Wie gehen Eure Partner mit der Situation um?

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von rosenrot6699 20.04.11 - 22:28 Uhr

Hallo ihr lieben #stern chen-Muttis...

Bei mir wurde am 12.04. in der 8. SSW eine missed abortion diagnostiziert (2 Tage zuvor hatte ich leichte Blutungen, aber das Herzchen schlug noch). Da der natürliche Abgang sich nicht einstellen wollte und die HCG-Werte noch recht hoch sind, wird nun doch morgen eine AS gemacht. #heul

Mein Partner ist nicht fähig über seine Gefühle zu sprechen, er ignoriert das Thema. Der Punkt war nicht geplant, aber wir feuten uns natürlich doch sehr.

Ich weiß nicht, wie er den morgigen Tag verkraften wird und es ist für mich schwer in einer solchen Situation Rücksicht zu nehmen, so dass ich ihn nicht zusätzlich belaste. Aber ich denke einfach, dass ein gemeinsames Trauern einem das Verarbeiten leichter machen könnte.

Wie reagieren denn Eure Partner?

Liebe Grüße,

Rosenrot

Beitrag von louisa1978 21.04.11 - 08:34 Uhr

Mein Mann versucht nach wie vor stark für mich zu sein, weil er sieht, wie schlecht es mir oft geht.

Aber nachdem wir jetzt in einer Woche drei Paaren zur Geburt ihres Babys gratulieren mussten, merkt man schon, dass es ihm an die Nieren geht.

Die meisten Männer verstecken ihre Gefühle, um die Frau nicht noch trauriger zu machen. Ich glaube, leiden tun sie genauso und meiner sah auch nach den beiden AS immer total schlecht und traurig aus. Man hat es ihm angesehen, aber er hätte ned zugegeben, dass er auch so traurig ist.

Beitrag von susi-schmidt 21.04.11 - 08:40 Uhr

Hallo,

ja alser unser Spatz,hatte uns vor 3 Wochen verlassen
er war 4 Monate,,

also ich muss sagen mein Mann geht damit ziemlich offen um,,,wir haben als es passiert ist ganz viel geredet und zusammen geweint,und irgendwie hat das zusammen Trauern echt geholfen,mittlerweile gehen wir damit auch recht gut um

gehen zusammen zu sämtlichen gesprächen,,

auch mein Mann will für mich stark sein aber das war er auch trotzdem,habe mich zumindestens nicht alleine gefühlt

liebe grüße Susi #stern chen Noah

Beitrag von almararore 21.04.11 - 08:48 Uhr

Hallo lass Dich mal drücken!

Bei mir wurde am 1.4. eine MA in der 11. SSW festgestellt. Es war für uns beide ein Schock.
Wie trauern wir:
Wir (beide 39) haben direkt nach der Diagnose mal beide geheult wie die Schlosshunde. Er konnte die Nacht aber gut schlafen. Ich war nicht zu einer Minute Schlaf fähig.
Ich habe viel darüber reden müssen, er nicht. Er zerdrückt aber in gewissen Augenblicken ebenfalls seine Tränen. Manchmal geht es mir besser und ich sehe ihm geht es schlecht. Dann geht es ihm besser und er nimmt sich Zeit für mich. Im Moment reden wir nicht viel, da wir wissen, was im anderen vorgeht. Es gibt keine Worte.

Ich hatte eigentlich Angst nach der Diagnose, mein erster Mann konnte nach der FG überhaupt nichts mit meiner Trauer anfangen und mit seiner schon gar nicht. Ich habe damals allerdings den Fehler gemacht, ich habe zu wenig mit ihm darüber gesprochen, weil ich ihn schonen wollte. Es ist aber sehr wichtig dem anderen zu erklären wie man sich fühlt, wie kann er es sonst verstehen!

Es kann also sehr unterschiedlich sein, wie wir trauern ...

LG und viel Kraft in der schweren Zeit
Alex

Beitrag von malou81 21.04.11 - 09:21 Uhr

Bei mir ist das nahezu genauso.

