Was hält mich davon ab meine Tochter zu erwähnen?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von osterhase123 20.04.11 - 11:53 Uhr

Hallo

manchmal weiß ich selbst nicht ob das eine Schutzreaktion ist oder soll ich mich schämen? Wenn ich hier oder da mit einem Mann ins Gespräch komme und er mir ansatzweise gefällt, ertappe ich mich dabei, dass ich meine kleine Tochter nicht erwähne. Oder jemand von früher schreibt mich an: wie geht es dir, wo lebst du? - schreibe ich zunächst auch nicht, dass ich alleinerziehend bin. Es kommt mir wie ein Bewerbungsgespräch vor, bei dem man Angst hat der Kinder wegen abgelehnt zu werden:-(

Ich halte meine Augen und Ohren offen, bin auch bereit für einen neuen Mann. Was sagen Männer dazu? Geht man schneller auf Distanz wenn man hört, dass Frau Mama ist? Oder soll man das gleich thematisieren? Natürlich bin stolz auf meine Tochter und will, dass sie genauso angenommen und gemocht wird. Aber manchmal schäme ich mich vor mir selbst:-(

Gruß

Beitrag von mellibaby 20.04.11 - 12:17 Uhr

hallo

das ich 2 kinder habe, habe ich nie verschwiegen. gleich von anfang an habe ich mit offenen karten gespielt. so wusste mein gegenüber gleich bescheid und konnte sich entscheiden.

so kommt es auch nicht zur schmerzlichen erfahrung. überleg doch mal...was habe ICH davon wenn ich mein kind erstmal 4 monate nicht erwähne, es evtl. was ernstes wird und dann zack...stehen vor ihm 2 kinder.

danach ist das geheule gleich grösser. man muss die kids ja nicht gleich mit einbeziehen, aber sagen sollte man es schon gleich. ein mann finde ich, sollte selber entscheiden dürfen ob er eine frau mit kindern will oder nicht.

lg melli

Beitrag von purpur100 20.04.11 - 12:41 Uhr

stell dir vor, du lernst nen superklassetollen Mann kennen, verliebst dich über beide Ohren und hinterher "beichtet" er dir, daß er 5 Kinder hat.

Wie würdest du reagieren? ;-)

Beitrag von Seifenspender 20.04.11 - 12:20 Uhr

ja, das wird es sein. Du schämst dich vor dir selbst. Vielleicht machst du dir unbewusst Vorwürfe, dass du es eben nicht geschafft hast, Kind und funktionierende Beziehung hin zu bekommen. Du bist gescheitert und in dem du dein Kind bei einer neuen Bekanntschaft erwähnst, gibst du das ja gleich zu. Sei nicht so streng mit dir selbst.

Beitrag von witch71 20.04.11 - 12:20 Uhr

Stell Dir einfach mal vor, Du lernst einen tollen Mann kennen, der nichts von Deinem Kind weiss. Nun triffst Du ihn ein paar Mal und es erwischt Euch, Ihr habt das Gefühl, es passt mit Euch. Nun erwähnst Du Deine Tochter und er.. ist entsetzt, weil er mit Kindern überhaupt nichts am Hut hat. Oder er reagiert ablehnend, weil er eben das Gefühl hat, Du hättest ihn hinters Licht geführt und das Kind absichtlich verschwiegen.
Glaubst Du, das wäre eine gute Basis für eine Beziehung?

Bei mir ist es umgekehrt, ich würde meine Kinder immer recht schnell erwähnen. Eben um auszuschliessen, dass ich Zeit und evtl. Gefühle in einen Mann investiere, der letztendlich Kinder nicht leiden kann oder keine haben möchte.

Ein Mann der sich durch meine unverleugbar vorhandenen und zu meinem Leben gehörenden Kinder abschrecken lässt, den lehne *ich* ab. Das heisst, in dem Falle hätte *er* das Bewerbungsgespräch nicht bestanden. ;-)

Beitrag von schnee-weisschen 20.04.11 - 13:41 Uhr

Hey,

sieht es doch einfach als Auswahlkriterium... ;-)
Du suchst selbst aus, Du wirst nicht ausgesucht, weil...

Jemand, der mein Kind nicht gewollt hätte, wäre für mich nie infrage gekommen.
Welchen logischen Grund soll es geben, einen eventuell tollen Menschen sausen zu lassen, nur weil er ein Kind hat?
Vielleicht ist das Kind ja ebenso toll.

Wer das von vornherein negiert, ist ein Idiot und sollte allein bleiben.

LG

sw

Beitrag von luka22 20.04.11 - 16:32 Uhr

Also ich finde es kommt darauf an, wie lange man mit dieser Information wartet und wie die Umstände sind. Wenn es nur ein Flirt und sonst nichts ist, dann würde ich auch nichts über Scheidung, Kinder oder sonstwas erzählen. Beim Flirten geht es ja ums Flirten und nicht um den Austausch von privaten Informationen.
Wenn mir ein Mann wirklich gut gefallen würde und wir hätten schon ein, zwei Stunden geflirtet und das Gespräch würde doch tiefergehen, dann würde ich das sicher im Gespräch einfließen lassen. Sagen wir mal als Regel: Nach allerspätestens 2 Stunden wüsste mein Gegenüber bescheid. Nach 30min wahrscheinlich noch nicht ;-).

