Haben wollen, was andere auch haben...

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von minusch73 19.04.11 - 11:22 Uhr

Unsere Jungs sind 13 und fast 12 Jahre. Vor etwas über einem Jahr sind wir nach Berlin gezogen. Nun gehören zum Freundeskreis unserer Jungs vorwiegend Kinder und Jugendliche, die jeden Wunsch erfüllt bekommen, die neuesten Handys, Rechner, Spielkonsolen haben, die von Kindermädchen erzogen werden und in beeindruckenden Hütten leben.
Mein LG und ich verdienen vergleichsweise normal. Vom Vater meiner Kinder bekomme ich keinen Unterhalt, der Unterhaltsvorschuss vom JA ist altersbedingt ausgelaufen. Mein LG bezahlt Unterhalt für Kinder aus einer früheren Beziehung.
Daher leben wir zwar nicht schlecht, können jedoch keine großen Sprünge machen. Wir leben in einer Mietwohnung, fahren gemeinsam EIN Auto, einen Urlaub müssen wir hart ersparen - aber wir leiden keine Not.
Spielkonsolen lehnen wir generell ab. Unsere Jungs haben jeder ein Notebook und einen DS. Ein Fernseher steht in ihrem Zimmer, aber nur mit DVD-Anschluss, kein TV.
Nun gibt es immer wieder Diskussionen über iPads, iPod4, Smartphones, Wii, überdimensionale Flachbildschirm-Fernseher im KiZi etc., denn sie würden ausgelacht werden, weil sie so etwas nicht haben.
Selbst wenn ich das Geld hätte, wäre fraglich, ob ich einem 12jährigen so etwas (sofort) kaufen würden, denn die Wertvorstellungen meiner Jungs sind doch noch recht kindlich, und die Achtung vor solchen Werten bleibt noch zu wünschen übrig. Außerdem - muss man unbedingt ein Telefon haben, um Filme darauf zu sehen? Muss man zu jeder Minute am Tag Internetzugang haben?
Wie kann ich meinen Jungs mehr Selbstwertgefühl vermitteln und diesem Gruppen- und Markenzwang entgegenwirken?
Wenn man den Jungs (die sonst wirklich pflegeleicht, höflich und hilfsbereit, sprich: pädagogisch zufriedenstellend, sind) zuhört, denkt man, sie entstammen einer HARTZ-4-Familie oder der Dritten Welt.
Wer kennt das Problem und hat einen Rat?

Beitrag von thea21 19.04.11 - 11:47 Uhr

<<<Vom Vater meiner Kinder bekomme ich keinen Unterhalt, der Unterhaltsvorschuss vom JA ist altersbedingt ausgelaufen.>>>

Dazu: Ich würde mir (sofern noch nicht geschehen) Gedanken machen einen Anwalt zu beauftragen, denn der Unterhalt steht deinen Kindern zu!

Ansonsten kannst du nicht mehr machen als jetzt. Irgendwann lernen sie das!

Und: Ich erinner mich noch blühend an meine Kindheit/Jugend...wollte auch immer all das haben, was andere hatten und fand es unglaublich blöde das meine Eltern da ein Auge drauf hatten!

Beitrag von minusch73 19.04.11 - 11:51 Uhr

Das mit dem Unterhalt ist ein Thema für sich. Offiziell HARTZ-IV-Empfänger, Schwarzarbeiter, partout nicht nachweisbar, im Moment vom JA auch nicht zur Arbeitssuche zu zwingen, da im Erziehungsurlaub, danach evtl. wenigstens Unterhaltstitel, aber zu holen ist nichts...
Habe schon alles mögliche versucht. Der Mann ist aalglatt. Müsste Detektiv beauftragen, das Geld habe ich einfach nicht.

Ich hoffe, dass sie es irgendwann lernen. Die Situation ist momentan ziemlich belastend.

