sich was leisten

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von 1972-mamalein 19.04.11 - 11:50 Uhr

am wochenende haben wir mit freunden gegrillt und das thema arbeit usw. kam auch zur diskussion.
mir ist aufgefallen das gejammert wird man möchte sich was leisten können, obwohl diese leute in den urlaub fliegen können und es ihnen auch sonst recht gut geht.

kennt ihr auch diese diskussionen das man sich gern was leisten möchte obwohl kein grund zum klagen besteht?
sind die, denen es gut geht alle so verwöhnt das sie nicht merken das sie alles haben?
was versteht man unter " sich was leisten können"?


ich freue mich das ich es mir im moment erlauben kann bei diesem wetter mit meinem sohn auf feldwegen zu spazieren und mit ein paar freunden meines sohnes picknick zu machen.

ich glaube diese dinge zu genießen haben viele verlernt!!

Beitrag von bruchetta 19.04.11 - 11:53 Uhr

Ich kenne es zumindest so, dass Leute, denen es gut geht, finanziell immer was zu jammern haben.
Keine Ahnung woher das kommt.

Beitrag von 1972-mamalein 19.04.11 - 12:12 Uhr

ja das ist mir am wochenende auch bewußt geworden.
wie gesagt, ich genieße im moment etwas freie zeit bis nächste woche und finde es toll diese zeit mit meinem sohn zu nutzen für dinge die immer zu kurz kommen.
und das ist unbezahlbar.
ich verstehe auch nicht diesen satz " wenns uns mal besser geht und wir uns mehr leisten können" --- auf meine frage was denn genau gemeint ist wußte die person keine antwort.

ich war krank und hatte mit panikattacken arg zu tun --- vielleicht kann ich aus diesem grund jetzt genießen das es mir gut geht.
und das hat nichts mit finanziellen dingen zu tun.

Beitrag von snoopster 19.04.11 - 12:08 Uhr

Hallo,

ja, kenn ich. Mein Onkel kommt auch mit seiner S-Klasse gefahren und redet von "harten Zeiten" #augen...

Aber bei ihm ist es klar: Er hat keine Kinder, ist nur verheiratet, er definiert sich über nichts anderes, als über seine Arbeit und sein Einkommen. Er hat nie was anderes gemacht in seinem Leben, geackert, rund um die Uhr, mal nen fetten Urlaub, klar, aber sonst?? Da ist es sicherlich schon "hart", wenn statt der üblichen zwei Millionen nur 1.5 ins Haus kommen ;-)

LG Karin

Beitrag von windsbraut69 19.04.11 - 13:00 Uhr

Wäre es jetzt in Deinen Augen ne Wahnsinnsleistung, wenn er eins oder mehrere Kinder in die Welt gesetzt hätte?

Beitrag von snoopster 19.04.11 - 14:28 Uhr

Habe ich denn irgendwo geschrieben, dass er nix geleistet hat, weil er keine Kinder hat??

In dem Thread gehts doch darum, dass sich Leute, die viel Geld haben, beschweren, dass sie sich nichts leisten können. Und ich habe gemeint, dass mein Onkel so einer ist, aber da er sein ganzes Leben nur auf die Arbeit ausgelegt hat, ist ihm halt nix anderes wichtig. HÄtte er vielleicht Kinder, so würde er sich freuen, dass diese gesund sind, und ein gkückliches Leben führen, und es wäre weniger "schlimm", dass statt 2 Millionen nur noch 1,5 ins Haus kommen.

Ehrlich, ich verstehe Deine Frage nicht im Bezug auf meinen Kommentar.

Beitrag von windsbraut69 19.04.11 - 15:20 Uhr

Ich fand das "nur verheiratet, nix anderes gemacht" sehr abwertend aber das kann ich ja falsch verstanden haben.

Er hat doch aber sicher noch andere Interessen als Geld, zum Beispiel seine Frau....

Beitrag von snoopster 19.04.11 - 15:37 Uhr

Ja, das hast Du falsch verstanden.

Aber nein, er hat wirklich keine anderen Interessen. Sein Leben dreht sich nur um seine Arbeit. Seine Frau ist älter und inzwischen schon im Ruhestand. Die sitzt also nun daheim und wartet jeden Tag, dass er heim kommt oder passt auf die Hütte auf, wenn er auf Dienstreise ist.
Naja, jeder gestaltet sein Leben so, wie er möchte, ab und an ist er wohl traurig, dass er keine Kinder hat, dann ist er mit meinen und meinen Neffen zusammen und ist wohl froh ;-)

Beitrag von windsbraut69 19.04.11 - 16:35 Uhr

Ja okay, dann hab ich das in den falschen Hals bekommen.
Wenn er sich aber mit seinen Großneffen umgibt, hat er ja doch noch einen Rest Interesse an etwas anderem als Job und Geld...

