Katastrophe und Heimweh !!!

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von berlinerdeern 20.04.11 - 22:58 Uhr

Hallo , vielleicht hat einer einen Tip für mich wie ich aus dieser für mich scheinbar auswegslosen Situation einen Weg hinaus finde !
Also:
Ich bin seit August 2009 in einer festen Beziehung , in die ich 2 Töchter mitgebracht habe, im Oktober 2010 bekam ich noch einen Sohn von meinem jetzigen Partner.
Ich lebte seit meinem 14. Lebensjahr in Hamburg, wo ich aber vor allem in den letzten Jahren nur noch Mist erlebt habe, unter anderm mit meinem "scheinbaren" Freundeskreis .
So träumte ich also schon lange von einem Neuanfang in einer neuen Stadt.
Ich vergaß zu sagen , das mein jetziger Partner süchtig ist , er konsumierte bis wir uns kennenlernten über 15 Jahre Heroin und andere Opiate, allerdings war er sofort clean und ohne Rückfälle oder Beikonsum, fast zu schön um wahr zu sein.
Nachdem unsere Beziehung in Hamburg schon bröckelte aufgrund seines und auch meines schwierigen Charackters, entschieden wir das uns ein Neustart in Berlin nur guttun könnte, und zogen dann im März 2011 hierher.
Ich bin selbstständig (Haarverlängerungen und Nageldesign) und arbeite bereits seit der 6. Woche nach Kaiserschnitt wieder Vollzeit (Alleinverdienerin)
Aber nun hier in Berlin , fährt alles voll vor die Wand.
Ich fühle mich von dieser Riesenstadt förmlich erschlagen, krieg keinen Fuß auf die Erde, weder beruflich noch privat.
Was im Moment bedeutet , das ich voraussichtlich in Hartz 4 fallen werde.
Mein Freund ist hier rückfällig geworden und das schlimme ist , er hatte meinen Sohn dabei,m der noch nicht mal 5 monate alt ist (er übernimmt die Elternzeit)
Ich bin am Ende , ich kann nicht mehr, ich bekomme nichts mehr hin....
Wir beide stehen kurz vor der Trennung, mein Verstand schreit förmlich danach.
Ich bin so ausgelaugt, das ich nicht mal die Ämtergänge die der Umzug nötig gemacht hat hinbekomme !
Ich bin jeden Tag 8 bis 10 std unterwegs, um Geld zu verdienen , um meine Kinder zu ernähren und um meine Miete am ersten zu bezahlen.
Bei alledem falle ich immer mehr in ein psychisches Tief...ich bin generell eine starke Frau, zumindest behaupten das alle, und wahrscheinlich gerade deswegen wälzt mein Partner auch jegliche Verantwortung auf mich ab.
Sowieso gibt es zwischen ihm und mir so garkeine Ebene mehr, er ignoriert mich und ist wohl nur noch wegen seinem Sohn bei mir.
Ich merke das wenn ich nicht innerhalb kürzester Zeit die Reißleine ziehe, wird das alles hier in einer Katastrophe enden.
Nun das nächste Problem , ich bin selbstständig ohne Einkommen , zusätzlich noch total verschuldet, mit 3 Kindern, ich will unbedingt zurück nach Hamburg, weil ich das hier alles nicht schaffe, ich habe keine Kraft mehr. Ich schaffe das nicht, ich durchdenke 1000 Möglichkeiten um nach Hamburg zurückzukommen , auch alleine mit meinen Kindern.
Hat jemand einen Tip?? Ich wäre so dankbar !!!

Beitrag von redrose123 21.04.11 - 09:04 Uhr

Tut mir leid wie es bei euch läuft, aber das was ich nun schreibe meine Ich nicht böse.

Hast du wirklich geglaubt das ein süchtiger nach 15 Jahren so einfach einen Entzug ohne jegliche Hilfe meistert? Hatte er entzugserscheinungen? Zittern, Schwitzen, Haluzinationen, Erbrechen usw. ? Wenn nicht war er sicher nicht clean.....

Das er mit eurem Kind stoff holen geht ist unter aller Sau, ich würde das unterbinden im derzeitigen Zustand das er das bzw die Kinder hat.....

Trenn dich es scheint ja allgemein nicht mehr zu gehen bei euch, und Kinder und süchtige gehören nicht zusammen.

