Kind darf nicht ohne uns zu den Waldtagen... laaang Silopo

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von kisrett 20.04.11 - 21:08 Uhr

Hallo, ich wieder....

Unser Kindergarten hat jetzt unsern Geduldsfaden endgültig zum reissen gebracht:
wie schon oft vorher berichtet haben wir ja nur Probleme mit der Kita, aber jetzt reichts mir.
Im Mai hat der Kiga drei Waldtage und unser Sohn darf ohne unsere Begleitung nicht daran teilhaben. Die Begründung: Er ist ja ein sehr sehr neugieriges, lebhaftes und wildes Kind, was auch nichts sofort hört (sofort = 1x was sagen, dann quasi parieren) und hierbei eine 1:1 Betreuung nötig hätte.
Meine Reaktion könnt ihr Euch bestimmt schon vorstellen, oder?

Klar, mein Sohn ist 3 1/2, äusserst neugierig (was ist sooo schlimm daran#kratz), lebhaft - ja durchaus und wild - ja kann auch sein. Richtig. Aber welches Kind in diesem Alter hört sofort beim ersten mal und lässt alles stehen und liegen???? Luca hat oft gleichaltrige zum Spielen da und keines der Kinder hört sofort beim ersten mal. Man muss oftmals sich wiederholen oder etwas lauter werden (nicht schreien).
Und nur aus diesen genannten Gründen darf unser Sohn nicht teilnehmen, denn sie könnten es nicht verantworten, mit so einem Kind in den Wald zu fahren.
Hallo??????? Mein Kind ist doch kein dressierter Schäferhund, der auf Kommando Kunststücke macht!

Ich muss dazu sagen, dass wir mehrfach im Kiga Gespräche hatten, weil wir mit den dortigen Methoden der Betrafung oder der Informationspolitik nicht einverstanden sind:
Nur ein paar Beispiele:
- Mein Sohn hat im Laufe des Vormittags mit einem weitern Jungen in der Bauecke gespielt und sie haben sich dann gegenseitig geschubst und der andere Junge ist hingefallen und hat sich den Arm am Teppich aufgerascht. Folge: Am Nachmittag musste mein Sohn am Tisch mitsitzen uns zusehen wie alle Kinder zum Schmausen Schoki und Gummibärchen bekamen, nur er nicht. Er weinte und verstand die Sachlage nicht, denn er war sich zu diesem Zeitpunkt keiner Schuld mehr bewusst. Meine Reaktion: Habe die Erzieherin gefragt ob das die gängigen Methoden wären und das ich mir das verbitte, dies mit meinem Sohn nochmals zu machen. Keine zwei Wochen später das gleiche Spiel. Habe dann beim JA (Träger) angerufen und Radau gemacht.
- Ein anderer Junge hat sich wohl auch einen Fauxpas geleistet udn musste nachmittags mit dem Gesicht zur Wand sitzen, bis die Mutter ihn holte. Die Mutter rief noch in der Kita das JA an und brüllte die Erzieherin an
- Luca ist im nebenraum vom Sessel gesprungen und Hingefallen. Ein Blaues Auge war das Ergebnis. Er hatte noch verweinte Augen, als ich ihn holte, aber angebl. hat das keiner mitbekommen.

Wir haben oft gebeten uns mitzuteilen, wenn er sich verletzt hat, denn vieles, was oberflächlich nicht so schlimm aussieht kann aber ernste Folgen haben, wie ein Sturz auf den Kopf z.B.
Wahrscheinlich, weil wir als Eltern uns immer wieder mit den Erziehern udn der Leitung auseinandersetzen udn nicht mit allem Einverstanden sind und das auch deutlich zeigen wird unser Sohn von solchen Aktivitäten ausgeschlossen.
Leider müssen wir beide Arbeiten und nun müssen wir für diese Waldtage abwechselnd unbez. Urlaub nehmen (Normal Urlaub gewährt der AG nicht), super!
Ein Segen sind die Tage gezählt in dem Kiga und ab Sommer geht er in einem anderen Kiga, bei den Probetagen wollte er gar nicht mehr weg, bzw. konnte es nicht erwarten endlich da zu sein. z.Z. trödelt er immer wenns heisst zum Kiga fahren, meist schaff ich es nicht vor 8.00h. an den Probetagen war er schon um 7.00 im Kiga, da er es nicht mehr zu Hause aushielt. Ich hoffe, das bleibt dann auch so, wenn er tatsächlich da ist.