Also sicher nicht in der Art: "Hallo, mein Name ist Sonja, ich bin 33, geschieden und alleinerziehende Mutter einer Tochter!" #nanana

Liebe Grüße
Luka

Beitrag von osterhase123 20.04.11 - 20:32 Uhr

Hallo

genau das hab ich gemeint. Wahrscheinlich dachten die anderen,die netterweise geantwortet haben, dass ich erst beim x-ten Treffen davon erzähle. Dabei meine ich eben so ein Flirt oder "Einstiegsgespräch". Dann verhalte ich mich noch akzeptabel. Ich denke, man richtet sich so nach seinem Bauchgefühl ob es überhaupt angebracht ist über Privates zu reden und wann.


Gruß

Beitrag von redrose123 20.04.11 - 18:58 Uhr

Irgendwann solltest du sie erwähnen denn du willst doch wissen ob die Beziehung wert hat oder nicht....

Beitrag von clautsches 20.04.11 - 22:08 Uhr

Hallo!

Ich habe während meiner Single-Zeit (und auch jetzt natürlich) immer von Anfang an über mein Kind erzählt, wenn ich jemanden kennengelernt habe.

1. einfach, weil mein Kind zu mir gehört wie nichts anderes

und

2. weil es ja die effektivste Möglichkeit ist, den Bewerberpool auszusortieren.
Du magst Kinder - ok, du bist eine Runde weiter. ;-)

Auf Dauer verschweigen klappt ja sowieso nicht - und ich würde es sehr befremdlich finden, wenn mir jemand erst beim 5. Treffen von seinem Anhang erzählt..

LG Claudi

Beitrag von falkster 21.04.11 - 01:28 Uhr

hmm...

da stell ich mich jetzt wahrscheinlich in ein schlechtes Licht...

Ich bin Vater eines mittlerweile 11-jährigen Sohnes, der seit meiner Trennung von meiner damaligen Freundin (da war Vincent 3) leider nicht bei mir lebt.
Ich bin berufsbedingt 2004 nach England gezogen, war lange Single und hatte nur sporadisch Kontakt zu meinem Sohn (vom Telefon mal abgesehen).
Nach zwei Jahren lernte ich über das Internet eine Frau kennen, mit der ich zunächst nur Mail-Kontakt hatte, obwohl sie in der gleichen Stadt lebte. Sie wusste aber, dass sie nach 5 Wochen in ihre Heimat zurückkehren würde und nicht wusste, ob sie nach England zurückkehren würde...

Durch die Mails schien ich schliesslich genug Eindruck gemacht zu haben, dass sie nach England zurückkehrte, um mich zumindest mel in live zu erleben.
Von meinem Sohn wuste sie zu der Zeit noch nix, da es sich in den Gesprächen nie ergeben hatte, dass wir über irgendein Thema gesprochen hätten, welches die Erwähnung meines Sohnes ermöglicht hätte...

Nach drei vier Treffen im realen Leben merkte ich, dass ich viel mehr für diese Frau empfand und verspürte auch den Wunsch ihr von meinem Sohn zu erzählen... Aber gleichzeitig hatte ich Angst vor ihrer Reaktion. es war schliesslich einige Zeit vergangen...

An einem Wochenende fuhren wir an die See und das Gespräch ging tatsächlich Richtung Kinder, Kinderwunsch und Erziehung etc... DAS war nun der Moment auf den ich ängstlich gewartet hatte.
Meine Freundin war entsetzt, hatte sie sich doch vorgenommen niemals mit jemandem auszugehen, der bereits Kinder hatte.
Nun fragte sie nie vorher danach und da mein Sohn nicht bei mir lebte verstand ich das Problem zunächst nicht und war über ihre Reaktion etwas erstaunt.

Später lernte ich über den Hintergrund. Bei meiner Freundin war es aufgrund mehrerer Operationen wegen Unterleibszysten nicht klar, bzw. unwahrscheinlich, ob sie jemals kinder kriegen könne. Ihr Kinderwunsch war stark und der Gedanke ihrem Partner möglicherweise nicht das geben zu können, was eine andere Frau ihm gab war für sie zu viel...

Heute bin ich einerseits froh, dass ich so lange gewartet habe meinen Sohn zu erwähnen, den diese Freundin ist heute meine Frau und wir sind seit Dezember Eltern einer wunderbaren Tochter. Wir kleben nun in Berlin und meine Frau hat auch meinen Sohn kennengelernt und wir verbringen regelmässig Wochenenden alle zusammen.
Hätte ich meinen Sohn früher erwähnt, wäre es niemals soweit gekommen, soviel weiss ich mit Sicherheit...

Also einerseits Freude über meine richtige Entscheidung damals, dann wieder Trauer und auch scham, dass ich meinen Sohn solange unerwähnt und meine Freundin im Unklaren liess...

Ich kann also beide Seiten nachvollziehen und aus heutiger Sicht weiss ich noch immer nicht, wie ich mich in derselben Situation verhalten würde...

Dann wiederum... ich komm ja nicht mehr in diese Situation. Bin ja glücklich verheiratet und zweifacher Familienvater...
;-)

Damals habe ich aber sehr gelitten...

Beitrag von falkster 21.04.11 - 01:43 Uhr

:-D wir "kleben" natürlich nicht in Berlin, sondern "leben" dort...#rofl

ist halt schon spät...#gaehn

Beitrag von milka700 23.04.11 - 09:17 Uhr

Männer kommen und gehen, Kinder bleiben.

Du scheinst wirklich zu verkrampft auf Suche zu sein.