Viel Kraft Dir

Beitrag von gauki 21.04.11 - 13:02 Uhr

Hallo du,


also erstes lass dich mal in den Arm nehmen.
Es tut mir leid, dass du soviel Mut auf dich genommen hast, nach Jahren in neue fremde Stadt zu gehen und all deine Kraft umsonst war und es nun noch schlimmer ist.

Erstens schliess ich mich der Vorantworterin an: er war nie clean. Und dass er euer Kind mitnimmt, sowas darf sich nicht Vater nennen.....für sowas fehlen einem die Worte. Kannst du dir vorstellen, wie er mit deinem kleinen Sohn, der anfällig für alles ist, bei einem Junkie stand, der seine dreckigen Foten dem Kind noch ins Gesicht grub--boah da muss ich mir glatt den Eimer holen. Sorry aber allein das wäre der Punkt schon für mich, die Koffer zu packen.

Du scheinst mir trotz allem wirkl sehr stark vorzukommen. Und ich denke, wenn du den Weg weisst (was teilweise erkennbar ist) hast du auch die Kraft, diesen zu gehen.

Du wirst in Berlin nicht glücklich, sagst ja selber dass du schon zurück willst-der erste erkannte Punkt. D.h. du hast schonmal eine Richtung für dich gefunden. Du merkst selber wie dein Partner mit dir umgeht und dass du die Reissleine ziehen musst-herzlichen Glückwunsch, das ist der 2.Schritt in die Richtung.
Also, nun musst du nur noch den Rucksack nehmen und den Weg auch langlaufen.

Ich denke mal, dass du wirkl. nach Hamburg zurück musst, aber nur mit deinen Kindern.
Willst du, dass deine Kinder den Mann, zu dem sie aufschauen soll, vollgekdröhnt, bekotzt vielleicht noch, irgendwo liegen sehen sollen?? Nein, ich denke so eine Mama bist du nicht.

Würdest du in Hamburg geschäftl. wieder Fuss fassen oder geht das nun nach dem geschäftl. Umzug nach Berlin nicht mehr?
Ich denke mal, sollte es geschäftl. nicht gehen, auch wg deinem kleinen Sohn, wird wohl nur eine Privatinsolvenz viell. helfen.
(Kenn mich da aus)

Ich würde an deiner Stelle mich mal an eine Beratungsstelle wenden.
Es gibt viele, wie die AWO oder Caritas, wo man auch erstmal kostenlose Beratungen bekommt.
Viell. musst du einfach in Berlin die Zelte abbrechen, zu deinem Wohle und dem deiner Kinder!
Fang in Hamburg neu an. Beende unbedingt diese Beziehung. Du wirst nicht glücklich werden. Jeder hat nur begrenzt Kraft und du merkst zum Glück selber grad, dass deine sich dem Ende neigt.

Schau, dass du in Hamburg entweder geschäftl. wieder Fuss fassen kannst, such dir eine Wohnung für dich und die Kinder (viell. können dir die ersten Tage ein paar WAHRE Freunde helfen??).
Ansonsten schau, dass du viell. erstmal mit Harz 4 anfangen musst (die helfen dir ja auf dem Amt auch wg Wohnung usw), aber ich denke, wenn dein Sohn dann auch in die KITA kann, wirst du weiterkommen.


Meine Tipps:

- mach nach Ostern gleich einen Termin bei DRK, Caritas oder sonstwas......und die können dir weiterhelfen, wg deinen Schulden und eventueller Insolvenz
-Dann schau, dass du deine Beziehung beendest. Ich wünsche dir, dass es ruhig verläuft. Wenn es ganz arg wird, kannst du ihn aufgrund der Drogen auch durchs Jugendamt von den Kindern fernhalten, falls du da Angst hast. Er ist eine Bedrohung für die Kinder und man weiss nie, wie er im Rausch zu Ihnen wäre.
-Rufe in Hamburg beim Arbeitsamt an, informiere dich, was du tun kannst/musst im Falle einer Insolvenz, wg Wohnung in Hamburg suchen, Gelder beantragen usw...

Ich drück dir die Daumen, dass sich dein Leben wieder beruhigt und du einen Neustart allein schaffst.
Auch wenn es jetz viell. schwer wird und du allein da durch musst, es wird besser sein!
Du musst nur nochmal die Kraft aufbringen, den ersten Schritt zu gehen, der Rest kommt nach und nach von allein.