Wir haben auch mehrfach mit dem Träger des alten Kiga gesprochen (JA) und die sehen keinen Handlungsbedarf. Ich find das unmöglich und für die Kinder unverantwortlich. Ach so und da unsere Maus ja sooo bewegungsfreudig und lebhaft ist, sagte der Kiga, er hätte mit Sicherheit ADHS. War vorsichtshaber beim Doc und der lachte sich kringelig. Hat uns zur Vorsicht zu einer Beratungsstelle verwiesen und die sagten klar und deutlich, er hat kein ADHS, er ist lediglich frustriert. AHA! Er kann viel mehr, als man ihm dort zutraut und möchte seine Kenntnisse auch anwenden können, aber anscheinend verbietet man es ihm dort mit z.B. einer Schere nen Kreis auszuschneiden, er muss prickeln (Nadel stechen), oder er darf nur Spiele machen die ab 3 sind, aber keine grossen Puzzle etc. Die Beratungsstelle sagte, wir sollten die Faust in der Tasche machen, ihm nachmittags viel Abwechslung gönnen und immer sagen, dass wir mit diesem oder jenem nicht einverstanden sind, die sechs Wochen bekommt er auch noch um. Geht leider nicht anders, tut mir ja auch leid für mein Kind. Aber einfach so rausnehm kann ich ihn auch nicht, wohin mit ihm? TM ist zu teuer, Kita-Beiträge müssten trotzdem weitergezahlt werden.

Danke, ist was lang geworden, aber ich musste mir meinen Frust von der Seele reden, sonst Platz ich noch irgendwann.

kisrett

P.S. Wir machen eigenständige Waldtage und fahren mit ihm woanders in den wald oder auf den Pädagogischen Bauernhof, da kann er dann mit nem Trecker mitfahren oder Kühe melken, füttern etc. Besser als im Wald bei ner Erzieherin an die Hand gekettet zu werden, weil man ja nicht auf´s Erste Wort Still steht!

Beitrag von dore1977 20.04.11 - 21:15 Uhr

Hallo,

sei einfach froh das ihr den Kindergarten wechselt.
Aus reinem Interesse, was machen die den mit Eurem Sohn wen ihr keinen Urlaub nehmt ?
Ihn alleine im Kindergarten zurück lassen können sie ihn ja nicht.

LG dore

Beitrag von kalenderfrau 20.04.11 - 21:17 Uhr

Hey Kisrett!

Dein Beitrag war ja reines Dampf ablassen und ich hoffe es hat dir gut getan. Fühl dich auf jeden Fall #liebdrueck!

Tipps oder so kann ich dir leider nicht geben, denn du hast ja schon alles getan was man tun kann. Und "bald" ist es ja auch vorbei.

Ich hoffe für Luca dass es im neuen Kindergarten schöner für ihn ist und er endlich seine Fähigkeiten und Fertigkeiten unter Beweis stellen und auch ausbauen kann.

Und ich wünsche ihm und dir als Mama noch viel Kraft für die letzten Wochen!!!


Ganz liebe Grüße
kalenderfrau mit Engelchen im Bett (30 Monate) und Krümelchen im Bauch (37+6)

Beitrag von juniorette 21.04.11 - 07:59 Uhr

Guten Morgen,

ich kenne deine anderen Threads nicht und kann nicht beurteilen, ob das mit den Waldtagen tatsächlich reine Schikane vom Kindergarten ist oder nicht.

