Aufsichtspflicht in der Grundschule

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von gwenzugger 20.04.11 - 12:53 Uhr

Ich hoffe ihr könnt mir helfen...
Hab schon von behörde zu behörde Telefoniert und einige gute tipps erhalten aber mein "MamaBauchgefühl" sagt mir immer noch das das nicht reicht...

Mein sohn besucht derzeit die 1. Klasse und hat eine Konzentrationsstörung, deswegen wird er oft ALLEIN in den gruppenraum "verfrachtet" und soll da spielen natürlich wird ihm da so ganz allein und ohne aufgabe schnell langweilig und er butschert rum, nun möchten die Lehrer das ich sie von der Aufsichtspflicht befreie, ich möchte das auf garkeinen fall denn das würde bedeutet das sich keiner zugehörig fühlt wenn was passiert weil ja keiner die aufsichtspflicht für ihn hat...

Was mach ich nun??? kennt einer solche Situationen
Die geschichte geht noch weiter will nur nicht zuweit ausholen...

Über ratschläge wäre ich sehr dankbar...

Beitrag von mansojo 20.04.11 - 13:12 Uhr

hallo,

sowas hab ich ja noch nie gehört

wird gar nicht erst versucht das kind in die klasse zu intergrieren?

meiner hat auch oft gestört
besonders da er nie gesessen aht
er hat alles im stehen gemacht
der lehrerin ist oft der geduldsfaden gerissen und hat jonas einfach auf den schulhof geschickt

nach einigen gesprächen und viel geduld wurde dies macke von meinem sohn toleriert
mittlerweile ist das kind ganz normal ;-)


was für tips hast du denn erhalten?

Beitrag von delfinchen 20.04.11 - 13:38 Uhr

hallo,

ich hab sowas auch in der art noch nie gehört.
ich hatte hin und wieder nachmittags mal schüelr aus anderen klassen (7. - 9.klasse) zur nacharbeit da. die hab ich dann in den in den ins klassenzimmer integrierten gruppenraum gesetzt und hin und wieder mal reingesehen. raus konnten sie ja nicht, weil sie durchs kalssenzimmer gemusst hätten, wenn sie laut gewesen wären, hätte ich sie auch gehört und wenn sie ihre nacharbeit nicht gemacht hätten, hätten sie noch länger dableiben müssen.

aber einen erstklässer kann ich doch nicht regelmäßig vom unterricht ausschließen. er muss doch den unterrichtsstoff auch mitbekommen.
wo befindet sich der gruppenraum?
wie oft muss er denn in den gruppenraum?
wann ist das der fall?
wie lange muss er dort bleiben?

schüler müssen übrigens nicht permanent beaufsichtigt werden, sie müssen sich nur beaufsichtigt fühlen, wissen, dass ejderzeit ein lehrer kommen kann etc.
von der aufsichtspflicht befreien würde ich niemanden, das gehört zu den pflichten eines lehrers laut LDO (lehrerdienstordnung).

was wurde denn bislang unternommen, damit er im klassenverband bleiben kann? sowohl von eurer seite als auch von lehrerseite?
- habt ihr mal den beratungslehrer/ schulpsychologen hinzugezogen?
- gibt es einen verhaltensvertrag?
- gibt es vielleicht "geheimzeichen" zwischen deinem sohn und dem lehrer?
ich hab das mal gemacht, geheimzeichen "verabredet", damit ich den schüler nicht immer vor allen ermahmen musste. wenn der betreffende schüler zu mir geschaut hat und ich mir am ohrläppchen gezupft habe, wusste er "oh oh, jetzt ist die grenze erreicht!" und hat evrsucht, sein verhalten zu regulieren. hat ganz gut geklappt, weil er ja nicht vor der klasse zurechtgewiesen wurde.

lg,
delfinchen

Beitrag von gwenzugger 20.04.11 - 16:13 Uhr

Also der gruppenraum befindet sich außerhalb der klasse nebenan zwar auf einem flur aber uneinsehbar auhc mit offener tür wäre er nicht einsehbar...naja er kann sich ca 20-30 minutne konzentrieren und danach geht er halt raus....
und dann bleibt er da bis die stunde zuende ist...
also er ist bereits in einer Integrations klasse allerdings nicht als I-Kind das geht wohl irgendwie im nachhinein nichtmehr...
ich bin mit ihm in einem familien therapie zentrum und er macht eine therapie mit einer Heilerzieherin ich mach zuhause parallel konzentrationsübungen und entspannung mit ihm und arbeite so gut ich kann den stoff nach...
Es gibt ein verhaltensvertrag den lehnt mein sohn allerdings ab weil die antipati gegen die lehrer schon viel zu groß ist am 3 tag anch der einschulung wollten die ihn ja schon wieder aus der klasse habne das hat er natürlich gemerkt...
naja und er bekommt medikinet retart also ein konzentations mittel was sehr gut hilft nur leider eben nur für die konzentration mehr integriert wird er dadruch ja noch lange nicht....