Wir haben auch einen MA in der 11. SSW erleben müssen (4.4.), am 5.4. war direkt die Ausschabung. AM 4.4. abends haben wir uns noch gemeinsam verabschiedet, meinen Baby-Bauch gestreichelt und geweint. Mein Mann ist meine starke Schulter, vor allem in der ersten Woche gewesen. Er hat mit mir zusammen getrauert. Nun reden wir auch noch darüber, nicht jeden Tag und nicht studenlang, weil mein Mann anders trauert. Er hat Momente, da seh ich ihm an, was in ihm vorgeht, aber wir versuchen, unseren Alltag zu bewältigen. Mein Mann hat sich in die Arbeit gestürzt, in der zweiten Woche, damit er (lt. eigener Aussage) nicht den ganzen Tag traurig sein muss. Wenn wir abends nach getaner Arbeit zu Hause sind, nimmt er mich in den Arm und küsst mein Gesicht und ichweiß, dass wir dann immer gemeinsame Momente der Trauer und des Zusammenhalts haben - ohne Worte. Wir sind füreinander da, auch wenn wir nichts sagen. Er hat mir gesagt, dass er anders trauert als ich. Und das muss nicht wie bei mir immer mit Tränen verbunden sein. Anfangs habe ich gedacht, er hat das alles überwunden und ihm das auch vorgehalten, aber jetzt weiß ich es besser. Denn wenn er heute meinen Bauch streichelt, dann weiß ich, dass unser Kleines ihm genauso fehlt wie mir.
Gestern Abend sagte er auch ganz lieb:"Mein Schatz, bald haben wir unser Funkeln in den Augen wieder und es wird nicht mehr so schwer sein!Versprochen!" Das hat gut getan.

LG, Malou

Beitrag von sanny786 21.04.11 - 10:58 Uhr

Hallo lass dich erst mal #liebdrueck

also ich hatte 2009 2 MA mit As und letztes jahr im oktober noch mal eine.eine woche nach unserer Hochzeit.
Also meinem mann hat man nie etwas angemerkt wenn ich im krankenhaus war.er hat sogar witze gemacht und versucht mich etwas abzulenken.aber wenn wir zuhause waren da ging es dann los.ich wollte eigentlich dann immer meine ruhe haben und für mich sein aber mein mann musste immer drüber reden und fing dann erst an zu heulen.das ist bei jedem mann anders.der eine heult direkt der andere später und es gibt welche da dauert das ewig bis die begreifen was passiert ist und lassen dann erst ihren gefühlen freien lauf.

Jeder trauert auf seine weise.

Ich wünsche euch viel Kraft.

Lg
Sanny786

Beitrag von lady100881 21.04.11 - 22:26 Uhr

Hallo,

meiner ignoriert es auch. Wie alles was um Babys geht... Wir reden über Hausbau, Motorradkauf und bei diesem themen geht es auch immer um unseren Nachwuchs, aber er spricht nicht mit mir über die 3 #stern, eigentlich weiß er auch nur von 2. Beim 3. war ich vorher so traurig und er reagierte irgendwie gar nicht, dass ich es ihm nicht sagte. er verdrängt es alles und meint immer nur, dass es nicht klappt. Männer sind irgendwie anders..aber was wollen wir machen? Wenn er es nicht an sich heran lässt, kann ich ihn nicht dazu zwingen. Wenn er der Meinung ist seine Hand auf meinen Bauch zu legen und freudig zu fragen, ob ich schwanger bin und sich doll zu freuen und nach dem Abort zu meinen, dass es nicht so war...ich kann ihn nicht zwingen, wenn er es verdrängt muss ich das so hinnehmen. Vielleicht ist es besser so, als ständig Heulattacken zu haben und zu trauern, dass es nicht klappt oder nachzurechnen, wann es soweit wäre ( eigentlich in 13 Wochen mit dem 1.#stern)
Männer gehen mit den meisten Sachen anders um als wir, darum schreiben in diesem Forum auch mehr Frauen.
Ich bin manchmal echt geschockt, wie uninteressiert er die Kinder unserer Bekannten wahrnimmt und frage mich, ob es richtig ist, dass wir Nachwuchs wollen, aber er schüttelt es nur ab, so geht er damit um. er will wahrscheinlich auch nicht, das ich sehe wie traurig er ist. Er will der Starke sein und mich damit schützen, böse meint er das nicht!!

LG

Beitrag von rosenrot6699 22.04.11 - 15:01 Uhr

Ihr Lieben, gemeinsam trauern zu können ist sicherlich etwas besonderes. Gestern Abend haben wir zum ersten mal ein wenig früher sprechen können.

Für meinen Freund bedeutet es besonderen Stress,dass ich mir jetzt unbedingt ein Baby wünsche. Er ist der Ansicht die Natur hätte entschieden und das sollten wir so hinnehmen. Er hat Angst,dass er si h sonst wieder und wieder um mich sorgen muss.

Aber ich denke,wann ist das Leben schon frei von Sorgen. Gerade mit Kindern...

Ach,manchmal bin ich verzweifelt,dann hoffe ich aber auch wieder.

Ich denke,dass jeder von uns irgendwann das nötige Quentchen Glück erhaschen wird,die Frage ist nur wann. Wir erwarten ja nichts Unmögliches. Vielleicht machen wir uns das Leben mabchmal selbst schwer...

Liebste Grüße,

Susanne