Unser Hund hat Angst vor Anglern!!! Was sollen wir tun??

Archiv des urbia-Forums Mein Tier & ich.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Mein Tier & ich

Welches Haustier passt zu unserer Familie? Wie oft muss ein Hund geimpft werden? Woher bekommen wir Rennmäuse? Tierliebhaber finden in diesem Forum Antworten auf alle Fragen rund um die Tierhaltung. Achtung: Über unser Forum dürfen keine Tiere weitergegeben werden.

Beitrag von jennylein82 21.04.11 - 19:10 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

vielleicht wisst Ihr auf folgenden Beitrag Rat. Also, unsere Hündin Ruby ist eine gaaanz süße Maus. Ich hatte sie vor ca. 3 Jahren aus einer Tierschutzorganisation, die Hunde aus Spanien nach Deutschland holt. Die Kleine ist auch aus Spanien, allerdings schon im Welpenalter nach Deutschland eingeflogen worden. Mit viel Liebe und vor allem ohne körperliche Züchtigung wurde sie dann von mir und meinem Freund aufgezogen und ist mittlerweile ein recht gehorsamer Hund.
Doch ich würde hier nicht rein schreiben, wenn alles Bestens wäre. Unsere kleine Ruby ist im allgemeinen sehr sensibel und vor einiger Zeit fing sie an fremde Menschen auf der Straße an zu bellen. Sie reagiert sehr auf Männer, die einen unsicheren Gang haben oder "für sie" gruselig ausschauen und vor allem (das ist ihr größtes Problem) hat sie furchtbare Angst vor Anglern!!! Wie geht das? Ich denke mal, dass alles irgendwie im Zusammenhang steht. Ruby wirkt, das muss ich dazu sagen, nicht agressiv sondern eher ängstlich, wenn sie bellt.

Vielleicht hat ja jemand einen hilfreichen Tipp, welchen ich mal ausprobieren würde. Sonst bleibt mir der Gang zur Hundeschule wohl nicht erspart.

Liebe Grüße und vor ab schon mal einen schönen Dank für Eure Meinung!
Jenny+ Thomas+ #ei Bauchzwerg+ #hund Ruby

Beitrag von aberalleachtung 21.04.11 - 19:18 Uhr

hallo...ich würde mal ganz spantan tippen, das sie von mann/ männern mit einem stock geschlagen wurde... der unsichere gang könnte von schlechter erfahrung mit betrunkenen kommen, die angel ist für sie einfach ein langer stock...

unser schnucki #hund whisky ist auch aus dem tierheim, seit 4 jahren ist er bei uns aber ein echter schatz...was ihm passiert ist wissen wir nicht genau, seine vorderzähne waren abgebrochen- wahrscheinlich ausgeschlagen und er würde an der autobahn gefunden... trotz allem ist er überhaupt nicht agressiv und das beste was uns passieren konnte...

er hat mal total verrückt gespielt gespielt, als uns ein mann im langen dunklen regenmantel entgegenkam mit einem zugeklappten stockschirm in der hand...erst hat er gebellt, als er näher kam ist er stehen geblieben und pipi ist ihm einfach am bein runtergelaufen :-( er hatte einfach nur wahnsinnige angst, ich hab mich runter gebeugt ihn geknuddelt und dann wars gut...

ergo werdet ihr das bestimmt nicht raus bekommen, er hat einfach schlechte erfahrung gemacht...aber so schlimm finde ich es auch nicht, du weisst ja auf was du zu achten hast...


liebe grüsse und viel spass noch mit eurem #hund andrea

Beitrag von jennylein82 21.04.11 - 19:57 Uhr

Hey Andrea,

danke für Deine Meinung :-D
Aber ich weiß nicht ganz, obwohl sich das echt plausibel anhört. Damals in dem Verein hatte ich sie mit 5 Wochen schon ausgesucht und sie dann mit ca. 10 Wo abgeholt. Sie ist in Spanien mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern auf der Straße aufgefunden und gefangen worden. Mmmmh, ist alles nicht so einfach. Meinst Du, dass sie sich an sowas erinnern kann, obwohl sie noch soooo klein war? Und natürlich hast du Recht, eigentlich weiß ich ja, dass das ihr Tick ist und könnte es akzeptieren, aber ich sehe immer wieder wie schlecht es ihr damit geht und Dummerweise steckt das Wesergebiet hier voller Angler ;).

Ich finde das im Übrigen super toll, dass Du Dich auch für einen Tierheimhund entschieden hast! Die sind doch immer noch die besten und vor allem extrem Dankbar.

Beitrag von redrose123 21.04.11 - 19:23 Uhr

Wie reagierst du denn wenn sie Fremde Männer und Angler anbellt?

Beitrag von jennylein82 21.04.11 - 19:47 Uhr

Mmmh, eigentlich reagiere ich nicht immer identisch. Meistens sage ich zu ihr deutlich "Nein" "Schluss damit" dazu zerre ich etwas an der Leine (aber nicht dolle). Einem Angler habe ich auch schon die Hand geschüttelt und ihn freundlich begrüßt. Ruby hatte es aber nicht lange ausgehalten und stemmte sich mit aller Kraft in die Leine. Dann bin ich aus der Situation gegangen, da ich sie nicht noch mehr schädigen wollte.
Ich habe es schon mit Leckerchen versucht um sie abzulenken und langsam an einen sitzenden Angler vorbei zu gehen, aber da ist nichts zu machen! Sie ignoriert ALLES, Hauptsache weg!

