2. Kind

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von lucky84 18.04.11 - 12:57 Uhr

Hallo zusammen,

ich bin Mutter einer fast 5 jährigen körperlich behinderten Tochter mit einem riesen Wunsch nach einem 2. Kind.
Als ich meinen Mann kennenlernte, war für ihn immer klar, das er nur ein Kind möchte...ich hatte eigentlich schon immer gesagt ich möchte zwei Kinder. Vielleicht hätte man unter diesen Voraussetzungen die Beziehung gar nicht erst weiter vertiefen sollen. Aber wir lieben uns sehr. Viele haben auch zu mir gesagt, lasst erst mal das erste auf euch zu kommen, vielleicht ändert einer von euch beiden seine Meinung.
Tja, es kommt leider immer alles anders als man denkt. Wobei mein Mann nicht mehr grundsätzlich Nein zu einem 2. Kind sagt, sondern eher sowas wie derzeit kann er sich das nicht vorstellen. Bei mir hat sich das ganze nur noch mehr gefestigt, vielleicht auch aufgrunddessen, dass unsere Maus nicht ganz gesund ist. Ich kann es euch nicht erklären. Dieser Wunsch nach einem zweiten Kind sitzt bei mir ganz tief drinne und jedes Mal, wenn ich eine Schwangere sehe oder ein kleines Baby fang ich an zu träumen, aber auch zu trauern. Die Angst ist so groß, dass sich mein Mann endgültig dagegen entscheidet...ich glaube ich käme damit nicht klar...auch unsere Tochter wünscht sich bereits seit über einem halben Jahr ein Geschwisterchen...
Wir hatten gerade am Wochenende wieder eine große Diskussion über ein zweites Kind...und sind nun gemeinsam zu dem Entschluss gekommen mal zu einer Psychologischen Beratungsstelle zur "Paartherapie" zu gehen.
Ich möchte ihn nicht von einem zweiten Kind überzeugen, nur weil ich das gerne so will...ich möchte dass er es auch will, sonst hat das alles keinen Zweck. Ich Liebe ihn sehr und möchte unsere Beziehung auch nicht aufs Spiel setzen...aber dieser Wunsch ist verdammt groß...ich habe das nicht unter Kontrolle, es hat sich einfach in mir breit gemacht...

Kann das irgendjemand nachvollziehen? Geht es irgendjemanden ähnlich, vor allem bei denen die schon ein behindertes Kind haben?

Liebe Grüße
Steffi

Beitrag von elofant 18.04.11 - 14:53 Uhr

Und was ist, wenn das 2. Kind ähnliche Einschränkungen hat, wie das erste? Oder noch schlimmere?

Unser Sohn kam relativ gesund auf die Welt. Nun ist er behindert, durch Krankheit und eine drauf folgende OP. Er hat PS3.

Wir wollten damals nur ein Kind. Und jetzt erst recht. Ich könnte mir nicht vorstellen, wie es ist, ein zweites Kind zu haben (auch gesund nicht). Ich will mir das auch gar nicht vorstellen.

Beitrag von GehtNiemandWasAn 18.04.11 - 23:16 Uhr

Ich bin eines von 7 Kindern. Ich bin die Älteste.
Von 7 Kindern gibt es 3 die völlig Gesund sind.
1 hat ein psychisches Problem (ich würds nun nicht Behindert nennen)
1 ist Autist
1 ist körperlich behindert (Costellosyndrom)
und ich wurde früh an den Nieren operriert und hab damit auch heute noch zu tun.

Die Kleine (bereits 5 Jahre) leidet am Costellosyndrom was es Weltweit nur 150x gibt. Also logisch, dass es einfach sogut wie gar nicht erforscht ist.
Sie ist Kleinwüchsig, kann nicht laufen, braucht Tee und Medikamente über eine PEGSonde,kann nicht richtig sprechen(hat eine eigene Sprache die wir alle hervorragen verstehen und sprechen), ABER
wenn sie auf dem Spielplatz rumtobt, wie sie alles haargenau (in ihrer Sprache) erzählt was sie alles erlebt hat an dem Tag, wie sie trotzt und nörgelt.
Sie ist vom Kopf her voll da. Sie versteht alles genau.
Nachdem meine Mutter sie auf die Welt gesetzt hat wurde sie wieder Schwanger und dieses Kind ist Kerngesund. Unsere (aller)Kleinste (1,5).

Meine Mutter hat mich bei den Schwangerschaften der letzten Vier immer wieder gefragt ob sie abtreiben sollte (weil ich in dem Alter nicht grad begeistert von sovielen Kindern war), aber ich hatte schon mit 9 die Einstellung, dass das Mord wäre.

Wir alle haben uns als Familie für jedes einzelne Kind entscheiden. Ich bin Dankbar für jedes meiner Geschwister und ich glaube, dass unsere Schwerbehinderte jeden Tag genießt. Sie geht auch in den Kindergarten.

Es muss nicht immer ein behindertes Kind folgen. Und selbst wenn, was ist daran so schlimm? Auch behinderte Kinder können Glücklich sein.
Sollte man einem Leben die Chance verwähren leben zu dürfen?

Beitrag von lucky84 19.04.11 - 08:38 Uhr

Also unsere Tochter leidet auch an einem sehr seltenen Syndrom...weltweit gibt es 100 Fälle...somit auch nicht erforscht...dass einzige wo sie sich sicher sind, ist dass man so ein Kind nicht noch mal bekommt...das gab es wohl noch nie und die meisten haben mehrere Kinder...

...unsere Tochter ist eines der glücklichsten, zufriedensten Kinder die ich kenne...trotz allem was sie schon durchmachen musste...und nächstes Jahr geht sie auf eine ganz normale Schule...

...ich sehe ihre Behinderung nicht als Hinderungsgrund für ein zweites Kind...natürliches ist unser Leben nicht immer einfach aber trotzdem lebenswert und ich würde meine Maus niemals mehr hergeben...sie ist und bleibt eine Bereicherung für unser Leben #huepf

Ich habe einfach diesen Wunsch nach einem zweiten Kind, der ist einfach da und von mir nicht kontrollierbar...egal mit welchen Argumenten...