Du wirst das packen!!!!!

gauki

Beitrag von redrose123 21.04.11 - 13:20 Uhr

Habe schon in diesen Kreisen gearbeitet und weiss das bei uns hier viele Ihre Kinder auf die Strasse mitnehmen um die Drogen zu verstecken oder sich zu tarnen.....Will hier nicht über alle urteilen aber damals waren es hauptsächlich Menschen afrikanischer Herkunft. Ich war damals Jung und geschockt über solche Eltern......

Beitrag von gauki 21.04.11 - 13:31 Uhr

Tja man schaut ja bei einem Baby auch nicht in die Windeln....

Es ist wirkl. krass, aber diese Menschen sind krank und wenn sie ihr Zeug brauchen, schrecken sie vor nix zurück......und daher sind ihre Kinder in Gefahr.

Da wird einem als Mama echt übel......ich wünsche ihr, dass sie es schafft, die Beziehung zu beenden.
Ich könnte das nicht akzeptieren.
Stell dir vor, der Dealer hat Hepatitis und streichelt deinem Kind noch über die Wange usw....nnneee niemals......

Da könnte meine Liebe noch so gross sein, aber zum Wohle meines Kindes würde ich gehen....

Ich wünsch ihr echt alle Kraft der Welt......

Beitrag von lexica11 22.04.11 - 13:29 Uhr

Hallo berlinerdeern,

es gibt gute Hoffnung,

Du kannst neben den Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit ALG II beziehen, kannst also die Krankenversicherungsbeiträge abgedeckt haben und die Miete nebst NK. Das Auto und sonstige Betriebsausgaben wie Benzin, Bürobedarf usw. kannst Du ähnlich wie im Steuerrecht abschreiben.... . Als Alleinerziehende bekommst Du auch schnell Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder und kannst arbeiten. Es ist machbar. Problem nur: Wenn Du es hier in Berlin beantragst, kannst Du evtl nicht mehr einfach nach Hamburg wechseln. Zudem würdest Du dem Kind den Vater entziehen- auch nicht soo toll. Wäre es nicht sinnvoll, in Berlin zu bleiben und nach und nach alles zu ordnen? Den Weg dazu könnte ich mir gut vorstellen...Wenn Du willst kann ich Dir sehr konkrete Tips dazu geben (habe beruflich damit zu tun...)

Alles Gute,

Lexica

Beitrag von kleine-georgie 22.04.11 - 21:33 Uhr

Sie kann auch erstmal umziehen und am neuen Ort AlgII beantragen.
Wenn Sie in Hamburg nämlich die Leistungen beantragt, dann gelten sie noch gemeinsam als Bedarfsgemeinschaft und dann würde der Staat - bzw. wir alle - seinen Konsum unterstützen.

Nein! Wegziehen, vor Ort dann für Deine Kinder und Dich Unterstützung beantragen!

Beitrag von kleine-georgie 22.04.11 - 21:29 Uhr

Hey Du,

erst einmal #liebdrueck.

Und jetzt zur Situatuon: "beschiessen" ist kein Ausdruck!

Mit der letzten Kraft, die ich hätte, würde ich meine Kinder packen und mich so weit weg bewegen, wie es nur geht.

Ich persönlich glaube - anhand Deiner Beschreibungen - auch nicht, dass er wirklich clean war. Aus beruflichen Gründen habe ich ab und zu mal mit Drogensüchtigen zu tun und leider Gottes habe ich noch nie ein Happy-End erlebt.

Die Kinder brauchen Sicherheit und Du Unterstützung. Hartz IV löst nur die vorübergehende Geldnot. Du brauchst aber Sicherheit, dass Dein Kerl sich den Kindern nicht mehr nah kommt und überhaupt: ein solches Umfeld ist alles nur nicht gesund und bringt auch kein Glück ins Haus.

Ich musste Schmunzeln als ich las, dass Du von Hamburg nach Berlin umziehst. Ich war noch nie in Berlin aber in der finanziellen Lage, in der Euch befindet, kann ich mir nicht denken, dass ihr gerade die schönste Seite Berlins kennen lernen durftet. Mich wundert es nicht wirklich, dass er schnell "wieder" den Weg zu den Drogen gefunden hat.

Ob zurück nach Hamburg der richtige Weg ist, bin ich mir da auch nicht so ganz sicher. Mit Sicherheit würde er schnellstens hinterher kommen und dann hättest Du überhaupt keine Ruhe mehr.

Hast Du keine gute Freunde oder Familienangehörige in anderen Orten?
Das wäre das Beste. Und das Jugendamt würde ich auch einschalten.

