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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von giaco 20.04.11 - 09:36 Uhr

Hallo an Alle,

mein kleiner Sohn (sechs Monate alt) Wird gestillt und bekommt Mittags Gemüse/Kartoffelbrei und Abends Getreidebrei.
Zwischendurch trinkt er ein paar Schluck Wasser.

Der Tagesplan sieht so aus:
6:00/7:00 Stillen
9:00 Stillen
12:00 Gemüse/Kartoffel,max. 60-70g mit ein paar Tropfen Beikostöl danach ein paar Löffelchen Obst und Stillen
16:00 Stillen
19:30 Hirsebrei (50ml MuMi und 1,5 Esslöffel Brei) und zwei Löffelchen Obst danach Stillen
20:30 Einschlafstillen
Nachts wird er ausschließlich gestillt.

Meine Fragen:
Ist das bisher ok so?
Wann kann ich mit dem Getreide-Obst Brei anfangen?
Und überhaupt, was sind die nächsten Schritte und wann?


Wir fahren supergut damit dass er danach noch gestillt wird, doch ich frage mich ob er deshalb nicht mehr Brei isst. Ich würde schon gerne im August, wenn er 10 Monate alt ist abstillen, oder wenn, dann nur noch nachts.
Aber er nimmt kein Fläschchen, somit habe ich keine Ahnung wie lange ich noch stillen soll, um ihm alles zu geben, was er braucht.

So, ich hoffe ich habe meine Fragen einigermaßen formulieren können und Danke Euch für Eure Antworten.
Einen sonnigen Tag noch

#sonne
Giaco

Beitrag von bine3002 20.04.11 - 09:57 Uhr

Ehrlich gesagt halte ich es bei den Mengen an Brei, die er futtert für relativ unmöglich, dass Du im August abstillen kannst. Du hast ja noch keine Mahlzeit ersetzt, davon spricht man erst, wenn er mindestens eine Stunde nach der Breimahlzeit nicht mehr gestillt wird. Nicht falsch verstehen: Das ist völlig OK, aber erwarte nicht, dass Du ihn so bald schon ganz abstillen kannst. Das glaube ich einfach nicht.

Ansonsten würde ich es locker angehen lassen und ihm nachmittags mal Reisschleim anbieten. Wenn er den mag und gut verträgt, dann würde ich den Reis abends und den Hirsebrei nachmittags geben. Der Grund ist einfach: Hirse enthält viel Eisen und wenn man das zusammen mit Milch gibt, wird durch das Calcium die Eisenaufnahme verschlechtert. D.h. Hirse ist eher was für den Nachmittag, wo es keine Milch dazu gibt. Das ist jetzt am Anfang nicht so wild, aber wenn es wirkliche Mahlzeiten (im Sinne von Ernährung) werden, dann sollte man schon auf sowas achten.

Und dann gib ihm halt so viel Brei wie er möchte. Wenn er sich wegdreht und keinen Hunger mehr zu haben scheint, warte einfach mal ab, was passiert. Vielleicht möchte er dann gar keine Brust mehr. Und wenn doch, dann gib sie ihm eben. Stillen hat auch nach dem 10. Monat (und weit darüber hinaus) noch etliche Vorteile. Spätestens wenn das Kind mal krank ist, bist Du froh, wenn es wenigstens noch etwas Muttermilch trinkt (die geht nämlich in der Regel auch bei Krankheit).

Beitrag von giaco 20.04.11 - 10:25 Uhr

Hallo Bine,

danke für die Antwort, nun dan stelle ich mich mal drauf ein, dass es länger dauert mit dem Abstillen. So schlimm ist das ja nicht, ich genieße es ja auch.
Aber mit dem Nachmittagsbrei kann ich dann schon anfangen, wenn ich dich richtig verstanden habe, und dann mit Hirse und Obst. Geht abends Dinkel auch? Nach neuesten Erkenntnissen soll man ja glutenhaltiges Essen zufüttern.
Wenn nich, probiere ich das mal aus mit Reisschleim.

LG und danke nochmal

Giaco

Beitrag von bine3002 20.04.11 - 10:42 Uhr

Also normalerweise sollte man Mahlzeiten ersetzen bevor man mit der nächsten anfängt und mindestens eine Woche jedes neue Nahrungsmittel testen. So kann man dann Unverträglichkeiten besser feststellen. Das Ganze langsam angehen zu lassen ist auf jeden Fall immer besser, auch damit sich die Geschmacksknospen schön entfalten können.

Ich habe es aber ganz ähnlich gemacht wie Du jetzt und habe bei jeder Mahlzeit nur ganz kleine Mengen gegeben, nach Bedarf noch zusätzlich oder auch ausschließlich gestillt, wenn wir z. B. unterwegs waren. Manchmal gab es auch nur den Nachmittagsbrei, wenn das Kind abends z. B. total müde war. Also alles ganz locker.

Das mit dem gltenhaltigen Getreide weiß ich nicht. Meine Tochter wird schon 5 und bei uns hieß es noch "möglichst spät glutenhaltiges Getreide". Ich habe mich deswegen auf Reisschleim und Hirse beschränkt und bin damit lange zurecht gekommen. Andere Getreidesorten wie Dinkel gab es erst so mit 10 Monaten, wobei sie vorher durchaus schon mal winzige Mengen Brötchen zu sich genommen bzw. zumindest eingespeichelt hat ;-) (sogar schon vor der Beikosteinführung). Fleisch mochte meine Tochter auch erst mit etwa 10 Monaten, bis dahin habe ich ihr Hirseflocken in den Mittagsbrei gerührt.

Meine Tochter ist bisher absolut allergiefrei, obwohl mein Mann und ich beide Allergiker sind (wir reagieren beide ganzjährig auf alles mögliche und auch richtig heftig mit Hautausschlägen und Asthma). Ich denke aber auch, dass wir früher ganz anderen Belastungen ausgesetzt waren. Ich habe z. B. lange in einer Schimmelpilzwohnung gelebt und ich schätze auch mal, dass Putzmittel in den 70ern auch nicht so ganz ohne waren. Es liegt also nicht alles an der Ernährung.

Außerdem ist meine Tochter so mit 3,5 Jahren zu einem wirklich guten Esser mutiert, sie ist auch sehr probierfreudig. Vorher bestand die Ernährung noch aus ganz viel Milch, zwei Erbsen, einem Happen Toastbrot und vielleicht mal einem Gummibärchen. Ich habe ihr auch sehr lange Premilch gegeben, weil sie echt Unmengen davon verschlungen hat und Kuhmilch ja sehr viel Eiweiß enthält (zu viel Eiweiß für kleine Kindernieren). Keine Ahnung, ob die Beikosteinführung mit dem Essverhalten zu tun hat, bei uns hat das alles auf jeden Fall gut funktioniert.