Völlig ratlos-sie macht was sie will -wo ist mein rücksichtsvolles Kin

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von lana7 19.04.11 - 21:12 Uhr

Hallo!

Ich war schon lange nicht mehr hier im Forum, deshalb weiß ich nicht, ob ich etwas ganz Normales als Problem habe. Aber ich bin so ratlos und traurig. Meine Große (5 J.) steckt grade in ihrer eigenen Welt. Und man erreicht sie nur noch mit Anmeckern. Kein zehnmal sagen "Zieh dich an, wir müssen los." oder "komm essen, kannst danach weiter spielen." egal ob lieb, lustig oder ernst... nichts führt zu einer Reaktion. Sie spielt, träumt, redet weiter, was ihr durch den Kopf geht.

Und ihr Lieblingswort ist gerade "Nein." Und damit steckt sie die Kleine (2J.) an. Und dann habe ich ständig 2 Nein-Sager. Und das macht mich langsam fertig. Was kann ich tun, damit ich nicht immer wieder meckern muss???

Es ist auch so unfair der Kleinen gegenüber. Die ja nun wirklich noch viel Geduld braucht und einfach ausprobiert, was passiert. Und man bei der Großen - als sie 2 war - viel mehr Geduld für diese Phase hatte...

Wißt Ihr was ich meine? Und habt ihr Tips? Oder muss ich da jetzt einfach durch. #zitter

Danke.
Ina

Beitrag von sunflower.1976 19.04.11 - 21:24 Uhr

Hallo!

Das kenne ich...meine Kinder sind knapp 6 und 2,5 Jahre alt und haben auch immer wieder ihre Dickkopf-Phasen. Ich glaubem das ist normal...

Insgesamt versuche ich, möglichst wenig zu reden und mich 10 Mal zu wiederholen sondern eher mit logischen Konsequenzen zu arbeiten.

Beispiel Jacke/Schuhe anziehen. Ich kündige meinem großen Sohn an, dass wir gleich gehen und er sich jetzt anziehen soll. Macht er es nicht, ermahne ich ihn und sag ihm nochmal dass er sich anziehen soll. Reagiert er wieder nicht, kündige ich an, dass wir schon mal vorgehen, wenn er sich nicht anzieht. Das mache ich auch, wenn er dann immer noch nicht "in die Pötte kommt". Natürlich nur bis zum Gartentor, aber das mag er gar nicht und wird flott.
Je nachdem, worum es geht, mache ich es bei meinem kleinen Sohn ähnlich. Ihm sage ich aber nicht, dass wir vorgehen sondern dass ich ihm z.B. die Schuhe anziehe, wenn er es nicht selber macht.

Ich weiß, das klingt streng, aber dadurch vermeide ich, dass ich wie eine Schallplatte 20 Mal das gleiche sage und auch viel Meckerei.

LG Silvia

Beitrag von zartbitter2009 19.04.11 - 21:30 Uhr

Hi!

Wenn ich dir einen Tipp geben darf... hör auf so viel zu reden :-P

Reden ist silber, Handeln ist Gold.

Wenn dein Mann (?) zu Haus ist und du willst irgendwo (zum üben am besten natürlich freunde, spielplatz) hin dann zeig ihr die uhr, sag ihr dass ihr losfahrt wenn z.b. der grosse zeiger oben ist und wenn sie dann nohc nicht fertig ist, nimmst du dir deinen zwerg, lässt den papa zu hause und fährst dann stumpf mal alleine mit der kleinen los... OHNE noch einen ton zu sagen. warten bis der zeiger oben ist, haustür auf und raus.
das trara und gebrüll kann dann der papa aushalten ("du hättest ja mit mama mitfahren können hättest du dich fertiggemacht") und beim nächstenmal weiß sie dass du durchziehst was du sagst - ohne 100x zu ermahnen. 1-2x wird sie das testen und dann für voll nehmen.

"komm essen, du kannst danach weiterspielen"?
ganz easy. sie kommt nicht, ihr esst halt alleine und wenn sie beim abräumen in die küche kommt und dann die extrawurst (jetzt erst essen) haben möchte, dann gibts keine extra wurst. wenn sie hunger hat, kann sie zu den mahlzeiten kommen. nach zwei mal probieren ob ihr auch alleine esst, wird sie sich genau überlegen ob sie eine mahlzeit auslässt... DENN wenn sie zum Mittagessen nicht erscheint, gibts bis zum 4-uhr-Nachmittagssnack in Form einer Banane (oder wie auch immer ihr es handhabt) schicht und ergreifend nichts.
In dem Moment ist SIE der mittelpunkt, weil alle auf sie warten und mit ihr reden, bis SIE kommt... nicht sie entscheidet aber über beginn und ende, sondern du solltest das tun.

negative aufmerksamkeit ist auch aufmerksamkeit... dadurch dass du ununterbrochen redest, ermahnst und meckerst und sie damit meinst, hat sie diese aufmerksamkeit. ;-)

probiers mal aus... erleichtert einiges, es sind ja keine kleinkinder mehr :-p

LG Zartbitter mit Boys ( 4 und 2 ) und Ü-#ei 15. SSW

Beitrag von zahnweh 19.04.11 - 21:52 Uhr

Hallo,

bei der Beschreibung mit der eigenen Welt und ansprechen nicht hilft, fiel mir der Film "die Brüllfalle" ein.
So schlimm es natürlich nicht. Es ist eher der Ansatz und die sehr gute Erklärung, die mir dazu einfällt:

Kinder leben in ihrer eigenen Welt, die oft wie durch eine Schutzhülle umgeben ist. Wörter und ansprechen prallen oft davon ab, an dieser Hülle, wenn Kinder gerade mit etwas intensiv beschäftigt sind.