Beitrag von cybille 19.04.11 - 11:49 Uhr

Hallo, ich kenne das nur allzugut. Ich habe eine 13jährige tochter und mein Mann hat einen 14jährigen Sohn, der bei seiner Mama lebt. Immer wenn er uns besucht (meist in den Ferien wegen der Entfernung), dann hat er ein neues "Spielzeug" dabei. IPod,Laptop,Digicam. Alles nur vom Feinsten. Für ihn ist das alles so normal geworden, als ob sich andere mal schnell ein Shirt oder eine Zeitung kaufen. Hat er was entdeckt dann muss er es haben. Eine längere Wartezeit und damit die Vorfreude, das hält er garnicht aus. Er reagiert regelrecht körperlich darauf. Seine Mama hat er so im Griff, dass sie ihm jeden Wunsch erfüllt und dies mit Verträgen und Raten. Ich habe schon oft mit meinem Mann gesprochen, er hält auch nichts davon, aber er sagt er mischt sich nicht ein. Und dafür gibt es einen guten Grund. Vor 12 Jahren hat sie ihm das Sorgerecht weggenommen und meinem Mann ist dabei das herz gebrochen. Seit ein paar Jahren haben sie zwar wieder Kontakt. Aber mein Mann sagt sie wollte das alleinige Sorgerecht und jetzt muss sie mit ihren Entscheidung allein fertig werden, kann ich auch irgendwie verstehen.
Manchmal hab ich ein schlechtes Gewissen weil meine tochter das natürlich auch gern alles hätte und uns mit ihm vergleicht. Sie kann manchmal nicht verstehen, dass wir nicht klar Stellung beziehen. so nach dem Motto:" wenn es in Ordnung is dann sollte ich das auch bekommen und wenn es nicht in Ordnung ist, dann sagt es ihm aber auch."Sitze da oft zwischen den Stühlen.
LG

Beitrag von redrose123 19.04.11 - 12:13 Uhr

bekommen sie Taschengeld? Wie wäre es so grosse wünsche zusammen sparen? Zum Geburtstag od. Weinachten? In dem Alter haten wir kein TV kein Notebook, kein Ds und wir leben noch.....Ich weiss andere Zeiten aber so ist es eben....

Beitrag von derhimmelmusswarten 19.04.11 - 12:34 Uhr

Ich bin da stur. Meine Tochter ist noch klein. Aber ich weiß jetzt schon, dass wir ihr so ein Zeug in dem Alter nicht ermöglichen werden. Fernseher ab einem gewissen Alter ok. Internetzugang über unseren PC/Laptop auch. Aber mein Kind wird nicht unbegrenzt vor der Glotze liegen oder vor dem Rechner. Mein Freund ist da Gott sei Dank sehr rabiat und hätte auch kein Problem damit, das Zeug aus dem Fenster zu werfen. Und das meine ich jetzt ernst. Ich für meinen Teil würde die Sachen weg sperren. Ich lese hier ständig Berichte darüber, dass Grundschulkinder schon Terror machen, weil sie nicht stundenlang vor die Glotze oder den Rechner dürfen! Und viele Kommentare von Eltern, die scheinbar schlichtweg froh sind, wenn sie dine Kinder aus den Füßen haben und sich das schön reden.

Ich (1982 geboren) durfte nach der Schule kein Fernseh schauen. Bei gutem Wetter musste ich nach draußen. Wir fuhren Fahrrad und besuchten andere Kinder. Ist das heute nicht mehr möglich?! Abgesehen davon musste ich auch kleine Dinge im Haushalt erledigen und es hätte Konsequenzen gehabt, wenn ich mich den Anweisungen widersetzt hätte! Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen und mein Opa war zugleich ein sehr gütiger, großzügiger Mensch, der aber auch sehr streng war. Er hätte niemals geduldet, dass ich als Kind meine Nachmittage vor der Glotze verbracht hätte. Den anderen Kram gab es ja damals noch nicht. Ich werde es bei meinen Kindern ebenso handhaben! Hier bestimmen wir als Eltern. Und da können die Kinder noch so sehr irgendwelche Dinge fordern. Das interessiert uns nicht wirklich. Abgesehen davon würde ich meinen Kindern nahelegen, sich ihresgleichen als Freunde zu suchen und nicht irgendwelche reichen Pinkel, die deine Kinder eh fallen lassen, NUR weil sie nicht diesen Schnickschnack besitzen!