Beitrag von delfinchen 20.04.11 - 20:28 Uhr

hallo,

ja, das medikament wirkt nur gegen die primären probleme, nicht gegen die sekundären, die das problem nach sich zieht.
es ist schwer, was dazu zu schreiben, weil man ja die situation in der klasse nicht kennt. ob die störungen, die dein sohn verursacht, noch erträglich sind oder nicht, ob er alleine dafür verantwortlich ist oder ob andere in provozieren etc.
soweit ich weiß, kann er tatsächlich nicht rückwirkend als i-kind anerkannt werden, sondern muss als i-kind in die klasse aufgenommen worden sein. wobei mir auch neu ist, dass jemand mit einer konzentrationsstörung den i-status kriegt, dann muss es schon massiv sein.
im nächsten schuljahr aber hättet ihr ja vielelicht die chnace auf den i-status und damit eventuell auf unterstüzung durch einen i-helfer.
es ist ganz schwierig, wenn dein kind die lehrerin/ lehrer ablehnt und evntuell sogar umgekehrt, dann hat ein verhaltensvertrag in der tat wenig sinn.
woran machst du es fest, dass ihn die lehrkraft bereits nach drei tagen wieder aus dem unterricht haben wollte?
es ist gut, dass er nich ausschließlich konzentrationsübungen macht, das wäre sicher sind fruchtlos. yoga/ autogenes training kann bei der selbststeuerung helfen. nimmt er auch an einem sozialtraining teil um zu lernen, wie er auf andere wirkt und wie er mit anderen umgehen kann? Das heißt nicht, dass dein sohn nicht sozial ist, das kann ich ja schließlich nicht beurteilen, aber viele schätzen sich selbst falsch ein, was dann im umgang mit anderen zu problemen führt.
was wurde denn unternommen, um ihn in die klassengemeinschaft zu integrieren? wie laufen denn projkete/ wandertage/ .... ab?
habt ihr schon mal einen beratungslehrer hinzugezogen, der sich mal mit in die klasse setzt und als neutraler beobachter notiert, was ihm abläuft? der eben nicht nur schaut, was dein kind "falsch" macht sondern auch, wie die mitschülrer auf ihn reagieren, wie das kommunikationsverhalten mit der lehrkraft ist, ob ein halo-effekt vorliegt etc.
habt ihr schonmal bemerkt, dass er vielleicht dann besonders unkonzentriert ist, wenn er beispielsweise süßes gegessen hat? ich kenne kinder, die auf gummibärchen etc. wie "aufgezogen" reagieren, was sich logsicherweise auch auf die konzentration legt.

lg,
delfinchen

Beitrag von gwenzugger 20.04.11 - 22:00 Uhr

im vorraus schon mal vielen dank für deine ausfühlrichen beiträge...

ich komm daraud weil ich nach drei tagen in die schule zitiert wurde und das lehrerteam mir gesagt hat das sie es besser finden das jaymie aus der klasse rausgeht und evtl noch wieder in kiga oder vorschule das ging aus schulpflicht gründen aber leider nicht....und damit fing das theater an... naja ich kann nur sagen wie er sich überall anders benimmt ich hatte und hab bis jetzt in keinem kindergarten oder sportverein ein problem er macht was mna ihm sagt er hört er läuft nicht weg er hat viele freunde er spielt immer draußen mit freunden... es wurde nichts unternommen am 3. tag ging der untericht los und peng also da ist allgemein nichts mit teamförderung der klasse....
die idee mit dem neutralen beobachter find ich gut....

ps: bei uns gibts nur sehr sehr selten süßes...

ich hab mich heute in der zwischenzeit mal nach soeiner schulbegleitung umgehört ob es das gibt und wer und wie man es bekommt... und beim ASB mal ne anfrage gestellt mal sehen das könnte uns glaube ich auch schon weiter helfen

