Erziehungsdifferenz mit der Freundin meiner Tochter

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Beitrag von scotland 18.04.11 - 12:44 Uhr

Hallo,

meine Tocher ist fast 9 und hat seit fünf Jahren eine Freundin, mit der sie sich regelmäßig mindestens 1x die Woche trifft.

Mit der Mama werde ich nicht richtig warm, es ist so eine "Eislaufmama", unglaublich ehrgeizig. Nun ist es so, dass der Ehrgeiz ziemlichen Einfluss auf die Erziehung hat.

Die Kleine (2. Klasse) bekommt z.B. nur Taschengeld für gute Noten, es wird dann aber geschaut, was sie kauft. Sie darf nichts Süßes essen, da sie dazu neigt, in die Breite zu gehen (... und die Eltern sie sogar zu uns fahren - Luftlinie 300m, aber das ist ein anderes Thema) und sie darf daheim keine Spielkonsole haben.

Bei uns ist das lockerer - meine Tochter bekommt 3€ Taschengeld die Woche, bekommt auch Süßigkeiten und hat darf auf dem Familienninendo 3x in der Woche ca. 30 Minuten spielen.

Jetzt das Problem: Das Mädchen übt nun unheimlich Druck auf meine Tochter aus, vom Taschengeld Schokolade zu kaufen und ihr was abzugeben, wenn sie kommt, will sie immerzu nur Nintendo spielen (ich möchte eigentlich gar nicht, dass, wenn Besuch da ist, sowas gespielt wird) und erpresst auch meine Tochter "Wenn wir nicht Nintendo spielen, sage ich meiner Mama, dass es heir langweilig ist und dann komme ich nicht mehr".

Diese Freundschaft ist für meine Tochter sehr wichtig, sie hängt unglaublich an dem Mädchen. Ich habe schon mit meiner Tochter geredet und gesagt, dass dieser Druck aufhören soll, es kann nicht sein, dass sie von ihrem Taschengeld regelmäßig eine Tafel Schokolade kauft und heimlich dem Mädchen zusteckt. Ich habe auch schon mit der Freundin geredet ... aber ohne Erfolg.

Was würdet ihr tun?
GLG
Scotland

Beitrag von soulcat1 18.04.11 - 13:01 Uhr

Wenn Du nicht willst, dass Deine Tochter ausgenutzt wird, solltest Du wohl oder übel mit der Mutter reden.

Ich kenne das von mir früher - ich hatte eine Freundin, deren Eltern KEINEN Fernseher im Haus hatten. Rate mal, was wir gemacht haben wenn sie bei mir war...
Und WIR hatten damals keinen Nintendo. Rate mal, was ich liebend gerne gemacht habe, wenn ich bei Freundinnen war, die einen hatten...

So ist das. Nur ans Taschengeld sollte es nicht gehen. Und erpressen lassen, soll sich Deine Tochter auch nicht!! DRUM sprich mit der Mutter.

Liebe Grüße

Petra & Joelina 7 (NOCH keine Probleme) :-p

Beitrag von hustinetten 18.04.11 - 13:17 Uhr

Ich würde kein Gespräch mit der Mutter suchen, ich denke nicht, dass dies Erfolg haben würde.

Sag dem Mädel klipp und klar, dass sie mit diesem Verhalten bei euch nicht erwünscht ist, sie aber jederzeit willkommen ist, wenn sie sich - dem Alter entsprechend - wie eine Freundin benimmt.

Und ermutige deine Tochter ruhig, sich auch mit anderen Kindern zu treffen.

lg

Beitrag von dk-mel 18.04.11 - 13:19 Uhr

ich kenne solche situationen und ich finde, mit der mutter reden bringt nichts, außer eventuell noch mehr ärger...

da du deiner tochter viel vertrauen schenkst, würde ich ihr erklären, dass sie ausgenutzt wird, aber es ihr überlassen, ob sie der freundin den nintendo und schokolade gibt, nur damit sie wiederkommt.

oder ich würde kurz zuvor die schokolade aufessen und behaupten, der nintendo wäre verliehen oder kaputt. und dann gucken, ob sie trotzdem gut miteinander können. wenn nicht würde ich den umgang unterbinden.

das taschengeld vielleicht aufs konto überweisen, könnte eventuell auch schon etwas helfen.

generell halte ich es so: wenn ich weiß, dass kind a zuhause kein tv etc besitzt, dann gibt es das auch hier nicht, ebenso mit bestimmtem essen wie süßigkeiten. denn ich finde es auch immer blöd, wenn meine tochter bei einer freundin mit spielfilmen für ältere, wii und popcorn statt abendessen "abgespeist" wird...

