Es muss nicht immer eine AS sein!

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von laila1984 18.04.11 - 20:14 Uhr

HI!

ich wollte nur mal sagen, dass es nach einer frühen FG nicht immer sein muss, dass man zur AS geht. Ich lese hier so oft AS in der 6./. Woche!
Es ist leider heute Standart dass man gleich zur AS geht bzw geschickt wird.. Ich denke dass der Körper der Frau es in den allermeisten Fällen es alleine geschafft hätte.
meine kurze Geschichte von meiner MA:

- 9. SSW wurde MA festgestellt. (Mai 2010)
-Mir wurde die Wahl gelassen zur AS zu gehen oder auf den natürlichen Abgang zu warten. (habe aber zur FÄ gesagt, dass ich auf keinen Fall zur OP gehe)
-Ich habe ca 11 Wochen auf den natürlichen Abgang gewartet.

Ich bin jetzt wieder in der 24. Woche schwanger und alles läuft super!
Ich bin echt froh, dass ich meiner Gebärmutter keine AS zugemutet habe, da ich jetzt das Gefühl habe, dass die Gebärmutter optimal für die neue SS vorbereitet war.

Meine ausführliche Geschichte in meiner VK.

Ich wäre damals froh gewesen, jemanden finden zu können, der mich in meiner Entscheidung unterstützt hätte. Ich hatte das Gefühl ich bin die Einzige, die der Natur vertraut...

lg Laila

Beitrag von anne2112.86 18.04.11 - 20:34 Uhr

Hallo,

du hast das hier schon oft gepostet,meine ich mich zu erinnern#kratz

Ich bin ja auch generell nicht sofort für ne OP,aber 11 WOCHEN!!!#schock auf eine natürliche FG warten???

Als ich erfahren habe das ich ne MA in der 9.SSW hatte,wollte ich es einfach nur noch weg haben,ich wollte keinen einzigen Tag mehr mit einem toten Baby in mir rum laufen!!

Abschied genommen habe ich innerlich vor der OP!!

LG Anne

Beitrag von laila1984 18.04.11 - 20:40 Uhr

ja du hast recht, ich habe hier schon vor ein paar Wochen hier gepostet.

Ich weis, 11 Wochen sind schon sehr lange. Aber das dauert bei den wenigsten so lange..Ok, das mit den 11 Wochen macht nicht gerade Mut.

Durch das Warten war ich mir eben 100 % sicher dass das Baby nicht mehr lebt. Das muss jeder für sich selbst entscheiden, was für ihn besser ist.
Ich denke nur dass die wenigsten wissen dass es ne Alternative zur AS gibt.

lg

Beitrag von sterretjie 18.04.11 - 21:03 Uhr

Ich glaube es ist normalerweise sehr deutlich wenn kein Herzschlag mehr gibt dass das Baby nicht mehr lebt. Da brauchen wir keine 11 Wochen. (nur meine Meinung). Und ich hätte echt Angst auf eine Vergiftung weil du totes Gewebe in dir hast.

Allerdings muß ich auch sagen das bei einem Frühabort (5-7.SSW) wurde ich auch für eine natürliche Abgang stimmen. Habe ich auch letztes Jahr gemacht als ich mein erstes Baby in der 7. SSW verloren habe.

Lg Shani

Beitrag von laila1984 18.04.11 - 21:20 Uhr

die Gefahr eine "Vergiftung" zu erleiden ist geringer als die Gefahr, dass sich durch ne AS was entzündet oder komplikationen entstehen. Wenn die Gefahr so hoch gewesen wäre, hätte ich es auch nicht gemacht.

Ich sage nicht dass für jeden das richtige ist keine AS machen zu lassen.
Ich möchte nur dass die Frauen wissen,dass sie meistens die Wahl haben.

lg

Beitrag von malou81 19.04.11 - 08:12 Uhr

Das stimmt so aber auch nicht. Die Gefahr einer Infektion durch eigenes totes Gewebe ist größer als das Infektionsrisiko nach einer AS. Einzig die Tatsache, wenn "etwas vergessen" wird bei der AS könnte noch mehr Schaden anrichten. Die Gefahr einer Infektion ist nach einer AS nur wenige Tage, solange der Ausfluss/Blutung dauert.

