 5, 161 und 14, 58 so-wie BSGE 23, 97 = NJW 65, 2030 bzw. BSGE vom 27.10.1987 - 6 Rka 34 / 86, BSG vom 18.10.1995 - 6 Rka 52 / 94 und BSG vom 20.03.1996 - 6 Rka 34 / 95) entnehmen.

Wortwörtlich heißt es in dem Urteil des BSG:

"Das Bundesverfassungsgericht hat in der genannten Entscheidung (BVerfGE 33, 125 ff., 167) insbesondere ausgeführt, dass den für die Begrenzung der Facharzttätigkeit auf das eigene Fachgebiet sprechenden Gründen, nämlich der optimalen Versorgung der Bevölkerung, nicht jede sachliche Berechtigung abgesprochen werden könne, da es sich hier vielmehr um "vernünftige Erwägungen des Gemeinwohls" handele, die eine Einschränkung grundsätzlich rechtfertigen könnten, und dass diese Beschränkung dem Facharzt auch zuzumuten sei, wenn die Facharztbereiche von fachlich-medizinischem Standpunkt aus sachgerecht abgegrenzt seien und angenommen werden könne, dass der Facharzt in der auf sein Fachgebiet beschränkten Tätigkeit eine ausreichende wirtschaftliche Lebensgrundlage finde, die gegenwärtige Gliederung der Facharztbereiche scheinen diesen Anforderungen im Wesentlichen zu entsprechen.


Ausnahmen im Einzelfall!


Das Gebot der Gebietsbeschränkung gilt auch, obwohl es dem Facharzt von solchen ärztlichen Verrichtungen ausschließt, die er nach seiner allgemeinen ärztlichen Ausbildung und Erfahrung ohne weiteres vornehmen könnte und die in anderem Zusammenhang (nämlich bei der Heranziehung zum Not- und Bereitschaftsdienst) auch von ihm erwartet werden. Dennoch entspricht die grundsätzliche Beschränkung noch dem Gebiet der Verhältnismäßigkeit. Allerdings wird es im Einzelfall als zulässig angesehen, wenn der Arzt gebietsüberschreitende Tätigkeiten ausübt (z.B. eines männlichen Verwandten durch einen Frauenarzt oder Behandlung eines Elternteils durch einen Kinderarzt). Diesen Ausnahmen tragen auch die Honorarverteilungsmaßstäbe der KVen durch die sogenannte 5 %-Regelung für fachfremde Leistungen Rechnung. Grundsätzlich wird in diesem Zusammenhang jedoch restriktiv verfahren, so dass ein dauerhafter Verstoß gegen das Gebot der Fachgebietsbeschränkung berufsrechtswidrig ist und gegebenenfalls mit einem Berufsgerichtsverfahren geahndet werden kann

Beitrag von berry26 19.04.11 - 19:02 Uhr

Super! Da hast du dir ja Arbeit gemacht..

"Einem Kinderarzt wurde die Behandlung Erwachsener verboten, ein Urologe durfte keine Leukämie-Patienten behandeln. "

Ok das habe ich jetzt gefunden! Wo steht denn nun aber das ein Allgemeinarzt keine Kleinkinder behandeln darf! Ich wusste bereits vorher das ein HNO-Arzt keine gynäkologischen Untersuchungen machen darf!

ABER WO steht das die Behandlung von Kleinkindern einzig und allein von Kinderärzten durchgeführt werden darf?

Wie kann es sein das so gut wie jeder Hausarzt die U's ab der U3 anbietet ohne weitere Ausbildung, wenn sie es doch nicht abrechnen können? Ein Allgemeinarzt darf ja schließlich auch eine Mandelentzündung behandeln und überweist nur in besonderen Fällen zum HNO-Arzt! Er darf auch Antidepressiva verordnen ohne vorher Rücksprache mit einem Facharzt zu halten oder behandelt Bänderdehnungen und Bandscheibenvorfälle bis zu einem gewissen Grad selbst. Wenn jeder Bluthochdruckpatient zum Internisten müsste um sich seine Betablocker o.ä. verschreiben zu lassen, wären plötzlich alle Hausarztpraxen leer.
Genauso sieht es bei der Behandlung von Kindern aus!! Nur bei Fällen die das Fachgebiet eines Allgemeinarztes überschreiten, muss er überweisen!

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