Beitrag von delfinchen 21.04.11 - 07:15 Uhr

hm, klingt irgendwie seltssam, als wäre die konzentrationsstörung nur in der schule bemerkbar.
klar, man muss sich dort auch deutlich mehr konzentrieren als anderswo, aber probleme, sich anzupassen scheint er nur dort zu haben... kommt mir komisch vor, auch, ein kind nach drei tagen so zu beurteilen, es sollte doch erstmal in dem system schule "ankommen" und da kann man schon mal 6 wochen zeit geben.
wie alt ist dein kind? kam er als muss-kind zur schule? wo lebt ihr? in bayern hätte man beispielsweise die möglichkeit, das kind zurückstellen zu lassen, entweder bereits nicht einschulen zu lassen oder aber im laufenden schuljahr, letzteres wissen nur wenige, aber bis 30.11 besteht die möglichkeit, das kind wieder aus der schule zu nehmen - weiß nicht, wie das bei euch ist, vielleicht gibt es auch die möglichkeit und man hat es einfach nicht gewusst.
wie sind seine leistungen? vielleicht kann er ja ads erste jahr wiederholen und bekommt bei einer neues lehrkraft eine neue chance?
seit wann muss er denn so regelmäßig in den gruppenraum?

ich kann nur nochmal betonen, dass ich es sehr früh finde, bereits nach drei tagen eine eingefahrene meinung zu einem kind zu haben, das doch auch eine reele chance verdient hat. ich weiß auch, dass es kinder gibt, die das unterrichten unmöglich machen, ich hatte auch einmal so einen fall, einmal in 12 jahren.

vielleicht ist eine staatliche regelschule für ihn auch einfach die falsche schulart? vielleicht bereitet es ihm probleme, häufig wechselnde bezugspersonen und fächer zu haben? zur zeit x auch x zu tun? klar muss man das generell lernen, aber es gibt schulen, die das lernen individueller gestalten, z.b. mit wochenplanarbeit/ freiarbeit etc. - wie läuft das bei euch ab? wie ist der unterricht gestaltet? wie verhält er sich, wenn kein "beschulunterricht" stattfindet, sondern beispielsweise ein projekt? wie läuft es bei klassenausflügen?

lg,
delfinchen

Beitrag von gwenzugger 21.04.11 - 09:21 Uhr

er wird im mai 7 und war vorher schon in der Vorschule da bestand dieses Problem ebenfallst nicht... Uns wurde nicht gesagt das diese möglichkeit besteht kinder zurückstellen zu lasen das haben wir leider erst erfahren als er schon eingeschult war und das problem aufgetreten ist und in HAmburg gibt es neuerdings die regelung das kinder nicht mehr aus den klassen rausgenommen werden dürfen sondern integriert werden sollen.
der antrag auf rückstellung in die 1. klasse ist gestellt die behörde prüft das nun und entscheidet dann haben auhc psychologische gutachten usw. erstellen lassen...

Das ist ne gute frage mein mit den ausflügen also mal klappt es super und mal eben nicht kommt ganz drauf an WER den ausflug leitet deswegen ist ja auhc meine befürchtung das einfach diese antipati gegeneinander das problem noch schürt...

ich kümmer mich jetzt gerade um eine schulbegleitung in hamburg machen das FSJ ler...

naja vielen dank nochmal für deine tollen tipps... du hast mir aufjedenfall viele denkanstöße gegeben...

Beitrag von delfinchen 21.04.11 - 09:33 Uhr

hallo,

gern geschehen.
generell bin ich ein großer befürworter des klassen-lehrer-prinzips. man kann ein sehr familiäres verhältnis aufbauen. den nachteil sieht man allerdings klar bei deinem sohn: besteht eine antipathie, dann wird es doch sehr schwierig. und mir kann keiner erzählen, dass es sowas nicht gibt und dass ein lehrer alle kinder gleich gerne mag. bei manchen stimmt die chemie, bei anderen eben nicht und da sollte man zwar professionell genug sein, ein solches kind nicht zu benachteiligen, unterschwellig denke ich aber doch, dass ein kidn spürt, wenn es nicht so akzeptiert wird, wie es ist.
sicher muss dein kind auch an sich arbeiten und strategien finden, wie er unkonzentrierte phasen üebrwindet ohne andere zu stören
(ich hatte schüler, die dann gebastelt oder gemalt haben und einmal einen, der dann durchs klassenzimmer laufen durfte, was von den anderen stillschweigend akzeptiert wurde, weil das immer noch besser war als das klappern mit stiften und wackeln mit dem stuhl etc. - zum glück war es ein guter schüler und ich hab ihn als "helefr" rumschicken können :-) )

aber es klingt ganz so, als wäre das verhältnis auf beiden seiten "gestört" und als könne auch die lehrerin überlegen, ob sie im umgang mit deinem sohn was ändern kann.