Wünsche Dir auf jeden Fall ein besseres Leben als bisher. #klee#blume

Beitrag von king.with.deckchair 23.04.11 - 11:45 Uhr

"...ich bin generell eine starke Frau"

Den Eindruck habe ich ganz und gar nicht. Mag sein, dass man deine operative Hektik für Stärke hält, aber das ist doch nur Fluch vor der Realität.

Wer sich einen Junkie ans Bein bindet, sich in die Tasche lügt, er sei "sofort" clean gewesen, dann auch noch von ihm ein Kind bekommt und meint, man könne vor grundlegenden Problemen weglaufen, indem man wegzieht - sorry, das ist alle andere als "starke Frau".

"Stark" wäre, WIRKLICH Sorge für Deine Kinder zu tragen, dem Typ in den Hintern zu treten, so dass er samt seines Plunder vor der Wohnungstür landet und Dein Leben endlich eigenverantwortlich und zielgerichtet in Angriff zu nehmen. Notfalls auch erst mal in Berlin.

Und ich weiß, wovon ich rede, ich habe einen trockenen Alkoholiker zum Mann. Der genau weiß, dass er schneller vor meiner Tür landet, als er "Prost" sagen kann, sollte er auch nur noch einmal Alkohol trinken.

Und wenn Du Dein Baby weiterhin in Obhut dieses Kerls lässt, sorry, aber dann bist Du auch nicht "stark", sondern schlicht nicht ganz bei Trost!

Gruß
Ch.

Beitrag von berlinerdeern 25.04.11 - 17:14 Uhr

Erstmal an alle vielen Dank für die Antworten....
Also zuerst zu King und den anderen die fragten wie ich darauf komme, das er clean wäre.....
Aufgrund straffer gerichtlicher Auflagen, wird alle 2 Wochen eine Urinkontrolle von ihm genommen , und alle 6 Wochen ein tiefenanalytisches Blutbild , von daher : JA , ich kann mir sicher sein das er clean war und ist....
Schließlich habe ich ja auch noch 2 größere Töchter, denen ich einen konsumierenden Junkie nicht zumuten würde.
Als ich ihn kennenlernte, substituierte er auch schon ne ganze Weile mit Methadon, stieg dann um auf Subutex und schlich letztendlich ganz aus.
Und King, ich denke, wenn man nicht an jemanden glaubt, dann hast du recht, sollte man sich keinen Süchtigen "ans Bein binden", auch keinen trockenen Alkoholiker.
Er hatte 1,5 Jahre keinen Rückfall, und dieser eine ist mir auch sofort aufgefallen , da ich leider sehr genau weiß wie jemand nach dem Konsum von Opiaten aussieht...so, wollte ich nur loswerden.
Die Idee in Berlin zu bleiben , hatte ich auch , aber ich fühle mich hier so rein garnicht wohl, was ich nie gedacht hätte, weil ich schon seit Jahren von einem Umzug nach Berlin träumte(es war keine übereilte Flucht, wie man hier unterstellte)
Ich möchte definitiv nach HH zurück.
Also....Familie habe ich dort nicht, auch keine Freunde die Platz genug für mich und 3 Kinder hätten.
Nun bin ich hier ja auch schon angemeldet, das heißt ich kann mich auch in HH an keinen gemeinnützigen Verein wenden.
Eine Wohnung dort zu bekommen , wäre sicher möglich wenn ich vor Ort wäre, aber wie soll ich denn welche besichtigen von hier aus ???
Alles verzwickt

Beitrag von lexica11 27.04.11 - 05:51 Uhr

Hallo berlinerdeern,

Geld für einen Makler sparen und den drei Wohnungen suchen lassen, dann diese sich an einem Wochenende anschauen (Kinder mitnehmen oder beim Vater lassen oder in der Betreuung???) und dann entscheiden. Den Makler auf eine Monatsmiete Honorar runterhandeln...Kostet dennoch alles Geld. (Für die Fahrt nach Hamburg evtl Mitfahrgelegenheit nutzen...)

Ansonsten in Berlin weiter arbeiten, sparen und alles später regeln...

Viel Kraft...

ich habe sowas schon mehrfach durch (bedingt durch Studium und Arbeitsstellen), hatte aber helfende Familie, gute Freunde und meistens Geld

Beitrag von berlinerdeern 28.04.11 - 18:20 Uhr

Danke für deine Antwort, Du hast recht , das ist eine sehr gute Idee !!!