Aber:

"Klar, mein Sohn ist 3 1/2, äusserst neugierig (was ist sooo schlimm daran"

Es gibt eine gesunde Neugierde und eine ungesunde.
Wenn man deinem Sohn sagt, er soll nichts, was er im Wald findet, in den Mund nehmen, weil es giftig sein könnte, und er tut es aufgrund seiner Neugierde doch, dann kann das böse Folgen haben.
Mein Kind auch neugierig, aber eher im Sinne von wissbegierig, und wenn man ihm sagt, das könnte giftig sein, muss er das nicht noch ausprobieren.

"lebhaft - ja durchaus und wild - ja kann auch sein. Richtig. Aber welches Kind in diesem Alter hört sofort beim ersten mal und lässt alles stehen und liegen???? "

Ausflüge dieser Art funktionieren nur dann, wenn die Kinder beim ersten Mal hören.
Wenn dein Kind plötzlich in Richtung einer befahrener Straße läuft und sich ein Auto nähert, möchtest du doch sicher auch, dass er beim ERSTEN Mal hört, oder?

Beim Thema Aufräumen o.ä. stellt sich mein Sohn schon mal gerne taub, aber ich würde sagen, da wo es drauf ankam, hat er fast immer beim ersten Mal gehört, und das wird es sein, was die Erzieherinnen meinen, was dein Sohn eben NICHT kann.

"Er weinte und verstand die Sachlage nicht, denn er war sich zu diesem Zeitpunkt keiner Schuld mehr bewusst. "

Dann bin ich froh, dass mein Sohn mehr Unrechtbewusstsein als deiner besitzt, mein Sohn wusste in dem Alter auch noch am nächsten Tag, was er am Tag vorher angestellt hatte.
Sich das für alle Zeit zu merken (das war falsch) ist nun mal die Voraussetzung dafür, dass Kinder daraus lernen und sich vornehmen "das mache ich nie wieder".

Vielleicht behandelt der jetzige Kindergarten deinen Sohn wirklich unfair, weil sie ihm aufgrund von vergangenen Vorkommnissen und eurer Beschwerden bei Strafaktionen in eine Schublade gesteckt haben, wo er nicht mehr rauskommt.

Wenn Erziehungsdefizite von eurer Seite vorliegen, wird er bei einem Fehlverhalten auch im neuen Kindergarten mit Konsequenzen rechnen müssen, das sollte dir bewusst sein.

LG,
J.

Beitrag von ma-lu 21.04.11 - 10:11 Uhr

Hallo,

hmmm, schwierig...

Ich kann verstehen, dass Du sauer bist. Eine Strafe, wie ein Kind mit dem Gesicht zur Wand setzen, kann ich auch nicht gutheißen. Einem Kind nachmittags das Essen zu verweigern, weil es sich vormittags blöd verhalten hat, ist sehr fragwürdig (obwohl er mit seinen 3,5 Jahren nachmittags sehr wohl noch wissen dürfte, was vormittags passiert ist).

Allerdings: Du schreibst, dass andere Kinder auch nicht SOFORT hören und bei Fuß stehen, wenn man sie ruft. Das stimmt. Dennoch scheint es bei Deinem Sohn ein bisschen heftiger zu sein, sonst müssten ja alle Kinder begleitet werden... Denk mal darüber nach.

Und dann: Wenn Du ohnehin schon Probleme mit den Erziehern hast und sie scheinbar mit Dir, kann ich mir vorstellen, dass diese nicht unbedingt erpicht darauf sind, Dich bei den Waldtagen dabei zu haben. Dass sie Dich trotzdem darum bitten, zeigt mir deutlich, dass sie wirklich Angst haben, dass Dein Sohn verloren geht, irgendeinen Blödsinn macht, den sie nicht im Griff haben, giftiges Zeug isst oder sonst was. Aus eigener
Erfahrung kann ich Dir sagen, dass es nicht so einfach ist, im Wald eine Gruppe von wuseligen Kindergartenkindern zu beaufsichtigen - und wenn dann einer dabei ist, der so "bewegungsfreudig und lebhaft" ist wie Deiner, treibt einem das schon den Schweiß auf die Stirn.