Beitrag von redrose123 19.04.11 - 12:37 Uhr

Meine Stiefkinder wollen bei dem Wetter gar nicht TV kucken ;-) Und abends wenn das Abendprogramm rum ist Sandmann und Nils oder so kommen sie und sagen sie wollen ins Bett.....

Beitrag von minusch73 19.04.11 - 12:46 Uhr

Jetzt geht es mir gleich viel besser!
Wenn ich irgendwo, beispielsweise bei einem Plausch mit anderen Eltern, sage, dass meine Kinder in der Woche kein TV schauen, der Rechner eine Zeitbegrenzung und Zugangsüberwachung (FamilySafety) hat, so dass sie nur eine bestimmte Zeit und auf bestimmten Seiten surfen, dann komme ich mir vor wie ein Außerirdischer. Nein, meine Jungs können bei bestimmten Fernsehserien oder Dokusoaps NICHT mitreden, weil sie sie noch nie gesehen haben. Muss ich mich da schämen?
Und verdammt noch mal, wieso ist es so schwer, heutzutage einen Kindergeburtstag zu organisieren??? Sicher, Kinderspiele sind passé. Aber Kino und Schwimmbad wurde abgelehnt, weil (Zitat) "das für meine Freunde nichts Besonderes mehr ist, die gehen jede Woche mind. 1x ins Kino und ins Schwimmbad". In einen Freizeitpark fahren oder Kletterwald, das wäre angemessen gewesen. Nach einer kurzen Hochrechnung wurde das abgelehnt. Jetzt gehen sie bowlen. Mal sehen, was die verwöhnten Gören sagen.
Danke für den Beitrag. Hat mich aufgebaut. Schön zu wissen, dass ich mit meiner Meinung nicht allein dastehe.

Beitrag von docmartin 19.04.11 - 13:54 Uhr

Man wird ja auch älter und einsichtiger ; )

Ich bin 1974 geboren udn meine Eltern waren strikte Fernseh-Gegner. Bis ich 14 war habe ich daheim insgesamt drei Filme schauen dürfen und an alle drei erinnere ich mich noch gut.
Fernsehen, Video, ...gabs halt einfach nicht. Ich habe als Kind oft geflucht und meinen Eltern vorgeworfen sie seien ungerecht und machten mich damit zum Außenseiter ABER im NAchhinein msus ich gestehen: ich habe maßlos übertrieben einfach weil ich eben auch Zugang zum Fernsehen haben wollte.
Bei Diskussionen auf dem Schulhofe gab es IMMER ein paar Kinder, die die besprochene Sendung aus irgendeinem Grund nicht gesehen haben ich war nie die EInzige wie ich meine Eltern glauben machen wollte...

Und meinen Eltern war auch klar, dass ich all diese Dinge (Fernsehen, Computer kam dann gerade auf...) bei meinen Freunden mitnutze und ähnlich wird es deinen Kindern auch gehen. Das reicht.
Im NAchhinein muss ich sagen, war nicht sooo schlecht wie meine Eltern das geregelt haben...wir hatten dafür ein HAus an der Ostsee für's Wochenende und mehrere schöne URlaube im JAhr. Das waren Dinge auf die sie Wert gelegt haben und im Nachhinein weiß ich es zu schätzen. Es ist viel schwieriger, mit zwei pubertierenden Kindern eine Städtereise nach Prag zu machen udn ihnen dort Wissen und GEfühl für Kunst, Kultur und Literatur zu vermitteln, als ihnen einen Fernseher zu kaufen udn ins Kinderzimmer zu stellen.
Aber es zahlt sich aus.
Natürlich muss man gewisse Veränderungen in KAuf nehmen. Unser Großer, fast sechs darf gewisse Dinge am Computer machen, der gehört relaitv selbstverständlich zum Alltagsequipment dazu inzwischen ABER ansonsten gilt auch bei uns: zwei gesunde Hände, ein bisschen Grips im Kopf und ein HAufen Fantasie und mehr brauchts nicht für einen tollen NAchmittag.
LG dm