Ich persönlich halte nach MA den natürlichen Abgang für riskant. Wenn der Körper das tote Baby abstoßen wollte, dann wär es kein MA, sondern prinzipiell ein natürlicher Abgang, darum ist diese Art der FG ja so heimtükisch. Erst verarscht (sorry) dich dein Körper und lässt dich nicht spüren, dass dein Kind tot ist, dann gibt er es nicht frei. Bin der Meinung, dass man dann dem Körper helfen muss und das geht nur per AS.

Die Ermutigung, in diesem Fall der Natur freien Lauf zu lassen, halte ich für sehr riskant. Bevor die Fortpflanzungsorgane am Ende in Mitleidenschaft gezogen werden, lieber ein kleiner und risikoarmer Eingriff, der eine abrupte Ausstoßung der GMS vorsieht. Ich kann deine Einstellung nicht teilen, halte sie für eine falsche Empfehlung.

Malou

Beitrag von forfour 18.04.11 - 21:12 Uhr

Hallo Laila,

also ich les hier nicht nur das immer AS gemacht wird, aber ich glaube auch nicht das es da eine Aussage zu gibt die richtig oder falsch ist.

Ich habe den ersten Abort in der 9 SSW auch ausbluten lassen weil mein damaliger FA meinte man muß nichts machen so lange die Hormone runter gehen. Also haben wir es so gemacht. Das Nächste ging als Sturzblutung weg und das Dritte wurde ausgeschabt.
Danach war ich sofort wieder Schwanger und es verlief ohne Komplikationen und Sohn Nummer Zwei kam, danach SS mit Nummer Drei. Dann wieder eine FG mit AS und sofort danach Sohn Nummer Vier.
Ich bin heut davon überzeugt ich hätte mir zwei Abgänge erspart wenn die Gebärmutter einmal "richtig" sauber gemacht worden wäre.

Du siehst also, es kann auch ein ganz anderes Gefühl sein das man mit dem natürlichen Abgang verbindet.

Ich denke es ist eine Momententscheidung, häufig ist der Abgang nicht mit Blutungen verbunden und so wird eine AS vorgezogen oder man hat starke Blutungen, dann muß ja reagiert werden bevor die Gesundheit leidet.

VG forfour

Beitrag von dydnam 18.04.11 - 21:20 Uhr

11 Wochen ?? #schock Ach du Schande. Respekt für soviel Durchhaltevermögen. Das ist ernst gemeint, ich könnte das wirklich nicht.

Aber in der Zeit sind viele Frauen mit AS schon längst wieder schwanger. #kratz

Also ich musste bei der ersten FG dummerweise ein ganzes Wochenende mit meiner inaktiven Schwangerschaft durch die Gegend laufen. Hab mich furchtbar gefühlt, und wollte es nur noch beendet haben.

Ich kann auch wirklich nicht verstehen, warum eine AS hier oft so verteufelt oder dramatisiert wird. Es ist ein schneller Eingriff, bei dem natürlich auch immer auf Komplikationen hingewiesen wird, aber sämtliche Ärzte bei allen 3 FGen (in 3 verschiedenen KHs) sagten mir, dass so was sehr selten vorkommt und ihnen selbst persönlich kein Fall bekannt ist (wo z.B. die Gebärmutter verletzt wird oder dergleichen).
Das ganze ist mittlerweile (leider) ein so routinierter Eingriff. Und ein Zyklus Wartezeit, wie er jetzt oft empfohlen wird, kann man ja auch verkraften.

Ich persönlich ziehe es dann doch vor, mich für gerade mal 30 Minuten (länger hat die AS bei mir noch nie gedauert) in die Hände eines Arztes zu begeben, mit vielleicht noch ein paar Tagen Mensschmerzen und Schmierblutungen danach, als fast 3 Monate darauf zu warten, dass ich meinen toten Krümel tagelang,vielleicht unter wahnsinnigen Schmerzen, ausblute. #gruebel

Aber da hat jede Frau ihre eigenen Ansichten. :-) Wie gesagt, ich finde es beeindruckend, dass du das so gemeistert hast!