Es kann durchaus, dass Dein Sohn zu Hause auf Dich hört und Du sein Verhalten anders einschätzt als der Kiga. Allerdings verhalten sich Kinder im Kindergarten oft gaaaaanz anders als zu Hause, und es kann durchaus sein, dass er im Kindergarten den wilden, unbezähmbaren Räuber raushängen lässt und die Erzieherinnen Angst haben, dass er im Wald über die Stränge schlägt. Ich hab' schon soooo viele Kinder erlebt, und die Diskrepanz zwischen den Verhaltensweisen im privaten Raum und denen in der Einrichtung kann mitunter sehr, sehr groß sein.

Es geht um drei Tage. Also, ich würde mitgehen (würde mir als Mutter übrigens auch Spaß machen), und wenn Dein Sohn dann tatsächlich bei der Gruppe bleibt und mitmacht, so what? Kannst Du triumphieren und sagen: "Seht Ihr, er kann DOCH!"

lg
ma-lu

Beitrag von twins2302 21.04.11 - 18:43 Uhr

Hallo!

Erstmal ist es immer schwierig, sich ein Urteil zu bilden, weil ich ja "nur" deine Sicht lese. Der Wechsel scheint wirklich bitter nötig zu sein, denn man kann raushören, dass du dich ganz schön eingeschossen hast auf den alten KiGa.

ABER es kann durchaus sein, dass sich dein Sohn bei dir anders verhält als im KIGA. Wir haben auch einen Jungen bei uns, der ziemlich oft "aus der Reihe tanzt". Die Eltern beschweren sich regelmäßig, wenn er bestraft wird, sie sagen auch er sei eben lebhaft. Wir hatten den Jungen zu unserem Kindergeburtstag da und waren im Zoo. Wir waren 3 Erwachsene und 5 Kinder und ich sage dir, ich ziehe den Hut vor den Erziehern im KiGa. Ständig musste ich aufpassen, dass der Junge mir nicht abhaut oder mit Steinen wirft oder was weiß ich. Die Eltern finden das auch nicht so schlimm, ich fand es echt anstrengend und ich hatte ja auch Verantwortung. Ich würde es nicht wieder machen, das Risiko ist mir zu groß!

Stell dir mal vor, dein Sohn geht mit zu den Waldtagen und reißt sich los und haut ab oder steckt irgendwas in den Mund. Wenn ihm was passiert, seid ihr die Ersten, die beim Anwalt stehn... Die Erzieher haben die Verantwortung und wenn man sich nicht darauf verlassen kann, dass es funktioniert, kann man das Kind nicht mitnehmen.

Versetz dich mal in die Lage der Erzieher, ihr geratet ständig aneinander, wegen irgendwelcher Unfälle oder Strafen. Ich an deren Stelle würde mich auch absichern, man muss ja Angst haben, bei jeder Konsequenz und jeder Strafe, dass ihr das JA anruft.

Ich meine das echt nicht böse und ich verstehe auch, dass du mit manchen Strafen nicht einverstanden bist, aber in jedem KiGa muss es Regeln geben, weil es sonst nicht funktioniert und genauso wenig funktioniert es, wenn Eltern nicht mal die Möglichkeit einräumen, dass das eigene Kind vielleicht auchmal einige Regeln bricht und dafür nunmal eine Konsequenz folgen muss.

Ich hoffe für euch, dass es im anderen KiGa besser klappt, aber du solltest vielleicht versuchen, dich mal in die Lage einer Erzieherin zu versetzen,die für 10 Kinder im Wald die Verantwortung hat. Ich würde es nicht machen, denn man steht ja schon mit nem halben Bein im Knast bei dem Risiko, selbst wenn die Kinder aufs Wort hören. Und es ist dem KiGa hoch anzurechnen, trotzdem nicht auf solche Unternehmungen zu verzichten....

LG, Steffi