Beitrag von jazzbassist 18.04.11 - 13:29 Uhr

Kann mich soulcat1 eigentlich nur anschließen. Das ist eines dieser Probleme, die sollten auf Erwachsenebene gelöst werden. Es waren bei uns auch immer die Kinder, deren Eltern immer gesagt haben: "Nein, mein Kind nascht ganz wenig" die dann bei uns immer den Wohnzimmerschrank geplündert haben, als ob die noch nie etwas Süßes gesehen hätten oder die "Nein, mein Kind schaut kein Fernsehen"-Kinder, die im Sommer unbedingt Fernsehe gucken wollten, anstatt im Garten/Pool zu toben. Es gab zwar durchaus auch Ausnahmen, aber, die Regel war eher, dass die Kids das einfach von zu Hause aus nicht durften und dieses Mangelempfinden dann halt woanders nachgeholt hatten. Finde ich ziemlich normal; mein Sohn hat bei seinen Freunden auch am liebsten mit dem "Spielzeug" gespielt, was er selbst nicht hatte.

Ich würde einfach die Eltern anrufen und dort mal schildern, wie sich die Freundin ihrer Tochter verhält; vielleicht findet man ja doch eine gemeinsame Lösung. Wenn nicht, würde ich hier einfach eine Interessensabwägung machen, ob ich das meinem Kind noch länger "antun" würde.

Die würde bei mir so aussehen, dass ich dem Kind, wenn es das nächste Mal zu besuch kommt, eine Tafel Schokolade in die Hand drücke, die eine Stunde lang Nintendo spielen lasse, und am Abend die Mutter des Kindes anrufe und mich dafür bedanke, dass die Kids hier so schön Nintendo spielen konnten und so viel Naschkram in sich hineinstopfen konnten. Dann haben Sie nämlich die vollste Aufmerksamkeit der Eltern. Entweder ist die Mutter des Kindes damit einverstanden (dann muss das Kind mein Kind nicht erpressen und unter druck setzen); oder, die Mutter wird selbst Konsequenzen walten lassen. Wenn die Konsequenz ist, dass die Kids dann nicht mehr zusammen spielen dürfen; ist das wirklich schade; halte ich aber immer noch sinnvoller als eine Freundschaft, die nur aus Erpressung und Druck besteht. Wenn die Konsequenz davon ist, dass die Mutter dann noch mal mit ihrer Tochter spricht und erklärt, warum sie diese Dinge (Naschkram, Nintendo etc.) anders sieht und h ält - vielleicht ändert sich dann ja etwas am Verhalten dieser Freundin.

Beitrag von paula74 18.04.11 - 14:08 Uhr

Hallo
Ich würde mit beiden Mädchen Regeln vereinbaren, die in Deinem Haus gelten.
Bei uns könnte ich mir beispielsweise folgendes vorstellen: bei Besuch wird kein Nintendo gespielt. Aber zum Zvieri (auf hochdeutsch: zur Kaffeezeit) gibt es für alle zusammen am Tisch ein Stück Kuchen oder mal ein Eis oder eine Süssigkeit. Was genau, könnt ihr ja zusammen festlegen. Vielleicht denkt das andere Mädel, da bei Euch solche Dinge grundsätzlich erlaubt sind, kann sie es komplett ausnutzen. Möglicherweise helfen dann klare Regeln deinerseits.
Darüberhinaus würde ich es meiner Tochter überlassen, was sie mit ihrem Taschengeld macht, allerdings würde ich es schon ernst besprechen und ihr Alternativen nahe legen und auch die Folgen erklären.
LG Paula

Beitrag von scotland 18.04.11 - 14:54 Uhr

Danke für euere bisherigen Meinungen. Nur so als Ergänzung: Ich habe das Thema "Süßes" und "Nintendo" der Mutter gegenüber schon einmal angesprochen.

Sie war strikt dagegen, dass das Kind bei uns etwas Süßes bekommt (vermutlich daher auch die Heimlichtuerei) und das die beiden eine halbe Stunde Nintendospielen, fand sie okay, da sie sagte, dann weiß das Kind wenigstens, wovon die anderen in der Schule reden, aber sie hat daheim keine Diskussion.

Gegen eine halbe Stunde hätte ich nichts - mich nervt immer das Gequengle "noch fünf Minuten" ... "bei euch ist sonst alles soooooooooooooooooooo langweilig" ...

GLG
Scotland

Beitrag von manavgat 18.04.11 - 17:00 Uhr

Klare Ansage dem Kind machen, im Beisein Deiner Tochter:

Es gibt hier keine Schokolade, weil Deine Eltern das nicht möchten. Kläre das zuhause.

Wenn wir Besuch haben, gibt es keinen Nintendo oder Fernsehen. Falls Dir das zu langweilig ist, musst Du leider zuhause bleiben.

Was soll Deine Tochter sonst machen? Sie ist zu klein und kann sich gegen diese Art Erpressung nicht zur Wehr setzen.

Gruß

Manavgat