Beitrag von jazzbassist 19.04.11 - 12:56 Uhr

Also bei dem 13-Jährigen würde ich schlechtweg sagen: "Geh' am Wochenende Zeitungen austeilen, und, mit dem Geld - sowie dem Taschengeld - kannst du machen, was du willst." So ein iPad kostet in der kleinsten Ausstattung keine 500 Euro, dass kriegt ein 13-Jähriger m.E. in einem angemessenen Zeitraum zusammen und lernt so auch, dass 500 Euro schon eine Summe ist, die erst verdient werden muss. Und ich denke, auch ein 11-Jähriger kleiner Bruder kann ihm da sicherlich ein wenig dabei helfen und ein wenig von dem Kuchen abbekommen.

Also meine Frau hat einen leichten Technik (Apple) Tick, irgendwann, als unser Sohn aufs Gymnasium kam, haben wir die Geräte dann eigentlich immer zweimal gekauft. Einmal für meine Frau, und, einmal für unseren Kurzen. Denn, mit 25 Euro Taschengeld im Monat ein iPad zusammenzusparen halte ich für zwecklos; und - ihn außen vor zu lassen, während meine Frau jede Apple-Errungenschaft unbedingt haben muss, fände ich auch unfair. Ich denke aber auch, dass die Wertvorstellung von meinem Kurzen noch sehr kindlich ist; bleibt bei dem Verhalten seiner Eltern wahrscheinlich auch nicht aus #schein. Wir sagen unserem Kurzen immer, dass er gut durch die Schule kommen soll, Abitur machen und später eine Hochschule besuchen soll; dann kann er sich später wahrscheinlich auch weiterhin alle Appleprodukte kaufen, die so rauskommen.

Wie man hier einen Gruppen- oder Markenzwang umgehen kann; ich denke, es gibt da keine Strategien, außer, dass einfach runterzuschlucken und viel mit einem Kind darüber zu reden; also einem Kind diese Wertevorstellung vermitteln, die halt noch fehlt. Oder man braucht einen Freundeskreis, der einen einfach so akzeptiert, wie man ist. Halt ohne iPad im Schultornister und ohne Flachbildfernseher im Kinderzimmer. Ich denke aber, dass die Kids mit 12/13 da einfach nicht die nötige Reife für haben; dass kommt erst mit dem Erwachsenenalter, wenn man selbst arbeiten geht und selbst Geld verdient.

Aber, um in den Worten meines Sohnes zu antworten: "Ja, man braucht unbedingt ein Handy, dass Filme abspielt und rund um die Uhr im Internet ist. Wie soll man sonst unterwegs eMails lesen und Videos auf YouTube hochladen?" :-p

Beitrag von minusch73 19.04.11 - 13:12 Uhr

#rofl

Beitrag von derhimmelmusswarten 19.04.11 - 14:54 Uhr

Und das findet ihr als Eltern amüsant? Unterwegs Emails abrufen und Videos gucken. So ein Schrott! Besonders schlimm finde ich diese Twitter-Meldungen oder wie man das nennt. Brauchte früher auch kein Mensch.

Beitrag von meringue 19.04.11 - 15:11 Uhr

Warte nur ab...#winke

Beitrag von jazzbassist 19.04.11 - 17:36 Uhr

Warum sollten wir das als Eltern nicht amüsant finden?

War es für die Generation meiner beiden Nichten noch normal, sich per SMS zu verabreden; schickt sich die Clique von meinem Sohn entsprechend e-Mails untereinander. Mit dem Unterschied, dass meine Nichten damals noch ziemlich interessante Handyrechnungen hatten wegen dem SMS-Thema und nicht mal ein Musikstück oder ein Bild austauschen konnten. Die Generation davor hat noch mit Handy telefoniert; die Generation davor hat noch Telefone verwendet und die Generation davor hat das entsprechend mit Postkutschen getan. Und ich denke, es liegt im normalen Verhalten der älteren Generation, Veränderungen kritisch zu beobachten. Denn ich denke, auch in unserer Jugend und Kindheit hatten wir viele Dinge, wo unsere Eltern noch gesagt haben "das ist total überflüssig".