Beitrag von windsbraut69 22.04.11 - 08:40 Uhr

In dem Fall würde ich (vielleicht findest Du einen netten "Original-Angler") oder setzt einen Bekannten mit Angel ans Wasser) mich langsam herantasten. Also den Abstand antesten, der für sie noch so okay ist, dass sie entspannt bleibt, evtl. eben mit Futter oder spielerischer Ablenkung und den Angler erstmal gar nicht beachten.

Nach und nach den Abstand verringern und mit dem Menschen nebenbei Gespräch beginnen, in dem er ohne große Ansprache mit ins Spiel einbezogen wird oder ihr ihre Lieblingsleckerlies kommentarlos vor die Nase wirft.

Viel Erfolg,

W

Beitrag von redrose123 22.04.11 - 10:46 Uhr

Geh einfach vorbei, lenk sie oder Ihn mit leckerlis ab und gut ist....Irgendwann ignoriert er es.....Immer weiter versuchen und selbst ruhig bleiben und nicht so arg achten was tut der Hund gleich wie reagiert er....

Beitrag von windsbraut69 22.04.11 - 08:37 Uhr

Ich denke auch, dass sie (wie alt war sie denn, als sie aus Spanien kam?) schlechte Erfahrungen mit (betrunkenen) Männern gemacht hat....

Mein erster Ansatz wäre der Versuch, sie positive Verknüpfungen mit Männern und im speziellen Anglern machen zu lassen.
Je nachdem, ob sie eher mit Futter oder Spielzeug zu motivieren ist, würde ich jemanden bitten, sich als angelndes Versuchsobjekt ihr anzunähern.
Leckerlies werfen oder eben Bällchen....ohne großes Trara, eher zufällig und nebenbei.

LG,

W

Beitrag von jennylein82 22.04.11 - 09:33 Uhr

Guten Morgen,

also sie wird wohl so ca. 4-5 Wochen alt gewesen sein, als sie aus Spanien kam. Ich hatte die Maus mit ca. 5 Wo hier in Deutschland ausgesucht und dann mit 10 Wo aus dem Tierschutzverein abgeholt. Ich gebe mir irgendwie immer selbst die Schuld daran, weil ich sie ja frühstmöglich bekommen habe. Das erste Welpenjahr ab der 12 Wo waren wir Beide in der Hundeschule und haben bei einem sehr tollen Trainer vertrauen zueinander aufgebaut und die wichtigsten Dinge gelernt. Dazu muss ich erwähnen, dass sie vor unserem Umzug nach Hameln stetigen Hundekontakt hatte und immer mit einem Hund zusammengelebt hatte. Nun ist sie seit ca. 1,5 Jahren allein.

Der Tipp mit der positiven Konditionierung ist sehr hilfreich. Sie ist nur oftmals so verängstigt, dass sie weder Spielzeug noch Leckerchen interessiert :(

LG

Beitrag von windsbraut69 22.04.11 - 10:41 Uhr

Ich denke nicht, dass Ihr was falsch gemacht habt.
Sie hat ja grundsätzlich einen denkbar schlechten Start gehabt und die wichtigste Sozialisierungsphase nicht nutzen können.

Wie gesagt, ich würde mich behutsam an die nötige Distanz zu dem Objekt ihrer Angst herantasten wie möglich und an diesem Punkt dann starten. "Einfach" dort Pause machen beim Spaziergang, das Wetter ist ja gerade ideal, sich ne halbe Stunde ins Gras zu setzen und zu entspannen....
Abwarten, bis sie entspannt und dann erstmal weiter gehen...den Angler und ihre Angst völlig ignorieren. Dann schaust Du mal, wie schnell Du weitergehen kannst und plazierst einen Bekannten am Ufer.

LG,

W

Beitrag von unilein 22.04.11 - 10:44 Uhr

Vor was für Anglern fürchtet sie sich denn? Vor deren Aussehen allgemein, also auch wenn euch einer entgegenkommt oder nur vor angelnden Anglern?

Ich würde das (letztere) nicht auf schlechte Erfahrungen zurückführen, sondern schlicht auf Unsicherheit durch mangelnde Erfahrung (keine Umgebungssicherheit). Ein Angler sieht ja so aus, als lauere er auf etwas (tut er ja genaugenommen auch), und für den Hund kann das natürlich bedeuten, er lauert euch auf, um euch anzugreifen.

Wie du daran trainieren sollst, kann ich dir nun hier nicht erschöpfend schreiben. Such dir einen guten Hundetrainer oder kauf dir ein Buch über unsichere Hunde.

Beitrag von pechawa 22.04.11 - 23:07 Uhr

Hallo,

da ihr sie in einem sehr jungen Alter bekommen hattet, glaube ich nicht daran, dass sie Angst hat, wegen schlechter Erfahrungen.
Nun ist es aber gerade bei "Straßenhunden" so, dass sich das Verhalten von der Mutter an die Welpen überträgt, wenn also die Mutter schlechte Erfahrungen mit Männern, besonders welche mit Stöcken, gemacht hatte, dann reagieren die Babys auch ängstlich aggressiv.
Ich gebe dir einen Tipp: besorge dir eine Angel, bzw. einen 2 Meter langen stock und schau, wie sie reagiert. Kennst du Reizangelspiele für Hunde?
http://www.google.de/search?hl=de&client=safari&rls=en&biw=1280&bih=661&q=reizangel%20f%C3%BCr%20hunde&ie=UTF-8&sa=N&tab=iw
Vielleicht kannst du sie dafür begeistern.
Dann würde ich ab sofort ihr Verhalten ignorieren, wenn ihr an Anglern vorbei geht, also so tun, als ob nichts wäre. Sie auch nicht maßregeln oder an der Leine zerren, einfach wortlos vorbei gehen. Und natürlich SOFORT loben und Leckerlie geben, wenn sie mal nicht bellt,

LG Pechawa