LG,

W

Beitrag von havanna0804 19.04.11 - 12:08 Uhr

Hallo,

also das Jammern auf hohem Niveau kenne ich in meinem Umfeld auch zur Genüge. Hätte genug Beispiele parat, aber das würde hier aber den Rahmen sprengen. Ich muß zugeben, daß ich mich jedoch auch nicht 100% davon freisprechen kann. Das beschränkt sich aber meist aufs Träumen mit nem Lottogewinn;-).
Wir haben alles was wir brauchen, sind gesund, haben Jobs, ein Haus, zwei süße Mädels und unseren Familien geht es auch gut. Alle haben Jobs, deren Bezahlung so ist, daß sie nicht auf anderweitige Mittel angewiesen sind. Die Jüngeren studieren oder haben einen Ausbildungsplatz. Wir wissen das alle sehr zu schätzen. Es gibt immer Leute, denen es besser geht. Nach oben geschaut wird gerne, nach unten dagegen nicht. Meist merkt man erst, was man hatte, wenn es verloren ist. Ich glaube einfach, daß es eine menschliche Eigenschaft ist, nach Höherem und Besseren zu "gieren". Nicht immer unbedingt eine schlechte, sondern auch eine motovierende. Solche Menschen muß es auch geben. Diese nehmen dann gewisse Risiken auf sich und überweisen Dir z.B. pünktlich Deinen Lohn;-). Dafür fahren sie das größere Auto und haben das schickere Haus. Aber auch die schlaflosen Nächte, wenn Kunde X mit Y Mio. Umsatz Insolvenz angemeldet hat. Ich würde weicher fallen, gebe mich halt mit dem zufrieden, was ich habe.

LG Sandra

Beitrag von 1972-mamalein 19.04.11 - 12:16 Uhr

verstehe was du meinst.
mein chef kennt solche schlaflosen nächte auch.

ich habe respekt vor dem was er aufgebaut hat, möchte aber nicht mit ihm tauschen.

Beitrag von litalia 19.04.11 - 12:18 Uhr

ich denke es ist einfach auch ein bischen menschlich :-)

egal wieviel man hat.... ein bischen mehr könnte es immer sein!

sicherlich ist es wichtig dass man die kleinen dinge zu schätzen weiß und sich daran erfreuen kann aber manchmal denkt man einfach nicht daran.


vor 2 wochen waren mein mann und ich z.b. shoppen. wir haben uns klamotten gekauft und schuhe...wir waren zufrieden.

DANN aber schauten wir hier und dort und alles tolle sachen und ich sagte "ach, es wäre doch jetzt super wenn wir jeder 5000 euro hätten und uns dafür was kaufen könnten... ich würde das...und das ...und das kaufen"
mein mann fande den wunschgedanken klasse und erzählte gleich was er sich da jetzt kaufen würde.

leider ist der wunsch nach 5000 eurp für jeden nicht in erfüllung gegangen und wir sind nach hause gefahren #rofl

also du siehst, auch wenn es einen gut geht und man sich etwas kaufen kann.... es KÖNNTE immer etwas mehr sein.

Beitrag von imzadi 19.04.11 - 12:39 Uhr

Würde der Mensch nicht nach mehr streben würden wir heute noch in einer Höhle sitzen und uns von Beeren ernähren.

Beitrag von fuxx 19.04.11 - 13:22 Uhr

Ich klage auch gerne mal#schein

Ich bewundere die Leute, die sich wirklich mit den einfachen Dingen zufrieden geben und eine innere Gelassenheit ausstrahlen. Erst gestern hatte ich wieder so eine Begegnung mit einem Künstler, der für seine Arbeit lebt und dem Luxus nicht wichtig ist.
Ich wünsche mir, dass ich zukünftig auch einfach die materiellen Dinge in den Hintergrund stellen könnte und mit dem zufrieden bin, was ich habe.
Ist aber recht schwierig in der heutigen Zeit in der jeder zeigen muss, was er hat und wie toll er ist.

Beitrag von moulfrau 19.04.11 - 14:18 Uhr

Hi
es macht einen aber nicht mehr zufrieden, wenn man immer auf Feldwegen spazieren geht.

Mann möchte mal in den Zoo, oder einen Freizeitpark, aber der Eintritt....da kommen mir Tränen in die Augen. Auch der Eintritt fürs Schwimmbad, sorry, das ist für uns viel Geld.

Ich leiste mir seit 18 Jahren ein Motorrad, die dümmsten Bemerkungen kommen von Menschen, die mehr Geld in 2 Monaten in Zigaretten stecken, als meine BMW im Jahr kostet.