Und, für meinem Kurzen ist es durchaus wichtig, zu twittern, dass er auf seinem Skateboard gerade einen neuen Trick gestanden hat. Genau so, wie das gleich mit dem iPhone aufgezeichnet und auch direkt auf YouTube hochgeladen wird. Der hat auf dem Handy sogar ein Programm drauf, womit er diese Videos vor Ort schneiden und bearbeiten kann. Natürlich finde ich das als Erwachsener total sinnlos und überflüssig; aber - ich bin auch keine 12 Jahre mehr alt. Als 12-Jährige wäre ich da wahrscheinlich eine 1:1 Kopie meines Sohnes gewesen. Ich kann meinem Sohn ja schlecht vorwerfen, dass ich aus einer Generation komme, wo eine Videokamera noch das Wunder der modernen Technik war.

Außerdem ist das als Elternteil auch ziemlich interessant, da man so durchaus Einblicke im Leben eines 12-Jährigen erhält, die meine Eltern über meine Jugend z.b. nicht mehr hatten. Da mit der Pubertät irgendwie auch die Kommunikation zwischen Tenny und Eltern sich geändert hat. Also irgendwann wussten meine Eltern plötzlich nicht mehr, welche Filme oder Lieder ich noch toll fand; was ich eigentlich so genau getan hatte, wenn wir am Wochenende weg waren etc. Wenn mein Kurzer im Kino oder auf DVD einen "subjektiv für ihn" richtig guten Film gesehen hat; kann ich das praktischerweise bei seinen Twitter-Feeds lesen, wenn es mich interessiert. Ich fand das nie weiter tragisch; hier hat sich bei uns entsprechend einfach die Erziehungsaufgabe erweitert. Das Wort "persönliche Daten" kam in meiner Kindheit oder Jugend so gut wie gar nicht vor; mein Kurzer kann ihnen darüber einen ganzen Aufsatz schreiben.

Beitrag von roze 19.04.11 - 18:33 Uhr

Wie immer: #pro

Beitrag von msfilan78 21.04.11 - 13:03 Uhr

Hallo

Echt schön geschrieben und auch wahr. Wenn ich dran denke, was für mich als 12 jährige alles so wichtig war. Für Jugendliche ist es leider nunmal wichtig dazuzugehören. Egal obs um Kleidung, Smartphones etc. geht. Klar gibt es auch Jugendliche die da kein wert drauf legen. Aber meistens geht es ja nur ums dazugehören.

Beitrag von h-m 22.04.11 - 13:24 Uhr

"Brauchte früher auch kein Mensch. "

Früher gab's auch Dinosaurier.

Beitrag von binecz 19.04.11 - 13:30 Uhr

Meine Tochter ist ja noch ganz klein. Aber mein Stiefsohn hat auch immer alles von seinen Großeltern geschenkt bekommen. Gruselig. Das Resultat ist natürlich, dass er jetzt mit 16 bestimmte Dinge einfach nicht zu schätzen weiß.
Wenn er bei uns war lief es immer so ab "Papa, kann ich die DVD von Harry Potter haben" "Die willst du jetzt unbedingt?" "Jaaaaaaa. ALLE haben die und HP ist sooooooooo cool!" "was kostet die denn so?" "ach, ist nicht teuer. Nur so 23€ oder so" "Hm, na gut. Wir machen 50/50. Jeder zahlt die Hälfte" kurze Überlegung "ach, so wichtig ist das dann doch nicht Papa" AHA!

Also ich denke das Selbstwertgefühl um dem Gruppenzwang entgegenzuwirken, das kommt er später. Jetzt ist es halt unheimlich wichtig mit dem Strom zu schwimmen. Das kann ich schon verstehen. Ich würde wirklich die Jungs einfach dafür arbeiten lassen. Entweder Zeitung austragen oder (wenn das noch nicht geht wg. des Alters) dann müssen sie zu HAuse was machen. Ich habe früher zu Hause am Wochenende immer eine Stunden geputzt und dafür 10DM bekommen. Können sich deine Jungs ja mal was überlegen. Mal gucken ob ein I-Phone dann immer noch so wichtig ist...