lg,
delfinchen

Beitrag von mc3 20.04.11 - 14:01 Uhr

Die Frage ist einfach, was ist die Alternative? Die Schule wird nicht das Personal haben, um deinen Sohn individuell zu beaufsichtigen. Wenn du sie nicht von der Aufsichtspflicht befreist, wird man wahrscheinlich alles daran setzen, dass er auf eine Förderschule kommt.

Beitrag von lexika 20.04.11 - 14:03 Uhr

Hallo

Gibt es bei Euch die Möglichkeit eines Schulbegleiters?
(Ist sehr unterschiedlich geregelt, wer zu ständig ist und unter welchem Umständen dieser finanziert wird - kommt natürlich auch darauf an wie massiv seine Störung ist)

Bekommt er denn Förderunterricht?

Bekommt er außerhalb der Schule Konzentrationstraining?

Das sind alles Punkte die ich unabhängig vom Aufenthalt im Gruppenraum (die bei einer Konzentrationsstörung evtl zwischendurch für ihn nötig ist) angehen würde.

Je nachdem wo ihr wohnt dauert dass so dass es im Zweifelsfall eh erst im nächsten Schuljahr greift.

Lg, Christine

Beitrag von parzifal 20.04.11 - 17:11 Uhr

Weshalb wird er wegen einer Konzentrationsstörung aus der Klasse geworfen? Wenn er vom Unterricht nichts mitbekommt schadet er sich doch nur selbst. Das wäre mein Ansatzpunkt.



Beitrag von gwenzugger 20.04.11 - 20:02 Uhr

weil die einfach absolut unpädagogisch handeln die können ihn nicht inruhe lassen... der antrag das er aus der klasse rauskomm ist ja auhc fast durch aber das dauert bei der behörde leider immer mit dem antworten...

Beitrag von ilva08 20.04.11 - 20:55 Uhr

Sorry, aber die Lehrer nehmen dein Kind garantiert nicht aus der Klasse, um gemein zu ihm zu sein. Ich vermute mal schwer, dass es den geregelten Unterricht stört und alle anderen Kinder darunter leiden. In dem Fall finde ich deinen Einwurf ziemlich kindisch.

Delfinchen hat schon viele Hinweise gegeben, wie man einem auffälligen Kind helfen kann. Da das Vertrauensverhältnis zwischen dir und den Lehrern stark gestört scheint, ist ein Klassenwechsel wahrscheinlich das Beste für euch.

Vielleicht trifft dein Sohn in der neuen Klasse auf eine Lehrkraft, mit der er besser zurechtkommt und von der ihr euch gut unterstützt fühlt. Ich drücke euch ganz fest dir Daumen, dass es so ist!

Es kann aber auch sein, dass dieselben Probleme wiederkehren. In diesem Fall müsst ihr genau hinterfragen, ob bei EUCH etwas falsch läuft.
Das meine ich nicht im Sinne einer Schuldzuweisung, sondern im Sinne von: Dann liegt es in eurer Hand, etwas zu verändern. Hierüber würde ich mit den Therapeuten sprechen, die euer Kind begleiten.

Zu deiner Eingangsfrage: Sollte dein Kind den Unterricht so gravierend stören, dass andere Kinder dadurch Nachteile erleiden, gibt es leider nur eine Alternative zum Gruppenraum: Kurzbeschulung.
Das ist nicht erfreulich, ich würde dir gerne etwas anderes erzählen, aber wie einer meiner Vorposter schon meinte: Für Einzelbetreuung gibt es an der Grundschule nicht genügend Personal.

Es sei denn, ihr bekommt einen Integrationshelfer. Diesen müsstet ihr übers Jugendamt beantragen und diese Maßnahme ist sehr teuer... sprich: Die Erfolgsausichten für den Antrag sind gering. :-(

LG