Wir müssen 2 Autos haben, hier gibts keine öffentl. wir brauchen 7 Sommerreifen und haben dieses Jahr 3x TÜV. Die Couch ist 21 Jahre alt, Thaddäus aber erst 1 Jahr.

Ich würde mir gerne viel mehr leisten können, denn wenn man es nicht braucht, kann man nämlich auch ordentlich sparen. Wenn man schon vorher nicht "genug" hat, ist auch mit sparen nichts.

Gruß Claudia

Beitrag von 1972-mamalein 19.04.11 - 17:51 Uhr

ich rede nicht davon das man nur vom spaziergang auf feldwegen leben kann

uns geht es auch finanziell gut, haben ein neues hochwertiges auto und einen kleinwagen, fliegen in den urlaub und wohnen in einem frisch sanierten reihenhaus

aber es gibt viele menschen die die schönen und kostenlosen dinge nicht mehr merken und jammern obwohl sie doppelverdiener mit mercedes und eigenheim sind

Beitrag von curlysue1 19.04.11 - 14:28 Uhr

Sich etwas leisten können, ist für mich die Freiheit nicht jeden Cent 5x umdrehen zu müssen.

Allerdings steigen mit dem Einkommen auch die Ansprüche, das ist oft schwierig.

Beitrag von derhimmelmusswarten 19.04.11 - 14:41 Uhr

Leute, die genug Geld haben, kommen sich sowieso immer wie arme Kirchenmäuse vor. Viertel Million auf der Bank und am Hungertuch nagen... Kenne ich, gerade von älteren Leuten, nur zu gut.

Beitrag von schnecki82 19.04.11 - 17:51 Uhr

Hallo!

Das mag zwar aussehen, wie jammern auf hohem Niveau, ist es aber nicht ganz so.

Auch ich leiste mir, mit meiner Tochter zweimal im Jahr in den Urlaub zu fliegen. Ich arbeite aber auch Vollzeit, bin alleinerziehend und der Urlaub fliegt mir nicht einfach so zu.

Ich muss also wirklich darauf hinsparen. Dass heißt, ein (für mich) kleines Vermögen geht erst einmal auf das Reisekonto, ein anderer Betrag aufs Sparkonto, ein anderer auf das Konto meiner Tochter und die Fixkosten wollen auch noch bezahlt werden. Kurzum, insgesamt schon viel oder?

ABER: Wir leisten uns eine kleine aber sehr schöne 2-Zimmer-Wohnung und ich schlafe im Wohnzimmer auf dem Sofa. Ich habe kein Auto und ich bin Nichtraucher, allerdings haben wir einen Hund. Wir unternehmen gern und viel an den Wochenenden ohne jeden Cent umdrehen zu müssen und am Ende des Monats ist noch so viel Geld über, dass ich mein Kind guten Gewissen gesund ernähren kann.

2. ABER Einfach so los rennen und MIR etwas leisten ist nicht mehr drin. Ich gehe nicht 1-2 mal im Monat zum Friseur und ständig Klamotten kann ich mir auch nicht kaufen. Klar fällt hier und da was ab, aber eben nicht so viel, dass ich mich monatlich neu einkleiden kann.

Also was ich damit sagen will:

Nur weil man in den Urlaub fliegt (oder fährt oder läuft) und sich etwas für den Notfall anspart und auch viele Unternehmungen machen kann, heißt es nicht, das man alles einfach so hat, ohne extra dafür zu sparen.

LG Sabine

Beitrag von joy1975 19.04.11 - 18:10 Uhr

Also ich glaube nicht, dass alle, denen es eigentlich gut geht, immer nur jammern.
Mir z.B. geht es gut, zumindest empfinde ich das so. Ich muß nicht jeden € dreimal rumdrehen, kann spontan Dinge kaufen (natürlich keinen S-Klasse Mercedes), ohne darüber nachzudenken, ob das Geld reicht usw. usf.

Ich bin grundsätzlich zufrieden mit meinem Leben. Natürlich versuche auch ich in Gehaltsgesprächen mehr Geld zu verhandeln, auch wenn ich es faktisch nicht wirklich brauche, aber das ist dann ein "sportlicher" Anreiz. ;-)

Wenn man mich fragt, dann jammere ich schon gerne, aber immer offensichtlich ironisch und nicht ernst gemeint. Auch meine Freunde jammern eigentlich nie. Manche haben mehr, andere weniger als ich, die meisten sind aber zufrieden mit ihrem Leben. Dieses "wenn wir uns doch mehr leisten könnten", kenne ich eigentlich nicht.