Und wg. dem TV....derzeitiger Stand ist (ok, Josephine ist 8Monate, das kann sich noch ändern #rofl#rofl), einen TV fürs Kinderzimmer kann sie sich selbst erarbeiten und gibt es erst ab 16!
Meine Papa arbeitet in leitender Funktion in der Erzieherbranche und ist auf dem neusten Stand diesbezüglich und ich "mußte" mir die ganzen Studien dazu anhören ;-)

Beitrag von hustinetten 19.04.11 - 20:05 Uhr

Ich denke nicht, dass es "nur" Gruppenzwang ist, wenn alle anderen Freunde sich kurz über ein digitales Medium verabreden / Dinge besprechen und man als einziger keinen Zugang zu diesem Medium hat (oder erst bei Mama betteln muss, ob man kurz an ihren Rechner darf) wird man eben zwangsweise ausgeschlossen. Ebenso glaube ich, dass jede Generation über die Nachfolgende gern den Kopf schüttelt. Aber muss man es denn gleich so negativ sehen? Wir leben nunmal in einem Zeitalter der Technik und diese fasziniert und ganz besonders junge Menschen. Durch ein Verbot im Sinne von "Du bekommst es nicht, weil ICH es blöd finde!" lernt ein Kind nicht und ein Jugendlicher schon gar nicht.
Deine Jungs werden langsam erwachsen, da muss man ihnen auch zutrauen, selbst Entscheidungen für ihr eigenes Leben zu treffen.
Auch verstehe ich nicht, wieso sie DS spielen dürfen, aber nicht WII? Wo ist da der Unterschied?
Ich sage aber nicht, dass ich meinen Kindern alles kaufen würde, was sie aktuell cool finden. Wenn es etwas wäre, deren Sinn ich nicht nachvollziehen könnte, würde ich ihnen erklären, warum ich es ihnen nicht kaufen möchte, es ihnen aber freistellen darauf zu sparen und sich Geld dazu zuverdienen (Zeitung austragen, Hunde ausführen, Baby sitten oder was auch immer). So lernen sie sicherlich viel eher, ob es sich wirklich lohnt, so viel Geld für Elektronik auszugeben, oder nicht, als wenn ich es nur verbieten würde.

Ganz nebenbei: Ist es nicht fast ironisch, dass du die Frage, ob Jugendliche Hightech brauchen in einem Internetdiskussionsforum stellst???

lg

Beitrag von minusch73 20.04.11 - 07:54 Uhr

Ich habe nicht geschrieben, dass ich alle "Medien" generell ablehne. Meine Jungs haben jeder ein Handy. Sie haben auch jeder ein Notebook mit Internetzugang (begrenzt). Und damit und mit dem DS können sie spielen.
Mag der eine oder andere den Sinn meiner Frage nicht verstanden haben? Es geht nicht darum, ihnen alles zu verbieten, weil ich es blöd finde, sondern um die Frage, ob es Sinn macht, ihnen immer wieder von allem das Neueste und Geilste zu kaufen, nicht mal weil sie es besonders toll finden, sondern um bei Freuden gut dazustehen.

Beitrag von hustinetten 20.04.11 - 10:15 Uhr

Wieso erlaubst du dann das eine Medium und das andere nicht? Das macht doch keinen Sinn, dass du kein Problem mit einem DS hast, mit Konsolen, die an den Fernseher angeschlossen werden müssen aber schon.

Wenn sie die Dinger unbedingt haben wollen, lass sie dafür arbeiten gehen, sie werden die Dimension von Kosten nicht verstehen, wenn du ihnen nur predigst, dass es zu teuer ist. Sie werden selbst realisieren, was sich wirklich lohnt und was nicht.

Ab einem gewissen Alter kann man seine Kinder nur noch sehr bedingt kontrollieren, das haben meine Eltern auch versucht und sind gescheitert und ich konnte mich köstlich drüber amüsieren.