Ansprechen, meckern, gar schreien (und später auchbrüllen wie es in dem Film weitergeht) dringen nicht durch diese Schalldichte Hülle hindurch.

Was hilft ist Augenkontakt und vor allem Körperkontakt aufnehmen!
Bei meiner 3,5 jährigen merke ich das ganz besonders. Nicht weil sie es nicht hören will, sondern weil es einfach von ihrem Gehirn im Hier und Jetzt als nicht wichtig weggefiltert wird oder gar nicht erst zu ihr durch diese Hülle durchdringt.

Bevor ich mein Kind anspreche, gehe ich auf Augenkontakt. Wenn sie mich ansieht, kommt es an, wenn sie mich nicht ansieht gehen meine Worte ins Leere. Statt zu meckern, warte ich kurz, ziehe ihre Aufmerksamkeit im Ruhigen auf mich, sage DANN was ich will. DANN kommt das meiste auch bei ihr an.
AUßer wir sind unterwegs und sie hört nicht. Da hilft nur ein lauter Energischer Brüller STOPP! Das hilft kurz und sie bleibt aus Schreck stehen.


Was das Nein angeht, gute Frage. Sagt meine momentan auch ziemlich oft. Hält sich denNOCH in Maßen.

Beitrag von zeitmaschine99 19.04.11 - 23:15 Uhr

HALLO ZAHNWEH,

HEY DIE BRÜLLFALLE HAB ICH AUCH DAHEIM. HAB ICH DAMALS ALS VORTRAG BESUCHT ALS MEINE KIDS NOCH IM BABYALTER WAREN. HAB SOGAR DIE DVD NOCH UND NEULICH WIEDER GESCHAUT. DER FILM IST GUT, ABER IM ALLTAG IST ES SCHWER DIE GUTEN ANSÄTZE HINZUKRIEGEN. WENN ICH SELBER SCHLECHTE LAUNE HAB, WEIL ES Z.B AUF DER ARBEIT STRESSIG WAR, KLAPPT ES GAR NICHT, BIN ICH ENTSPANNT, DANN SCHON EHER. LG TINA

Beitrag von zahnweh 19.04.11 - 23:56 Uhr

kann dich gut verstehen, gelingt mir auch nicht immer ;-)

allerdings wenn ich mir dann immer wieder bewusst mache, wie sich mein Kind fühlt und dass ich mich damit nur noch mehr ärgere :-[ hilft es manchmal einen Gang runterzuschalten, zu realisieren wo wir sind, was wir grade machen und was ICH will, dass mein KIND macht und mir bewusst den Moment Zeit nehme zu überlegen, wie ich das hinbekomme (geht oft schneller, als in der Schleife drin zu bleiben).

ich weiß ist nicht leicht!!!

nun ja, anstatt mich über jedes mal zu ärgern, wo es nicht klappt, freue ich mich über jedes mal, in dem ich es geschafft habe einen Moment inne zu halten (auch das hebt meine Laune ;-))

Beitrag von bine3002 19.04.11 - 22:12 Uhr

Das Kind ist 5 und wird damit bald ein Vorschulkind sein. Du solltest aufhören, so viel zu "quatschen".

Es klingt vielleicht gemein, aber es ist unnötig einer 5jährigen noch zu sagen "Zieh dich an." weil sie längst weiß, dass man sich anzieht, wenn man "los" muss. Und wenn sie es nicht weiß, dann wird es höchste Zeit, dass sie es lernt.

D.h. ich würde zukünftig nur noch ankündigen: "Wir müssen in 10 Minuten los." Erkläre ihr wie lang 10 Minuten sind, stell eine Eieruhr... mach es ihr beGREIFlich.

Wenn es dann so weit ist, sagst Du es nur noch ein Mal: "So, wir müssen jetzt los.". Dann ziehst Du dich und die Kleine an und überlässt der Großen die Verantwortung für sich selbst zu sorgen. Natürlich hilfst Du ihr noch, wenn sie danach fragt, aber nicht mehr unaufgefordert.

Du kannst diese neue Verantwortung auch ruhig vorher ankündigen: "In der letzten Zeit musste ich dich mehrfach dazu auffordern, dich fertig zu machen. Das werde ich jetzt nicht mehr machen, weil Du ein Vorschulkind bist und das gut alleine kannst."

Sobald Du fertig bist, fragst Du sie nur noch: "Und was ist mit dir, bist Du so weit?" Ist sie es nicht, dann gehst Du und sei es nur für 5 Minuten. Geht das nicht, muss sie halt mitkommen so wie sie ist... ohne Schuhe, ohne Jacke oder auch im Schlafanzug.

Wie gesagt, es klingt gemein und herzlos, aber es wird ihr helfen und es ist besser, wenn sie es zu Hause lernt als später in der Schule.