Liebe Grüße

Mandy mit
Silas (*06.12.08) und Tamino (*12.06.10) an der Hand und 3 #stern (Okt. 2007, April 2009, Februar 2011) im Herzen



Beitrag von laila1984 18.04.11 - 21:30 Uhr

HI,
danke dir, ich wundere mich auch, dass ich das geschafft habe..
Ja ich weis, 11 Wochen sind schon sehr lange. Aber das dauert normalerweise nicht so lange. Man wartet so ca 2Wochen.WEnn dann nix passiert, geht man doch zur AS. Ich habe mich aber strickt gegen ne Op geweigert. Obwohl ich wusste, dass wie du schon geschrieben hast sich es um eine Routine op handelt. Und ich weis dass wirklich sehr selten was passiert.
Ich habe nur die Ansicht, dass wenn ich weiss, dass irgendwas ohne OP möglich ist, mache ich es. Egal um was es sich handelt.

Viele denken eine OP macht körperlich mehr Sinn als ein natürlicher Abgang, das glaube ich auf keinen Fall. Die Natur weis schon, was sie tut. Immerhin war sie klug genug zu erkennen,dass mit dem Baby etwas nicht stimmt. Muss zugeben, dass es für viele Frauen eine AS warscheinlich psychisch einfacher zu verkraften ist.
War bei mir eben anders.

Ich hatte es nicht eilig wieder SS zu werden, deshalb war es egal dass ich so lange warten musste.Wollte sogar erst den KIWU auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.Aber nach ein paar Monaten war der Wunsch schon wieder da.

lg

Beitrag von sterretjie 19.04.11 - 09:12 Uhr

Ich kann natürlich nur von mir selber reden, gell.

Beim ersten Mal war ich "nur" in der 7. SSW und die Blutungen fingen in der 6. SSW an. Da hatte ich eine natürliche Abgang und für mich war es richtig gewesen.

Beim 2. #stern war ich allerdings in der 14. SSW. Noch 2 Wochen und ich hätte mein Baby tot gebären müssen.

Das nur so mal wieder als Info.

Ich weiß, das ich immer noch Probleme habe mich damit auseinander zu setzten das mein #stern nicht mehr da ist. und es ist morgen 5 Wochen her. Aber es geht mir jeden Tag etwas besser. Ich kann jetzt über Peanut (das war unser Kosename) reden und das hilft mir auch.

Ich hätte es nie, aber nie im leben fertig gebracht 11 Wochen zu wissen mein Baby ist tot, aber immer noch in meinem Körper und ich kann noch nicht entgültig abschied nehmen.

Mein Baby war schon fast 8 cm groß gewesen, und mein bauch wurde schon hard. das noch 3 Monaten zu spüren, die Hormone zu haben. Nein danke, nicht für mich.

ABER!!!!! Du hast schon recht das viele Frauen nicht wissen das die eine natürlich Abgang haben können, und mit einem FG in der früh schwangerschaft, wurde ich es auch weiter empfehlen.

Ich habe bei beide fast gleich lang geblutet. Natürlich Abgang 6 Wochen, nach AS - 4 Wochen.

Lg Shani

Beitrag von turrita 19.04.11 - 07:58 Uhr

Noch ein Hinweis dazu: Ein natürlicher Abgang kann auch durch Tees und Kräuter unterstützt werden (natürlich auch durch Medis).

11 Wochen kann ich mir kaum vorstellen. So lange war ich nicht einmal schwanger! Hut ab!

Mutter Natur und die Geduld, die wir manchmal dafür brauchen. Z. B. auch jetzt nach der Fehlgeburt... :-)

Beitrag von aylin80 19.04.11 - 08:25 Uhr

Ich denke, es ist aber generell nicht richtig, solche Sachen zu posten. Jede Frau / Schwangerschaft ist anders. Ich denke nicht, dass frau automatisch zur Ausschabung geschickt wird.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, das es gesund ist, 11 Wochen auf einen Abgang zu warten, von der psy. Belastung ganz abgesehen. Nach 11 Wochen hatte sich mein Körper auch wieder von der Ausschabung erholt, nur mal nebenbei.

Beitrag von almararore 19.04.11 - 08:54 Uhr

Liebe Laila!

Dein Beitrag gefällt mir. Es ist schön, wenn Menschen sich noch Zeit nehmen. Ich habe das bei mir kurz in Erwägung gezogen, aber nachdem ich 39 bin und noch Kinderwunsch da ist, hatte ich das Gefühl, die Zeit rennt davon. Ich bin trotzdem nach der Diagnose nach Hause gegangen um mich von dem kleinen Zwerg zu verabschieden, vor allem wollte ich das gemeinsam mit meinem Mann machen, dass er ebenfalls noch Bauch streicheln kann.
Unter den gegebenen traurigen Umständen bin ich aber mit dem Ablauf zufrieden, da ich vielen sehr netten MEnschen begegnet bin, das kenne ich von meiner ersten MA anders.