Du wirst durch deine Methode kaum erreichen, dass dem Gruppenzwang entgegengewirkt wird. Es ist einfach super peinlich vor Freunden zugeben zu müssen, dass man etwas nicht hat oder nicht macht, weil Mama es verbietet. Mir ging es genauso als ich in dem Alter war, ich musste immer total früh ins Bett und konnte nie mitreden, als der Spielfilm vom Vorabend diskutiert wurde. Ein paar Jahre später, als ich nach langen Kämpfen länger aufbleiben durfte, war es total ok für mich, wenn ich sagen konnte "Ich habe ihn nicht gesehen, ich fand das Thema blöd" oder "Ich war einfach müde und bin früh ins Bett gegangen.".

Selbst zu meiner Schulzeit war es schon normal, den Klassenkameraden mal kurz 'ne Seite aus dem Biobuch zu scannen und per E-Mail zu schicken, oder das Tafelbild mit dem Handy zu fotografieren und an alle weiter zuleiten, wenn es mal wieder hieß "Ihr kommt hier erst raus, wenn alle abgeschrieben haben!".

Wo bitte habe ich geschrieben: Kauf ihnen alles, was sie wollen.
Ich würde meinen Kindern in dem Alter antworten, dass sie gerne große Wünsche haben dürfen, aber solange ich keinen Goldesel im Keller stehen habe, müssen sie sich selbst bemühen, um das nötige Kleingeld zusammenzukratzen. Denn dann werden sie deutlich eher abwägen, ob ein Wunsch auch wirklich wichtig genug ist, oder ob man nicht doch drauf verzichten kann.

Von dem, was du aufgelistet hast, würde ich am ehesten das Smartphone finanziell bezuschussen (mit Flatrate), denn wenn alle sich über eine bestimmte Community verabreden, und deine Kinder darauf nur sehr begrenzten Zugriff haben, werden sie möglicherweise schnell ausgeschlossen.

lg

Beitrag von bine3002 19.04.11 - 22:40 Uhr

Ich persönlich würde schauen, worum es WIRKLICH geht. All diese Geräte haben ja einen gewissen Nutzen und es ist unsinnig sie anzuschaffen, wenn man sie gar nicht wirklich braucht. Ich kaufe ja auch keine Kaffeemaschine, wenn ich gar keine Kaffee trinke... nur weil jeder eine hat.

Lass dir doch mal von den Junge erzählen, wofür sie welches Gerät einsetzen möchten. Und dann überlegt gemeinsam, ob die ein oder andere Anschaffung nicht vielleicht wirklich sinnvoll wäre. Und versucht das auch mal aus Sicht der Jungs zu sehen und Dinge nicht kathegorsich abzulehnen, nur weil IHR sie nicht braucht.

Und dann überlegt Ihr Euch einen Finanzierungsplan.

Beitrag von schokostreusel 19.04.11 - 23:11 Uhr

Hallo!
Wir befinden uns " am Anfang" dieses Problems. Meine Tochter ist noch etwas kleiner als Deine Jungs, aber hier und da tauchen auch Wünsche nach bestimmten Sachen auf...Handy, Computer, Anziehsachen einer bestimmten Marke etc.

Wir wissen ehrlich gesagt noch nicht genau, wie sich das entwickeln wird und wie wir bei massiveren Druck reagieren. Bei manchen Dingen sind wir heute sehr konsequent, ein Handy z.B. macht jetzt einfach noch keinen Sinn und wir haben beschlossen, dass er vor der weitführenden Schule auch keines geben wird. Schon gar nicht, so lange der Sinn des Handy in den Augen meiner Tochter ist, dass sie Musik hören kann und Spiele spielen kann #augen

Den Wunsch nach einer bestimmten Jacke, die Freundin x , y und auch z hat, habe ich ihr jetzt erfüllt. Obwohl sich sie schon recht teuer fand, aber zumindest erfüllt sie ihren Zweck und so lange es nicht im Markenwahn ausartet, finde ich es in Ordnung ab und an mal einen Herzenswunsch zu erfüllen.

Eine Freundin hat letztens einen I-Pad bekommen, meine Tochter wollte UNBEDINGT auch einen haben. Wir haben ihr vorgeschlagen zu sparen und in einem Jahr würden wir ihr dann auch was dazu tun. Nach 2 Monaten war der I-Pad dann nicht mehr wichtig und sie hat sich irgendwas anderes gekauft #schein.

Ich denke so werden wir weiter fahren. Einige Sachen werden wir bestimmt nie #nanana kaufen, bei anderen Sachen werden wir ein Auge zudrücken-auch wenn sie in unseren Augen eher sinnfrei sind #hicks.

Beitrag von urmel.1978 20.04.11 - 09:27 Uhr

Hallo,

meine Kinder sind zwar noch kleiner (max 8), aber wir handhaben das so bzw. wollen das auch in Zukunft so handhaben:

Bei uns gibt es eigentlich nichts an Spielzeug/Unterhaltungselektronik oder so zwischendurch. Für große Wünsche und Geschenke sind Weihnachten und Geburtstag da. Wir müssen nicht direkt aufs Geld achten, daher gibt es für Geschenke kein festgelegtes Budget, wieviel wir ausgeben, kommt auf das Preis-Leistungs Verhältnis an und auf den Wunsch. Wenn wir uns nicht sicher sind, ob der Wunsch nur ein momentaner ist (weil alle oder sonst jemand es haben) oder ein echter Herzenswunsch, dann warten wir vielleicht noch ab (mein Sohn hat sich seine Playmobil Ritterburg ein Jahr, nachdem er das erste Mal den Wunsch geäußert hatte, zu Weihnachten bekommen - da war uns dann klar, dass er wirklich und unbedingt diese Burg haben will. Da er so lange drauf gewartet hat, geht er auch besonders achtsam damit um).

Bei Unterhaltungselektronik sind wir recht stur - unser Haushalt ist, was das betrifft, eher spartanisch ausgestattet, da mein Mann und ich nicht die Technikfreaks sind. Für Grundausstattung (Internetzugang, simples Handy) sorge ich - mehr ist nicht drin. Auch DS, WII und ähnliches gibt es bisher bei uns nicht. Wenn ich Dinge nicht für nötig/sinnvoll erachte, kann ich allerdings auch sehr stur sein - die kann man sich zwar wünschen, aber ich mache deutlich, dass es sie von mir nicht gibt. Ich selber habe ab meinem 12. LJ Zeitungen ausgetragen und andere Jobs gemacht, um mir Sonderwünsche zu erfüllen - das würde ich meinen Kindern dann auch nahelegen. Oder sie finden jemand anders, der ihnen den Krempel finanziert (ich hatte so etwa mit 10 einen abgelegten C16 von meinem Patenonkel - und war stolz wie Oskar!)

Ich erlebe aber auch im Bekanntenkreis, dass diese Form der Kommunikation mit den Kindern funktioniert - die meisten kauen sich dann irgendwelche Ipads oder ähnliches von gespartem, Konfirmationsgeld o.ä.
ich kenne kaum jemanden, der seine Kinder voll ausstattet - außer die Eltern haben selber alles an Schnickschnack zuhause. Daher kenne ich auch diesen Gruppendruck nicht unbedingt.

Wir leben recht bescheiden - und das hat nicht unbedingt etwas mit den Finanzen zu tun, sondern mit einer Grundeinstellung, die wir unseren Kindern vermitteln wollen. ich habe immer das Gefühl, die Kinder merken das, und es tut ihnen (bei allen gelegentlichen Disussionen) auch gut...

LG

urmel

L

Beitrag von derhimmelmusswarten 20.04.11 - 10:30 Uhr

Die Einstellung finde ich super! Wir haben auch nur simple Handys, Fernseher und Internetzugang. Gut, mein Freund hat eine Play Station. Aber unsere Tochter ist ja noch so klein, dass sie nicht weiß, was das ist bzw. er spielt eh nur, wenn sie im Bett ist. Aber bis sie mal größer ist, ist das ja auch längst out #augen Ich selbst habe das Ding noch kein einziges Mal benutzt und gucke auch so gut wie nie Fernseh. Ich würde jede Zeitung dem Fernsehprogramm vorziehen... Ich hoffe, dass meine Kinder mal nicht so schlimm werden und dieses ganze Zeug haben wollen.

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