Ich wünsche Dir Alles Gute für Deine weiter Schwangerschaft!

LG
Alex

Beitrag von nine-09 19.04.11 - 17:00 Uhr

Hallo,

ich hätte mich gefreut wenn es bei mir auch gegangen wäre. Aber ich habe immer ein Problem,ich hatte nach jeder Geburt ne AS und auch als ich die MA hatte musste ich zur AS.

Selbst als ein Jahr später mein Sohn kam,musste ich nach 5 Monaten zur AS weil sich bei mir immer nicht alles von der Plazenta gelöst hat.

Ich denke es kommt immer darauf an wie die Vorgeschichten dazu sind.
Natürlich ist ein AS nicht schön und ich weiß noch wie es war als ich die MA 2009 hatte und zum OP gefahren wurde,ich habe geweint,wollte vorher auch keine Tablette,ich habe mich indem Moment von meinem Krümel verabschiedet.

LG Janine

Beitrag von anne_loewe 20.04.11 - 12:30 Uhr

Liebe Laila,

ich habe in der 13. SSW erfahren dass mein Baby seit der 9. SSW nicht mehr lebt... habe auch gewartet, vier Wochen es hat also insgesamt 8 Wochen gedauert. Meine Frauenärztin hat langjährige Erfahrung mit natürlichen Abgängen.
Es ist mitnichten so dass der Körper uns "verarscht" wie weiter oben geschrieben wird. Der Abgang passiert wenn die Hormone abgesunken sind. Punkt. Und zwar garantiert, früher oder später. Bei mancher Frau fallen sie schnell bei mancher eher langsam.

Für mich war der Prozess sehr wertvoll. Ich wurde gefühlsmässig ganz langsam "unschwanger". Als der Abgang kam war war ich darauf total vorbereitet.
Durch die kleine Geburt wurde das Kind richtig mein Kind. Ich habe nun zwei Kinder, eines ist eben sehr früh gestorben.

Nicht immer ist der vermeintlich "einfache" Weg der beste.

Ein Wort noch zum medizinischen: ein spontaner Abort muss wenn er begonnen hat gut überwacht werden. Die drohende Vergiftung ist erst dann ein Problem wenn die Gebärmutter offen ist. Dann muss alles raus - im Zweifelsfall auch doch noch mit Ausschabung. Ich war insgesamt 6x bei meiner Frauenärztin ab der Diagnose.
Meine Frauenärztin bekommt für diese intensive Betreuung und das Restrisiko das sie trägt statt es auf die Klinik abzuwälzen 12,50Euro.
So sieht das nämlich aus. Betreuung bei Abort - 12,50 Fallpauschale der Kasse. Das dürfte auch der Hauptgrund sein warum nur sehr wenige und ihrem Beruf wirklich sehr hingegeben FrauenärztInnen diesen Weg überhaupt noch mit ihren Patientinnen beschreiten.

Lg, Anne

Beitrag von franzi_smile 20.04.11 - 21:46 Uhr

Ich bin auch der Meinung, dass man das sehr kritisch betrachten muss. Aber ich kann ja mal meine persönlichen Erfahrungen beisteuern.

Meine erste Schwangerschaft verlief von Anfang an unklar. Nach 6-7 Wochen war noch kein Herzschlag da und das Baby sehr klein, aber es wuchs. Als nach 8 Wochen immernoch kein Herzschlag da war und das Wachstum gestoppt war, war klar, dass diese Schwangerschaft (meine erste!) nicht funktioniert.

Es war also auch gar nicht klar, wie lange die Schwangerschaft schon nicht intakt war. Ich geriet an einen Arzt, der mir erzählte, wir beobachten mal den Beta-HCG-Wert über 24 Stunden und entscheiden dann.

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich, dass es Fehlgeburten gibt und Ausschabungen. Aber mir war überhaupt NICHT BEKANNT, dass das eigentlich auch von allein möglich ist (OBWOHL ES DOCH RECHT LOGISCH IST!). Sicher muss man von Fall zu Fall abwägen.

Dennoch ist es so, dass Krankenhäuser mit solchen kleinen, meist ambulanten Operationen den größten Gewinnspielraum haben!

Also Augen auf und Verstand anschalten!